Sharkoon Phasetech SHA350-8PI Review

Sharkoon Phasetech

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Vorwort:
Für alle die sich nicht zwischen einem Netzteil mit aktiver oder einem Netzteil mit passiver Kühlung entscheiden können, hält der Markt eine Zwischenlösung parat. Sie wird auch Semi-Passiv, Semi-Fanless, Hybrid oder teilpassives Netzteil genannt. Diese Modelle wurden mit dem Ziel entwickelt größtenteils lüfterlos zu operieren. Der implementierte Lüfter - auch gerne Notlüfter genannt - wird erst ab einer bestimmten bzw. einer kritischen Kühlkörpertemperatur hinzugeschaltet und schaltet sich nach dem Abkühlen wieder ab. Als wohl erster Vertreter dieser Fraktion darf das Engelking AP2-6300SFC-A bezeichnet werden. Treue Leser werden sich sicherlich noch an unser erstes Netzteil-Special aus dem Jahre 2002 erinnern. Die Anschaffung des Vorreiters schlägt heute immer noch mit stolzen EUR 235,00 zu Buche. Deutlich günstiger bekommt man beispielsweise das Elan Vital Greenerger oder das ichbinleise® green Power Netzteil. Man muss aber Fairerweise erwähnen, dass beide Netzteile zwar dasselbe Ziel verfolgen, dies aber durch eine andere Herangehensweise bzw. Basis realisieren. Neue Akzente - zumindest in preislicher Hinsicht - schafft der taiwanesische Hersteller Sharkoon zu setzen. Mit einem Kaufpreis von nur EUR 47,99 ist das Phasetech SHA350-8PI der bislang günstigste Vertreter dieser Fraktion. Seine spezielle Technologie nennt der Hersteller "Cooling-On-Demand (COD)". Durch eine intelligente Lüfterautomatik soll das Phasetech bis zu einer bestimmten Temperatur völlig geräuschlos ohne Lüfter arbeiten. Erst bei hoher Systemlast, sobald das Netzteil eine Temperatur von 50 Grad erreicht, soll sich der Netzteillüfter hinzuschalten. Ist das Netzteil auf 40 Grad abgekühlt, schaltet sich der Lüfter wieder ab. Inwiefern sich das Sharkoon Phasetech in den Charts platzieren kann und für wenn das Netzteil interessant ist, zeigt der folgende Praxistest.

Lieferumfang:
Das Sharkoon Phasetech SHA350-8PI wird in einer relativ großen Verpackung ausgeliefert. Auf der in den typischen Farben gehaltenen Verpackung befinden sich alle entsprechenden Funktionen des Netzteils aufgedruckt. Im Inneren wurde das Netzteil sicher in der Mitte der Verpackung platziert und die Anschluss-Stränge sowie das Zubehör sauber rechts und links davon separiert. Als Zubehör findet der Käufer das obligatorische Kaltgeräte-Anschlusskabel, 4 Rändelschrauben, 4 Gehäuseschrauben und einige Kabelbinder zum Fixieren der Kabelstränge vor. Die Bedienungsanleitung rundet den kargen aber typischen Lieferumfang ab.

Technische Daten:

  • Hersteller: Sharkoon
  • Modell: Phasetech SHA350-8PI
  • Layout: 80 mm Single-Fan (COD)
  • Standards: ATX12V 2.0
  • Blindstromkompensation (PFC): passiv
  • Gesamtleistung: 350 Watt
  • Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 140 mm
  • Gewicht: 1.875 Gramm
  • Verkaufspreis (EUR): ca. 47,99
  • Bezugsquelle: tune2max
Produktlabel - Spezifikationen
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Details:
Das Sharkoon Phasetech SHA350-8PI wirkt rein optisch betrachtet wie ein herkömmliches Standard-Netzteil mit 80 mm Single-Fan Layout. Das Alu-Blechkleid schimmert silber-grau und der hauseigene Lüfter und dessen Schutzgitter sind harmonierend damit in schwarz gehalten. Die Lüftungsöffnungen befinden sich für dieses Layout typisch auf der Rückseite und im Boden des Chassis. Mit der Bezeichnung "Netzteilgehäuse aus Voll-Aluminium" neigte man allerdings etwas zur Übertreibung. Ungewöhnlich ist die Anzahl der Schrauben, mit denen der Deckel verschraubt ist. Normalerweise sind es gerade mal vier Stück. Im Falle des SHA350-8PI kommen gleich zwölf Schrauben zu Einsatz. Vermutlich möchte man durch die höhere Anzahl an Kontakten einen besseren Wärmeübergang realisieren. Das mit dem Kühlkörper verschraubte Chassis soll die Kühloberfläche vergrößern. Die Besonderheit des Sharkoon Phasetech ist jedoch dessen implementierte Cooling-On-Demand (COD) Technologie. Durch diese Lüfterautomatik soll das Netzteil bis zu einer Temperatur von 50°C völlig lüfterlos und somit geräuschfrei arbeiten. Erst dann schaltet sich der integrierte Notlüfter ein. Nachdem die Temperatur wieder auf 40°C gesunken ist, schaltet sich der Lüfter wieder ab. Dieses Szenario ist natürlich stark abhängig davon, welche Lasten an der Elektronik zehren und in welcher Umgebung das Netzteil betrieben wird. Ein Blick ins Innere des Prüflings offenbart ein aufgeräumtes Platinenlayout mit verhältnismäßig kleinen Kühlkörpern. Die Lüfterautomatik nebst Temperatursensor befindet auf dem größeren der beiden L-förmigen Kühlkörpern. Durch das Distanzieren des Sensors ließe sich theoretisch das Eingreifen des Lüfters etwas verzögern. Der 80 mm Lüfter ist leider nicht gelabelt, weshalb sich der Lüftertyp nicht feststellen lässt. Er ist leider nicht gesteckt, sonder fest mit der Lüfterautomatik verlötet und kann nicht ohne weiteres getauscht werden. Ein herausgeführtes Tachosignalkabel ist nicht vorhanden. Die passive PFC-Drossel befindet sich unübersehbar an der Seitenwand verschraubt. Die Verarbeitung ist insgesamt betrachtet gut gelungen. Allerdings wurde der Kontakt zwischen Kühlkörper und Aluminium-Chassis mit einer einzelnen Schraube und ohne Kontaktmittel wenig effektiv realisiert, da nützt auch die umfängliche Verschraubung des Deckels wenig. Auch ohne die Ergebnisse des Praxistests lässt sich erahnen, dass dieses Konzept wohl nicht zufrieden stellend aufgehen wird. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem ausreichend lang bemessenen Kabelstrangsatz - auch für Big-Tower - auf. Die Kabelstränge sind allesamt ummantelt und mit EZ Grip Steckern ausgestattet. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 48 cm (20/24-Pin ATX Stecker), 1 x Kabelstrang 50 cm (4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 1 x Kabelstrang 50 cm (6-Pin PCI-Express Stecker), 2 x Kabelstrang 80 cm (je 2 x 5 1/4" Stecker, 1 x 3 1/2“ Stecker), 1 x Kabelstrang 65 cm (2 x 5 1/4" Stecker) und 1 x Kabelstrang 65 cm (2 x S-ATA Stecker).

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Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause Groneberg.

Die aus der Tabelle hervorgehenden Differenzen stellen sich relativ gravierend dar. Durch das hohe Einsparungspotential erscheint diese Rubrik äußerst sinnvoll und zeitgemäß. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein hoch effizientes Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehr als einen Rechner betreibt sollte sich genau überlegen, welches Netzteil er verwendet.

Aus der Test-Historie geht hervor, das Netzteile mit passiver Blindstromkompensation (PFC) in Punkto Leistungsaufnahme meist schlechter abschneiden als ihre aktiven Kollegen. Daher überrascht die überdurchschnittlich gute Platzierung des Sharkoon Phasetech SHA350-8PI schon ein wenig. Auch wenn es sich nur mit einem hauchdünnem Vorsprung von 0,1 Watt vor das dahinter liegenden Modell schiebt, verdient der zweite Platz durchaus Respekt. Im Idle-Betrieb (hochgefahrenes System/geringe Auslastung) erzielte der Kandidat mit einem gemessenen Verbrauch von 70,2 Watt sogar einen neuen Bestwert. Im Standby-Betrieb (heruntergefahrenes System) konnte das Phasetech mit einem Verbrauch von 2,6 Watt keine Akzente setzen. Der Referenzwert des Fortron Zen entspricht mit 1,4 Watt knapp der Hälfte. Im Load-Betrieb (voll ausgelastetes System) wird ein Verbrauch von 121,0 Watt festgestellt. Insgesamt betrachtet konnte der Prüfling in dieser Kategorie durchaus überzeugen.

Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.

Das Sharkoon Phasetech SHA350-8PI absolvierte alle Stabilitätstests ohne jedwede Probleme aufzuzeigen. Die ermittelten Spannungswerte verhielten sich im Idle (Leerlauf) sowie im Load (Volllast) Betrieb vornehm stabil und bewegten sich mit Ausnahme der +12V Leitung nah am Sollwert. Als höchster Wert wurden +12,63V gemessen, wodurch man sogar knapp außerhalb der 5% Toleranz liegt. Die Auswertung des Logfiles zeigte keinen Einbruch der Spannungsleitungen auf. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.33 - 3.36V, 5.08 - 5.13V und 12.44 - 12,63V mit Ausnahme oben genannten Wertes in der zulässigen Toleranz.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.

Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.

Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.

Das die Kategorie Kühlleistung nicht zu den Stärken des Sharkoon Phasetech SHA350-8PI zählt, bedarf keiner näheren Erklärung. Vor dem eigentlichen Testlauf wurde der maximale Grenzwert für einen dauerhaften Passivbetrieb getestet. Bei einer Umgebungstemperatur von 20°C und mit einer Last von 50,0 Watt blieb die Kühlkörpertemperatur des außerhalb des Gehäuses positionierten Netzteils auf exakt 41°C. Allerdings wird man dieses Szenario auch in einem bis ins Detail optimierten Gehäuse (ohne Lüfter) nicht reproduzieren können. In der Praxis kam es im Idle-Betrieb bei ca. 70W zu regelmäßigen Lüftereinsätzen. Sobald der Kühlkörper eine Temperatur von 46°C erreichte, schaltete sich der 80 mm Lüfter hinzu und kühlte diesen auf 41°C herunter, was ca. 9 Minuten dauerte. Mit 2 ½ Minuten dauert es wesentlich kürzer, bis sich der Kühlkörper wieder auf 46°C erwärmt. Die Lüfter-Uptime liegt damit in unserem System dreimal höher wie die Lüfter-Downtime. Im Volllastbetrieb lief der Lüfter dann sogar permanent. Dies störte völlig überraschend weniger als das ständige up and down.

Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.

Der hauseigene Sharkoon Lüfter arbeitet, insofern der Kühlkörper die entsprechende Temperatur erreicht hat, für ein 80 mm Modell verhältnismäßig leise. Die Drehzahl dürfte sich zwischen 750 u. 1.000 U/min bewegen. Leider macht der Hersteller hierzu keine Angabe. Die gemessenen Werte von 25,2 und 25,4 dB(A) können sich sehen lassen. Außerdem arbeitete der Lüfter weitgehend frei von Nebengeräuschen wie Rasseln oder Surren. Um zu verdeutlichen, dass das Netzteil im Idle-Betrieb teils lüfterlos operiert, wurden in der Tabelle zwei Werte aufgeführt; auch wenn ein Wert von 0 dB(A) physikalisch nicht korrekt ist.

Im externen Betrieb bei geringer Last (ca. 25W) offerierte das Sharkoon SHA350-8PI ein filigranes hochfrequentes Pfeifen, welches aber nur in unmittelbarer Nähe bis zu einem Abstand von 15 cm wahrgenommen wird. Mit zunehmender Last (70W Idle-Betrieb) bis hin zur Volllast (121W Load-Betrieb) nahmen die Störgeräusche jedoch deutlich an Intensität zu und wurden ab ca. 50W von dominanteren Brummgeräuschen überlagert. Diese waren bei Volllast trotz deaktivierten Lüfters noch nach Arbeitsplatz konformen Abstand zu vernehmen; wenn auch nur sehr leise.

Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.

Testrechner:

  • Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
  • Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
  • Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
  • Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
  • Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
  • Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
  • Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
  • Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)

Fazit:
Jemand der ein leises und stromsparendes Netzteil sucht und mit einer schwachen Kühlleistung klar kommt, könnte mit dem Sharkoon Phasetech SHA350-8PI für ca. EUR 47,99 durchaus glücklich werden. Derjenige der sich das Netzteil jedoch aufgrund seiner angepriesenen teilpassiven Eigenschaften zugelegt hat, in der Hoffnung dieses im Idle-Betrieb lüfterlos betreiben zu können, wird allerdings enttäuscht. Dazu fehlen dem Netzteil ein paar elementare Ausstattungsmerkmale. Angefangen mit größeren Kühlkörpern und einem effektiveren Wärmeübergang zum Aluminium-Chassis, hätten sich auch ein paar großflächige Lüftungsschlitze im Deckel des Netzteils positiv auf die Temperatur-entwicklung ausgewirkt. Ein zusätzliches Anheben der Eingreifgrenze auf reale 55 - 60°C Kühlkörpertemperatur hätten die Lüfterdowntime deutlich erhöht. Die durchaus übliche Last von ca. 70W im Idle-Betrieb führt sonst leider zu ständigen Lüftereinsetzen, auch wenn dieser mit ca. 25 dB(A) verhältnismäßig leise operiert. Bei extrem sparsamen Komponenten oder in einem Gehäuse, in dem die Netzteilsektion autark separiert ist, könnte das Konzept eventuell besser aufgehen. In Punkto Leistungsaufnahme und Wirkungsgrad hat das Phasetech hingegen beeindruckende Ergebnisse erzielt und sich mit knappem Vorsprung auf den 2. Platz geschoben. Im Idle-Betrieb wurde mit 70,2 Watt sogar ein neuer Bestwert ermittelt. In dieser Hinsicht eigentlich der optimale Spielgefährte für einen 24/7-Rechner. Dass es mit der Kühlleistung nicht zum Besten steht, weiß man vor der Anschaffung eines solchen Netzteils. Falls der Lüfter anläuft, was in unserem Testszenario sehr häufig der Fall war, ist er für 80 mm Modell mit 25,2 bis 25,4 dB(A) vergleichsweise leise. In einem schlecht ventilierten Gehäuse mit stark Wärme entwickelnden Komponenten, wird auch der Dauereinsatz des implementierten Lüfters nur schwer für eine ausreichende Kühlung sorgen können. Das Sharkoon Phasetech SHA350-8PI ist und bleibt daher ein Nischenprodukt, welches nur in einem gut darauf abgestimmten System (z.B. sehr sparsamer HTPC/Office Rechner) seinen Zweck zufriedenstellend erfüllen kann.

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt dem Geschäftsführer von tune2max - Herrn Henry Kędzior.

Links zum Thema:
Sharkoon [ Hersteller ]
tune2max [ Vertrieb ]

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