Vorwort:
Es ist schon wieder eine ganze Weile her, dass der Silent orientierte Hersteller Zalman mit dem ZM460-APS sein erstes Netzteil mit 120 mm Lüfter feil bot. Mehr als zwei Modelle pro Jahr bekommt die Fangemeinde leider kaum zu Gesicht. Als ob man in Korea die Markt-Trends erst genauestens beobachtet um die neuen Produkte zum richtigen Zeitpunkt anbieten zu können. Mit dem ZM600-HP steht bei
gut sortierten Händlern nun das bislang leistungsstärkste Zalman Netzteil in den Regalen. Zum ersten Mal kombinieren die Koreaner das 120 mm Lüfterlayout mit dem modularen Kabel Design. Die Zielgruppe scheinen aber nicht mehr allein die Silencer zu sein, denn mit einer Gesamtleistung von 600 Watt und vier voneinander unabhängigen +12V Schienen werden definitiv auch Gamer geködert. Um eine hohe Leistung und ein leises Betriebsgeräusch miteinander vereinbaren zu können, setzt man auf eine durchdachte Kühlung. So hat man die Kühloberfläche durch eine sinnvoll mittels Heatpipe platzierte Lamellengruppe um ein vielfaches vergrößert und bietet damit eine deutlich bessere Angriffsfläche für den Luftstrom als mit den Standardkühlkörpern allein. Ob das Topmodell so leise zur Sache gehen kann wie sein um 140 Watt schwächerer Vorgänger bleibt jedoch fraglich. Der Wirkungsgrad des jüngsten Zalman Sprosses soll bis zu 84% betragen. Damit man sich aus optischer Hinsicht ein wenig vom Standard abhebt, wird die schlichte - vom Vorgänger weitgehend übernommene - Optik mit drei leuchtstarken LEDs aufgepeppt. Die Gewährleistungszeit beträgt 3 Jahre, was bei Premium-Herstellern mittlerweile schon fast üblich ist. In der Summe aller Dinge erscheint der Kaufpreis von EUR 129,00 als relativ fair. Es handelt sich ja schließlich um ein Zalman Produkt und wer sich ein solches kauft, geht davon aus, ein wirklich leises Produkt zu erwerben. Ob dies im Fall des neuen Zalman ZM600-HP Netzteils auch zutrifft, wird der Vergleichstest mit den 22 bereits getesteten Kandidaten aufzeigen.
Lieferumfang:
Zalman liefert das ZM600-HP in einer ansprechenden Verpackung an seine Kundschaft aus. Die stabile Faltkartonage ist mehrfarbig bedruck, bebildert und mit entsprechenden Produktfeatures versehen. Mit einer Größe von 28 x 10 x 23 cm lässt sie sich noch relativ günstig versenden (z.B. bei Hermes EUR 3,90). Im Inneren befindet sich das in Luftpolsterfolie gehüllt Netzteil sowie eine kleine Schachtel, in der sich die Kabelstränge befinden. Als kleines Bonbon gibt es den Dual-Connector ZM-DC1 (in einer ZM-MC1 gelabelten Tüte) und einige schwarze Klettverschlüsse mit dazu. Das obligatorische Kaltgeräte-Anschlusskabel und die vier Gehäuseschrauben sind natürlich auch mit von der Partie. Lediglich das beiliegende Users Manual könnte etwas multikultureller ausgelegt sein, da es nur in englischer und koreanischer Sprache verfasst ist. Unterm Strich ein Lieferumfang mit dem man zufrieden kann.
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Technische Daten:
- Hersteller: Zalman
- Modell: ZM600-HP
- Layout: 120 mm Single-Fan / Heatpipe
- Standards: ATX 12V v2.2 / EPS 12V
- Blindstromkompensation (PFC): aktiv
- Gesamtleistung: 600 Watt
- Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 165 mm
- Gewicht: 1.925 Gramm
- Verkaufspreis (EUR): ca. 129,00
- Bezugsquelle:
PC-Icebox
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Details:
Das Zalman ZM600-HP entspricht rein optisch betrachtet weitgehend seinem Vorgänger und kommt in mattem schwarz mit verchromtem Lüfterschutzgitter, was gleichzeitig schlicht aber edel wirkt. Wie bei fast allen aktuellen Netzteilen folgen auch hier die Lüftaustrittsöffnungen dem Beispiel der Natur und haben die Form von Bienenwaben. Im Gegensatz zu Rundlochöffnungen wirken sie sich äußerst positiv auf den Luftstrom aus, weil deutlich weniger Verwirbelungen und Gegendruck erzeugt werden. Ein sehr sauberes und aufgeräumtes Platinenlayout kommt im Inneren des Netzteils zum Vorschein. Auffällig ist das implementierte Kühlsystem. Es bietet mit 42 Aluminium-Finnen eine deutlich größere Kühloberfläche als Standardkühlkörper und ist mittels einer 6 mm starken Heatpipe günstig im Luftstrom des Ventilators platziert. Mit dieser neuen Konzeption bietet man nicht nur eine größere Angriffsfläche für den Luftstrom, sondern liegt deutlich dichter an den Luftaustrittsöffnungen, wodurch u.a. die Wärme effektiver abgeführt wird. Eine sehr gute Idee, welcher lediglich ein minimal höheres Betriebsgeräusch - bedingt durch den größeren Gegendruck - gegenüber steht. Zalman hat sich dieser Idee scheinbar bedient, um die hohe Leistung und das leise Betriebsgeräusch auf Dauer vereinbaren zu können. Beim ZM600-HP setzt Zalman nicht mehr auf Lüfter aus dem Hause NMB, sondern setzt einen 120 mm Adda Lüfter des Typs
AD1212MB-A71GL zur Kühlung ein. In anderen Netzteilen haben Adda Lüfter bislang gute Dienste verrichtet. Auch dieses Modell ist gut verarbeitet. Im Falle eines Defekts erfordert der Tausch jedoch etwas Geschick, da sein Stecker etwas verborgen und zudem mit der Platine verklebt ist. Die Drehzahl des Lüfters lässt sich leider nicht auslesen. Für etwas Modding-Feeling sorgen drei blaue LED’s, die sich auf der Platine des Kabelmanagement-Systems befinden und den Innenraum intensiv ausleuchten. Leistungsseitig kann man mit dem 600 Watt starken Boliden siegessicher in den Krieg ziehen. Mit vier voneinander unabhängigen +12V Schienen mit je 16 Ampere und einer SLI-Zertifizierung kann so manches an leistungszehrender Hardware aufgefahren werden. Des Weiteren verfügt das in China hergestellte Netzteil über eine aktive Blindstromkompensation (PFC) und einen Wirkungsgrad von bis zu 84%. Es entspricht dem ATX 12V v2.2 und dem EPS 12V Standard. Weitere Details können der ausführlich beschriebenen
Produktbeschreibung des Herstellers entnommen werden. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem ausreichend lang bemessenen und modularen Kabelstrangsatz - auch für Big Tower - auf. Die Kabelstränge sind komplett ummantelt und mit EZ Grip Steckern ausgestattet. Die sauber konfektionierten Schnell-Anschluss-Stecker ermöglichen das einfache Anschließen der Komponenten ohne Kraftaufwand. Für einen besseren Kontakt sind die Anschluss-Pins der Stecker vergoldet. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 46 cm (20/24-Pin ATX Stecker), 1 x Kabelstrang 47 cm (2 x 4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 1 x Kabelstrang 47 cm (1 x 6-Pin PCI-Express Stecker), 1 x Kabelstrang 80 cm (3 x 5 1/4" Stecker), 2 x Kabelstrang 80 cm (je 2 x 5 1/4" Stecker, 1 x 3 1/2" Stecker), 1 x Kabelstrang 47 cm (2 x 4-Pin 12V EPS Stecker), 1 x Kabelstrang 47 cm (1 x 6-Pin PCI-Express Stecker) und 2 x Kabelstrang 80 cm (je 3 x S-ATA Stecker).
Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause
Groneberg.
Die aus der Tabelle hervorgehenden Differenzen stellen sich relativ gravierend dar. Durch das hohe Einsparungspotential erscheint diese Rubrik äußerst sinnvoll und zeitgemäß. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein hoch effizientes Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehr als einen Rechner betreibt sollte sich genau überlegen, welches Netzteil er verwendet.
Das Zalman ZM600-HP Netzteil wartet insgesamt betrachtet mit einer guten bis durchschnittlich hohen Stromaufnahme auf und kann sich im oberen Mittelfeld der Charts platzieren. Dass alle ähnlich stark ausgelegten Netzteile des Testfeldes das Nachsehen haben, lässt die Platzierung jedoch in einem besseren Licht erscheinen. Im Standby wird ein Konsum von 2,9 Watt ermittelt (Referenzwert 1,4 Watt). Die Verbrauchswerte im Leerlauf und unter Volllast liegen mit 78,0 und 121,0 Watt auch im grünen Bereich. Unterm Strich kann sich der 10. Platz des leistungsstarken Zalman Netzteils durchaus sehen lassen. Diesen gilt es für ein gleichstarkes Netzteil erst einmal zu schlagen.
Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.
Was die Spannungsstabilität betrifft, kann man mit dem Zalman ZM600-HP getrost in die Schlacht ziehen. Es durchlief alle mehrstündigen Stabilitätstest mit Bravour. Die Spannungen verhielten sich im Idle (Leerlauf) sowie im Load (Volllast) Betrieb im grünen Bereich und bewegten sich mit Ausnahme der +12V Leitung sehr nah am Sollwert. Mit +12,69V konnte man diese leider nicht als "the silencers taste" bezeichnen. Die Auswertung des Logfiles zeigt keine Einbrüche der Spannungsleitungen auf. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.33 - 3.36V, 5.03 - 5.08V und 12.63 - 12,69V in der zulässigen Toleranz.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.
Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.
Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.
Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.
Obwohl der Lüfter des ZM600-HP durch dessen sensiblerer Lüftersteuerung etwas schneller dreht als beim ZM460-APS, ist die Kühlleistung der beiden Modelle identisch. Dies liegt hauptsächlich am Lamellenblock der nun für zusätzlichen Luftwiderstand sorgt, aber analog dazu für eine gute Wärmeabfuhr sorgt. Unterm Strich ein guter Kompromiss und für die Einstufung der Kühlleistung als "gut" reicht es immer noch.
Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.
Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.
Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.
In Punkto Betriebsgeräusch wartet das Zalman ZM600-HP mit - in Relation zur hohen Leistung - erstaunlich niedrigen Messwerten auf. Nach dem Kaltstart wird im Leerlauf ein Schallpegel von knapp 25,0 dB(A) ermittelt, welcher sich nach langsamem Erwärmen auf 25,9 dB(A) erhöht. Läuft das System längere Zeit unter Volllast, steigt der Schallpegel auf angenehme 26,3 dB(A). In leistungsstärkeren Systemen dürfte der Schallpegel vermutlich noch einen Tick höher liegen. Der sonst für absolute Neutralität bekannte Adda Lüfter offerierte ein ganz filigranes Rasseln, welches allerdings nur aus nächster Nähe vernommen wurde. Insgesamt betrachtet eine gelungene Vorstellung für ein 600 Watt starkes Netzteil. Das niedrige Betriebsgeräusch hätte ohne das integrierte Kühlsystem wohl nicht realisiert werden können.
Die Elektronik des Prüflings ist leider nicht ganz frei von Störgeräuschen. Glücklicherweise wartet das ZM600-HP in diesem Punkt mit einer anderen Charakteristik wie das ZM400-APS auf, bei welchem pulsierende Störgeräusche mit zunehmender Lautstärke vernehmbar waren. Es handelt sich dabei viel mehr um ein leichtes Brummen, welches im Idle-Betrieb bei geöffnetem Netzteildeckel ab ca. 40 cm Abstand verstummt. Bei zunehmender Last bis hin zur Volllast ändert sich die Intensität jedoch kaum. Ab einem Abstand von ca. 50 cm ist definitiv nichts mehr zu hören. Die Störgeräusche werden bei unserem passiven Testrechner nach Arbeitsplatz konformen Abstand nicht mehr wahrgenommen. Die Referenz in dieser Kategorie stellt das Silverstone ST60F dar, welches als bislang einziges Netzteil im Testfeld überhaupt keine Störgeräusche offerierte.
Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.
Testrechner:
- Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
- Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
- Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
- Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
- Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
- Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
- Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
- Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
- Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
- Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
- Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
- Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
- Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
- Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)
Fazit:
Mit dem Zalman ZM600-HP bieten die Koreaner ein leistungsstarkes und zugleich leises Netzteil an, welches mit vielen brauchbaren Features aufwartet und damit ein relativ großes Publikum anspricht. Das außergewöhnlichste Detail ist zweifellos das integrierte Kühlsystem, welches aus einer Heatpipe und einem Block Kühllamellen mit einer deutlich größeren Oberfläche im Vergleich zu Standardkühlkörpern besteht. Durch die sinnvolle Platzierung an der Luftaustrittsseite des Netzteils, liegt das Kühlsystem direkt im Luftstrom des Ventilators, wodurch die Wärme direkt und ohne Verwirbelungen nach außen abgeführt wird. Daher lies sich trotz hoher Leistungsausbeute ein niedriges Betriebsgeräusch von ca. 26 dB(A) realisieren. Auch die Kühlleistung kann sich sehen lassen. Sie liegt in etwa auf gleichem Niveau wie die des Vorgängermodells ZM400-APS und wurde in den Charts als "gut" eingestuft. Für alle Effekthascher wurde die hintere Platine mit drei leuchtstarken LED's bestückt, welche den Innenraum intensiv blau ausleuchten. Dass hier keine Stromfresser verwendet wurden, versteht sich von selbst. Die Leistungsaufnahme des Prüflings kann getrost als gut bezeichnet werden, auch wenn der 10. Platz etwas von der Spitze entfernt liegt. Das Spitzenfeld ist eben relativ dicht gehalten. Für gehobenen Komfort sorgt das modulare Kabelsystem. In Kombination mit den beiliegenden Klettverschlüssen kommt so etwas Ordnung ins System. Die Verarbeitung ist für Zalman typisch vorbildlich und auf sehr hohem Niveau. Hier gab es absolut nichts zu beanstanden. Aus technischer Hinsicht wird der 600 Watt starke Leisetreter wohl nahezu jeder Anforderung gerecht. Mit gleich vier voneinander unabhängigen +12V Leitungen mit je 16A, aktiver Blindstromkompensation (PFC), SLI-Zertifizierung und ATX 12V v2.2 Standard ist man u. a. derzeit wohl up to date. Für einen moderaten Kaufpreis von ca. EUR 129,00 erhält man ein umfangreich ausgestattetes Netzteil, welches kaum mehr Wünsche offen lässt. In dieser Leistungsklasse dürfte das Zalman ZM600-HP momentan die Spitze darstellen und erhält daher den Kauftipp der Redaktion.
Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt dem Geschäftsführer von PC-Icebox - Herrn Andreas Oertel.
Links zum Thema:
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Zalman [ Hersteller ]
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