Spire SP-600W Rocketeer VI Review

Spire SP-600W Rocketeer VI

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Vorwort:
Auch wenn für einen herkömmlichen Standard-Rechner ein Netzteil mit einer Gesamtleistung von 400 Watt vollkommen ausreichend ist, müssen sich Hersteller in Zeiten von Scalable Link Interface (SLI) Systemen auf die Wünsche der Gamer-Fraktion einstellen, welche eben einen deutlich höheren Leistungsbedarf fordert. Die Devise lautet hier ganz klar klotzen und nicht kleckern, denn für den kompromisslosen Gamer dürfen es eben gerne ein paar Watt mehr sein. Mit dem SP-600W Rocketeer VI offeriert der Hersteller Spire sein neuestes Modell. Mit einer kontinuierlichen Gesamtleistung von 600 Watt (650 Watt Peak) ist das Topmodell der Rocketeer Serie alles andere als schwach auf der Brust. Mit seinem Dual-Fan Kühlkonzept dürfte es ebenso mehr in der Gunst der Gamer als der Silencer liegen. Das Netzteil werkelt standardmäßig mit einem geregelten 80 mm Lüfter, welcher mit 10 bis 19 dB(A) angegeben wird. Auf Wunsch kann per Knopfdruck ein leistungsstarker 120 mm zugeschaltet werden. Schwerpunktmäßig zielt der Hersteller mit dem Kraftpaket sowieso auf die Fraktion der Hardcore-Zocker. Als kleines Schmankerl ist der Prüfling mit einem Kabelmanagement-System ausgestattet. So müssen nur die wirklich benötigten Kabelstränge angeschlossen werden, was für mehr Ordnung und geringeren Strömungswiderstand im Inneren des PCs sorgt. Leider lassen sich aber nicht alle Kabel vom Netzteil trennen. Preislich betrachtet muss man sich mit einem empfohlenen Verkaufspreis von etwa EUR 120,00 nicht hinter der Konkurrenz verstecken. Der Hersteller gewährt 3 Jahre Garantie auf sein Produkt. Inwiefern sich der Kraftprotz gegenüber den bereits getesteten Kandidaten behaupten kann, zeigt der Praxistest ausführlich auf.

Lieferumfang:
Das Spire Rocketeer VI Netzteil wird in einer geräumigen Verpackung ausgeliefert, welche ansprechend gestaltet und mit Produktspezifikationen bedruckt ist. Zum Schutz gegen Kratzer oder sonstigen Beschädigungen ist das Netzteil in Luftpolsterfolie gehüllt und zusätzlich auf einer Schaumstoffmatte gebettet. Die steckbaren Kabelstränge befinden sich in einer separaten Kartonage. Als weiteres Zubehör legt der Hersteller neben dem obligatorischen Kaltgeräte-Anschlusskabel und den 5 Gehäuseschrauben auch 5 bunte Klettverschlüsse und 4 Kabelbinder bei. Das 7-seitige Manual in englischer Sprache rundet den Lieferumfang sinnvoll ab.

Technische Daten:

  • Hersteller: Spire
  • Modell: SP-600W Rocketeer VI
  • Layout: Dual-Fan (80/120mm)
  • Standards: ATX V2.1 & V2.2
  • Blindstromkompensation (PFC): aktiv
  • Gesamtleistung: 600 Watt
  • Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 175 mm
  • Gewicht: 2.350 Gramm (netto)
  • Verkaufspreis (EUR): ca. 120,00
  • Bezugsquelle: Spire
Produktlabel - Spezifikationen
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Details:
Das Spire SP-600W Rocketeer VI macht auf den ersten Blick einen bulligen und soliden Eindruck. Mit einer Bautiefe von 175 mm ist es deutlich wuchtiger als herkömmliche Standard-Netzteile, was sich in kleineren Gehäusen sehr zum Nachteil auswirken kann. Bei der Größe wundert auch das stolze Nettogewicht von 2.350 Gramm wenig. Aus optischer Sicht ist das Netzteil mehr als gelungen. Das verchromte Chassis harmoniert sehr gut zu den transparenten Lüftern, welche wiederum mit verchromten Gittern abgedeckt sind. Noch ein eingestanzter Spire-Schriftzug im Deckel und ein Firmenlogo auf den Lüftergittern fertig ist der Ton in Ton gehaltene Schönling. Auch an der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Der neugierige Betrachter findet nach dem Öffnen des Netzteildeckels eine Platine mit sehr enger Packdichte und hochwertigen Bauteilen vor. Anstatt 08/15 aufgespreizter Alu-Platten kommen vernünftige Profilkühlkörper mit deutlich größerer Oberfläche zum Einsatz. Auch im Inneren des Netzteils ist die Verarbeitung sehr gut gelungen. Einzig und allein das Kühlkonzept gibt bereits vor dem Praxistest Anlass zum Nachdenken. Ein automatisch geregelter 80 mm Lüfter mit einem zuschaltbaren 120 mm Lüfter erscheint nicht wirklich Erfolg versprechend. Die beiden transparenten Propeller stammen von Globe Fan und sind mit leuchtstarken, blauen LED’s bestückt. Das zuschaltbare 120 mm Modell trägt die Bezeichnung RL4B-S1202512M und wird seitens Globe Fan mit einer Drehzahl von 2.400 U/min und einem Schallpegel von 39,0 dB(A) angegeben. Das automatisch geregelte 80 mm Modell trägt die Bezeichnung RL4B-S802512HD. Beide Lüfter sind mittels 2-Pin Stecker mit einer Sekundärplatine verbunden und können bei Defekt leicht getauscht werden. Bei der Montage der Lüfter wurden zwischen Lüfter und Lüftergitter Gummischeiben gelegt, wodurch die Lüfter zwar nicht wirklich entkoppelt sind, aber definitiv nicht verspannt montiert werden können. Das 600 Watt starke Spire SP-600W Rocketeer VI Netzteil verfügt neben einer aktiven Leistungsfaktor-Korrektur (PFC) auch über zahlreiche Schutzfunktionen (UL, FCC, CE, CSA, TUV). Mit lediglich 2 voneinander unabhängigen +12V Leitungen bietet man allerdings weniger als die Konkurrenz (z.B. Silverstone SF60F). Durch die 3-jährige Garantiezeit kann der Prüfling wieder einen Pluspunkt einfahren. Als kleines Schmankerl kann das Kabelmanagement bezeichnet werden, auch wenn es nicht 100% Cable-Free ausgeführt wurde. Gleich vier Leitungen sind fest verlötet. Mit der mehrschichtigen Ummantelung meinte man es offensichtlich auch zu gut. Auch wenn es sehr schön aussieht, so sind die Kabel doch recht unflexibel und lassen sich nur sehr schwer verlegen. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 2 x Kabelstrang 45 cm (20-Pin ATX Stecker, 4-Pin ATX Stecker; brückbar), 2 x Kabelstrang 45 cm (je 1 x 4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker; brückbar), 2 x Kabelstrang 70 cm (je 2 x 5 ¼“ Stecker), 2 x Kabelstrang 70 cm (je 1 x 5 ¼“ Stecker, 1 x 3 ½“ Stecker) und 2 x Kabelstrang 50 cm (je 1 x PCI-Express). Ausstattungsseitig bleiben mit dem Spire SP-600W Rocketeer VI kaum Wünsche offen.

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Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause Groneberg.

Die aus der Tabelle hervorgehenden Differenzen stellen sich relativ gravierend dar. Durch das hohe Einsparungspotential erscheint diese Rubrik äußerst sinnvoll und zeitgemäß. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein hoch effizientes Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehr als einen Rechner betreibt sollte sich genau überlegen, welches Netzteil er verwendet.

Die Verbrauchsermittlung stellte sich beim Spire SP-600W Rocketeer VI deutlich schwerer heraus, als bei anderen Testkandidaten. Eine 100%ig verlässliche Verbrauchsmessung gelang nur im Volllast-Betrieb, in welchem konstante 130,0 Watt ermittelt wurden. In den beiden anderen Betriebsarten variierte der Verbrauch so stark, das wir diesen anhand der Min- und Max-Werten mitteln mussten. Dieses Pulsieren dürfte wohl bei jedem der es bemerkt einen negativen Eindruck hinterlassen. Insgesamt betrachtet wartet der Prüfling mit einer eher mäßigen Effizienz auf.

Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.

Das Spire SP-600W Rocketeer VI absolvierte die mehrstündigen Tests ohne Probleme zu offerieren. Bis auf eine durchwegs zu stark ausgelegte +12V-Leitung verhielten sich alle Spannungen sowohl im Idle (Leerlauf) als auch im Load (Volllast) Betrieb im grünen Bereich. Die Auswertung des Logfiles zeigte keinen Einbruch der Spannungsleitungen auf. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.41 - 3.44V, 5.11 - 5.16V und 12.63 - 12,76V teils deutlich außerhalb der zulässigen Toleranz (+12V).

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.

Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.

Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.

Was die Kühlleistung betrifft, schneidet das Spire SP-600W Rocketeer VI im Standardbetrieb (ohne zugeschalteten 120 mm Lüfter) erwartungsgemäß schwach ab. Einen zusätzlichen Gehäuselüfter zu betreiben ist daher ratsam. Nach dem Zuschalten des 120 mm Lüfters sank die Temperatur des aufgeladenen Prozessors zwar deutlich von 56°C auf 46°C, aber der damit verbundene Lärm stand in keiner Relation dazu. Und wieder kommt die Frage auf, ob ein solches Dual-Fan-System überhaupt sinnvoll ist, oder ob das Netzteil mit einem vernünftig gesteuerten 120 mm Silent-Fan im Single-Betrieb nicht die besseren Ergebnisse erzielt hätte. Die Tabelle zeigt die ermittelten Temperaturen im Single-Fan-Betrieb.

Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.

Das Spire SP-600W Rocketeer VI werkelt standardmäßig mit einem 80 mm Lüfter. Der zusätzlich integrierte 120 mm Lüfter kann bei Bedarf manuell zugeschaltet werden. Kurz nach dem Einschalten (kalter Zustand) erreicht das Netzteil einen akzeptablen Schallpegel von 26,8 dB(A). Nach mehrstündigem Idle-Betrieb (Leerlauf) steigt die Lautstärkeskala auf moderate 28,1 dB(A) an. Im Load-Betrieb (ausgelastet) steigt der Schallpegel letztendlich auf 29,3 dB(A) an. Für ein Gamer-Netzteil dieser Leistungsklasse gehen die ermittelten Werte in Ordnung, zumal der 80 mm Lüfter seinen Dienst völlig Nebengeräuschfrei verrichtet. Wer den 120 mm zuschaltet, wird jedoch prompt mit einem Schallpegel von 44,0 dB(A) bestraft, was heutzutage - ob für Gamer oder Silencer - definitiv zu laut ist.  

Auch beim Spire Rocketeer VI offeriert die Elektronik Störgeräusche. Im Idle-Betrieb ist ein sehr geringes Fiepen aus nächster Nähe vernehmbar. Mit zunehmender Last bis hin zur Volllast nimmt die Intensität noch etwas zu und aus dem Fiepen wird ein Zirpen. Die Störgeräusche wurden bei unserem passiven Testrechner nach Arbeitsplatz konformen Abstand aber kaum mehr wahrgenommen; schon gar nicht, wenn der/die Lüfter aktiviert ist/sind. Die Referenz in dieser Kategorie stellt das Silverstone ST60F dar, welches als bislang einziges Netzteil im Testfeld keine Störgeräusche offerierte.

Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.

Testrechner:

  • Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
  • Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
  • Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
  • Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
  • Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
  • Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
  • Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
  • Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)

Fazit:
Spire schickt mit dem SP-600W Rocketeer VI ein besonders leistungsstarkes (600 Watt) und gut ausgestattetes Netzteil mit 80/120 mm Dual-Fan Layout ins Rennen. Es wurde in erster Linie als High-End Netzteil für anspruchsvolle Gamer konzipiert. Optisch betrachtet wirkt es durch die glänzende Oberfläche im Titan/Chrom-Look und den farblich darauf abgestimmten Anbauteilen, wie aus einem Guß. Auch in Punkto Verarbeitung macht das Netzteil eine sehr gute Figur. Bei den Kabelsträngen hat man jedoch etwas daneben gegriffen. Auch wenn die Kabel ansprechend aussehen und gut konfektioniert sind, sind sie doch viel zu starr um sie vernünftig verlegen zu können. Auch das Kühlkonzept steht - zumindest bei Silencern - im Fadenkreuz der Kritik. Der Schallpegel des zuschaltbaren 120 mm Lüfters liegt mit 44,0 dB(A) deutlich außerhalb des tolerierbaren. Im 80 mm Single-Fan Betrieb reicht es zwar nur für eine ausreichende Kühlleistungsseitig, dafür liegt der Schallpegel zwischen 28 - 29 dB(A), was für ein 600 Watt Gamer-Netzteil absolut in Ordnung geht. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem Kabelmanagement auf, was der Ordnung im Inneren des PCs sehr zuträglich ist. In der Praxis konnten beim Prüfling keinerlei relevante Schwankungen oder gar Einbrüche der Spannungsleitungen festgestellt werden. Als einzig erwähnenswerter Kritikpunkt neben dem relativ hohen Stromhunger, sei die außerhalb der Spezifikationen liegende +12V Leitung erwähnt. Unterm Strich ist das Spire SP-600W Rocketeer ein ordentliches Gamer-Netzteil mit kleinen Schwächen, welches wohl etwas zu sehr auf die Ansprüche dieser Fraktion zugeschnitten wurde. In den Wahlkreis der Silencer schafft es der Prüfling leider nicht und für den Otto-Normalverbraucher dürfte es etwas zu teuer und überdimensioniert sein.

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herrn Mark Colville von Spire.

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