Vorwort:
Aus dem Segment der Home Theater Personal Computer (
HTPC) sind externe Netzteile gar nicht mehr weg zu denken. Die auf ein Minimum reduzierten und äußerst kompakt bemessenen HTPC- bzw. Barebone-Systeme profitieren insbesondere von der geringen Baugröße der kleinen Stromwandler. Ein elementarer Vorteil besteht darin, dass sie das System deutlich weniger aufwärmen als beispielsweise ein passiv ausgelegtes ATX-Netzteil. Durch die Arbeitsteilung - der AC/DC-Wandler sitzt außerhalb und der DC/DC-Wandler sitzt innerhalb des PC's - wird im Gehäuse nur ein Teil der Wärme abgegeben. Der externe Stromwandler ist vergleichbar mit einem Laptop Netzteil und wandelt lediglich 220V Wechselstrom (AC) in 12V Gleichstrom (DC) um. Nur der DC/DC-Wandler sitzt im Inneren des Gehäuses und stellt die benötigten Spannungen (moduliert) zur Verfügung. Der Hersteller
Shuttle bietet neuerdings ein entsprechendes Netzteil an. Das Shuttle XPC Accessory PC62 ist zum Austausch des originalen Netzteils bei einer Reihe von kompatiblen Shuttle XPC's gedacht. Es ist kompatibel mit Shuttle XPC Modellen, die ein G-, G2- oder G5-Gehäuse haben und auch mit dem Modell ST61G4. Es ist jedoch nicht kompatibel mit SD11G5, SS58G2, SK83G, SN85G4, SN95G5 und ST20G5. Das Set besteht aus einem externen AC/DC-Adapter und einem internen DC/DC-Wandler, die beide im 100% geräuschlosen, lüfterlosen Design gebaut sind. Die maximale Ausgangsleistung beträgt 200W und der Wirkungsgrad soll bei ca. 90% liegen. Es ist vorbereitet für das
Energy Star V4.0 Logo. Das PC62 bietet sich als ideale Lösung für Anwendungen in besonders geräuschempfindlicher Umgebung - wie z.B. Media-Center im Wohnzimmer oder einem ruhigen Büro - an. Als empfohlenen Verkaufspreis gibt der Hersteller EUR 116,00 an, was als moderat bezeichnet werden kann. Der
Straßenpreis dürfte auch hier wieder deutlich niedriger liegen. Obwohl das Shuttle XPC Accessory PC62 Netzteil speziell für die hauseigenen PC-Systeme konzipiert wurde, sollten keinerlei Probleme beim Betrieb in einem herkömmlichen System zu erwarten sein. Etwaige Zweifel soll der Praxistest aus der Welt schaffen. Inwiefern sich der zweckentfremdete Prüfling in unserer Testumgebung schlägt, ist nachfolgend zu lesen.
Lieferumfang:
Da es sich beim Shuttle XPC Accessory PC62 Netzteil um ein recht spezielles Produkt handelt, welches nicht im Verkaufsregal auf Kunden lauern muss, hat der Hersteller auf eine Aufmerksamkeit erregende Verpackung verzichtet. Die langweilig, neutrale Verpackung kommt aber zumindest der Umwelt zu Gute. In der 300 x 260 x 30mm großen Kartonage befinden sich zwei weitere kleine Kartonagen, in welchen sich jeweils der interne und der externe Wandler befinden. Ein Kaltgeräte-Anschlusskabel, sowie eine Bedienungsanleitung gibt es nicht. Lediglich 3 Gehäuseschrauben zum Befestigen des internen Wandlers liegen als "Zubehör" bei. Unterm Strich kann der Prüfling in dieser - wenn auch nur wenig relevanten - Kategorie nicht wirklich glänzen.
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Technische Daten:
- Hersteller: Shuttle
- Modell: XPC Accessory PC62
- Layout: Extern / Fanless
- Blindstromkompensation (PFC): k.A.
- Wirkungsgrad / 80Plus: ca. 90% / nein
- Gesamtleistung: 200W
- Größe: 190x45x82mm / 200x45x98mm
- Gewicht: 492 / 1.384 Gramm
- Verkaufspreis (EUR): ca. 116,00
- Bezugsquelle:
Shuttle Europe
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Details:
Mit einem herkömmlichen ATX-Netzteil hat das Shuttle XPC Accessory PC62 nur noch wenig Gemeinsamkeiten. Es wurde primär für den Austausch des werkseitig vorhandenen Netzteils von Shuttle XPC Systemen konzipiert, um das Gesamtbetriebsgeräusch zu reduzieren. Dass es mit ein paar Handgriffen auch in herkömmlichen Systemen eingesetzt werden kann, ist ein positiver Nebeneffekt, der den Kundenkreis dezent erweitern dürfte. Dass das Netzteil über keine zweite +12V Leitung verfügt und auch sonst keine vergleichbaren Features und Ausstattungsmerkmale wie aktuelle ATX-Netzteile bietet, sind die größten Nachteile des Prüflings. Das Shuttle XPC Accessory PC62 Netzteil besteht aus zwei Wandlereinheiten. Eine davon sitzt außerhalb und eine innerhalb des PC-Systems. Der externe AC/DC-Wandler trägt die Bezeichnung SADP-220DBB und kommt aus dem Hause Delta Electronics. Seine Maße sind 200x45x98mm und sein Gewicht beträgt 1.384 Gramm. Er wandelt den im Haushalt üblichen 220V Wechselstrom (AC) in 12V Gleichstrom (DC) mit einer Stromstärke von 18A um. Verbindung zum internen Wandler stellt ein 220cm langes und mit zwei Ferritkernen ummanteltes Stromkabel mit 6-Pin Stecker her. Einen Ein/Aus-Schalter gibt es leider nicht. Mit einem Stromverbrauch von ca. 1,2W ist dies aber noch verschmerzbar. Ansonsten schafft eine abschaltbare Netzstromleiste Abhilfe. Beim internen DC/DC-Wandler CP15 scheint es sich um ein eigenständiges Shuttle Produkt zu handeln. Mit den Maßen 190x45x82mm ist es ähnlich groß, aber mit 492 Gramm deutlich leichter als der außen liegende Spielgefährte. Er wartet mit einem Blitzsauberen Innenaufbau auf und verfügt u.a. über vergossene Schwingspulen. Die kompakte Bauform ermöglicht die Integration in nahezu jedes denkbare Gehäuse, zumal sich bei Bedarf die nochmals deutlich kleinere Platine herausnehmen lässt. Abstriche müssen jedoch bei der Anschlussvielfalt und der
Kabellänge hingenommen werden. Ohne eine Kabelverlängerung für den 24-poligen ATX Stecker und den 4-Pin 12V Anschluss ist der Betrieb in einem herkömmlichen System kaum möglich. Die Funktion der zweiten Anschlussbuchse (rund/3-Pin) ist leider nicht beschrieben. Spekulativ lässt sich anderer externer Wandler anschließen. Die Spezifikationen der Wandler hält der Hersteller in Form eines
pdf-Dokuments zum Download bereit. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem sehr kurzen (XPC spezifisch) und sparsam ausgefallenen Kabelstrangsatz auf. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 9,5cm (20-Pin ATX Stecker), 1 x Kabelstrang 6,5cm (4-Pin 12V Mainboard Stecker), 1 x Kabelstrang 30cm (2 x S-ATA Stecker), 2 x Kabelstrang 60 cm (2 x 5 1/4" Stecker) und 1 x Kabelstrang 35cm (1 x 5 1/4“ Stecker, 1 x 3 1/2“ Stecker).
Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause
Groneberg. Bei den unten aufgeführten Werten handelt es sich um Bruttowerte. Der Stromverbrauch des Energie Monitor (ca. 0,8W) muss noch herausgerechnet werden.
Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehrere Rechner betreibt sollte sich genau überlegen inwiefern Geiz geil ist.
Das Shuttle XPC Accessory PC62 Netzteil wartet mit einem überdurchschnittlich hohen Wirkungsgrad auf und entspricht den gewachsenen wirtschaftlichen Forderungen der Käuferschaft. Aber auch wenn das Netzteil ohne Mühe den 6. Platz dieser Kategorie belegt, erscheinen die vom Hersteller angegebenen 90% etwas mehr Wunsch als Realität zu sein. Im Leerlauf (hochgefahrenes System/keine Aktivitäten) zeigt der Energy Monitor 3000 einen Verbrauch von 71,6W an. Unter Volllast (kombinierte CPU- und VGA-Last) steigt der Verbrauch auf 114,0W an. Die Referenzwerte liegen hier im Schnitt ca. 5W niedriger. Der Verbrauch des heruntergefahrenen Systems lässt sich leider nicht in Echtzeit feststellen, da dieser zu sehr variiert. Das gleiche Phänomen wurde beim Artverwandten Kandidaten aus dem Hause ichbinleise festgestellt. Um hier einen genauen Wert zu erhalten, muss dieser über einen längeren Zeitraum erfasst und umgerechnet werden. Letztendlich kommt man auf exakte 2,0W, die sich das heruntergefahrene System genehmigt. So kann man über den fehlenden Ein-/Ausschalter relativ gelassen hinweg sehen.
Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.
Das Shuttle XPC Accessory PC62 Netzteil lies sich in Punkto Stabilität nicht aus der Ruhe bringen. Die Spannungen verhielten sich im Idle- sowie im Load-Betrieb nah am Sollwert und zeigten nur geringe Schwankungen auf. Die Auswertung des Logfiles zeigte keinen Einbruch der Spannungswerte auf. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.36 - 3.38V, 5.19 - 5.21V und 12.11 - 12,24V im grünen Bereich.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.
Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.
Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.
Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.
In puncto Kühlleistung reiht sich das Shuttle XPC Accessory PC62 Netzteil erwartungsgemäß zwischen den leisesten aktiv ventilierten und den "kühlsten" Passivkandidaten ein. Dies liegt zum einen daran, dass durch die außen liegende AC/DC-Wandlereinheit nur ein Teil der Wärme im Gehäuse selbst entsteht und zum anderen, dass die erwärmte Luft durch die nur teils verdeckte
Netzteileinbauöffnung relativ ungebremst abziehen kann. Während der externe AC/DC-Wandler lediglich 35 bis 36°C warm wird, sind beim internen DC/DC-Wandler zwischen 43 und 46°C festzustellen. Die Temperatur des Chassis und der "Abluft" liegen hierbei auf identischem Niveau. Der Kühlkörper im Inneren wird unter Volllast bis zu 68°C warm. Durch ein speziell abgestimmtes Gehäuse-Setup dürften sich die Temperaturen merklich senken lassen. Auch wenn die Temperaturentwicklung insgesamt betrachtet als bedenklich eingestuft werden muss, ist sie doch niedriger als erwartet und bietet die Basis für das eigene do-if-yourself Projekt.
Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.
Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.
Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.
Nicht immer geht eine lüfterlose Bauweise mit einem lautlosen Betrieb einher. Es gibt kaum ein elektronisches Gerät, welches nicht irgendein Geräusch von sich gibt. Bei nahezu jedem Netzteil sind aus nächster Nähe mehr oder weniger stark ausgeprägte Störgeräusche zu vernehmen. Je nach Modell nimmt man diese nach Arbeitplatz konformem Abstand allerdings nicht mehr wahr. Beim Shuttle XPC Accessory PC62 wurden beide Netzteilkomponenten genauestens beurteilt und mit "nicht hörbar" und "keine Störgeräusche" eingestuft. Es gehört damit zu den leisesten Netzteilen die den Praxistest durchlaufen sind. Streng genommen ist es aber nicht 100% Geräuschfrei. Der außen liegende Adapter offeriert einen sehr leisen, tieffrequenten Brumm, der nur bei direktem Ohranliegen bis zu 5cm Abstand wahrgenommen wird. Dies ist unserer Meinung aber kaum erwähnenswert. Dem internen DC/DC-Wandler konnte kein Laut entlockt werden. Note 1!
Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.
Testrechner:
- Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
- Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
- Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
- Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
- Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
- Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
- Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
- Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
- Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
- Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
- Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
- Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
- Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
- Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)
Fazit:
Mit dem XPC Accessory PC62 bietet Shuttle seinen Kunden endlich auch ein lüfterloses Netzteil zum Nachrüsten an. Für einen empfohlenen Verkaufspreis von EUR 116,00 lässt sich das Betriebsgeräusch des vorhandenen XPC Systems mit wenigen Handgriffen drastisch reduzieren. Wie unser Praxistest aufzeigt, lässt sich das Netzteil mit Kabelverlängerungen auch problemlos in herkömmlichen PC-Systemen oder do-it-yourself Projekten einsetzen. Das Temperaturverhalten gestaltet sich ähnlich wie bei artverwandten Netzteilen - z.B. ichbinleise® Extern NT 120W - und reiht sich zwischen den leisesten aktiv ventilierten und „kühlsten“ Passivkandidaten ein. Auch wenn das Chassis des internen Wandlers nur ca. 46°C warm wird, erhitzt sich der Kühlkörper im Inneren unter Last auf bis zu 68°C. Der Betrieb eines langsam drehenden Gehäuselüfters ist daher ratsam. Wer ein Ultra-Low-Power System besitzt und dies absolut lüfterlos betreiben möchte, sollte tunlichst an gute Be- und Entlüftungsöffnungen denken. Was den Wirkungsgrad betrifft, wartet das Shuttle Tandem mit überdurchschnittlich guten Ergebnissen auf und belegt einen sehr guten 6. Platz dieser Kategorie. Die Herstellerseitig angegebenen 90% erscheinen uns jedoch nicht wirklich erreichbar. Bei der Geräuschbeurteilung kann der Prüfling weiter beeindrucken. Beide Komponenten warten mit einem lautlosen Betrieb auf und offerieren keine erwähnenswerten Störgeräusche. So dürfte die Festplatte und der CPU- bzw. Gehäuselüfter zwangsläufig im Fokus weiterer Geräuschreduzierender Maßnahmen stehen. Für lärmempfindliche Besitzer eines Shuttle XPC Systems ist das Accessory PC62 eine wirklich empfehlenswerte Option, zumal kaum entsprechende Alternativen zur Verfügung stehen. Aber auch andere Randgruppen könnten Gefallen an der kompakten Shuttle Netzteilcombo finden. Entdecke die Möglichkeiten!
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