Super Talent 8GB Flash-Drive Review

Super Talent 8GB Flash-Drive

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Vorwort:
Auch wenn sich in den letzten zwei Jahren sehr viel getan hat, zählt die Festplatte wohl jeher als des Silencers größter Feind. Hauptsächlich stört das Betriebs- und Zugriffsgeräusch, was nicht selten den Lautstärkepegel aller anderen - meist passiven oder weitgehend lautlos ausgelegten - Komponenten übertönt. Hier lässt sich nur durch nachträgliches Dämmen und Entkoppeln ein befriedigendes Ergebnis erzielen. Passend zum Thema darf hier die aus unserem Forum heraus entstandene Bitumenbox genannt werden. Die Temperaturentwicklung ist ein weiteres Problem, mit dem ein Silencer zu kämpfen hat. Die Festplatte wird bereits von Haus aus recht warm. Durch die schwach belüftete Umgebung, in der die weitgehend passiv ausgelegte Hardware betrieben wird, liegen die Temperaturen nochmals deutlich höher. Im schlimmsten Fall droht hier der Datenverlust oder ein irreparabler Schaden. Auch durch die Modifikation des Gehäuses (z.B. durch ein Bodenloch) lässt sich das Temperaturproblem nicht vollständig lösen. Ein weiteres Problem liegt in der Baugröße. Bei der Planung eines lautlosen und kompakten HTPC-Systems stellt die Größe einer handelsüblichen 3,5" Festplatte oftmals ein Hindernis dar, zudem auch der Einbauort - bedingt durch die oben benannte Temperaturproblematik - eine Rolle spielt. Abschließend kann dem Standarddatenträger auch noch der Stromverbrauch von ca. 10 Watt (+/-) angekreidet werden. Dies ist insbesondere bei ernsthaft aufgebauten Low-Power-Systemen ein wirklicher Stolperstein. Dass die mechanische Festplatte bis heute absolut konkurrenzlos ist, liegt wohl daran, dass der Löwenanteil der Anwender - also die Otto-Normalverbraucher - kaum durch oben aufgeführte Nachteile gehandicapt sind. Dennoch bleibt es nur eine Frage der Zeit, bis die mechanische Festplatte durch lautlose Flash-Drives ersetzt wird. Hier wird es sich ähnlich verhalten, wie mit dem Röhrenmonitor und dem Flachbildschirm. Auch hier dauerte die Entwicklung eine ganze Weile und musste anfangs teuer bezahlt werden. Das Super Talent IDE Flash-Drive zum Beispiel, wurde für den Einsatz im Notebook konzipiert. Hier punktet es im Vergleich zu herkömmlichen 2,5" Festplatten vor allem durch sein geringes Gewicht und den niedrigen Stromverbrauch. Dagegen stehen ein deutlich höherer Anschaffungspreis und eine niedrigere Datentransferrate. Wie sieht es jedoch mit dem Einsatz in einem Desktop-System aus? Ob das lautlose Flash-Drive eine 3,5" Festplatte ersetzen kann und inwiefern sich dies auf die System-Performance auswirkt, soll der folgende Praxistest aufzeigen.

Lieferumfang:
Der Hersteller Super Talent liefert das IDE Flash-Drive in einer schlichten aber ansprechenden Blister-Verpackung (Sichtverpackung) aus. Da es sich um eine elektronische Festplatte für den Einsatz im Laptop handelt, liegt dem Produkt kein weiteres Zubehör bei. Das für einen Einsatz im Desktop-PC benötigte Adapterkabel wurde uns vom Hersteller separat zur Verfügung gestellt und ist nicht Teil des Lieferumfangs. Auf der Verpackung befindet sich leider nur eine spärliche Beschreibung des Produkt, welche zudem in Englisch verfasst ist. Für weitere Informationen muss sich der Wissensbegierige auf die Webseite des Herstellers begeben.

Spezifikationen:

  • Hersteller: Super Talent
  • Modell: 2,5" IDE Flash-Drive (FLHIDE-8G)
  • Kapazität: 8GB
  • Datentransferrate: 8MB/s (typisch), 12MB/s (max.)
  • Zugriffszeit: < 0,1ms
  • Betriebsspannung: 5V +/- 5%
  • Stromverbrauch: 500uA - 60 mA
  • Anschluss: 44-Pin Notebook IDE
  • Gesamtgröße: 100 x 70 x 6 mm
  • Gesamtgewicht: 39 Gramm
  • Preis (EUR): ca. 299,00
  • Bezugsquelle: www.supertalent.com

Details:
Bis auf eine geringere Bauhöhe von 6 mm (herkömmliche 2,5" Festplatten haben zwischen 9 und 10 mm) wartet das Super Talent IDE Flash-Drive mit Standardmaßen auf. Das kompakte Gehäuse besteht komplett aus schwarzem Kunststoff, wodurch der Prüfling gerade mal 39 Gramm auf die Waage bringt. Der Aufdruck "Ultra Lite" hat daher ohne Zweifel seine Berechtigung. An den Seiten sind jeweils zwei Gewindeeinsätze mit einem Abstand von 77 mm eingegossen. Die Verarbeitungsqualität des Prüflings ist sehr gut. An der Rückseite befindet sich der für Notebook-Festplatten typische 44-Pin IDE-Anschluss, welcher auch die +5V Stromversorgung beinhaltet. Direkt daneben kann per Jumper die Einstellung Master/Slave und Cable-Select vorgenommen werden. In Punkto Stromversorgung soll das Flash Drive ebenfalls punkten. Während herkömmliche 2,5" Festplatten ca. 2,5 bis 5W konsumieren (3,5" Festplatten sogar ca. 10W), soll sich der Prüfling mit ca. 0,3W begnügen. Dies wirkt sich unter anderem positiv auf die Laufzeit von Notebooks aus. Aber der niedrige Stromverbrauch und das niedrige Gewicht sind nicht alles. Was den Silencer noch mehr interessieren dürfte, ist der lautlose Betrieb und das exzellente Temperaturverhalten. Das Flash-Drive erzeugt kein Betriebsgeräusch und entwickelt keine Wärme. Neben den vielen aufgeführten Vorteilen, gibt es leider auch schwergewichtige Nachteile. Der Kaufpreis für das 8GB Modell beträgt derzeit EUR 299,00. Für die gleiche Summe könnte man fünf Samsung SpinPoint P120 SP2504C Festplatten mit insgesamt 1.250GB erwerben. Auch wenn Super Talent für dieses Jahr eine Preissenkung angekündigt hat, wird es noch eine ganze Weile dauern, bis das Flash-Drive "bezahlbar" wird. Dennoch wird es Abnehmer geben, die gerne den Preis zahlen, um einen absolut lautlosen Datenträger zu besitzen. Als weiteres Manko kann die Geschwindigkeit bezeichnet werden. Wenngleich das Flash-Drive mit einer Zugriffs- und Suchzeit von <0,1ms jede mechanische Festplatte um den Faktor 10 schlägt, hat sie beim Datentransport mit 8 bis 12MB/s deutlich das Nachsehen. Das K.O. Kriterium für alle Systeme, mit denen große Datenmengen bearbeitet werden müssen.

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Praxistest:
Wie anfangs erwähnt, wurde das Super Talent Flash-Drive eigentlich für den Einsatz im Notebook konzipiert. Wir können uns allerdings auch viele andere Szenarien vorstellen, in denen der lautlose Datenträger eine gute Figur abgeben könnte. Im Praxistest ersetzt der Prüfling die superleise Samsung SV0802N Festplatte unseres Netzteil-Testrechners. Die Verbindung zum Mainboard wird über ein Adapterkabel hergestellt, welches auch gleich den Stromanschluss (+5,0V) enthält. Es gibt aber auch kleine günstige Adapterplatinen (z.B. bei eBay), mit denen man gerundete Standardkabel verwenden kann. Für den Einbau im 3,5"-Laufwerksschacht gibt es für schmales Geld Adapterschienen bzw. Adapterrahmen zu kaufen.

Nach dem Anschließen und Einbauen des Flash-Drives konnte das Betriebssystem installiert werden. Dabei muss man sich erfahrungsgemäß etwas mehr Zeit nehmen. Inklusive der ca. 15 Minuten für das Formatieren des Datenträgers verstreicht ca. 1 Stunde bis die Installation abgeschlossen ist. Das nicht vorhandene Betriebsgeräusch zwingt einen während dessen immer wieder dazu, auf die Power-LED oder den Bildschirm zu starren. Nachdem auch noch das nötigste an Software installiert ist, folgt der Drive-Benchmark mittels HD-Tach. In der Zugriffszeit ist das Flash-Drive mit gemessenen 0,2ms konkurrenzlos schnell. Auch die CPU-Auslastung ist super gering. Die Datentransferrate ist mit 9,5mb/s allerdings nicht wirklich prickelnd, wenngleich sie löblicherweise über der Angabe des Herstellers liegt. Zum Vergleich haben wir auch die zuvor installierte Samsung SV0802N mit HD-Tach gebencht.

Das sich die Platte in Punkto Performance nicht mit einem aktuellen mechanischen Modell messen kann, stand bereits vor Testbeginn fest. Die deutlich schwächere Datenübertragungsrate hat beim "normalen Arbeiten" aber gar nicht so sehr gestört wie vermutet. Interessant war der Vergleich der Startup- und Shutdown-Time. Mit dem Flash-Drive dauerte der Bootvorgang genau 46 Sekunden. Die Samsung SV0802N war hier mit 44 Sekunden gerade mal 2 Sekunden schneller. Das Herunterfahren des Systems dauerte mit dem Flash-Drive genau 15 Sekunden und war damit 3 Sekunden langsamer als mit der Samsung Platte. Der Stromverbrauch des gesamten Systems wurde im Leerlauf ermittelt. Auch wenn es sich hier nicht um ein Super-Low-Power System handelt ist ein deutlicher Unterschied zu erkennen. Während das System mit der Samsung Platte genau 68,0W verschlang, waren es mit dem Flash-Drive nur 63,5W. Ein weiterer Pluspunkt war die nicht vorhandene Wärmeentwicklung des Prüflings. Meist ist es nämlich die Festplatte, die ein Passiv-Rechner-Projekt zum Wackeln bringt, weil diese schlicht und ergreifend über den zugelassenen Temperaturbereich betrieben werden müsste.

Super Talent 8GB Flash-Drive Benchmark
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Testrechner:

  • Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
  • Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Netzteil: Sharkoon Phasetech SHA350-8PI (Semipassiv)
  • Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
  • Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
  • Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
  • Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
  • Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
  • Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
  • Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)

Testsystem

Fazit:
Je nach Betrachtungswinkel ändert sich der Eindruck, den das Super Talent Flash-Drive hinterlässt. Der Otto-Normalverbraucher würde niemals EUR 299,00 für einen Datenträger mit einer Speicherkapazität von 8GB ausgeben, der zudem noch ein Vielfaches langsamer werkelt als der Standard. Für viele Randgruppen könnten die aufgezeigten Vorteile allerdings schon ausreichen, um über einen Kauf nachzudenken. Für uns, der leisen Gangart zugewandten Anwender, wären bereits der lautlose Betrieb und die nicht vorhandene Wärmeentwicklung ein Grund zum Nachdenken. Als da wären noch der deutlich geringere Stromverbrauch, das geringere Gewicht und die ultrakompakte Bauart, die zum Beispiel alle Bastler von Mini- und Stromspar-PC's interessieren dürfte. Es kommt also definitiv auf den Einsatzzweck an, ob das Flash-Drive seine Vorzüge ausspielen kann und die schwache Transferperformance weniger ins Gewicht fällt. Der Praxistest fiel besser aus als ursprünglich erwartet. Dem Einsatz im lautlosen und Stromsparenden Desktop- oder Mini-PC steht eigentlich nichts im Wege, außer vielleicht der horrende Anschaffungspreis. Dem wohl größten Stolperstein. Auch wenn der Hersteller eine Preissenkung angekündigt hat, wird der lautlose Datenträger vorerst der gut betuchten Anwenderschaft vorbehalten bleiben. Letztendlich ist es aber eine Entwicklung in die richtige Richtung und es bleibt nur eine Frage der Zeit, bis die mechanische Festplatte von elektronischen Datenträgern abgelöst wird. Und das ist auch gut so. Unterm Strich war es ein irre leiser Praxistest, in dem das Potential von Flash-Drives aufzeigt werden konnte, aber auch eine gehörige Portion Handlungsbedarf in Punkto Geschwindigkeit erkennen lies.

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt der Herrn Gerald A. Tobolewski von Super Talent Deutschland.

Links zum Thema:
Supertalent [ Hersteller ]

© www.dirkvader.de

21.01.2007 [dl]