Thermal Integration TI-V77N Review

Thermal Integration TI-V77N

Vorwort:
Heute möchte ich Euch die Low-Noise-Variante des TI-V77N aus dem Hause Thermal Integrations vorstellen. Durch die Verwendung eines 3200 U/min drehenden Lüfters, soll der Kühler ein deutlich leiseres Betriebsgeräusch an den Tag legen als die Standard-Version mit 5000 U/min. Dabei müssen - laut Hersteller - keine großen Einbußen in Punkto Kühlperformance in Kauf genommen werden. Vor einem halben Jahr hatte ich bereits über drei andere Modelle des taiwanesischen Herstellers berichtet. Diese zeichneten sich besonders durch ihre gute Verarbeitung und Montierbarkeit aus - was dem patentierten Sockel-Verschluss-System zu verdanken war. Leider war das Betriebsgeräusch der beiden besser kühlenden Modelle alles andere als angenehm. Ob dem Hersteller mit dem heute getesteten Modell ein gesunder Kompromiss zwischen guter Kühlleistung und leisem Betriebsgeräusch gelungen ist, soll der folgende Bericht aufzeigen.

Lieferumfang:
Die relativ aufwendige Verpackung soll den Kühler auf seinem langen Weg vor etwaigen Transportschäden schützen. Auf der Bodenplatte des Kühlkörpers befindet sich zudem ein Schutzaufkleber, um den empfindlichen Kupferkern vor Kratzern zu schützen. Als Standard-Beigabe befindet sich ein Softpack silikonhaltiger Wärmeleitpaste des Herstellers Silmore im Lieferumfang. Die beiliegende 7 x 6 cm große Montageanleitung dürfte wenig hilfreich sein, da sie lediglich auf das Funktionsprinzip des Sockel-Verschluss-Hebels hinweist. Verunsicherten Anfängern empfehle ich daher einen Blick auf die Homepage des Herstellers - wo eine vorbildlich detaillierte Aufbauanleitung bereit steht.

Spezifikationen:

  • Lüftergröße: 70 x 70 x 25 mm
  • Drehzahl: 3200 U/min +/- 10%
  • Lagerung: Ball-Bearing-System
  • Luftfördermenge: 28.58 CFM ( 48.6 m³/h )
  • Geräuschentwicklung: 28.5 dB(A)
  • Kühlkörpermaterial: Aluminium / Kupfer
  • Sockelbefestigung: 2-Punkt-Halteklammer-System
  • Wärmeleitpad: nein
  • Gesamtgröße: 74 x 74 x 62 mm
  • Gesamtgewicht: 316 g

Details:
Der Kühler ist insgesamt betrachtet - erstaunlich kompakt geraten und dürfte somit auf jedem Mainboard ohne Probleme Platz finden. In einem tadellosen Finish präsentiert sich der Kühlkörper aus Aluminium. In der Mitte befindet sich ein massiver Kupferkern, der die Prozessorabwärme schnell aufnehmen und an den Aluminium-Korpus abgeben soll. Scharfe Kanten und Riefen in der Oberfläche sucht man vergebens - statt dessen glänzt der Kühlkörper mit einer planen und sauber bearbeiteten Bodenplatte. Als einer der wenigen Kühlerhersteller setzt Thermal Integration auf einen kompakten 70 mm Lüfter mit 25 mm Bauhöhe. Dadurch erreicht man - laut Hersteller - eine nahezu auf 80 mm-Lüfter-Niveau vergleichbare Ventilation bei moderatem Betriebsgeräusch. Das auffälligste Merkmal des Kühlers ist jedoch dass innovative Sockel-Verschluss-System ( siehe Bild ). Durch einen seitlich angebrachten Hebel, wird der Kühler mittels 2-Punkt-Halteklammer auf den Prozessor gepresst.

Montage:
Um dem Kühler seine optimale Kühlperformance zu entlocken wird auf eine hochwertige Wärmeleitpaste zurück gegriffen. Mit dem Premium Compound hat Shin Etsu von Cooler Master eine geniale Wärmeleitpaste kreiert. Die Paste zeichnet sich nicht nur durch eine überragende Performance aus, sondern bietet außerdem noch maximalen Schutz bei der Kühlermontage. Demzufolge sieht der unzählig oft verwendete XP1700+ noch absolut neuwertig und unbeschadet aus. Das patentierte Sockel-Verschluss-System lässt die Kühlermontage zum Kinderspiel werden. Durch die leicht nach außen gebogenen Klammer-Ösen, kann der Kühler mit bloßen Händen auf dem Sockel arretiert werden. Anschließend wird dieser durch das Einrasten des Hebels fixiert. Das geht genauso einfach von statten, wie es sich anhört und erzeugt einen straffen Anpressdruck - was eine optimale Aufnahme der Prozessorabwärme ermöglicht. Durch die kompakten Abmessungen - sollte es auch auf kritischen Mainboards zu keinerlei Platzproblemen kommen.

Performance:
Um die Leistungswerte des Kühlers zu ermitteln, wird dieser in ein speziell für Silent Kühler aufgebautes und passiv ventiliertes System integriert. Bei 19°C Zimmertemperatur läuft das System jeweils eine Stunde lang im Windows Leerlauf und eine weitere Stunde im simulierten Volllast Betrieb durch das Programm Prime 95. Die Temperaturwerte werden jeweils im 5-Volt und 12-Volt Betrieb mit dem Programm Motherboard Monitor ausgelesen. Die tatsächlichen Kerntemperaturen des Prozessors sind dabei im Schnitt zirka 20 - 25% höher. Im 5-Volt Betrieb muss der Kühler zeigen, ob er auch Silent-tauglich ist. Der Kunde kann selbst entscheiden, ob eine optimale Kühlleistung oder ein leises Betriebsgeräusch im Vordergrund stehen soll. Dazu kann - wenn vorhanden - ein preiswertes Adapterkabel oder eine einstellbare Lüftersteuerung verwendet werden.

Als Referenz dieser Kategorie dient das Messergebnis des SLK-600 Kühlkörpers aus dem Hause Thermalright - in Kombination mit einem Delta SEH HighSpeed Lüfter. Mit dieser Combo wurde das bisher beste Kühlergebnis in diesem Testrechner ermittelt.

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfaßbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung. Mit knapp 34 dB(A) im 12-Volt Betrieb ist der Kühler deutlich hörbar und schafft den Sprung in die Kategorie Silent Kühler nicht. In Verbindung mit einem 5-Volt Adapterkabel lässt sich der Kühler mit noch ausreichender Kühlleistung sogar im Ultra-Silent-Modus betreiben.

Als Referenz dieser Kategorie dient das Messergebnis des AX-7 Kühlkörpers aus dem Hause Thermalright - in Kombination mit einem darauf schwingend gelagerten Y.S. Tech Lüfter ( regelbar / niedrigste Einstellung ) mit welchem der bisher niedrigste Schallpegel in diesem Testrechner ermittelt wurde. Die Messungen erfolgten auch diesmal nach bekanntem Schema.

Testrechner:

  • Motherboard: ECS Elitegroup K7S5A ( passiv )
  • Prozessor: AMD Athlon XP 1700+ ( 64 Watt Verlustwärme )
  • Kontaktmittel: Cooler Master Premium Compound
  • Grafikkarte: 3D Phantom XP-3800 128MB ( passiv )
  • Festplatte: Maxtor 4K040H2 ( Silent Mode / NoVibes )
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 Aluminium ( geräuschoptimiert )
  • Netzteil: Aconto NoiseMagic Enermax 353 Watt
  • Gehäuseventilierung: passiv
  • Datenträgerverbindung: Rounded-Silver-Cable
  • Betriebssystem: Windows 98 SE ( ohne ACPI )
  • Software: Motherboard Monitor v5.1.0.7, Prime 95 v21.4.1
  • Zimmertemperatur: 19°C ( Abweichung < 0.5°C )

Fazit:
Mit dem TI-V77N Low Noise erhält man einen hübschen, tadellos verarbeiteten Kühler mit vernünftiger Kühlleistung und kompakten Abmessungen. Die Montage gestalltet sich äußerst vorbildlich - was besonders Anfänger freuen dürfte. Das Betriebsgeräusch ist für einen Low-Noise Kühler leider nur durchschnittlich. Hier kann aber mittels Adapterkabel Abhilfe geschafft werden. Mit dem im Test verwendeten 5-Volt-Adapterkabel erreichte der Kühler aus dem Hause Thermal Integration sogar Ultra-Silent-Niveau. Letztendlich kann jeder selbst entscheiden, ob maximale Kühlleistung oder ein leises Betriebsgeräusch im Vordergrund stehen soll und die Betriebsspannung durch ein Adapterkabel oder eine Lüftersteuerung dementsprechend anpassen. Einzig und allein die für Anfänger so wichtige Montageanleitung fiel negativ auf. Hier wird lediglich auf die Funktion des Hebels hingewiesen. Auf der Homepage des Herstellers findet man aber eine detaillierte Beschreibung des Aufbaus. Bei einem Kaufpreis von € 24.95 kann der Kühler durchaus als Schnäppchen bezeichnet werden. Schluss-Fazit: Ein empfehlenswerter Kühler, der bei entsprechendem Gehäuse-Setup und Adapterkabel auf Ultra-Silent-Niveau betrieben werden kann.

Danksagung:
Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Herrn Paul Wu von Thermal-Integration.

Links zum Thema:
MR Computertechnik [ Vertrieb ]
Thermal-Integration [ Hersteller ]

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