Zalman VF700-Cu vs. VF700-AlCu Review

Zalman VF700-Cu vs. VF700-AlCu

Zalman VF700-Cu VF700-AlCu Großansicht

Vorwort:
Mit den leistungsfähigen Kühllösungen von Zalman assoziiert der Kenner ein auffälliges Design gepaart mit einer geringen Geräuschkulisse. Im Bereich der Grafikkartenkühlung denkt man sofort an die VGA-Heatpipe, mit welcher der koreanische Hersteller sein erstes innovatives Produkt in diesem Segment auf den Markt brachte. In Zusammenarbeit mit dem Grafikkartenhersteller Sapphire wurden sogar diesbezügliche Komplettlösungen entwickelt. Ein gutes Produkt erkennt man außerdem auch daran, dass es oft kopiert wird. Mit seiner neuesten Schöpfung verlässt Zalman nun wieder den vormals eingeschlagenen Pfad der passiven Kühlung und präsentiert eine aktive Kühllösung. Die Adaption des bekannten Lamellendesigns der CPU Kühler soll nun den entscheidenden Vorsprung zur Konkurrenz sichern. Die Kühler der VF700 Serie wurden nach dem Computer Noise Prevention System (CNPS) entwickelt und sind ebenso wie die CPU Kühler als reine Kupfer (Cu) oder als Hybrid Version aus Aluminium und Kupfer (AlCu) erhältlich. Beide Varianten sind u.a. bei Hardware-Rogge für je ca. 24,90 bzw. 29,90 Euro erhältlich. Ob die reine Aluminium Variante des VF700, wie sie z.B. von Galaxytech verbaut wird, ebenfalls auf den Markt kommt ist noch ungewiss. Um die Kühlleistung als auch Geräuschkulisse den eigenen Bedürfnissen anpassen zu können, lassen sich beide Kühler im so genannten "Silent Mode" betreiben, der laut Zalman einen geräusch- und vibrationslosen Betrieb ermöglicht. Ob hier zu viel versprochen wird, soll unser Praxistest aufzeigen.

Lieferumfang:
Der Zalman VF700 wird in einer ordentlichen Plisterverpackung ausgeliefert. In dieser finden sich neben den eigentlichen Kühler auch 8 blau eloxierte Aluminium-Speicherkühler im BGA-Format. Ein Adapterkabel von 4-Pin auf 3-Pin ist ebenfalls enthalten. Von den vier Anschlüssen liefern zwei eine Versorgungsspannung von 5V. Zusätzlich zum obligatorischen Befestigungsmaterial finden sich auch eine Tube silikonhaltiger Wärmeleitpaste, ein Case-Badge und eine ausführliche und zudem bebilderte Montageanleitung in englisch und chinesisch.

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Spezifikationen:

  • Hersteller: Zalman
  • Modell: VF700-Cu / VF700-AlCu
  • Lüftertyp: Innenliegender 80 mm Lüfter
  • Lüftergröße: 80 x 80 x 15 mm
  • Drehzahl (Silent / Normal): 1350 / 2650 U/min +/- 10%
  • Schallpegel (Silent / Normal): 18,5 / 28,5 dB(A) +/- 10%
  • Lagerung: Dual Ball Bearing
  • Anschluss: 3-Pin Molex inkl. Tachosignal
  • Kühlkörpermaterial: Kupfer (VF700-Cu) / Aluminium & Kupfer (VF700-AlCu)
  • Befestigung: verschraubt
  • Gesamtgröße: 91 x 126,4 x 30 mm
  • Gesamtgewicht : ca. 270 Gramm (VF700-Cu) / ca. 180 g (VF700-AlCu)
  • VGA-Kompatibilität: Nvidia GeForce4, FX, 6600, 6800 , ATI 9***, X***
  • Preis: ca. EUR 29,90 (VF700-Cu) / ca. EUR 24,90 (VF700-AlCu)
  • Bezugsquelle: Hardware-Rogge

Details:
Was bekommt man, wenn man im Hause Zalman einen Grafikkartenkühler mit einem CPU Kühler paart? Einen Kühler, den man die Gene bereits auf den ersten Blick ansieht. Die beiden neuen VF700 Kühler sehen aus wie platt gedrückte CNPS7000, die um eine Hälfte der Kühllamellen erleichtert wurden. Wie bereits erwähnt, basiert das Konzept der neuen Grafikkartenkühler auf dem von den CPU Kühlern bereits bekannten Lamellendesign. Die Kühlkörper bestehen aus jeweils 63 einzelnen filigranen unsymmetrischen Lamellen. Unsymmetrisch daher, weil die Kühler sonst nicht auf einer Grafikkarte montierbar wären. Hier ist bekanntlich der AGP Sockel im Weg. Die Lamellen sind im Bereich der Grundplatte über zwei Alublöcke mit zwei Schrauben verpresst. Da die Lamellen die eigentliche Bodenplatte bilden, ist eine sehr gute Wärmeabfuhr gewährleistet. Die Bodenplatte ist feinst bearbeitet und auf Hochglanz poliert. Bearbeitungsspuren sind nicht zu erkennen. Die AlCu Variante verfügt über 20 Kupferlamellen. So ist dieser Kühler knapp 90 Gramm leichter als die Vollkupferversion gebaut. In diese Lamellenphalanx ist der 80 mm messende Lüfter leicht zur Mitte versetzt eingelassen. Über den verwendeten 3 Pin Molex Stecker kann der Lüfter je nach Versorgungsspannung mit 1.350 Umdrehungen (5,0 Volt) oder mit 2.650 Umdrehungen (12,0 Volt) pro Minute betrieben werden. Die Verarbeitung des gesamten Kühlers kann als vorbildlich gelten.

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Montage:
Wie von Zalman inzwischen gewohnt, kommen die VF700 mit einer, zwar nur in chinesisch und englisch gehaltenen, aber dafür sehr ausführlichen Montageanleitung. Mit dieser geht der Umbau spielend leicht von der Hand. Nach der Demontage des alten Kühlers werden zuerst mehrere Abstandshalter auf der Grafikkarte befestigt. Aufgesetzte Gummiringe verhindern einen Kontakt dieser mit Spannung führenden Bauteilen auf der Platine. Die anschleißend aufgesetzte Backplate verhindert ein Aufbiegen der Schraubverbindung. Der nächste Schritt wäre das Bekleben der RAM-Bausteine mit den mitgelieferten RAM-Kühlkörpern. Nun kann der Kühler auf die mit Wärmeleitpaste versehene GPU gesetzt und mittels Schrauben befestigt werden. Lediglich das Einfädeln der Schrauben ist aufgrund der Lüfterblätter etwas knifflig. Der Anpressdruck wurde von Zalman so definiert, dass sich der Kühler immer noch leicht auf der Grafikkarte verdrehen lässt. Ob dieser Anpressdruck dennoch ausreicht, um einen ausreichenden Wärmeübergang zu gewährleisten, wird sich im Laufe des Tests herausstellen. Nach dem Anschließen der Stromversorgung ist die Montage abgeschlossen und die Karte kann wieder in den PC eingesetzt werden. Aufgrund der Bauhöhe des Kühlers ist zu beachten, dass der erste PCI-Slot unterhalb des AGP-Sockels nicht mehr nutzbar ist. Um etwaige Inkompatibilitäten auszuschließen, wie z.B. im Fall der PCI-Express Karten von Nvidia, sollte ein Blick auf die Produktbeschreibung des Herstellers erfolgen. Neben einer ständig wachsenden Kompatibilitätsliste, wird eine ebenso wichtige Inkompatibilitätsliste geführt. Dort befindet sich außerdem auch die für Zalman typische Flash-Animation, welche die Montage Schritt für Schritt äußerst vorbildlich aufzeigt.

Kühlleistung:
Um die Leistung der Kühlers zu ermitteln, werden diese nicht einfach nur auf einer offenen Kühlerprüfstation getestet, sondern praxisnah in einem Komplettsystem. Um die Verlustleistung der Grafikkarte, und somit auch die Anforderungen an die Kühler, etwas noch oben zu schrauben, wurde die verwendete ATI Radeon 9500 Pro zusätzlich im 3D-Modus von 275 auf 370MHz Übertaktet. Im 2D-Modus wurde die Taktfrequenz hingegen auf 120MHz verringert. Die Temperaturen wurden mittels eines auf der Rückseite der GPU platzierten Senfu Messfühler aufgenommen. Hierzu lief das System zuerst eine Stunde im "Mother Nature Test" des 3DMark2003 und anschließend eine Stunde im Leerlauf. Es wurden sowohl die Temperaturen im 12V als auch im 5V "Silent Mode" ermittelt. Um die Kühlleistung besser einschätzen zu können, wurden beide Kühler mit dem originalen ATI OEM Kühler der verwendeten ATI Radeon 9500 Pro und der sehr verbreiteten passiven Heatpipelösung von Aerocool, der VM-101, verglichen. Die Temperaturen des Grafikspeichers wurden nicht gesondert ermittelt.

Die Leistung beider VF700 kann vollkommen überzeugen. Beide zum Vergleich mitlaufende Kühler von ATI und Aerocool werden von den Koreanern eiskalt abserviert. Schlappe 20°C Differenz trennen den auf 12V laufenden Originalkühler von dem mit 5V betriebenen AlCu. Der VM-101 ergeht es kaum besser. Zwar kann sie sich vom Original absetzen, aber zu den VF700 klafft immer noch eine deutliche Temperaturdifferenz von 17°C. Mit voller Leistung setzen sich die Neuen nochmals weiter ab und deklassieren die Konkurrenten vollkommen. Selbst im Leerlauf sehen die Gegenspieler kein Licht gegen die beiden VF700. Deutlich ist das Potential beider Kühler, speziell im Silent Mode, zu erkennen, dass sie bei den heutigen Grafikchips sicherlich einzusetzen wissen. Im direkten Brüderduell kann sich der große Cu gegen über seinem kleinen Bruder nochmals durchsetzen. Zwar ist die Differenz zwischen beiden mit ungefähren 1,5°C nur sehr gering, aber dennoch deutlich. Als interessantes Detail wären die geringen Unterschiede zwischen Last und Leerlauftemperaturen zu nennen. Dies kann als weiteres Indiz für Leistungsfähigkeit des Designs gewertet werden.



Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse und arbeitsplatzkonformen Abstand - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Compucase 6920 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquellen lediglich ein Ultra-Silent Netzteil und eine entkoppelten Silent Harddisks sind, welche das Schallgeschehen des Kühlers nicht beeinflussen. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Die Messung des Geräuschpegels ist immer wieder ein Offenbarungseid für die vielen Werbeversprechen der Hersteller, die ihren Produkten eine angebliche Lautlosigkeit andichten. Die beiden Testkandidaten zeigten sich in dieser Disziplin janusköpfig. Im 5V Betrieb ist Zalman trotz 1350 Umdrehungen des Lüfters tatsächlich nicht weit von einer lautlosen Kühlung entfernt. Die gemessenen ca. 24 dB(A) zeugen von einer überlegten Komponentenwahl und werden selbst in leisen Rechner kaum mehr herauszuhören sein. Auch eingefleischte Silentfans werden dem VF700 im Silent-Mode Respekt zollen müssen. Der bei 12V aufgenommene Messwert zeigt allerdings die andere Seite des VF700. Die 31 dB(A) können hier nicht wirklich überzeugen. Der original ATI-Kühler bestätigt den guten Ruf der ersten Generation. Leider macht das hochfrequente Laufgeräusch des kleinen Lüfters, das sonst respektable Messergebnis von 27 dB(A) wieder etwas zu nichte. Der neue ATI Silencer 1 von Arctic Cooling offeriert im Vergleich hierzu übrigens einen Schallpegel von 29,1 dB(A), wobei anzumerken ist, dass der verwendete Lüfter durch deutliche Nebengeräusche und Vibrationen auffällt. Der von Zalman verwendete Lüfter gefällt hingegen auch subjektiv, da er weder ungewollte Nebengeräusche noch Vibrationen aufwies. Seine Anlaufspannung beträgt erstaunlich niedrige 2,4V.



Testrechner:
  • Motherboard: Shuttle AN35N-Ultra (Chipsatz passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon XP 2500+ Barton @ 1,325V
  • Kühler: Zalman CNPS7000A-AlCu @ 3,5V
  • Kontaktmittel: Silikonpaste
  • Speicher: 1024 MB
  • Grafikkarte: ATI Radeon 9500 Pro 128MB (2D: 120 MHz / 3D: 370MHz)
  • Festplatte: Samsung SP1203N / SV0802N (ichbinleise® Box HDD-20)
  • Gehäuse: Compucase 6920 (Stahlblech / geschlossen / gedämmt)
  • Netzteil: FSP Group 350 Watt @ Papst 4412 F/2GL @ 700 U/min
  • Gehäuseventilation: Papst 4412 F/2GL @ 700 U/min
  • Datenträgerverbindung: Rounded-Cable
  • Betriebssystem: Microsoft Windows XP Home
  • Software: Motherboard Monitor, 3DMark03

Fazit:
Mit den beiden Grafikkarten Kühlern der VF700 Serie ist dem koreanischen Hersteller Zalman ein weiterer großer Wurf gelungen. Die beiden Modelle konnten mit ihren Qualitäten durchwegs überzeugen. Beginnend mit der hervorragenden Verarbeitung, weiter über die kinderleichte Montage, bis hin zu den herausragenden Messwerten. Zalman bietet mit den beiden erhältlichen Varianten sowohl ein Modell für preisbewusste Anwender (VF700-AlCu), als auch für leistungsorientierte Kunden (VF700-Cu). Wie der Tabelle zu entnehmen ist, kühlt die AlCu Variante nur geringfügig schlecher als das Cu Modell und ist ganze EUR 5,00 günstiger in der Anschaffung. Das niedrigere Gewicht spricht ebenfalls für die Materialmix-Version aus Aluminium und Kupfer. Der Zalman VF700-Cu bietet für knapp EUR 30,00 Kühlleistung satt und dürfte demzufolge auch die anspruchsvollsten Kunden zufrieden stellen. Um auch den hohen Verlustleistungen aktueller Grafikkarten Herr zu werden, verliess der koreanische Silent Pionier zwar den Weg der passiven Kühlung, was jedoch aufgrund der überzeugenden Umsetzung nicht zum Nachteil des Kühlers gereicht. Das Betriebsgeräusch des implementierten Lüfters kann im "Silent Mode" bei 5,0 Volt als nahezu unhörbar bezeichnet werden. Ebenso wichtig ist, dass der Lüfter keinerlei Nebengeräusche offeriert, wie es beispielsweise beim CNPS7700 zu bemerken war. Wird der Lüfter jedoch mit einer Betriebsspannung von 12,0 Volt gespeist, kann man nicht mehr von "Silent" reden. Durch die enorme Kühlleistung und der geringen Differenz beider Betriebsarten, wird der 12,0 Volt Betrieb wohl nur in wenigen Fällen nötig sein. Wie auch beim Zalman CNPS7000 oder CNPS7700, empfehlen wir die AlCu Variante. Der geringen Mehrleistung stehen ein niedrigeres Gewicht und ein niedrigerer Anschaffungspreis gegenüber. Der Zalman VF700 ist wohl einer der derzeit besten Kühler für Grafikkarten und unter 5,0 Volt betrieben wirklich nahezu unhörbar!

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt dem Geschäftsführer von Hardware-Rogge - Herrn Daniel Rogge.

Links zum Thema:
Hardware-Rogge [ Vertrieb ]
Zalman [ Hersteller ]

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