Vorwort :
In einem herkömmlichen PC-System werden in der Regel zwischen drei und fünf Lüfter für die Kühlung der implementierten Elektronik benötigt. Weil diese meist mehr Luft umwälzen als es unbedingt notwendig ist, macht es durchaus Sinn, deren Drehzahl auf ein gewisses Maß zu reduzieren. Natürlich spielt die Umgebungstemperatur, insbesondere in den heißen Sommermonaten, eine gewichtige Rolle bei dieser Art von Geräuschreduzierung. Dennoch lässt sich mit Hilfe einer Lüftersteuerung nicht selten eine Geräuschpegelabsenkung von 50% und mehr realisieren. Das Gros der am Markt befindlichen Lüftersteuerungen verfügt meist über vier separat mittels Potentiometer einstellbare Kanäle und realisiert die Spannungsreduktion über regelbare Widerstände bzw. Pulsweiten-Modulation. Andere Lüftersteuerungen verfügen zusätzlich über Temperatursensoren und regeln die Drehzahl der Lüfter in Abhängigkeit der Umgebungs- bzw. Komponenten-Temperatur. Eine weitaus komplexere Lösung zum Thema "Intelligente Lüftersteuerung" hat der in Wien ansässige Hersteller mCubed entwickelt. Mit dem in zwei Varianten erhältlichen T-Balancer sollen sich dem Anwender völlig neue Möglichkeiten erschließen. In Kombination mit der beiliegenden Software, ist dessen Funktionsumfang deutlich üppiger als bei anderen derzeit erhältlichen Lüftersteuerungen dieser Preisklasse. Ein Konfigurationsassistent soll den Anwender bei der Parametrisierung des T-Balancer unterstützen. Hierzu stehen u.a. eine Vielzahl von vordefinierten Temperatur-Kennlinien zur Verfügung. Besonders hervorzuheben ist der extrem hohe Wirkungsgrad von 95% und die Möglichkeit, die Drehzahl der Lüfter bis zu 90% absenken zu können. Der Einführungspreis des T-Balancer XL beträgt EUR 49.95. Zu gleichem Preis kann alternativ auch die PCI-Slot Variante T-Balancer SL4 erworben werden. Das für beide Varianten erhältliche Upgrade-Kit, welches aus vier zusätzlichen Temperatursensoren besteht, schlägt mit weiteren EUR 18.95 zu Buche. Ob die intelligente Lüftersteuerung hält was der Hersteller verspricht, steht nachfolgend beschrieben.
Lieferumfang :
Der Hersteller liefert seinen T-Balancer XL in einer ansprechend bedruckt und umweltfreudlichen Kartonverpackung aus. Zum Schutz vor transportbedingten Schäden, sowie Feuchtigkeit, ist die empfindliche Elektronik in Luftpolsterfolie gehüllt und zusätzlich in Folie geschweißt, wie es beispielsweise bei Arbeitsspeichern und Mainboards der Fall ist. Neben der Regelung selbst, beinhaltet der Lieferumfang : 4 Temperatursensoren (erweiterbar auf 8), 4 Sensorkabel, 3 Signalkabel, 2 Verlängerungskabel, 1 USB Kabel (intern), 1 USB Kabel (extern), Befestigungsmaterial (Kabelbinder, Klettverschlüsse), CD mit Software und ein deutsch sprachiges Handbuch.
|
Technische Daten :
- Hersteller : mCubed
- Modell : T-Balancer XL
- Produktart : Lüftersteuerung
- Kanäle : 4 x 15 Watt / 1.25 A
- Stromanschluss : Netzteilstecker
- Stromverbrauch : 5 V / 50 mA
- Wirkungsgrad : ca. 95 %
- Schnittstelle : USB intern / extern
- Größe : ca. 105 x 83 x 25 mm
- Gewicht : ca. 100 Gramm
- Einführungspreis : EUR 49,95
- Bezugsquelle : PCSilent
|
|
Details :
Der mCubed T-Balancer XL sieht nicht nur optisch ansprechend aus, sondern ist derart kompakt bemessen, dass er nahezu an jeder Stelle im Inneren des Gehäuses Platz findet. Mittels beiliegenden Klettverschlüssen lässt sich das Leichtgewicht problemlos am Gehäuseboden oder an der Seitenwand platzieren. Die Stromversorgung des T-Balancer erfolgt über einen 4-poligen Netzteilanschlussstecker (d). Die Verbindung zur Software kann entweder über einen internen (h) oder externen (a) USB-Anschluss hergestellt werden. Wer die interne Variante bevorzugt, sollte unbedingt auf die richtige Polung der vier Anschlussleitungen seitens Mainboard und T-Balancer achten, sonst kann dies zu Schädigung der Hardware führen. Die jeweiligen Lüfter können an den 4 vorhandenen Lüfterkanälen (c) angeschlossen werden. Was nicht heißen soll, dass nur jeweils ein Lüfter pro Kanal angeschlossen werden kann. Zum Beispiel macht es Sinn, zwei gleichstarke Gehäuselüfter an einem Kanal zu betreiben, da diese keine unterschiedlichen Betriebsparameter benötigen. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Gesamtleistung von 15 Watt pro Kanal nicht überschritten wird. Obwohl die Drehzahlen der angeschlossenen Lüfter bequem über die Software ausgelesen werden können, stellt der T-Balancer 4 Übergabe-Ports (f) für das Tachosignal zur Verfügung. Damit lassen sich die Drehzahlen dann zusätzlich auch über das Mainboard ausgelesen (z.B. MBM). Neben den optischen Status-LEDs, informiert ein Piezo-Warnpiepser (e) den Anwender akustisch über etwaige Störungen und Warnmeldungen. Über den Sensorbus (b) können bis zu 8 Temperatursensoren (4 im Lieferumfang enthalten) angeschlossen werden. Dabei können einem Sensor mehrere Lüfter bzw. einem Lüfter mehrere Sensoren zugeordnet werden. Die Sensoren sollten jeweils mit den vorhandenen Kabelbindern dauerhaft mit dem jeweiligen Kühlkörper (z.B. Prozessor-, Chipsatz- oder Grafikkartenkühler) verbunden werden. Über die Software lässt sich jeder einzelnen Sensor genauestens kalibrieren. Im Falle eines Sensordefekts, wird der entsprechende Lüfter mit 100% Leistung betrieben. Insgesamt legt der Hersteller sehr viel Wert auf die Betriebssicherheit seines Produkts.
Testbetrieb:
Nachdem alle Kabel wie oben beschrieben angeschlossen wurden, kann die erste Inbetriebnahme erfolgen. In der Testkonfiguration wurde der CPU-Lüfter (Papst 8412 N/2GML) auf den ersten Kanal, der VGA-Lüfter (Zalman ZM-OP1) auf den zweiten Kanal und die beiden Gehäuselüfter mittels Y-Kabel (Papst 8412 N/2GML) auf den dritten Kanal gelegt. Nach dem Systemstart laufen alle mit dem T-Balancer XL verbundenen Lüfter zunächst auf 100% Leistung. So kann sich der Anwender ohne Sorge auf die Installation der beiliegenden Software konzentieren, welche binnen weniger Minuten von statten geht. Wurde das Programm erfolgreich aufgespielt und gestartet, steht dem Anwender ein komfortabler Konfigurationsassistent zur Seite. Im ersten Schritt erfolgt die Namensgebung der jeweiligen Lüfter- und Sensorkanäle. Ein Temperaturabgleich der einzelnen Temperatursensoren findet im zweite Schritt, der Sensorkalibrierung statt. Hier empfiehlt es sich, ein externes Thermometer zu verwenden. Alternativ kann auch ein Abgleich mit den über das Mainboard ausgelesenen Temperaturen erfolgen. Im dritten Schritt werden Temperaturgrenzwerte für jeden der 4 Kanäle definiert. Die einzelnen Sensoren werden im vierten Schritt den jeweiligen Lüftern/Kanälen zugeordnet. Im fünften Schritt kann der Anwender dem jeweiligen Kanal ein vordefiniertes Drehzahlprofil bzw. eine Temperaturkennlinie zuweisen. Wer sich schon etwas besser auskennt, kann sogar eine eigene Kennlinie definieren bzw. eine vorhandene optimieren. Ist dieser letzte Schritt erfolgt, ist die Lüftersteuerung nach einer Reinitialisierung betriebsbereit. Von nun an läuft die Regelung auch gänzlich ohne die beiliegende Software. Über das kleine Controll-Panel, lässt sich die Drehzahl jedes einzelnen Lüfters auch von Automatik auf Manuell umstellen. Den kompletten Funktionsumfang des T-Balancers XL zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Berichts sprengen. Aufgrund der Übersichtlichkeit, wurden daher nur die wichtigsten Details beschrieben. Weitere Einzelheiten sowie
Screenshots der T-Balancer Software, können auf der
Homepage des Herstellers aufgerufen werden.
Besonders interessant ist die niedrige Anlaufdrehzahl der Lüfter. So konnte der Papst 8412 N/2GML beispielsweise mit 12% Leistung (entspricht ca. 250 U/min) sicher gestartet werden. Trotz Pulsweiten-Modulation konnten nur filigrane Nebengeräusche in Verbindung mit den getesteten Lüftern festgestellt werden. Um ganz sicher zu gehen, werden wir in unserem Forum demnächst jedoch einen größeren Pool an Lüftern verschiedener Fabrikate mit dem T-Balancer testen und eine entsprechende Kompatibilitätsliste in Bezug auf etwaige Nebengeräusche veröffentlichen. Ebenfalls von Vorteil ist der enorm hohe Wirkungsgrad von ca. 95 %. So entsteht keine zusätzliche Wärmeentwicklung, wie es beispielsweise bei herkömmlichen Lüftersteuerungen der Fall ist. Der T-Balancer XL ist jederzeit aufrüstbar und Upgrade-fähig. So kann man für EUR 18.95 ein Sensor-Bundle nachrüsten und kostenlos die aktuelle Firmware aufspielen.
Testrechner :
- Mainboard : Epox 8RDA+ ( passiv )
- Prozessor : AMD Athlon XP 2600+ ( Thoroughbred )
- Kühler : MR Variokühler SLK-800 ( Papst 8412 N/2GML, schwingend gelagert )
- Kontaktmittel : Cooler Master Premium Compound ( by Shin Etsu )
- Arbeitsspeicher : 512 MByte Corsair XMS-3000 CL2
- Grafikkarte : Hercules Prophet Radeon 9800 Pro ( Zalman ZM80C-HP + ZM-OP1 )
- Festplatte : Samsung SV0802N ( A Conto No Vibes III )
- Gehäuse : Cooler Master ATC-710 ( Stahlblech, geschlossen )
- Gehäuseventilation : 2 x 80 mm Papst 8412 N/2GML ( hinten ausblasend )
- Laufwerke : NEC ND-1300A DVD-Brenner
- Datenträgerverbindung : Rounded Silver Cable
- Betriebssystem : MS Windows XP
- Software : Motherboard Monitor, Prime 95, X-Balancer Cockpit
- Zimmertemperatur : 19,0°C ( Abweichung < 0,5°C )
Fazit :
Mit dem T-Balancer XL ist mCubed ein ganz großer Wurf gelungen. Keine andere Lüftersteuerung wartet in dieser Preisklasse mit einer derart umfangreichen Komplexität und Abstimmungsvielfalt auf. Entsprechend viel Zeit sollte man sich bei der Installation des T-Balancer XL nehmen. Ist aber erst einmal alles optimal eingestellt, übernimmt die intelligente Steuerung zukünftig das Regeln aller daran angeschlossener Lüfter. Jedem einzelnen Kanal können vordefinierte Temperaturkennlinien zugeordnet werden, wodurch sich eine Vielzahl von Konfigurationskonstellationen ergibt. Der Anwender hat zu dem jederzeit die Möglichkeit, in das Geschehen einzugreifen und weitere Anpassungen vorzunehmen. Besonders überrascht hat die niedrige Anlaufdrehzahl des verwendeten Papst 8412 N/2GML. Dieser lief in Verbindung mit dem T-Balancer XL bereits bei einer Drehzahl von ca. 250 U/min sicher an. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lüftersteuerungen mit Pulsweiten-Modulation, wurde mit dem T-Balancer XL nur eine filigrane Erhöhung des Motorengeräusches der getesteten Lüfter festgestellt. Das liegt unter anderem daran, dass man beim T-Balancer XL sogar Einfluss auf die PWM-Frequenz nehmen kann. Per Software lässt sich diese optimal auf die vorhandenen Lüfter abstimmen. Die beiligende Software glänzt nicht nur durch einen komfortablen Installationsassistenten, sondern macht weitere Tools wie beispielsweise MBM schon fast überflüssig. So können die jeweiligen Drehzahlen und entsprechenden Temperaturen bequem mit dem T-Balancer Cockpit überwacht werden. Der Einführungsspreis von EUR 49,95 geht anhand oben stehender Attribute völlig in Ordnung. Der T-Balancer XL ist eine intelligente Allroundlösung für die komplette Systemventilation und nebenbei ein schönes Spielzeug für Silent-Freaks.
Danksagung :
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt dem Geschäftsführer von mCubed - Herrn Maik Berendt.
Links zum Thema :
mCubed [ Hersteller ]
PCSilent [ Vertrieb ]
ichbinleise [ Vertrieb ]
© www.dirkvader.de
|