Vorwort:
Vor zirka neun Monaten offerierte die in Villingen-Schwenningen ansässige Verax Ventilatoren GmbH den Verax P14, welcher sich prompt einen Dirkvader Kauftipp verdiente. Besonders durch die überragende Verarbeitung und das leise Betriebsgeräusch war der Silent Kühler angenehm aufgefallen. Mittlerweile hat sich am Prozessormarkt einiges getan. Durch die kleinere Die-Oberfäche (85 mm²) der Thoroughbred Prozessoren empfiehlt AMD die Verwendung von Hybrid Kühlern mit Kupferkern bzw. Kupferplatte. Der Materialmix aus Aluminium und Kupfer bringt einen entscheidenden Vorteil mit sich. Die Prozessorabwärme wird deutlich schneller abgeführt und das Gewicht des Kühlers bleibt deutlich innerhalb der Sockelspezifikationen. Aber wer denkt, dass man bei Verax lediglich eine Kupferplatte aufgelötet hat irrt sich. Obwohl der Verax P14Cu seinem Vorreiter zum Verwechseln ähnlich sieht, wurde das Kühlkörperlayout grundlegend verbessert. Durch die geänderten Aluminiumlamellen wurde die Kühloberfläche um stolze 50% vergrößert. Das aufwendige Kaltgasspritzverfahren ermöglicht eine fast oxid- und legierungsfreie Verbindung von Aluminium und Kupfer. Beim Lüfter setzt man wieder auf ein hauseigen entwickeltes Modell, jedoch mit progressiver anstatt linear temperaturgesteuerter Drehzahlregelung.
Lieferumfang:
Verax liefert den P14Cu in einer relativ schlichten aber dafür umweltfreundlichen Kartonage aus. Im Inneren befindet sich der in Luftpolsterfolie gehüllte Kühlkörper und Lüfter. Die auf dem Kühlkörper befindliche Wärmeleitpaste wird zusätzlich durch eine Kunststoffabdeckung geschützt. Die Schwingungsdämpfer und die 2-Punkt-Halteklammer befinden sich in einem separaten Kunststoffbeutel. Die deutsch-sprachige Montageanleitung ist sehr ausführlich gehalten und zu dem schön bebildert. Wer will, kann sich die Einbauanleitung direkt beim Hersteller als PDF-Dokument herunter laden.
Spezifikationen:
- Lüftergröße : 80 x 80 x 25 mm
- Drehzahl : max. 3500 U/min
- Leistungsaufnahme : 0.9 Watt
- Lagerung : 2 Ball Bearing
- Anschluss : 3-pin Molex Stecker mit Tachosignal
- Kühlkörpermaterial : Aluminium / Kupfer
- Sockelbefestigung : 2-Punkt-Halteklammer
- Gesamtgröße : 80 x 80 x 63 mm
- Gesamtgewicht : ca. 320 g
- Preis: 79.99 EUR
Details:
Der aus Aluminium bestehende Kühlkörper glänzt mit einer überrangenden Verarbeitungsqualität. Scharfe Kanten und unebene Oberflächen sucht man vergebens. Die Aluminiumlamellen sind nach oben hin abgerundet, um Luftverwirbelungen und Reflexionen weitgehend zu unterbinden. Im Vergleich zum Vorgänger kommt allerdings eine aus drei Schichten bestehende Kupferplatte zum Einsatz, welche in einem aufwendigen Verfahren mit dem Kühlkörper verbunden wird. Der Verax Lüfter mit der Modellbezeichnung 80251235-KP2, ist das Herzstück dieses Kühlers. Anders als bei dem Modell welches auf dem P14 zum Einsatz kam, ist dieses mit einer progressiven anstatt linear temperaturgesteuerten Drehzahlregelung ausgestattet. Der Hersteller beschreibt das Funktionsprinzip und die Wirkungsweise auf seiner Webseite sehr ausführlich und leicht verständlich, weshalb ich von einer Spiegelung dieser Details absehe. Für technikbegeisterte Leser lohnt sich hierzu ein Blick auf die
Webseite des Herstellers.
Montage:
Etwas unüblich gestalltet sich die Montage des Verax P14Cu Kühlers. Diese wird anders als bei herkömmlichen Modellen in zwei bzw. drei Schritten durchgeführt. Als Erstes wird der Kühlkörper per 2-Punkt-Halteklammer auf den Prozessorsockel montiert. Nun müssen die mitgelieferten Gummihalter durch die Öffnungen des Lüfters gezogen werden. Abschließend wird der Lüfter mit diesen Gummihaltern vorsichtig in die vorhergesehenen Öffnungen des Kühlkörpers geschoben. Meine anfängliche Skepsis, dem Prozessor bei diesem Prozedere Schaden zufügen zu können löste sich nach der recht einfachen Montage in Luft auf. Wenn man sich genau an die mitgelieferte Aufbauanleitung hält, wird die Montage des Kühlers zum Kinderspiel. Des Weiteren ist zu erwähnen, dass man mit der 2-Punkt-Halteklammer einen guten Kompromiss zwischen leichter Montierbarkeit und ausreichendem Anpressdruck fand. Dem Einsatz im LAN-Party-Rechner steht durch dass niedrige Gewicht und dem sicheren Sitz des Kühlers nichts im Wege.
Performance:
Um die Leistungswerte des Kühlers zu ermitteln, wird dieser in ein speziell für Silent Kühler aufgebautes System integriert. Bei der Montage wird auf die serienmäßig vorhandene Wärmeleitpaste verzichtet und Wärmeleitpaste des Typs Cooler Master Premium - by Shin Etsu - verwendet. Bei 19°C Zimmertemperatur läuft das System eine Stunde lang im Windows Leerlauf und eine weitere Stunde im simulierten Volllast Betrieb durch das Programm Prime 95. Die Temperatur- und Spannungswerte, werden mit dem Programm Motherboard Monitor ausgelesen, dabei ist zu berücksichtigen, dass der Verax Lüfter eine 9-fache Lüfterdrehzahl generiert, um Problemen mit der Lüfterdrehzahlüberwachung verschiedener Mainboards entgegen zu wirken. Im Motherboard Monitor muss daher der Teilerfaktor 9 eingestellt werden, um den wirklichen Wert zu erhalten. Bei der in der unten stehenden Tabelle angegebenen Temperaturwerten handelt es sich um die tatsächlichen Temperaturen des Prozessorkerns - ausgelesen über die interne Diode. Diese liegen in der Regel 20 - 25% höher als bei Mainboards, bei denen der Messfühler im Sockel - also unter dem Prozessor - angebracht ist. Mit einer aktiven Gehäuseventilation nach AMD Spezifikationen stellt sich die Kühlleistung des Kühlers in etwa 7 - 9°C besser dar.
Was die Kühlleistung betrifft, lässt sich der Verax P14Cu in etwa mit der Thermalright AX-7 Papst 8412 N2GL Combo vergleichen, was man als positiv bewerten kann. Das Kühlleistungsdefizit des Kühlkörpers wird durch den schneller drehenden und somit leider auch deutlicher wahrnehmbaren Verax Lüfter kompensiert. Unterm Strich kann man die Kühlleistung des Verax P14Cu als recht ordentlich bezeichnen, wenn man bedenkt, dass ihm Silent-Anwender-typisch keine aktive Gehäuseventliation zur Seite stand.
Als Referenz dieser Kategorie dient das Messergebnis des SLK-800 Kühlkörpers aus dem Hause Thermalright - in Kombination mit einem Delta EHE HighSpeed Lüfter. Mit dieser Combo wurde das bisher beste Kühlergebnis in diesem Testrechner ermittelt.
Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfaßbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquellen lediglich ein Ultra-Silent Netzteil und eine entkoppelte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Kühlers nicht beeinflussen. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.
Bei nicht ausgelastetem Prozessor kann das Betriebsgeräusch des Verax P14Cu trotz der zirka 2500 U/min als angenehm leise bezeichnet werden. Im Volllastbetrieb stieg die Drehzahl des temperaturgeregelten Lüfters auf zirka 3200 U/min an und war dadurch deutlicher wahrnehmbar. Mit durchschnittlich 27 - 30 dB(A) verdient er sich leider "nur" das Prädikat Silent Kühler. Auf einem leistungsschwächeren Prozessor dürfte sich das Betriebsgeräusch - bedingt durch den temperaturgeregelten Lüfter - minimal besser darstellen.
Als Referenz dieser Kategorie dient das Messergebnis des AX-7 Kühlkörpers aus dem Hause Thermalright - in Kombination mit einem darauf schwingend gelagerten Papst 8412 N2GL Lüfter. Mit dieser Combo wurde der bisher niedrigste Schallpegel in diesem Testrechner ermittelt.
Testrechner:
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Motherboard: Epox 8KA3+ ( passiv )
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Prozessor: AMD Athlon XP 2000+ ( 70 Watt Verlustwärme @ 1.75 Volt )
- Kontaktmittel: Cooler Master Premium Compound
- Speicher: 256MB Corsair XMS3000 CL2
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Grafikkarte: Radeon 9000 Pro 128MB ( passiv )
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Festplatte: Maxtor 4K040H2 ( Silent Mode / NoVibes III )
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Gehäuse: Chieftec CS-601 ( Stahl / geschlossen )
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Netzteil: A Conto NoiseMagic Enermax 1500
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Gehäuseventilierung: passiv
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Datenträgerverbindung: Rounded-Silver-Cable
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Betriebssystem: Windows 98 SE ( ohne ACPI )
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Software: Motherboard Monitor - Prime 95
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Zimmertemperatur: 19°C ( Abweichung < 0.5°C )
Fazit:
Der Verax Ventilatoren GmbH ist mit dem P14Cu ein respektabler Nachfolger zum P14 gelungen. Die Verarbeitungsqualität ist wie erwartet wieder auf sehr hohem Niveau. Die Kühlermontage gestalltet sich trotz echtem 80 mm Layout spielend einfach und dürfte anhand beiliegender Einbauanleitung auch Neulingen auf Anhieb gelingen. Durch das geringe Gesamtgewicht von zirka 320g sollte der Anwender von transportbedingten Schäden verschont bleiben, was den Verax P14Cu zusätzlich Lan-Party-Rechner tauglich macht. In Punkto Kühlleistung vermag er zwar keine neuen Akzente zu setzten, obwohl er den im Test verwendeten XP2000+ im völlig passiv ventilierten Silent-Rechner noch souverän kühlte. Bei entsprechendem Gehäuse-Setup sprechen den herstellerseitigen Prozessorfreigaben daher nichts entgegen. Durch den ermittelten Schallpegel von durchschnittlich 27 - 30 dB(A) verfehlt der Verax P14Cu die Einreihung in die Ultra-Silent-Kühler Fraktion leider knapp und muss sich mit dem Prädikat Silent-Kühler zufrieden geben. Der Otto-Normal-Verbraucher wird mit dem leisen Betriebsgeräusch allemal zufrieden sein. Die deutsche Wertarbeit hat allerdings ihren Preis, ganze EUR 79.99 muss der geräuschemissionsbedachte Anwender für das innovative Hybrid-Modell hinblättern. Dafür erhält man dann allerdings einen "etwas anderen" Kühler mit zahlreich implementierten Gimmicks. Schluss-Fazit: Ein überragend verarbeiteter Silent Kühler mit respektabler Kühlleistung und technischen Raffinessen made in Germany.
Danksagung:
Für den überragenden Support und die schnelle Bereitstellung des Kühlers, bedanke ich mich bei Herrn Oliver Maute von lo-db.
Links zum Thema:
Verax [ Hersteller ]
© www.dirkvader.de
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