Tagan TG480-U01 Black-Edition Review

Tagan TG480-U01 Black-Edition

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Vorwort:
Das Tagan TG480-U01 Black-Edition ist das dritte Topower Derivat der neuen Generation in unserem Vergleichstest und mit einer Gesamtleistung von 480 Watt auch das bisher leistungsstärkste. Zwei leise Globe Fan Gleitlagerlüfter sorgen in Push-Pull Anordnung für die nötige Kühlung der Netzteitelektronik. Der Begriff Push-Pull kommt aus dem Lautsprecherbau und bedeutet, dass beide Chassis bzw. Lüfter hintereinander sitzend in die gleiche Richtung arbeiten. Bis zu einer Netzteilauslastung von 60% soll das Betriebsgeräusch im sogenannten Whispermode nicht mehr als 21 dB(A) betragen. Erst dann steigt die Drehzahl der Lüfter linear von min. 750 auf max. 2500 U/min an. Eine Netzteilauslastung von 100% dürfte in der Praxis selbst bei leistungsstarken Systemen kaum zu realisieren sein. Optisch betrachtet ist das matt-schwarze Tagan Netzteil sehr dezent und unauffällig gehalten. Was die Ausstattung betrifft, ist es jedoch über jeden Zweifel erhaben. Mittels 20 und 24 Pin ATX Conntector nimmt das Netzteil zu nahezu jedem aktuellen Mainboard Kontakt auf. Selbst Anschlüsse für S-ATA Festplatten sind vorhanden. Das ebenfalls aus dem Lautsprecherbau bekannte Verdrillen der Signalkabel, soll Interferenzen und Streufelder reduzieren. Ein jeweils im Ein- und Ausgang positionierter Überspannungsschutz, schützt die empfindliche Netzteilelektronik vor etwaigen Schäden. Temperaturgeregelte Lüfteranschlüsse hätten den Ausstattungsumfang in sinnvoller Weise ergänzt. Bei einem moderaten Kaufpreis von EUR 94,49 darf man jedoch einiges erwarten. Ob sich das Tagan TG480-U01 Black-Edition gegen 20 weitere bereits getestete Kandidaten behaupten kann, zeigt nachstehender Bericht ausführlich auf.

Lieferumfang:
Das Tagan Netzteil wird in einer großen schwarzen Kartonverpackung mit aufgedrucktem Stealth Bomber ausgeliefert. Die Luftposterfolie schützt die matt-schwarze Oberfläche vor etwaigen transportbedingten Beschädigungen. Neben dem standardmäßig vorhandenen Kaltgeräteanschlusskabel, befinden sich 5 Gehäuseschrauben, 1 ATX 20 auf 24-Pin Adapter, 5 Klettverschlüsse und 2 Kabelbinder im Lieferumfang. Das jeweils in deutsch und englisch gehaltene Benutzerhandbuch ist überaus detailiert und aufschlussreich.

Technische Daten:

  • +  3,3 Volt : 28,0 A
  • +  5,0 Volt : 48,0 A
  • +12,0 Volt : 28,0 A
  • - 12,0 Volt : 1,0 A
  • -   5,0 Volt : 0,8 A
  • +  5,0 Vsb : 2,5 A
  • Gesamtleistung : 480 Watt
  • Verkaufspreis : EUR 94,49
  • Bezugsquelle : Frozen Silicon
Label

Details:
Das 480 Watt starke Tagan TG480-U01 Black-Edition wartet mit einem Dual-Fan Layout in Push-Pull Anordnung auf. Sitzt bei den meisten Dual-Fan Netzteilen der zweite Lüfter im Deckel, so verrichtet er im Tagan Pendat seinen Dienst leicht versetzt direkt hinter dem ausblasenden Lüfter. Somit sorgen die beiden Gleitlagerlüfter aus dem Hause Globe Fan (1 x 80/25mm, 1 x 80/15mm) für eine optimale Be- und Entlüftung des Netzteils. Durch die interne Temperaturregelung laufen die beiden Lüfter bis zu einer Netzteillast von 60% mit einer Drehzahl von etwa 750 U/min. Erst dann erhöht sich die Drehzahl linear bis max. 2500 U/min bei 100% Last. Damit ist das Betriebsgeräusch des Netzteils auch in leistungsstarken Systemen bei normalen Desktoparbeiten kaum wahrnehmbar. Aus optischer Hinsicht, wirkt das matt-schwarze Netzteil mit seinen verchromten Lüftergittern sehr dezent und wenig auffällig. Lediglich die verdrillten Anschlusskabel weichen vom Standard-Look ab. Damit will der Hersteller Interferenzen und Streufelder minimieren. Ein im Ein- und Ausgang positionierter Überlastschutz sorgt für maximale Sicherheit der empfindlichen Netzteilelektronik. Sogar mit Anschlüssen für S-ATA Festplatten wartet das moderne Tagan Netzteil auf. Hingegen sucht man vergebens nach temperaturgeregelten Lüfteranschlüssen. Auch ein Tachosignalkabel ist nicht vorhanden, wodurch man spekulativ diverse Mainboardprobleme im Vorfeld umgeht. Denn bei einer Drehzahl von weniger als 1000 U/min verweigern viele Boards ihren Dienst. Im Inneren des Netzteils dominieren zwei große schwarze Kühlkörper. Der Innenaufbau gestaltet sich sehr solide und sauber aufgeräumt. Die beiden Lüfter sind zudem auf die Temperaturregelung gesteckt und nicht wie allgemein üblich verlötet. Im Falle eines Schadens, können sie schnell und problemlos getauscht werden. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem erfreulich langen und teils mit Gewebe ummantelten Kabelstrang-Satz auf. Die Anschluss-Pins sind vergoldet und gewährleisten dadurch einen dauerhaft sicheren Kontakt. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen - auch für Big Tower Gehäuse - zur Verfügung: 1 x ATX (20-Pin/24-Pin), 1 x 12 Volt (P4 4-polig), 1 x 12 Volt (P4 8-polig), 10 x 5 1/4" (HDD-CDRom), 2 x 3 1/2" (Floppy), 1 x Zusatz-Dual-Mainboard-Stecker (Secondary Power), 2 x S-ATA.

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Spannungsstabilität:
Gäbe es keine Vorschriften und Toleranzen, an welche sich die Hersteller von Computer Komponenten gemäß der aktuellen ATX Norm halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Bedenkt man, aus wie vielen Bauteilen ein solches System zusammengestellt ist, erscheint dies auch äußerst sinnvoll. Besonders bei Netzteilen würde sich eine Abweichung folgeschwer auf alle zu versorgenden Komponenten auswirken. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation 2.03 bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils eine Stunde im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominateste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporatisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.

Allgemein gilt, dass bei der Verwendung eines AMD System großer Wert auf eine stabile und starke + 5,0 Volt Leitung gelegt werden sollte. Zeigen Netzteile unter Volllast hier einen massiven Spannungseinbruch auf, kann es leicht zu Systeminkompatibilitäten kommen. Bei einem Intel System ist hingegen ein Netzteil mit einer starken + 12,0 Volt Leitung zu empfehlen.

Nach der Auswertung der Logfiles konnten beim Tagan TG480-U01 keinerlei Spannungseinbrüche und Schwankungen festgestellt werden. Die tatsächliche Spannung der +3.3 Volt und +5.0 Volt Leitung lag vorbildlich nach am Sollwert. Die gemessene + 12,0 Volt Spannung lag mit max. +12,40 Volt zwar etwas über dem Durchschnitt, aber noch deutlich in der Toleranz. Für Intel Plattformen stellt sich dies sogar als Vorteil heraus.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die zum Großteil mit einem einzigen, niedrig drehenden 80mm Lüfter ausgerüsteten Modelle stoßen dabei an ihre Grenzen. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 Cfm, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteil im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.

Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem speziell für Silent Kühler konzipierten System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne einen empfohlenen, einblasenden, aktiven Gehäuselüfter. Lediglich mit einem Ultra-Silent Kühler ausgerüstet, muss das Netzteil seine Kühleigenschaften unter Beweis stellen. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils eine Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Prozessorauslastung - und eine weitere Stunde im simulierten Volllast Betrieb durch das Programm Prime 95. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 85°C ernsthafte Instabilitäten.

Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.

Langzeittests brachten in der Folge allerdings auch neue Erfahrungen mit sich. Im Falle von modifizierten Silent Single-Lüfter Netzteilen gab es diverse Ausfälle oder Störungen. Vereinzelt waren Totalausfälle durch vertrocknete Kondensatoren festzustellen. Ursächlich ist dies auf zu geringe Kühlung zurückzuführen bzw. die Kondensatoren sind dauerhaft für die höhere Wärmebelastung nicht ausgelegt.

Bei leistungsstarken Systemen sollte man dem Tagan sowie allen anderen Netzteilen der neuen Generation unbedingt zusätzliche Gehäuselüfter bei Seite stellen, da sie keine effektive Gehäuseentlüftung ermöglichen und die Systemkomponenten auf Dauer Schaden nehmen können.

Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.


* niedrigste Lüftereinstellung                                                                                                                  

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquellen lediglich ein Ultra-Silent Kühler und eine entkoppelte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflussen. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, arbeitsplatzkonformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Auch das Tagan TG480-U01 Black-Edition wartet im direkten Vergleich zum aktuellen TSP und BeQuiet! Pendant mit einer ähnlich niedrigen Geräuschkulisse auf und unterstreicht die momentanen Silent-Ambitionen der Netzteilhersteller. Mit einem maximalen Schallpegel von 26,0 dB(A) ist es das momentan leiseste Netzteil der 480 Watt Klasse im gesamten Testfeld.

Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.


* niedrigste Lüftereinstellung                                                                                                                  

Testrechner:

  • Mainboard : Epox 8K3A+ (Chipsatz passiv)
  • Prozessor : AMD Athlon XP 2200+ Thoroughbred A ( 67.9 Watt )
  • Kühler : MR Variokühler AX-7 Dirkvader-Edition (Papst 8412 N/2GL, schwingend gelagert)
  • Kontaktmittel : Cooler Master Premium Compound (by Shin Etsu)
  • Arbeitsspeicher : 512 MByte Corsair XMS-3000 CL2
  • Grafikkarte : Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv, Zalman ZM80A-HP)
  • Festplatte : 80 GByte Maxtor Diamond Max 9 6Y080P0 (Silent Mode, A Conto No Vibes III)
  • Gehäuse : Chieftec CS-601 (silber, Stahlblech, geschlossen)
  • Gehäuseventilation : passiv (keine Lüfter)
  • Laufwerke : 48-fach Lite-On CD Brenner, 16-fach Lite-On DVD, TEAC Floppy Disk
  • Datenträgerverbindung : Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem : MS Windows 98 SE (ohne ACPI)
  • Software : Motherboard Monitor, Prime 95
  • Zimmertemperatur : 19,0°C (Abweichung +/- 0,5°C)

Fazit:
Das Tagan TG480-U01 TG480-U01 Black-Edition hat nach dem Praxistest einen durchwegs positiven Eindruck hinterlassen. Viele Details heben es aus dem Netzteil Einheitsbrei heraus und machen es vor allem für geräuschemissionsbewußte Anwender von leistungsstarken Systemen interessant. Mit seiner modernen Elektronik , den S-ATA Anschlüssen und einer Gesamtleistung von 480 Watt ist das Netzteil auch morgen noch aktuell. Das Tagan wartet im direkten Vergleich zum aktuellen TSP und BeQuiet! Pendant mit einer ähnlich niedrigen Geräuschkulisse auf und unterstreicht die momentanen Silent-Ambitionen der Netzteilhersteller. Mit einem maximalen Schallpegel von 26,0 dB(A) ist es das momentan leiseste Netzteil der 480 Watt Klasse im gesamten Testfeld. Nach der Auswertung der Logfiles konnten beim Tagan TG480-U01 keinerlei Spannungseinbrüche und Schwankungen festgestellt werden. Die tatsächliche Spannung der +3.3 Volt und +5.0 Volt Leitung lag vorbildlich nach am Sollwert. Die gemessene + 12,0 Volt Spannung lag mit max. +12,40 Volt zwar etwas über dem Durchschnitt, aber noch deutlich in der Toleranz. Auch an der Verarbeitungsqualität gab es nichts auszusetzen. Der Innenaufbau des Netzteils gestaltet sich äußerst solide und sauber. Lediglich ein paar geregelte Lüfteranschlüsse hätten die sonst umfangreiche Ausstattung sinnvoll ergänzt. Obwohl ein Kaufpreis von EUR 94.49 sicherlich kein Pappenstiel ist, erscheint das Preis-Leistungsverhältnis für ein aktuelles Netzteil der 480 Watt Klasse ausgewogen. Schluss-Fazit: Wer ein kraftstrotzendes Netzteil mit moderner Elektronik und superleisem Betriebsgeräusch sucht, liegt mit dem Tagan TG480-U01 genau richtig.

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt meinem Kollegen von Hartware.net - Herrn Uwe Piefke.

Links zum Thema:
Frozen Silicon [ Vertrieb ]
Tagan [ Hersteller ]

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