Silverstone ST35F Review
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Vorwort:
Lieferumfang:
Das kleinste Modell der Strider Serie ist mit einer Bautiefe von 140 mm sehr kompakt bemessen und passt selbst in eng gestrickte Gehäusekonstruktionen. Das in China hergestellte Produkt bringt ein für diese Baugröße übliches Gewicht von 1.611 Gramm auf die Waage. Aus optischer Sicht hat sich gegenüber dem letzten Silverstone-Kandidaten wenig geändert. Trotz dominierender Schwarz-Töne wirkt es dezent und edel. Lediglich bei der Auswahl des Lüfters zeigt man sich mutig und greift zu einem blauen Modell, welches entsprechend heraus sticht. Entgegen dem bereits leicht angestaubten ST46F kommen beim ST35F glücklicherweise die längst üblichen Lüftungsöffnungen in Form von Bienenwaben zum Einsatz. Das damals beim ST46F verwendete Lochgitter mit Nudelsieb-Charakter hat leider für einen bleibenden Eindruck der negativen Art gesorgt. Der neugierige Betrachter findet nach dem Öffnen des Chassis (hierbei erlischt übrigens die Garantie!) ein sauber aufgeräumtes Platinenlayout. Die Kühlkörper in Form von Metallplatten aus Aluminium sind sehr einfach gehalten und nicht auf große Wärmeaufnahme ausgelegt. Die Verarbeitung ist innen wie außen von hoher Qualität. Für eine kühle Brise sorgt der implementierte 120 mm Lüfter des Typs D12SH-12 (M-GP1) aus dem Hause Yate Loon. Das 350 Watt starke Netzteil entspricht dem ATX 12V 2.2 Standard und wartet unter anderem mit zwei voneinander unabhängigen +12V Schienen auf. Eine aktive Blindstromkompensation (PFC) und ein Wirkungsgrad von > 80% machen das Netzteil wirtschaftlich interessant. Benutzer von S-ATA Komponenten werden sich über die 4 Anschlussmöglichkeiten freuen, die das SST-ST35F bietet. Insgesamt betrachtet bietet das Netzteil einen guten Gegenwert für den Kaufpreis von ca. EUR 59,00. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem ausreichend lang bemessenen, aber leider nicht ummantelten Kabelstrangsatz - auch für Big Tower - auf. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 Kabelstrang 55 cm (20/24-Pin ATX Stecker), 1 Kabelstrang 55 cm (4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 2 Kabelstränge 65 cm (je 2 x S-ATA Stecker) und 2 Kabelstränge 95 cm (je 3 x 5 ¼“ Stecker, 1 x 3 ½“ Stecker).
Leistungsaufnahme:
Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehrere Rechner betreibt sollte sich genau überlegen inwiefern Geiz geil ist. Der Wirkungsgrad des Silverstone ST35F liegt insgesamt betrachtet über dem Durchschnitt des Testfeldes. In allen gemessenen Auslastungsbereichen wurden gut bis sehr gute Ergebnisse erzielt, was in Summe für den 8. Platz der Charts ausreicht. Die vom Hersteller angegebene Effizienz von ca. 80% kann nach dem Praxistest nahezu bestätigt werden. Im Idle-Betrieb (hochgefahrenes System/keine Aktivitäten) lag der Verbrauch bei 73,6W. Der Load-Betrieb (kombinierte CPU- und VGA-Volllast) sorgte mit gemessenen 120W für deutlich mehr Leistungsdurst. Das heruntergefahrene System begnügte sich mit bemerkenswert niedrigen 1,6W.
Spannungsstabilität:
Zur Ermittlung der Spannungsstabilität absolviert der Prüfling wie immer einen protokollierten 24h-Dauerlasttest. Die Auswertung der Logfiles ließ keine nennenswerte Spannungsschwankung oder gar Spannungseinbruch erkennen. Die Spannungswerte verhielten sich super stabil und bewegten sich mit Ausnahme der +12V-Leitung - sehr nah am Sollwert. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.25 - 3.26V, 5.00 - 5.03V und 12.50 - 12.50V deutlich in der zulässigen Toleranz. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.
Kühlleistung:
Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten. Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur. Der Prüfling wartet mit einer herausragenden Kühlleistung auf und reiht sich zu Recht in der Spitzengruppe der Charts ein. Dass das Betriebsgeräusch des darüber und des darunter liegenden Kandidaten wesentlich höher ist, zeugt von einer guten Relation von Kühlleistung und Betriebsgeräusch. Wer das Silverstone ST35F in einem durchdachten Gehäuse betreibt, kann je nach Komponentenwahl auf zusätzliche Gehäuselüfter und somit zusätzliche Schallquellen verzichten. Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.
Geräuschmessung:
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden. Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt. Was die Kategorie Betriebsgeräusch betrifft, hat das Silverstone SST-ST35F ungefähr so abgeschnitten, wie es die Kategorie Kühlleistung bereits vermuten lies. Eine überragende Kühlleistung geht eben nicht mit einem kaum wahrnehmbaren Betriebsgeräusch einher. Mit gemessenen 26,7 dB(A) im Leerlauf und 27,9 dB(A) unter Volllast ist das ST35F zwar noch leise, aber für den empfindlichen Silencer eben nicht leise genug. Der Lüfter arbeitet hierbei aber mit einem sehr angenehmen Ventilationsgeräusch und weitgehend frei von störenden Nebengeräuschen. Trommelwirbel dürfte es für die Störgeräusche der Elektronik geben bzw. dafür das diese nicht zu Stande kommen. In der Tat arbeitet das ST35F absolut frei von Nebengeräuschen. Nur wer sprichwörtlich das Gras wachsen hört wird ein filigranes Brutzeln vernehmen, wenn er das Ohr direkt auf die Platine presst. Allerdings auch nur dann wenn die Last nicht mehr als 30W beträgt. Ab ca. 60W ist dann aber definitiv Funkstille für jedermann. Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.
Testrechner:
Fazit:
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