Vorwort:
Mit dem Volcano 9 präsentiert uns der taiwanesische Hersteller Thermaltake sein neuestes Kühlermodell. Rein äußerlich betrachtet mag dieser dem Volcano 7+ zwar ähneln - doch der Schein trügt. Im Gegensatz zum Volcano 7+ kommt beim Volcano 9 ein gewöhnlicher Kühlkörper aus Aluminium - mit eingepressten Kupferkern zum Einsatz. Offenbar aus preislichen Gründen ergänzte Thermaltake die Produktpalette zum Volcano 7+ Vollkupfer Pendant. Das auffälligste Merkmal ist der multifunktionale Lüfter, welcher sich Thermaltake-typisch, spektakulär in auffälligen Pastell Orange präsentiert und in einigen Webshops mittlerweile auch einzeln erhältlich ist. Der Anwender kann zwischen drei verschiedenen Betriebsarten wählen und somit mehr oder weniger Einfluss auf das Betriebsgeräusch und die Kühlleistung, des vermeintlich leistungsstarken Lüfters nehmen. Das werbewirksame Zauberwort heißt Smart & Silent. Silent Freaks und Overclocker werden gleichermaßen als potentielle Kunden angesprochen. Ob der Volcano 9 wirklich über Silent- und Overclocking-Qualitäten verfügt, zeigt folgender Test auf.
Lieferumfang:
Im Inneren der hübschen Verpackung befindet sich der komplett montierte Kühler, eine bebilderte Anleitung in englischer Sprache und ein Päckchen - in dem sich alle Kabeladapter und ein Wärmeleitpad des Typs Sekisui-5760 befinden.
Spezifikationen:
- Lüftertyp: Thermaltake-A1357
- Lüftergröße: 80 x 80 x 28.3 mm ( inkl. Gitter )
- Drehzahl: 1300 - 4800 U/min +/- 10%
- Leistungsaufnahme: 2.4 - 8.4 Watt
- Luftfördermenge: 20.55 - 75.7 CFM ( 34.95 - 128.69 m³/h )
- Geräuschentwicklung: 17 - 48 dB(A)
- Kühlkörpergröße: 70 x 68.5 x 44 mm ( ohne Adapter )
- Kühlkörpermaterial: Aluminium / Kupfer
- Sockelbefestigung: 6-Punkt-Halteklammer
- Wärmeleitpad: Sekisui-5760 ( nicht vorgeklebt )
- Gesamtgröße: 80 x 80 x 78.5 mm
- Gesamtgewicht: ca. 520 g
Details:
Hinter der auffälligen Fassade verbirgt sich ein gewöhnlicher Kühlkörper aus Aluminium im 70 mm Layout. Auf der 10 mm starken Bodenplatte, befinden sich 23 Kühlelemente - die 1 mm stark sind und akkurat 2 mm Abstand voneinander halten. Durch dieses Standard-Layout bietet der Kühlkörper nur eine durchschnittliche Kühloberfläche. Durch das Einpressen einer 46 x 10 mm großen Kupferplatte will man dem sonst schlichten Kühlkörper zu einer besseren Wärmeaufnahme verhelfen. Das Herzstück des Volcano 9 ist zweifelsohne der multifunktionale Lüfter. Damit dieser auf den für 70 mm Lüfter konzipierten Kühlkörper passt, kommt ein zweiteiliges Adaptersystem zum Tragen. Wie sich später herausstellen wird, entstehen durch diese mehrteilige Konstruktion lästige Ressonanzgeräusche während des Betriebs. Je nach gewünschter Betriebsart, wird eines der unten abgebildeten Kabel auf den Anschluss des Lüfters gesteckt. Warum der stromhungrige Lüfter nicht direkt mit einem 4-poligen Netzteilstecker ausgestattet wurde ist unklar. Hierzu muss ein separat im Lieferumfang enthaltener Adapter verwendet werden.
Betriebsarten:
Ob verspielt oder wirklich sinnvoll - kann der Anwender beim Volcano 9 zwischen drei unterschiedlichen Betriebsarten wählen. Der Käufer kann durch dass einfache Aufstecken eines Jumpers, Poti-Adapter-Kabels oder Temperaturfühlers selbst entscheiden, wie der Lüfter betrieben werden soll. Doch egal für welche Betriebsart man sich letztendlich entscheidet - auf dass im Lieferumfang enthaltenen Adapterkabel sollte auf jeden Fall zurück gegriffen werden. Der bei Volllast entstehende Leistungshunger von gut 8 Watt könnte dem Motherboard im Direkt-Betrieb Schaden zufügen. Die drei Betriebsarten stellen sich wie folgt dar.
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Full Speed:
Der Full-Speed-Mode ist sicherlich für die Anwenderschaft gedacht, die entweder Overclocking betreibt oder einen besonders leistungsfähigen Prozessor kühlen möchte. Mittels beiliegenden Jumper, wird lediglich die Brücke am Lüfter geschlossen, wodurch sich der Lüfter permanent mit zirka 4800 Umdrehungen pro Minute dreht und dabei - laut Hersteller - einen Schallpegel von 48 dB(A) erreicht. Can you handle the noise?
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Temperature Control:
Diese Betriebsart ermöglicht eine automatische Anpassung der Lüfterdrehzahl. Dabei kommt es natürlich auf den verwendeten Prozessortyp an. In der Regel gilt hier: Je leistungsfähiger der Prozessor - desto höher die Drehzahl des Lüfters. Wer lediglich einen Verlustwärme-schwachen Prozessor kühlen will, kann den Temperatursensor auch im Kühlkörper anstatt am Prozessorboden befestigen. Dadurch lässt sich ein angenehmeres Betriebsgeräusch realisieren.
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Adjustable Fan Speed:
Eine sinnvolle Alternative zu den beiden anderen Betriebsarten, stellt die manuell einstellbare Variante dar. Hierzu wird einfach dass beiliegende Poti-Adapter-Kabel in den Lüfterport gesteckt. Schon lässt sich die Drehzahl selbst eigenen Vorlieben zwischen 1300 und 4800 U / min anpassen. Das Kabel lässt sich durch die ausreichende Länge auch aus dem Gehäuse führen und somit bequem von außen einstellen.
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Montage:
Um dem Kühler seine optimale Kühlperformance zu entlocken wird auf eine hochwertige Wärmeleitpaste zurück gegriffen. Mit dem Premium Compound hat Shin Etsu von Cooler Master eine geniale Wärmeleitpaste kreiert. Die Paste zeichnet sich nicht nur durch eine überragende Performance aus, sondern bietet außerdem noch maximalen Schutz bei der Kühlermontage. Demzufolge sieht der unzählig oft verwendete XP1700+ noch absolut neuwertig und unbeschadet aus. Die 6-Punkt-Halteklammer ist zwar nicht von der Qualität, wie man es beispielsweise von Thermalright gewohnt ist - die Montage gelingt aber trotzdem ohne Probleme. Man benötigt dazu einen breiten Schlitzschraubendreher, um die Öse der Klammer auf der Sockelnase einrasten zu lassen. Der dabei entstandene Anpressdruck ist relativ stark und ermöglicht dadurch eine optimale Aufnahme der Prozessorabwärme. Trotz 80mm-Layout kommt es zu keinerlei Konflikten mit Kondensatoren oder ähnlichen Bauteilen des verwendeten Mainboards. Der Umstand, dass mehrere Kabel für den Betrieb benötigt werden - kann als störend empfunden werden kann.
Performance:
Um die Leistungswerte des Kühlers zu ermitteln, wird dieser in ein speziell für Silent Kühler aufgebautes und passiv ventiliertes System integriert. Bei 19°C Zimmertemperatur läuft das System jeweils eine Stunde lang im Windows Leerlauf und eine weitere Stunde im simulierten Volllast Betrieb durch das Programm Prime 95. Die Temperaturwerte werden jeweils bei niedrigster und höchster Lüfterdrehzahl mit dem Programm Motherboard Monitor ausgelesen. Die tatsächlichen Kerntemperaturen des Prozessors sind dabei im Schnitt zirka 20 - 25% höher. Bei niedrigster Drehzahl muss der Kühler zeigen, ob er auch Silent-tauglich ist.
Als Referenz dieser Kategorie dient das Messergebnis des SLK-800 Kühlkörpers aus dem Hause Thermalright - in Kombination mit einem Delta EHE HighSpeed Lüfter. Mit dieser Combo wurde das bisher beste Kühlergebnis in diesem Testrechner ermittelt.
Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfaßbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilet. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquellen lediglich ein Ultra-Silent Netzteil und eine entkoppelte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Kühlers nicht beeinflussen. Die Abstände können der
Messanordnung entnommen werden. Bei höchster Drehzahleinstellung erreicht der Volcano 9 beinahe das Geräuschniveau, wie es von High-Speed-Lüftern der Marke Delta bekannt ist. Mit gut 50 dB(A) ist das Betriebsgeräusch nur von abgehärteten Overclockern zu verschmerzen. Auch im Silent-Betrieb - bei niedrigster Lüfterdrehzahl - erreicht der Volcano 9 kein angenehmes Betriebsgeräusch. Nervige Ressonanzgeräusche lassen auf ein nicht Silent-taugliches Kühlerlayout schließen. Eine frei schwingende Lagerung des Lüfters wäre hier sinnvoll gewesen.
Als Referenz dieser Kategorie dient das Messergebnis des AX-7 Kühlkörpers aus dem Hause Thermalright - in Kombination mit einem darauf schwingend gelagerten Y.S. Tech Lüfter ( regelbar / niedrigste Einstellung ) mit welchem der bisher niedrigste Schallpegel in diesem Testrechner ermittelt wurde.
Testrechner:
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Motherboard: ECS Elitegroup K7S5A ( passiv )
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Prozessor: AMD Athlon XP 1700+ ( 64 Watt Verlustwärme )
- Kontaktmittel: Cooler Master Premium Compound
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Grafikkarte: 3D Phantom XP-3800 128MB ( passiv )
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Festplatte: Maxtor 4K040H2 ( Silent Mode / NoVibes )
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Gehäuse: Chieftec CS-601 Aluminium ( geräuschoptimiert )
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Netzteil: Aconto NoiseMagic Enermax 353 Watt
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Gehäuseventilierung: passiv
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Datenträgerverbindung: Rounded-Silver-Cable
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Betriebssystem: Windows 98 SE ( ohne ACPI )
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Software: Motherboard Monitor v5.1.0.7, Prime 95 v21.4.1
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Zimmertemperatur: 19°C ( Abweichung < 0.5°C )
Fazit:
Thermaltake hat mit dem Volcano 9 sicherlich einen auffälligen Kühler im Programm. Rein optisch betrachtet, kann er sich deutlich von Standard-Kühlern distanzieren. Die erreichten Kühlleistungen können sich zwar sehen lassen - reichen jedoch nicht in die Regionen vor um eine geeignete Grundlage für Overclocker zu bieten. Die Freigabe bis XP2600+ ist zu dem etwas großzügig bemessen, insbesondere weil T-Bred Prozessoren trotz geringerer Verlustleistung - bedingt durch deren kleineren DIE - widererwartend wesentlich wärmer werden. Wer den Volcano 9 als Silent-Kühler - bis 30 dB(A) - einsetzen will, sei vorgewarnt. Bei niedrigeren Lüfterdrehzahlen entstehen - bedingt durch das Kühlergesamtlayout - nervige Ressonanzgeräusche. Subjektiv empfunden - sind diese wesentlich störender als der gemessene Schallpegel. Der Preis von 36.90 € scheint für den betriebenen Aufwand jedoch gerechtfertigt. Schluss-Fazit: Wer einen optisch auffälligen Kühler mit akzeptabler Kühlleistung sucht und auf wahre Silent Qualitäten wert legt, erhält mit dem Volcano 9 insgesamt betrachtet nur durchschnittliche Leistungen - ergänzt mit netten Gimmicks zum akzeptablen Preis.
Danksagung:
Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Herrn Hermann Schrepel von PC-Cooling.
Links zum Thema:
PC-Cooling [ Vertrieb ]
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