Silverstone ST30NF Review

Silverstone ST30NF

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Vorwort:
Der Name Silverstone fällt meist in einem Atemzug mit dem Motorsport. Wir denken da an den großen Preis von Großbritannien und die Formel 1. Das recht junge Unternehmen Silver Stone hat hingegen recht wenig mit dem Motorsport zu tun und liegt auch weit jenseits der grünen Insel. Mit ihren hochwertigen Produkten, wollen die Taiwanesen den Adrenalinspiegel der Käuferschaft aber nicht minder ansteigen lassen. Der Blick auf die hauptsächlich aus edlen Aluminium-Gehäusen bestehende Produktpalette, offeriert dem fachkundigen Betrachter sofort einige Parallelen zu jenen von Cooler Master ATCS. Dies kommt nicht von ungefähr, denn das Unternehmen Silver Stone wurde von ehemaligen ATCS Mitarbeitern gegründet, deren Einflüsse auch die neuen Edeltower prägen. Des Weiteren bietet Silver Stone auch diverses Zubehör in Form von Festplattenkühlern, Card-Readern, Lüftersteuerungen und Netzteilen an. Ein brandaktuelles und besonders interessantes Produkt aus diesem Bereich ist das lüfterlose Silver Stone SST-ST30NF Netzteil, welches erstmals auf der diesjährigen CeBIT in Hannover vorgestellt wurde. Neben vielen, dem Zeitgeist entsprechenden Features, wartet das Netzteil erstmals mit einer Heatpipekühlung und ATX 1.3 Konformität nebst S-ATA Anschlüssen auf. Auch die vorteilhaftere aktive PFC kommt beim SST-ST30NF zum Einsatz. Mit einer Gesamtleistung von 300 Watt, ist das Netzteil jedoch eher für durchschnittlich ausgestattete Silent-Systeme, als für leistungsstarke Gamestations geeignet. Die 3-jährige Garantiezeit zeugt zudem von einer gewissen Überzeugtheit und entsprechendem Vertrauen des Herstellers in das Produkt. Inwiefern sich das lautlose Silver Stone Netzteil gegenüber den bisher getesteten Kandidaten behaupten kann, ist nachfolgend zu lesen.

Lieferumfang:
Das Netzteil befindet sich in einer ansprechenden, silbernen Kartonverpackung, auf welcher diesbezügliche Features in englischer Sprache aufgedruckt sind. Eine Schaumstoffkonstruktion im Inneren der Verpackung schützt das recht robuste Netzteil vor transportbedingter Beschädigung. Ein kleines Päckchen SilicaGel soll das wertvolle Gut zudem vor Luftfeuchtigkeit schützen. Neben dem standardgemäßen Kaltgeräte-Anschlusskabel und 4 silbernen Gehäuseschrauben, liegt dem Produkt nichts außergewöhnliches bei. Das detailierte, in englischer Sprache verfasste Users Manual, rundet den Lieferumfang ab.

Technische Daten:

  • Hersteller : Silver Stone
  • Typ : SST-ST30NF
  • Layout : Fanless
  • Chassis : Aluminium massiv
  • Power Factor Correction : aktiv
  • S-ATA Ready : ja / 2 Anschlüsse
  • Größe : ca. 150 x 86 x 140 mm
  • Gewicht : ca. 2500 Gramm
  • Gesamtleistung : 300 Watt
  • Verkaufspreis : ca. EUR 159,00
  • Bezugsquelle : ichbinleise.de
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Details:
Das lüfterlose Silver Stone SST-ST30NF fällt vor allem durch seine kompakte Bauform und die rings herum eingelassenen Kühlrippen auf. Zu dem wurde die Oberfäche des Netzteils glasgeperlt, wodurch sich die Kühlfläche vorteilhaft vergrößert. Der aus zwei Halbschalen bestehende Grundkorpus aus massivem Aluminium, trägt einen nicht unerheblichen Teil des hohen Gesamtgewichts von ca. 2,5 kg bei. Im Inneren des Netzteils befinden sich zwei massive Kühlkörper, welche mit dem Gehäusekorpus und dem hinten liegenden Kühlkörper verbunden sind. Für letzteres wurde sogar auf eine Heatpipe zurückgegriffen. Somit wird die Abwärme der im Innenraum mit den Kühlkörpern verbundenen Bauteile sehr effektiv und gleichmäßig auf das komplette Gehäuse übertragen. Leider kann auch bei diesem Netzteil konstruktionsbedingt nur ein Bruchteil der Gesamtwärme über die verhältnismäßig kleine Kühloberfläche der Netzteilrückseite aus dem Gehäuse abgeführt werden. Lüftungsöffnungen befinden sich lediglich in der Unterseite und in der Rückwand. Dadurch kann die Luft nur schwer entweichen und es entstehen Warmluftpolster im Inneren des Netzteils. Die Oberflächentemperatur des Netzteils, steigt nach mehrstündiger Volllast im geschlossenen Tower ohne Gehäuselüfter bis auf 57°C an und liegt damit noch 3°C niedriger als beim Silentium! SPS360A. Auf der Rückseite des Netzteils, befindet sich eine Temperatur- und eine Status-LED. Mit der Temperatur-LED lässt sich die Wärmeentwicklung des Netzteils überprüfen. Bei einer Netzteiltemperatur von mehr als 55°C, wechselt sie ihre Farbe von grün auf rot. Die Status-LED signalisiert den Betriebszustand des Netzteils. In Betrieb leuchtet die LED grün, auf Stand by orange und bei aufgetretenem Fehler rot. Für einen sicheren Betrieb sorgen Überstrom-, Überspannung-, Übertemperatur- und Überlastschutz. Was leider nicht bei allen aktuellen Netzteilen der Fall ist. Die Verarbeitung des Netzteils ist sehr ordentlich und gab keinen Anlass zur Kritik. Durch die außergewöhnliche Oberfläche und den seitlich eingelassenen Silver Stone Schriftzug, wirkt es optisch betrachtet recht ansprechend. Bei der Korrektur des Leistungsfaktors, schlägt man im Gegensatz zu machen Konkurrenzprodukten, den effizienteren aktiven Weg ein. Mit einer Gesamtleistung von 300 Watt, wird das Netzteil leider nicht allen derzeitigen Anforderungen leistungsstarker Systeme gerecht. Für durchschnittlich ausgestattete PCs und insbesondere Silent-Systeme, stellt es jedoch genügend Reserven zur Verfügung. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem erfreulich langen und teils ummantelten Kabelstrang-Satz auf. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 53 cm (20-Pin ATX Anschluss), 1 x Kabelstrang 53 cm (4-poliger 12 Volt P4 Anschluss & Secondary Power Anschluss), 2 x Kabelstrang 90 cm (je 2 x 5 1/4" Anschluss & 1 x 3 1/2" Anschluss), 1 x Kabelstrang 76 cm (2 x 5 1/4" Anschluss) und 2 x Kabelstrang 52 cm (je 1 x S-ATA Anschluss).

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Spannungstabilität:
Gäbe es keine Vorschriften und Toleranzen, an welche sich die Hersteller von Computer Komponenten gemäß der aktuellen ATX Norm halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Bedenkt man, aus wie vielen Bauteilen ein solches System zusammengestellt ist, erscheint dies auch äußerst sinnvoll. Besonders bei Netzteilen würde sich eine Abweichung folgeschwer auf alle zu versorgenden Komponenten auswirken. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils eine Stunde im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominateste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporatisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.

Allgemein gilt, dass bei der Verwendung eines AMD System großer Wert auf eine stabile und starke +5,0 Volt Leitung gelegt werden sollte. Zeigen Netzteile unter Volllast hier einen massiven Spannungseinbruch auf, kann es leicht zu Systeminkompatibilitäten kommen. Bei einem Intel System ist hingegen ein Netzteil mit einer starken +12,0 Volt Leitung zu empfehlen.

Was die Spannungsstabilität betrifft, zeigte sich das Silver Stone SST-ST30NF von einer guten Seite. Die Auswertung der Logfiles, welche über den kompletten mehrstündigen Testbetrieb vorlagen, offerierten keinerlei nenneswerter Schwankungen der relevanten Spannungsleitungen. Die ermittelten Werte lagen selbst unter Volllast vorbildlich nah am Sollwert.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die zum Großteil mit einem einzigen, niedrig drehenden 80mm Lüfter ausgerüsteten Modelle stoßen dabei an ihre Grenzen. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 Cfm, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteil im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.

Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem speziell für Silent Kühler konzipierten System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne einen empfohlenen, einblasenden, aktiven Gehäuselüfter. Lediglich mit einem Ultra-Silent Kühler ausgerüstet, muss das Netzteil seine Kühleigenschaften unter Beweis stellen. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils eine Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Prozessorauslastung - und eine weitere Stunde im simulierten Volllast Betrieb durch das Programm Prime 95. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 85°C ernsthafte Instabilitäten.

Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.

Langzeittests brachten in der Folge allerdings auch neue Erfahrungen mit sich. Im Falle von modifizierten Silent Single-Lüfter Netzteilen gab es diverse Ausfälle oder Störungen. Vereinzelt waren Totalausfälle durch vertrocknete Kondensatoren festzustellen. Ursächlich ist dies auf zu geringe Kühlung zurückzuführen bzw. die Kondensatoren sind dauerhaft für die höhere Wärmebelastung nicht ausgelegt.

Auch im Falle des Silver Stone SST-ST30NF, ist die Kühlleistung ein schwer beschreibbarer Punkt. In der Regel tragen lüfterlose Netzteile eher zur Erwärmung als zur Kühlung des Systems bei und können gerade mal einen Teil der Eigenwärme abführen. Dies wird durch die hohen Prozessor- und Gehäusetemperaturn deutlich. Letztere stellen sich in Wirklichkeit sogar als deutlich höher heraus, als über das Mainboard selbst messbar ist. Dadurch, dass die erwärmte Luft nach oben steigt und nicht entweichen kann, sind die Temperaturen im oberen Gehäusebereich deutlich höher als dort, wo der Messfühler des Mainboards sitzt. Für ein lüfterloses Netzteil lagen die an der Oberfläche gemessenen Temperaturen mit maximal 57°C jedoch noch im grünen Bereich. Unter anderem durch die integrierte Heatpipe, verteilte sich die Wärme sehr gleichmäßig auf das Netzteilchassis, weshalb keine größeren Temperaturunterschiede als 2°C ermittelt wurden. Im Inneren des Netzteils, lag die Temperatur mit ca. 60°C erwartungsgemäß etwas höher. Ein völlig lüfterloses System bleibt daher zumindest bei der Verwendung von aktuellen Prozessoren und Grafikkarten in herkömmlichen Gehäusen eine Fiktion. In einem gut belüfteten Gehäuse mit einem ausblasenden 120 mm Lüfter, ist jedoch ein vernünftiges Gesamtresultat erzielbar.

Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.


* niedrigste Lüftereinstellung                                                                                                                  

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquellen lediglich ein Ultra-Silent Kühler und eine entkoppelte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflussen. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, arbeitsplatzkonformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Auch das Silver Stone SST-ST30NF wurde vor dem Einbau in den Testrechner zunächst mittels Antec Netzteiltester Offline betrieben. Bei einer minimalen Last von 20 Watt, konnten auch bei genauem Hinhören keinerlei Geräusche festgestellt werden. Auch im eingebauten Zustand, bei deutlich höheren Lastströmen, änderte sich dieser Zustand nicht. Damit ist es neben dem Silentium! SPS360A, das zweite von bislang vier getesteten Passivnetzteilen, welches das Prädikat "lautlos" zu Recht tragen darf.

Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.


* niedrigste Lüftereinstellung                                                                                                                  

Testrechner:

  • Mainboard : Epox 8K3A+ ( passiv )
  • Prozessor : AMD Athlon XP 2200+ Thoroughbred A ( 67.9 Watt )
  • Kühler : MR Variokühler AX-7 Dirkvader-Edition ( Papst 8412 N/2GL, schwingend gelagert )
  • Kontaktmittel : Cooler Master Premium Compound ( by Shin Etsu )
  • Arbeitsspeicher : 512 MByte Corsair XMS-3000 CL2
  • Grafikkarte : Hercules Prophet Radeon 9700 Pro ( passiv, Zalman ZM80A-HP )
  • Festplatte : Samsung SV0802N ( A Conto No Vibes III )
  • Gehäuse : Chieftec CS-601 ( Stahlblech, geschlossen )
  • Gehäuseventilation : passiv ( keine Gehäuseüfter )
  • Laufwerke : 48-fach Lite-On CD Brenner, 16-fach Lite-On DVD, TEAC Floppy Disk
  • Datenträgerverbindung : Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem : MS Windows 98 SE ( ohne ACPI )
  • Software : Motherboard Monitor, Prime 95
  • Zimmertemperatur : 19,0°C ( Abweichung < 0,5°C )

Fazit:
Das Silver Stone SST-30NF zeigt eindrucksvoll auf, dass die Entwicklung von lüfterlosen Netzteilen, noch lange nicht zum Stillstand gekommen ist. Keines der bislang getesteten Passivnetzteilen, gibt die Wärme effektiver an das Netzteilchassis ab. Der Großteil der Abwärme wird mittels integrierter Heatpipe an den rückseitig angebrachten Kühlkörper abgegeben. Hier hätten wir uns jedoch einen etwas üppiger bemessenen Kühlkörper gewünscht, welcher spekulativ zu einer besseren Wärmeabfuhr beigetragen hätte. Wer die Vorzüge des absolut lautlosen Silver Stone SST-ST30NF Netzteils ausspielen will, sollte schon etwas Erfahrung im Silencen mitbringen. Das Konzept - lautes Netzteil raus und lüfterloses Netzteil rein - könnte sonst schnell mit Instabilitäten und Abstürzen behaftet sein. Ein gut be- und entlüftetes Gehäuse, ist wie bei allen lüfterlosen Netzteilen auch hier Pflichtprogramm. Mit einem ausblasenden, niedrig drehenden 120 mm Lüfter kann das Netzeil jedoch in durchschnittlich ausgestatteten Systemen problemlos betrieben werden. Das Netzteil ist sehr kompakt bemessen und findet sogar im kleinsten Tower Platz. In der Praxis zeigte sich das Netzteil auch nach einer Woche Dauerbetrieb im lüfterlosen und geschlossenen Gehäuse noch bombenstabil und wurde selbst unter Volllast nicht wärmer als 57°C. Mit einem Kaufpreis von ca. EUR 159,00 ist es das bislang günstigste Passivnetzteil im gesamten Testfeld. Dennoch wartet es mit aktiver PFC und einigen Gimmicks auf. Auf der Rückseite befinden sich beispielsweise zwei Status LEDs, mit welchen die Temperatur und der Betriebsmodus überprüft werden können. Obwohl die Gesamtleistung von 300 Watt für herkömmliche PC-Systeme und insbesondere Silent-Systeme ausreichen dürfte, wären ein paar Reserven wünschenswert gewesen. Ob noch ein leistungsfähigeres Modell nachrückt, ist bislang unklar. Auf jeden Fall hat der Kandidat einen durchaus positiven Eindruck hinterlassen, weshalb das Silver Stone SST-ST30NF in der Summe aller Attribute eine Empfehlung wert ist. Allerdings sollte man sich vor dem Kauf über den richtigen Umgang mit Passivnetzteilen im Allgemeinen informieren.

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt dem Geschäftsführer von MR Computertechnik GmbH - Herrn Michael Ruoff.

Links zum Thema:
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