Silverstone TJ06 und NT01 Review

Silverstone TJ06 und NT01 v2.0

Silverstone TJ06 Großansicht

Vorwort:
Der taiwanesische Hersteller Silverstone offeriert mit dem aus der Temjin Serie stammenden TJ06 ein sehr ansprechendes und fortschrittliches Gehäuse mit massiver Aluminiumfront. Das abgewandelte Layout - eine Mischung aus ATX und BTX - soll in Kombination mit dem integrierten Airtunnel und den vorinstallierten Lüftern für eine sehr effiziente und geräuscharme Kühlung sorgen. Zum Kühlen des Prozessors empfiehlt der Hersteller den hauseigenen NT01 v2.0 aus der Nitrogon Serie. Dieser zum Hauptteil aus Kupfer bestehende Kühler wurde speziell für den Betrieb im TJ06 Gehäuse entwickelt und soll darin mühelos passiv betrieben werden können. Die drei 8 mm starken Powder-Heatpipes sollen die Abwärme des Prozessors gleichmäßig an die im Luftstrom des Airtunnels sitzenden Kupferlamellen abführen. Obwohl für diesen Bericht natürlich primär die Eigenschaften der zu testenden Produkte im Vordergrund stehen, rückt für uns als Gegner der Geräuschemission natürlich das niedrigst zu erzielende Gesamtbetriebsgeräusch und die Tauglichkeit des neuen Layouts in den Fokus. Ein eingefleischter Silentfreak steht einem neuen Gehäuselayout - vor allem wenn es bereits 3 Lüfter beinhaltet - natürlich erst einmal skeptisch gegenüber. Schließlich soll die Systemkühlung mit so wenigen Lüftern wie möglich realisiert werden. Das Wichtigste ist und bleibt der gute Kompromiss zwischen Kühlleistung und Betriebsgeräusch. Was nützt das leiseste System, wenn es unter Systemlast instabil läuft und nur kurzlebig ist? Auf der anderen Seite nützt auch die beste Kühlleistung nichts, wenn das Betriebsgeräusch an einen vorbeifahrenden Zug erinnert.

Lieferumfang:
Sowohl der Kühler als auch das Gehäuse werden von Silverstone sicher verpackt an den Kunden ausgeliefert. Im Karton des Nitrogon NT01 v2.0 findet sich neben dem in Schaumstoff verpackten Kühlkörper ein weiterer Karton, der das Montagematerial beinhaltet, sowie die englisch sprachige Einbauanleitung. Neben dem sockelspezifischen Anbaumaterial liegt eine Spritze Wärmeleitpaste und ein Päckchen mit 32 Schrauben für die Lüftermontage. Der Lieferumfang des Temjin TJ06S-W beinhaltet u.a. die Montageschienen für die 5 1/4", 3 1/2" und HDD-Schächte. Hinzu kommt der Airtunnel, für den ein zusätzliches Erweiterungsmodul für Dual-Prozessoren-Layout mitgeliefert wird. Die drei mitgelieferten Everflow-Lüfter, ein 80 mm Modell mit der Modellnummer F128025SL, sowie zwei 120 mm Modelle mit der Modellnummer R121225SL, runden das Gesamtpaket ab.

Spezifikationen:

Silverstone Temjin TJ06S-W:
Das Silverstone Temjin TJ06S-W hebt sich nicht nur durch sein optisches Erscheinungsbild von der Masse ab, sondern auch durch seinen vom herkömmlichen ATX-Standard abweichenden Innenaufbau. Das auffälligste Merkmal dieses neuen Layouts ist die Position des Mainboards. Um 180° gedreht wandert dieses nach rechts unten in die Gehäuseecke. Dadurch sitzt der Sockel des Mainboards direkt im transparenten Airtunnel aus ABS. Ein weiterer Vorteil - was schon immer am herkömmlichen ATX-Standard bemängelt wurde - ist das die Grafikkarte nun endlich richtig herum im Gehäuse sitzt. Der Platz des Netzteils hingegen ändert sich nicht. Von Vorteil ist die Position des Festplattenkäfigs, in welchem bis zu 6 herkömmliche Festplatten Platz finden. Direkt unter dem Netzteil kann die Abwärme der vertikal eingebauten Festplatten definitiv besser abgeführt werden, als es in normalen Gehäusen im 3 1/2" Schacht der Fall ist. Für einen hervorragenden Luftaustausch sorgen drei bereits integrierte Silent-Lüfter sowie die großzügigen Lüftungsöffnungen. Lediglich der Mesheinsatz reduziert den Luftdurchsatz ein wenig. Dafür schützt er vor Staub und Schmutz. In der Kühlerwahl ist man bei diesem Layout jedoch ein wenig eingeschränkt. Nicht alles was Laune macht passt auch unter die Motorhaube. Ein Blick auf die Produktbeschreibung des Herstellers ist Pflicht. Je nach Mainboardtyp ergeben sich andere Konstellationen. Wir haben den vom Hersteller empfohlenen Silverstone Nitrogon NT01 v2.0 und eine typische AMD 64 Plattform verwendet. Wie es laut Herstellerseite im Voraus abzusehen war, gab es Platzprobleme mit dem Airtunnel, welchen wir darauf hin entsprechend angepasst haben. Das 4-polige 12 Volt Anschlusskabel des Netzteils sollte nicht kürzer als 60 cm sein. Ein Verlängerungskabel hätte den Lieferumfang des Gehäuses sinnvoll ergänzt. Im Bedarfsfall kann das SST-PP01 aber separat erworben werden. Über die Optik braucht man keine großen Worte zu verlieren. Den besonderen Reiz macht die sauber gefertigte Aluminiumfront aus. Das Chassis selbst besteht aus 0,8 mm starkem Stahlblech. Summa Summarum bringt das Gehäuse 11 Kilogramm auf die Waage. Der empfohlene Verkaufspreis für die getestete Variante mit seitlichem Einblick (Window) beträgt EUR 154,95. Wer vor hat das Gehäuse nachträglich zu dämmen, sollte auf die Variante ohne Window (EUR 145,95) zurück greifen. Optional lässt sich das Seitenteil mit Window - ob silber oder schwarz - für moderate EUR 14,95 nachrüsten.

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Silverstone Nitrogon NT01 v2.0:
Was das Layout betrifft, lässt sich der Silverstone Nitrogon NT01 v2.0 schwer in eine Schublade mit anderen Kühlkörpern stecken. Am ähnlichsten ist er wohl dem Kühlsystem von Shuttle Barebone Systemen. Die Wärme des Prozessors wird über eine plan geschliffen und polierte Kupferplatte aufgenommen und mittels drei 8 mm starker Powder-Heatpipes an die Kühloberfläche abgegeben. Diese besteht aus 33 feinen Kupferlamellen mit einer Stärke von 0,3 mm, welche einen Abstand von genau 1,5 mm zueinander einhalten. Durch das Verlöten der Lamellen mit den Heatpipes wird ein guter Wärmeübergang und eine hohe Stabilität realisiert. Der geringe Abstand der Lamellen verrät uns seine Vorliebe für eine aktive Luftzufuhr. Am Aluminium Chassis lassen sich daher zwei Lüfter mit einem Kantenmaß von 60 x 60 mm anbringen. In erster Linie wurde der Silverstone Nitrogon NT01 v2.0 für den Betrieb im hauseigenen TJ06 Gehäuse entwickelt. Im Airtunnel positioniert kann der Kühler ohne zusätzliche Lüfter betrieben werden. Aber auch in herkömmlichen Gehäusen - je nach Layout und Plattform - ist ein passiver Betrieb denkbar. Dazu muss der Kühler nur relativ dicht an einen ausblasenden Gehäuselüfter oder dem Netzteillüfter sitzen. Hierfür ausschlaggebend ist natürlich das Mainboard, welches die Position des Kühlers bestimmt. Ein Blick auf die Produktbeschreibung des Herstellers kann also nicht schaden. Obwohl der Kühler nicht sonderlich groß geraten ist, bringt er doch ca. 580 Gramm Lebendgewicht auf die Waage. Durch die sichere Verschraubung mit dem Mainboard (Sockel 939) muss man sich bezüglich des Gewichts aber keine Sorgen machen. Die Verarbeitung des Kühlers ist sehr gut gelungen und gab keinen Anlass zur Kritik. In Kombination mit der im Test verwendeten AMD Athlon 64 Plattform gab es im Silverstone Temjin TJ06S-W Gehäuse allerdings Platzprobleme. Der Kühler saß nämlich ca. 2 cm zu hoch, weshalb wir den Airtunnel etwas bearbeiten mussten. Zudem könnte sich der Einbau mancher Grafikkarten - je nach Bauhöhe des verwendeten Kühlers - als problematisch herausstellen. Der empfohlene Verkaufspreis der getesteten Variante (AMD 64/Intel P4) beträgt EUR 39,95. Die reine Intel Pentium 4 Variante gibt es schon für günstige EUR 29,95.

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Montage:
Der Kühler lies sich kinderleicht auf das zum Test verwendete Asus A8V montieren. Herstellerseitig waren die beiden Montageplatten für den Sockel 939 bereits vormontiert. Zur Installation des Kühlers muss zunächst der Retention-Rahmen des Mainboards entfernt werden. Anschließend kann der Prozessor mit Wärmeleitpaste benetzt werden. Nachdem die Schutzfolie von der Bodenplatte abgezogen wurde, kann der Kühler auf dem Prozessor platziert werden (Richtung beachten). Jetzt werden die beiden Feder unterstützten Schrauben abwechselnd eingedreht. Der Anpressdruck ist sehr hoch, weshalb man die Schrauben nicht ganz bis zum Anschlag drehen sollte. Der optimale Anpressdruck ist dann erreicht, wenn sich der Kühler mit etwas Kraftaufwand noch ganz minimal drehen lässt. Einfacher geht es kaum.

Das Gehäuse ist ebenfalls in relativ kurzer Zeit bestückt. Das bereits mit dem Kühler vorbereitete Mainboard wird wie üblich mit den Messingabstandshaltern verschraubt. Zum Einbauen des Netzteils muss die Blende entfernt werden. Das Einschieben ging dennoch etwas mühsam von der Hand. Das Netzteil saß dann auch ohne Blende relativ fest im Gehäuse, weshalb wir diese weg gelassen haben, um die Netzteilöffnung nicht zu verdecken. Das Dämmen und Entkoppeln der Festplatten ist fast genauso schwierig wie im 3 ½" Schacht eines ATX-Gehäuses. Wir verwenden hierzu die ichbinleise® Box HDD 5, welche das Betriebsgeräusch der Samsung-Platte etwas reduziert. Alle 3 ½" und 5 ¼" Laufwerke lassen sich im Handumdrehen integrieren. Durch das teils übliche Schienensystem wird hierzu kein Werkzeug benötigt. Auch die beiden Seitentüren lassen sich - wie vom Avance Gehäuse bekannt - ohne Schrauben öffnen. Die Kabelstränge lassen sich durch diverse Öffnungen des Chassis sauber in der Rückwand verstauen. Durch die 180° gedrehte Montage des Mainboards, sitzt der 4-polige 12 Volt Stecker des Mainboards genau am Gehäuseboden, weshalb der Kabelstrang des Netzteils schon fast zu kurz war.

Kühlleistung:
Um die Leistungsfähigkeit des Kühlsystems zu ermitteln, wird dieses praxisnah mit einer Silent-Konfiguration betrieben. Alle Messwerte des Systems werden unter absolut gleichen Bedingungen aufgezeichnet. Der im Erdgeschoss befindliche Messraum bietet Sommer wie Winter optimale Testbedingungen bei nahezu gleichbleibender Umgebungstemperatur. Ebenso großer Wert wird auf eine exakte Betriebsspannung der Lüfter gelegt. Daher wird diese nicht über das Mainboard selbst, sondern von einem externen Labornetzteil bezogen. Bei den angegebenen Temperaturwerten handelt es sich um Prozessorkerntemperaturen. Der kritische Bereich bei der im Test verwendeten Mainboard/Prozessor Kombination beginnt bei ca. 75°C.

Um die Fähigkeiten des Belüftungssystems auszuloten wurden drei Messreihen durchgeführt, in denen der Rechner über verschiedene Lüftersetups inkl. Netzteil entlüftet wird. Zunächst kam nur der rückwärtige 120 mm Lüfter zum Einsatz. Anschließend wurden die Tests mit allen drei mitgelieferten Lüftern und zuletzt ohne zusätzliche Gehäuseventilation wiederholt. Da der Airtunnel die natürliche Konvektion im Gehäuse nachteilig beeinflusst wurde dieser für den Test ohne Gehäuselüfter entfernt. So konnte das Netzteil auch die erwärmte Abluft im Bereich des Prozessors abführen.

Um die Silent-Tauglichkeit zu überprüfen wurden zunächst die beiden einblasenden Lüfter entfernt. Selbst auf 5,0 Volt konnte der einzelne Lüfter am Heck des Gehäuses für recht moderate Temperaturen sorgen. Beim Anheben der Lüfterspannung auf 7,0 Volt konnte vor allem die Prozessortemperatur deutlich gesenkt werden. Aber auch die restlichen Komponenten profitieren vom schneller laufenden Lüfter. Auch unter Silent-Gesichtspunkten kann diese Konfiguration überzeugen, da nur ein geringer Anstieg des Betriebsgeräusches zu bemerken ist. Auf vollen Touren laufend sinken die Temperaturen deutlich, allerdings mit einer ebenso deutlichen Zunahme der Geräuschkulisse. Interessanterweise fallen bei zunehmender Drehzahl des Gehäuselüfters auch die Temperaturen der Komponenten, die nicht im Airtunnel sitzen. Der Lüfter saugt also auch Luft aus anderen Bereichen des Gehäuses an, da der Tunnel im vorderen Bereich nicht mit dem Gehäuse abschließt.

Um die volle Performance des Kühlkonzeptes auszuschöpfen liefen im nächsten Testabschnitt alle drei mitgelieferten Lüfter. Dieser Aufbau sollte also weniger auf Silencer als auf Gamer abzielen. Betrieben auf 5,0 Volt stellt sich allerdings im direkten Vergleich keine übermäßige Verbesserung ein. Hier profitieren hauptsächlich die Gehäuse- und Grafikkartentemperaturen, da diese Komponenten nun direkt von einem Lüfter angeblasen werden. Der Geräuschpegel hält sich hier auch in Grenzen. Der 7,0 Volt Betrieb senkt nun die Grafikkarten- und Prozessortemperaturen deutlich. Leider steigt auch die Geräuschkulisse vernehmlich an. Auch wenn der 12,0 Volt Betrieb Silencer nicht mehr überzeugen kann, so sind die hierbei erreichten Temperaturen durchaus beachtlich. Vor allem die Grafikkarte profitiert vom einblasenden 80 mm Lüfter, der direkt auf deren Kühlkörper gerichtet ist.

Auch wenn Gehäuse und Kühler nicht für einen Betrieb ohne aktive Gehäusebelüftung entworfen wurden, so interessierte uns doch die sich hier einstellenden Temperaturen. Zu Beginn wurde die Versorgungsspannung des Prozessors zur Sicherheit um 0,2 Volt reduziert. Nach der Analyse der ermittelten Temperaturen wurde die Spannung des Prozessors wieder auf den Standardwert gesetzt und der Test wiederholt. Wie zu erwarten war, stieg die Prozessortemperatur im zweiten Durchlauf sehr stark an. Konnten die im ersten Versuch erreichten 55°C noch als relativ niedrig angesehen werden, lag die Temperatur mit 66°C im zweiten Durchlauf deutlich höher. Aber auch die Festplatten- und Grafikkartentemperatur stiegen im Betrieb ohne Gehäuselüfter nochmals an. Der Unterschied dieser Temperaturen in Abhängigkeit von der Prozessorspannung war erwartungsgemäß recht gering.

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse und arbeitsplatzkonformen Abstand - bewertet. Die anderen Schallquellen des Systems sind lediglich ein Ultra-Silent einzustufendes Netzteil und eine gedämmte Silent-Harddisk. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Was das Betriebsgeräusch anbelangt, waren wir insgesamt betrachtet angenehm überrascht. Das die werkseitig montierten Lüfter im Zusammenspiel auf 12,0 Volt für keine behagliche Atmosphäre sorgen würden, war von vorne herein klar. Daher begannen wir die Tests mit einem einzigen ausblasenden 120 mm Gehäuselüfter. Auf 5,0 Volt betrieben war der Lüfter sehr angenehm und erhöhte den Gesamtschallpegel des Systems (Netzteil/Harddisk) nur um 0,2 dB(A). Analog dazu lagen die Temperaturen aber verhältnismäßig hoch. Etwas ausgewogener stellten sich das Temperaturgefüge im 7,0 Volt Single-Fan Betrieb dar. Hierbei erhöhte sich der Gesamtschallpegel um 0,7 dB(A), was aber immer noch als sehr angenehm bezeichnet werden darf. Der 12,0 Volt Single-Fan Betrieb offerierte zwar die besseren Temperaturwerte, war mit gemessenen 28,3 dB(A) aber nicht wirklich als leise zu bezeichnen. Den besten Kompromiss stellt hier offensichtlich der 7,0 Volt Betrieb dar.

Allerdings musste sich der Hersteller auch etwas bei der Anordnung der Lüfter gedacht haben, weshalb wir alle Tests noch einmal mit der Komplettbestückung wiederholten. Der Betrieb aller drei Lüfter auf 5,0 Volt offerierte messtechnisch etwa das selbe Ergebnis wie der 7,0 Volt Single-Fan Betrieb. Jedoch waren hier subjektiv etwas mehr Geräuschüberlagerungen zu vernehmen. Die Kühlleistung war aber deutlich besser, weshalb wir diese Bestückung ebenfalls für sinnvoll halten. Wurden die Lüfter mit 7,0 Volt betrieben, waren diese mit 27,4 dB(A) gerade noch so auf angenehmen Niveau. Die gute Kühlleistung hierbei steht außer Frage. Der 12,0 Volt Betrieb offerierte in Kombination mit den deutlich überlagernden Geräuschen einen unangenehmen Geräuschpegel von 34,2 dB(A). Zusätzlich fiel der mitgelieferte 80 mm Lüfter durch ein unangenehmes Klackern auf. Die Temperaturen waren jedoch herausragend. So dürfte der 7,0 bzw. 12,0 Volt Betrieb der Lüfter für Gamer eine Überlegung wert sein. Den besten Kompromiss erzielt man allerdings im 5,0 Volt Betrieb.

Für unsere Besucher mit empfindlichen Ohren, haben wir auch noch eine weitere Messung durchgeführt. Hierbei wurden alle vorinstallierten Lüfter samt Airtunnel entfernt. So setzte sich das Betriebsgeräusch nur noch aus Netzteil und Harddisk zusammen. Mit niedrigen 25,5 dB(A) lag der Schallpegel nur minimal über der Zimmerlautstärke und wurde daher am angenehmsten empfunden, da es kaum zu Überlagerungen kam. Allerdings können wir diese Betriebsart nur mit reduzierter Spannung des Prozessors empfehlen.

Testrechner:

  • Motherboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (Chipsatz passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 Winchester 3000+ (1,8 GHz / 1,4 Volt)
  • Kühler: Silverstone Nitrogon NT01 v2.0
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Speicher: 1 GB TakeMS PC-3200 400 MHz DDR CL2.5
  • Grafikkarte: ATI Radeon 9700 Pro 128 MB (Aerocool VM-101)
  • Festplatte: 120 GB Samsung SV1204H (ichbinleise® Box HDD 5)
  • Gehäuse: Silverstone TJ06S-W (geschlossen)
  • Netzteil: ichbinleise® Power NT 500 Watt (140 mm Lüfter)
  • Gehäuseventilation: verschiedene Variationen
  • Datenträgerverbindung: Rounded-Silver-Cable
  • Betriebssystem: Microsoft Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95
  • Zimmertemperatur: 20°C +/- 0,5°C

Fazit:
Die beiden Silverstone Produkte haben einen guten Eindruck hinterlassen. Sowohl das Gehäuse als auch der Kühler warten mit einer herausragenden Verarbeitung und interessanten Features auf. Auch aus optischer Hinsicht können der TJ06S-W und der NT01 v2.0 überzeugen. Der Lieferumfang ist jeweils komplett, jedoch könnte dem Gehäuse zukünftig ein 4-poliges 12 Volt Verlängerungskabel für das Mainboard beigelegt werden. Im Bedarfsfall kann das SST-PP01 aber separat erworben werden. Was die empfohlenen Verkaufspreise betrifft, sind diese mit EUR 154,95 für das Gehäuse (Ausführung mit Seitenfenster) und EUR 39,95 für den Kühler als moderat zu bezeichnen. Die erste Revision des NT01 (nur für Intel Pentium 4) wird übrigens für günstige EUR 29,95 angeboten. Im Fokus dieses Tests stand jedoch das Zusammenspiel der beiden Prüflinge, sowie die Silent-Tauglichkeit des neuen Layouts. Man möge es uns daher verzeihen, wenn einige der vielen Produktdetails unerwähnt bleiben. Für uns war es aber wichtiger zu ermitteln, wie leise die Gehäuse- u. Kühlerkombination betrieben werden kann ohne dabei kritische Temperaturen zu erreichen. Durch das Layout, dem Airtunnel und die 3 integrierten Lüfter ergeben sich viele Kombinationsmöglichkeiten. Die unseres Erachtens sinnvollsten Konstellationen (1 Lüfter @ 7,0 Volt oder 3 Lüfter @ 5,0 Volt) offerierten ein vernünftiges Temperaturgefüge bei gleichzeitig Ultra-Silent einzustufendem Betriebsgeräusch. Nach einer Absenkung der Prozessorspannung um ca. 15% konnten die 3 vorinstallierten Gehäuselüfter samt Airtunnel entfernt werden. So war einzig und allein der Lüfter des Netzteils als Systementlüftung ausreichend. Zusammen mit der gedämmten Festplatte ergab sich ein kaum wahrnehmbarer Schallpegel von 25,5 dB(A). Ob das neue Layout - welches auch in einigen anderen Gehäusen zum Einsatz kommt - nun besser oder schlechter als der herkömmliche ATX-Layout ist natürlich Auslegungssache. Beide Layouts haben ihre Vor- und Nachteile. Gefallen hat uns die günstige Position der Festplatten unter dem Netzteil. Ebenso von Vorteil ist die 180° gedrehte Position der Grafikkarte. Negativ sind etwaige Inkompatibilitäten beider Produkte zu bewerten. Daher sollte man vor dem Kauf aufmerksam die Produktbeschreibungen lesen. Silverstone liefert mit diesem Paket eine optimale kühlende Basis, welche nicht nur für Gamer interessant ist. Mit ein paar kleinen Handgriffen werden auch Silencer mit der Kombi glücklich.

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung der Testsample gilt Herrn Stefan Galow von Silverstone Deutschland.

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