Zalman ZM460-APS Review

Zalman ZM460-APS

Zalman ZM460-APS Großansicht

Vorwort:
Nach langer schöpferischer Pause präsentiert Zalman sein erstes Netzteil mit 120 mm Lüfter. Bislang hatte man nur 80 mm Single-Fan Modelle im Sortiment. Das verspätete Erscheinen des ZM460-APS verzeihen wir dem Silent orientierten Hersteller aber gerne. In Korea entwickelt man eben nicht nur Netzteile, sondern auch viele andere geräuscharme Produkte, die hauptsächlich zur Kühlung von PC-Komponenten dienen. Den Bereich Stromversorgung betrachtet Zalman wohl eher zum Abrunden der Produktpalette. Da dieses Segment nie eine tragende Rolle gespielt hat, ist das Angebot entsprechend gering und Produktwechsel relativ selten. In der Vergangenheit waren die Koreaner aber oftmals für eine Überraschung gut. Rein äußerlich unterscheidet sich das 460 Watt starke Netzteil kaum von den Produkten der Konkurrenz. Es kommt in einem dem Standard entsprechendem Layout ohne erkennbare Abweichungen. Durch den Einsatz eines Lüfters aus dem Hause NMB soll das Netzteil nahezu lautlos operieren. Die speziell auf ihn abgestimmte Temperaturregelung soll hierzu maßgeblich beitragen. Zalman bezeichnet dies als CNPS (Computer Noise Prevention System) with Auto Control Cooling Fan. Aus technischer Sicht ist das Netzteil in allen aktuellen Systemen einsetzbar und entspricht dem ATX Ver. 2.03 und ATX12V Ver. 2.01 Standard. In Punkto Stromverbrauch will man durch eine besonders effektive Elektronik Fortschritte gemacht haben. Mit dem angegebenen Wirkungsgrad von ca. 80% steht man der Konkurrenz in keiner Weise nach. Aber Vorsicht: Den maximalen Wirkungsgrad erreichen Netzteile im Allgemeinen erst im oberen Lastbereich, weshalb es wenig Sinn macht, ein deutlich überdimensioniertes Netzteil zu kaufen. Auf der sicheren Seite liegt man dann, wenn man sich ein Energiemessgerät (ab ca. EUR 19,00) anschafft oder ausleiht, um den Stromverbrauch des Systems vor dem Neukauf eines Netzteils auszuloten. In der Regel ist es völlig ausreichend, zu der unter Volllast ermittelten Watt-Leistung ca. 100 Watt zu addieren. Nur in seltenen Fällen werden mehr als 400 Watt benötigt. Die Erwartungen an das Zalman ZM460-APS sind sehr hoch. Der relativ hohe Anschaffungspreis von EUR 95,90 trägt ebenfalls dazu bei. Inwiefern sich das in China gefertigte Netzteil gegen die teils bärenstarke Konkurrenz durchsetzen kann, klärt der Praxistest.

Lieferumfang:
Zalman liefert das ZM460-APS in einer ansprechend bedruckten Verpackung an seine Kunden aus. Auf der Kartonage befinden sich die entsprechenden Features (teils bebildert) und Spezifikationen des Produkte in englischer Sprache aufgedruckt. Zum Lieferumfang gehört das sicher in Luftpolsterfolie eingepackte Netzteil, ein ZM-MC1 Multi-Connector, ein S-ATA Power Convert Cable, ein PCI-Express VGA SLI Sub-Cable, 4 Klettverschlüsse, 4 Gehäuseschrauben und das obligatorische Kaltgeräte-Anschlusskabel. Das mehrseitige Users Manual rundet den Lieferumfang sinnvoll ab.

Technische Daten:

  • Hersteller: Zalman
  • Modell: ZM460-APS
  • Standards: ATX v2.03 / ATX12V v2.01
  • Layout: 120 mm Single-Fan
  • Blindstromkompensation (PFC): aktiv
  • Wirkungsgrad: ca. 80%
  • Gesamtleistung: 460 Watt
  • Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 140 mm
  • Gewicht: ca. 1,8 kg
  • Verkaufspreis (EUR): ca. 95,90
  • Bezugsquelle: Hardware-Rogge

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Details:
Das Zalman ZM460-APS entspricht dem aktuellen Chic und kommt in mattem schwarz mit verchromtem Lüfterschutzgitter, was gleichzeitig schlicht aber edel wirkt. Wie bei fast allen aktuellen Netzteilen folgen auch hier die Lüftaustrittsöffnungen dem Beispiel der Natur und haben die Form von Bienenwaben. Im Gegensatz zu Rundlochöffnungen wirken sie sich äußerst positiv auf den Luftstrom aus, weil deutlich weniger Verwirbelungen und Gegendruck erzeugt werden. Ein sehr sauber und aufgeräumtes Platinenlayout kommt im Inneren des Netzteils zum Vorschein. Durch die relativ flache Bauweise der Kühlkörper, wird der Airflow kaum beeinflusst. Der als besonders leise angepriesene 120 mm Lüfter aus dem Hause NMB (Typ: 4710KL-04W-B20) ist mittels 2-Pin Anschluss auf die Platine gesteckt und kann im Falle eines Defekts schnell ausgetauscht werden. Die Drehzahl des Lüfters kann leider nicht ausgelesen werden. Das auffälligste Detail des Lüfters sind die Anzahl der Flügelblätter. Im Gegensatz zu Standard-Lüftern sind es beim doppelt Kugelgelagertem NMB Lüfter gleich 9 anstatt 7 Blades. In Verbindung mit einer speziellen Temperaturregelung soll das ZM460-APS im unteren und mittleren Lastbereich nahezu lautlos zu Werke gehen. Die Koreaner lassen das Netzteil übrigens von SPI Electronics (ein Mitglied der FSP Gruppe) in China herstellen. Aus technischer Sicht entspricht der 460 Watt starke Bolide dank hohem Wirkungsgrad (ca. 80%) und aktiver Blindstromkompensation (PFC) weitgehend dem Zeitgeist. Die Elektronik verfügt über zwei unabhängige +12V Schaltkreise, zahlreiche Schutzschaltungen und erfüllt den ATX Ver. 2.03 und ATX12V Ver. 2.01 Standard. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem ausreichend lang bemessenen Kabelstrangsatz - auch für Big Tower - auf. Die Kabelstränge sind komplett ummantelt und mit EZ Grip Steckern ausgestattet. Die sauber konfektionierten Schnell-Anschluss-Stecker ermöglichen das einfache Anschließen der Komponenten ohne Kraftaufwand. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 58 cm (20/24-Pin ATX Stecker), 1 x Kabelstrang 58 cm (1 x 8-Pin bzw. 2 x 4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 2 x Kabelstrang 80 cm (je 2 x 5 1/4" Stecker, 1 x 3 1/2" Stecker), 1 x Kabelstrang 60 cm (2 x S-ATA Stecker), 1 x Kabelstrang 80 cm (3 x 5 1/4" Stecker) und ein 1 x Kabelstrang (6-Pin PCI-Express Stecker).

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Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause Groneberg.

Die aus der Tabelle hervorgehenden Unterschiede stellen sich als relativ gravierend dar. Durch die teils deutliche Ersparnis erscheint uns diese Rubrik mehr als sinnvoll und absolut zeitgemäß. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein hoch effizientes Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehr als einen Rechner betreibt sollte sich genau überlegen, welches Netzteil er verwendet.

Der Wirkungsgrad des Zalman ZM460-APS ist gut und dürfte den Angaben des Herstellers in etwa entsprechen. In Summe reicht das Ergebnis immerhin für den vierten Rang, weshalb das Enermax Liberty ELT400AWT einen Platz nach unten rutscht. Die Positionen der Spitzenreiter bleiben jedoch unangetastet.

Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.

Das Zalman ZM460-APS meisterte alle Stabilitätstests ohne Schwächen zu offenbaren. Sogar der 24-Stunden Dauerlast-Test (Prime95+3DMark2003) konnte dem Prüfling keine Fehler entlocken. Die mit dem Motherboard Monitor und ASUS Probe erstellten Logfiles zeigten keine Spannungseinbrüche auf. Ferner konnten keine relevanten Spannungsschwankungen festgestellt werden. Lediglich die +12V-Leitung wich ganz selten (12,36/12,50V) von ihrem Basiswert (+12,44V) ab. Das Netzteil hinterlies insgesamt betrachtet einen sehr stabilen und sicheren Eindruck.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.

Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.

Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.

Die Kühlleistung des Zalman ZM460-APS kann trotz des langsam drehenden Lüfters als gut bezeichnet werden. Sie liegt gleichauf mit der des LC-Power Scorpio, welches deutlich lauter zu Werke geht. Verglichen mit dem Enermax ELT400AWT muss es zwar Federn bezüglich der Kühlleistung lassen, ist dafür aber einen Deut leiser.

Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, arbeitsplatzkonformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.

Ohren ganz weit auf, so muss die Devise bei den ersten Hörversuchen nach dem Einbau des Zalman ZM460-APS lauten. Aus Arbeitsplatzkonformem Abstand ist das Netzteil tatsächlich kaum aus den Hintergrundgeräuschen herauszuhören. Auch die Messwerte bestätigen den Eindruck mit hervorragenden 24,9 dB(A). So kann sich Zalmans erster Versuch eines 120 mm Netzteils aus dem Stand in die Spitzengruppe unserer Charts katapultieren. Lediglich die beiden ultraleisen Netzteile von ichbinleise® und Seasonic gilt es hier noch zu schlagen. Glücklicherweise bleibt die angenehme Geräuschkulisse auch unter Volllast erhalten, was unter anderem einer intelligenten Kennlinienauslegung der Thermoregelung zu verdanken ist. So bleibt der Drehzahlanstieg des Lüfters auch unter hitzigen Bedingungen so gering wie möglich. Aber auch das sehr offene Platinenlayout ohne großflächige Kühlkörper und das filigrane Honeycomb-Gitter sorgen für geringst mögliche Verwirbelungen.  Der Schallpegel steigt durch diese Maßnahmen lediglich auf 25,5 dB(A) an. Der verbaute NMB-Lüfter konnte leider aufgrund der leichten Rasselgeräusche nicht so ganz den Ruf vergangener Lüftergenerationen bestätigen. Erfreulicherweise sind diese so leise, dass sie bei Arbeitsplatzkonformem Abstand nicht mehr wahrzunehmen sind und das Zalman so als weiteres überzeugendes Netzteil den Testablauf absolvieren konnte.

Ein interessanter Effekt konnte beim Probehören der Netzteilelektronik entdeckt werden. Im Gegensatz zu den übrigen Netzteilen, deren Störgeräusche immer einen mehr oder weniger konstanten Level behalten, zeigt der Prüfling eine pulsierende Charakteristik. Sowohl  unter Last als auch im Leerlauf kommt es zu einem immer lauter werden Brummen, dass  schlagartig verschwindet, nur um dann erneut aufzutreten. Dies ist zwar nur bei genauem Hinhören zu bemerken, dennoch hinterlässt dies keinen wirklich überzeugenden Eindruck. In dieser Hinsicht gibt es derzeit überzeugenderes auf dem Netzteilmarkt.

Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.

Testrechner:

  • Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
  • Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
  • Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
  • Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
  • Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
  • Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
  • Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
  • Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)

Fazit:
Das Zalman ZM460-APS ist ohne Zweifel ein Netzteil mit dem man glücklich werden kann. Rein optisch betrachtet - auch wenn nur sekundär relevant - dürfte sein schlicht gehaltenes Äußeres den Geschmack der Masse treffen. Primär von Bedeutung ist natürlich das Betriebsgeräusch. Auch wenn sich kein Vorteil des NMB Lüfters gegenüber denen der Konkurrenten erkennen lässt, operiert das in China gefertigte Netzteil unterm Strich zwar nicht frei von Nebengeräuschen, aber dennoch sehr leise. Mit sehr knappem Vorsprung lässt es sogar das Enermax ELT400AWT hinter sich zurück. Dafür sind dessen elektronische Störgeräusche aus nächster Nähe etwas geringer einzustufen. In Punkto Kühlleistung kommt es nicht ganz an den oben benannten Kontrahenten heran und muss sich mit der Einstufung "gut" zufrieden geben. Obwohl die Bienenwabenöffnungen und der Innenaufbau strömungstechnisch optimal erscheinen, kann sich der Prüfling nicht absetzen. So wie man es von Zalman gewohnt ist, entspricht die Verarbeitung innen wie außen einer sehr hohen Qualität. Neben der hohen Spannungsstabilität, welche für einen sicheren Betrieb während der gesamten Testphase sorgte, konnte auch der Wirkungsgrad überzeugen. Trotz höherer Gesamtleistung zur Spitze, konnte sich der Bolide auf dem vierten Rang platzieren. Das Zalman ZM460-APS präsentierte sich als ausgewogenes Silent-Netzteil mit vielen Stärken und wenig Schwächen. Jedoch schmälert der hohe Verkaufspreis von EUR 95,90 den sonst positiven Gesamteindruck. Darüber kann auch der üppige Lieferumfang nicht hinwegtrösten. In dieser Preisklasse kann man schon ein modulares Kabelsystem erwarten. Für Zalman Fans wird dies aber kein Hindernis darstellen.

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt dem Geschäftsführer von Hardware-Rogge - Herrn Daniel Rogge.

Links zum Thema:
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