Vorwort:
Nach langer Abstinenz kehrt Yesico mit einem Aufsehen erregenden Produkt ins Rampenlicht zurück. Genau zwei Jahre nach dem gelungenen Einstieg durch das mit einem Kauftipp prämierte
Yesico FL-420ATX Fanless, will man mit dem Silentcool SC560-AS12CF erneut nach den Sternen greifen. Das soll nicht bedeuten, dass die Taiwanesen die ganze Zeit untätig gewesen sind, jedoch konnte man scheinbar keinen Eyecatcher mehr am Markt platzieren. Mit der neuesten Kreation soll jedoch wieder etwas Licht auf das fast schon in Vergessenheit geratene Label fallen. In der Tat liest sich die Liste der Produkt-Features wie eine Kampfansage an die gesamte Konkurrenz. Das modulare Kabel Design wurde mit Easy-Swap Steckern und vergoldeten Anschlussbuchsen kombiniert. Die Kabelstränge sind selbstverständlich mit Nylongewebe ummantelt. Die Elektronik des 560 Watt starken Silentcool ist absolut up-to-date und entspricht dem aktuellen ATX12V 2.2 Standard. Neben drei voneinander unabhängigen +12V Leitungen, verfügt es über eine aktive Blindstromkompensation (PFC), einem Wirkungsgrad von bis zu 84% und soll zudem im Standby-Betrieb weniger als 1,0 Watt verbrauchen. Aus Liebe zum Detail zeugt die vibrationsdämpfende Gummiaufhängung von Lüfter und Lüftergitter. Das Betriebsgeräusch wird mit flüsterleisen 18 dB(A) angegeben. Und wäre das nicht alles viel zu schön um wahr zu sein, packt der Hersteller noch ein Real-Time Power Display oben drauf. Auch wenn der Platz im Netzteil bzw. auf der Rückseite des PCs nicht gerade ergonomischen Grundsätzen entspricht, so spart man sich doch den Kauf eines Energy-Monitors insofern die Anzeige verlässliche Werte ausgibt. Der Kaufpreis von EUR 113,99 (Quelle: tune2max) darf anhand der gebotenen Leistung als durchaus fair bezeichnet werden. Ob hier alles mit rechten Dingen zu geht und der Hersteller mit seinen Angaben nicht zu viel versprochen hat, klärt unser ausführlicher Praxischeck.
Lieferumfang:
In Sachen Verpackung und Produktpräsentation überlies man seitens Yesico nichts dem Zufall. Die ansprechende Verpackung macht einen professionellen Eindruck, welcher auch nach dem Öffnen der gleichen erhalten bleibt. Das Netzteil ist durch die sauber zugeschnittenen Schaumstoffeinsätze so sicher wie in Abrahams Schoss. In der kleineren der beiden innen liegenden Schachteln findet man das obligatorische Kaltgeräte-Anschlusskabel, 4 Gehäuseschrauben und einen metallischen Yesico Casebadge vor. Die größere Schachtel enthält einen umfangreichen Satz an steckbaren Anschluss-Strängen (modulares Kabel Design). Eine ausführliche und in mehreren Sprachen verfasste Bedienungsanleitung rundet den Lieferumfang ab.
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Technische Daten:
- Hersteller: Yesico
- Modell: Silentcool SC560-AS12CF
- Standards: ATX12V 2.2
- Layout: 120 mm Single-Fan
- Blindstromkompensation (PFC): aktiv
- Geräuschpegel: 18 dB(A)
- Gesamtleistung: 560 Watt
- Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 140 mm
- Gewicht: 1.625 Gramm (ohne Kabel)
- Verkaufspreis (EUR): ca. 113,99
- Bezugsquelle:
www.tune2max.de
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Details:
Das Yesico Silentcool SC560-AS12CF macht auf den ersten Blick einen stimmigen Eindruck. Das Chassis wurde in Anthrazit lackiert und das Lüfterschutzgitter dazu passend schwarz verchromt. Auf der gegenüberliegenden Seite des metallischen Spezifikationslabels wurde der Firmenname ins Blech gestanzt. Dort wo im Deckel normalerweise Kreuzschlitz-Schrauben zu finden sind, kommen beim Silentcool Schwingungsdämpfer aus Elastomer zum Einsatz. Mit ihnen sollen die vom Lüfter ausgehenden Vibrationen verpuffen und nicht auf das Chassis übertragen werden. Wie bei fast allen aktuellen Netzteilen folgen auch die Lüftaustrittsöffnungen des Yesico Netzteils dem Beispiel der Natur und haben die Form von Bienenwaben. Nach wie vor die beste Methode um Airflow und EMV zu vereinbaren. Im Inneren des Netzteils kommt ein
aufgeräumtes Platinenlayout zum Vorschein. Die verwendeten Bauteile wirken sehr hochwertig und aufs säuberlichste verarbeitet. Die beiden schwarzen Kühlkörper sind überdurchschnittlich groß und verfügen durch ihr Design über eine relativ große Kühloberfläche. Die
Längsschlitzung des Kühlprofils kommt dem Airflow zu gute, da dieser nicht komplett reflektiert wird. Überraschung bei der Wahl des Lüfters. Ein transparenter 120 mm Lüfter des Herstellers
Hong Sheng Typ 12225L12S kam uns bislang nicht unter die Lupe. Er verfügt über 3 integrierte blaue LEDs und lässt etwas Modding-Feeling aufkommen. Die Tachosignalleitung ist nach außen geführt und kann über das Mainboard ausgelesen werden. Der Stromanschluss erfolgt mittels 2-Pin Stecker, was im Falle eines Lüfterwechsels von Vorteil ist. Fixiert ist er - wie oben beschrieben - mit Schwingungsdämpfern, welche ihren Zweck auch ganz gut erfüllen. Etwaige Gehäuselüfter können am "Case Fan only" betrieben werden. Dieser läuft dann in Abhängigkeit der Temperatur mit der gleichen Betriebsspannung wie der Lüfter des Netzteils. Aus technischer Sicht entspricht der 560 Watt starke Bolide dank hohem Wirkungsgrad (ca. 84%) und aktiver Blindstromkompensation (PFC) dem Zeitgeist. Die Elektronik verfügt u.a. über drei voneinander unabhängige +12V Schaltkreise, zahlreiche Schutzschaltungen und entspricht dem aktuellen ATX12V v2.2 Standard. Als zusätzliches Gimmick stattet Yesico das Silentcool mit einem Power-Display aus, welches den Stromverbrauch in Realtime anzeigt. Das modulare Kabel Design rundet die üppige Ausstattungspalette des SC560-AS12CF in sinnvoller Weise ab. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem ausreichend lang - auch für Big-Tower - bemessenen Kabelstrangsatz auf. Die Kabelstränge sind alle komplett ummantelt und mit Easy-Grip Steckern ausgestattet. Die sauber konfektionierten Schnell-Anschluss-Stecker ermöglichen das einfache Anschließen der Komponenten ohne Kraftaufwand. Die Anschlusspins sind vergoldet und ermöglichen so einen sicheren und lang anhaltenden Kontakt. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 55 cm (20/24-Pin ATX Stecker), 1 x Kabelstrang 55 cm (1 x 8-Pin bzw. 2 x 4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 2 x Kabelstrang 115 cm (je 3 x 5 1/4" Stecker, 1 x 3 1/2" Stecker), 1 x Kabelstrang 75 cm (2 x 5 1/4" Stecker), 2 x Kabelstrang 75 cm (je 2 x S-ATA Stecker), 2 x Kabelstrang 50 cm (PCI-Express Stecker) und als "feste Leitungen" steht ein Fan-Only Kabel und eine Tachosignalleitung (je 55 cm) zur Verfügung.
Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause
Groneberg.
Die aus der Tabelle hervorgehenden Unterschiede stellen sich als relativ gravierend dar. Durch die teils deutliche Ersparnis erscheint uns diese Rubrik mehr als sinnvoll und absolut zeitgemäß. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein hoch effizientes Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehr als einen Rechner betreibt sollte sich genau überlegen, welches Netzteil er verwendet.
Obwohl sich das Yesico Silentcool auf dem 7. Platz einreiht, liegt das Ergebnis doch deutlich unter den Erwartungen. Wenn gleich der Stromverbrauch im Idle- und Load-Betrieb vielleicht noch in Ordnung gehen mag, liegt er mit 4,3 Watt im Standby-Betrieb deutlich über dem Versprechen (> 1,0W) des Herstellers. Ein Teil des Verbrauchs ist vermutlich dem Power-Display anzulasten, welches im heruntergefahrenen Zustand des PCs munter weiter mit Strom versorgt wird. Wo wir gleich beim Thema wären. Denn das Power-Display ist für den Otto-Normalverbraucher eigentlich uninteressant. Es zeigt nämlich die reine Ausgangsleistung des Netzteils an. Den Verbraucher interessiert aber vielmehr die Leistung, die letztendlich entrichtet werden muss und das lässt sich leider nur mit einem externen Energieverbrauch-Messgerät feststellen. Die in verschiedenen Modi verglichenen Werte ergaben kumuliert eine Abweichung von ca. 31%. Das Yesico zeigt also im Schnitt immer 1/3 mehr an, als in Wirklichkeit vom Stromanbieter in Rechnung gestellt wird. Im Standby zeigt es jedoch völlig überraschend nur 2W anstelle der tatsächlichen 4,3W an.
Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.
Das Yesico Silentcool SC560-AS12CF lies sich in Punkto Stabilität nicht aus der Ruhe bringen. Die Spannungen verhielten sich im Idle- sowie im Load-Betrieb nah am Sollwert und zeigten nur geringe Schwankungen auf. Die Auswertung des Logfiles zeigte keinen Einbruch der Spannungswerte auf. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.36 - 3.41V, 5.08 - 5.16V und 12.30 - 12,44V im grünen Bereich.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.
Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.
Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.
Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.
In Punkto Kühlleistung reiht sich das Yesico Silentcool Netzteil im Mittelfeld ein und offeriert eine vergleichbar gute Performance wie das Zalman ZM460-APS. Jedoch erscheint die Relation von Kühlleistung zu Betriebsgeräusch beim Koreaner deutlich besser gelungen, was ein Blick in Schallpegel-Charts aufzeigt. Dies liegt an der etwas höheren Drehzahl des Lüfters im Yesico Netzteil, welcher sich in unserem System (je nach Auslastung) zwischen ca. 1.000 und 1.250 U/min dreht. Für ein wirkliches Silent-Netzteil ist dieser Drehzahlbereich bereits zu hoch. Für die nachträgliche Absenkung der Drehzahl fehlt es dem Yesico allerdings an Kühlleistungspotential und wer möchte schon an einem Netzteil dieser Preisklasse nachträglich herumbasteln?
Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.
Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.
Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.
Nach dem Einschalten des kalten Systems vernimmt man die Anlaufautomatik, welche den Lüfter kurz mit einer höheren Spannung versorgt, damit dieser auch bei niedriger Umgebungstemperatur sicher anspringt. Das Netzteil ist danach - bis auf ein hintergründiges Rasseln - wirklich sehr leise. Die leise Phase ist allerdings nicht von langer Dauer. Die Kennlinie der Temperaturregelung scheint entsprechend aggressiv zu agieren. Nach dem Erreichen der Betriebstemperatur im Idle-Betrieb steigt der Schallpegel auf 26,2 dB(A), was aber durch das nun etwas deutlicher wahrnehmbare Rasseln subjektiv lauter empfunden wird als gemessen. In diesem Modus dreht sich der 120 mm Lüfter mit ca. 1.000 U/min. Wird das System längere Zeit mit Volllast betrieben, steigt die Drehzahl auf ca. 1.250 U/min an und der Schallpegel steigt auf 27,9 dB(A) an. Das Rasselgeräusch, welches man von der Art her mit Bierdeckeln zwischen Fahrradspeichen vergleichen könnte (nur viel leiser), wird hierbei noch dominanter. Man meint fast, ein Bauteil (z.B. Kunststoffabdeckung) würde das Lüfterrad touchieren. Ohne dieses Rasseln, könnte man das Yesico Netzteil deutlich angenehmer und leiser einstufen.
Auch die Elektronik des Yesico Silentcool ist nicht ganz frei von Störgeräuschen. Im Idle-Betrieb (geringe Auslastung) ist in sehr filigranes Fiepen aus nächster Nähe vernehmbar. Mit zunehmender Last bis hin zur Volllast nimmt das hochfrequente Fiepen nur ganz minimal zu und bleibt somit auf ähnlichem Niveau. Die Störgeräusche werden aber bereits nach ca. 50 cm nicht mehr wahrgenommen; ganz zu schweigen nach Arbeitsplatz konformen Abstand. Die Referenz in dieser Kategorie stellt das Silverstone ST60F dar, welches als bislang einziges Netzteil im Testfeld keine Störgeräusche offerierte.
Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.
Testrechner:
- Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
- Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
- Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
- Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
- Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
- Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
- Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
- Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
- Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
- Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
- Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
- Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
- Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
- Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)
Fazit:
Das Yesico Silentcool SC560-AS12CF wirkt durch seine Anthrazit-Lackierung und das dazu passende schwarz verchromte Lüftergitter sehr schick und edel. Der blau beleuchtete 120 mm Lüfter hingegen ist Geschmacksache. Das er wirkungsvoll vom Chassis entkoppelt ist, zeugt von Liebe zum Detail. Leider entpuppt sich der Hong Sheng Lüfter in Punkto Betriebsgeräusch als schlechte Wahl. Trotz vertretbarem Schallpegel, stört ein ständig begleitendes Rasselgeräusch. Mit einem hochwertigen Silent-Lüfter hätte man vermutlich ein deutlich besseres Ergebnis mit der sonst gelungenen Basis erzielen können. Die 560 Watt starke Elektronik ist nämlich absolut up to date und entspricht dem ATX12V v2.2 Standard. Weitere herausragende Merkmale des Netzteils sind seine exzellente Verarbeitung und der mehr als üppige Ausstattungsumfang. Bei Ordnungsfanatikern ist das modulare Kabel Design sicherlich besonders willkommen. Dass die ummantelten Kabelstränge zudem mit Easy-Grip Steckern und vergoldeten Anschlüssen ausgestattet sind, lässt zusätzliche Freude aufkommen. Neben dem kleinen Lüfter-Malheur hat auch das Power-Display enttäuscht. Den Verbraucher interessiert nur die Leistung, die er gegenüber dem Stromanbieter entrichten muss. Mit der puren Ausgangsleistung die der Yesico Prüfling offeriert, dürften nur wenige etwas anfangen können. Wer großen Wert auf korrekte Verbrauchswerte legt, kommt um den Kauf eines externen Energiekostenerfassungsgerätes (z.B. Conrad Energy Monitor) nicht herum. Auch ein weiteres Kaufargument, der angepriesene Stromverbrauch von weniger als 1,0 Watt im Standby-Betrieb, wurde mit in der Praxis gemessenen 4,3 Watt deutlich verfehlt. Was den Stromverbrauch im Allgemeinen betrifft, schnitt der Yesico Prüfling mit dem 7. Platz jedoch ganz akzeptabel ab. Ohne den kleinen Standby-Patzer wäre die Einstufung sicherlich um ein bis zwei Plätze besser ausgefallen. Was die Kühlleistung betrifft, erzielt der Kandidat eine durchschnittliche Platzierung und steht in etwa auf gleicher Stufe, wie das deutlich leisere Zalman ZM-460APS. Unterm Strich hat uns das Yesico Silentcool ein wenig enttäuscht, da es theoretisch die Basis für einen richtigen Überflieger bietet. Leider wurden scheinbar nicht alle Möglichkeiten konsequent genutzt, weshalb das Netzteil insgesamt betrachtet nur ein besseres Mittelmaß darstellt.
Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herrn Erik Ninnemann von
Premier Computer Handels GmbH.
Links zum Thema:
tune2max [ Vertrieb ]
Yesico [ Hersteller ]
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