Sharkoon HPS2 Review

Sharkoon HPS2

Vorwort:
Vor gut einem Monat offerierte Sharkoon mit dem HPS1 seinen ersten Kühler mit Superconductor-Technologie, welcher auf Anhieb mit guten Testergebnissen aufwartete. Mittlerweile steht mit dem HPS2 ein weiterer Sockel A Kühler mit Wärmeschnellübertrager in den Verkaufsregalen. Das etwas günstigere Modell verfügt jedoch über ein gänzlich abweichendes Layout und ist deutlich kompakter bemessen. Oberflächlich betrachtet ist er mit der etwas kleineren Cooler Master Heatpipe vergleichbar, deren Basis nahezu identisch ist. Der Kühlkörper der HPS2 verfügt jedoch über eine größere Kühloberfläche und wird mit einem 80 mm anstatt eines 60 mm Lüfters ventiliert. Der Größenunterschied zwischen 80 mm Lüfter und 72 x 60 mm Kühlkörper, wird mittels Fanadapter ausgeglichen. Wie beim Cooler Master Pendant, sorgen auch hier zwei kleine Heatpipes dafür, dass die Wärme schnell von der Bodenplatte abgeführt und gleichmäßig auf die Kupferfins verteilt wird. Wenn das in der Theorie gut klingende Konzept aufgeht, dürfte der HPS2 im direkten Vergleich zur Cooler Master Heatpipe nicht nur mit einer besseren Kühlleistung, sondern auch mit einem niedrigeren Betriebsgeräusch aufwarten. Eine weitere Verbesserung stellt die Befestigungsklammer dar, welche alle Sockelnasen umschließt und nicht nur die beiden mittleren belastet. Dennoch sollte der Kühler - bedingt durch sein hohes Gesamtgewicht von knapp 600 Gramm - vor dem Transport ausgebaut werden. Gespannt darf man sein, inwiefern der neueste Sharkoon Spross zum bereits getesteten HPS1 aufschließen kann.

Lieferumfang:
Sharkoon liefert den HPS2 in einer ansprechenden Blister Verpackung in den typischen Farben gelb/schwarz aus. Wie bereits beim HPS1, befindet sich der Lüfter auch hier in einem separaten Fach neben Montageschrauben und einer Spritze silikonhaltiger Wärmeleitpaste. Besonderer Lob darf der Installationsanleitung zu Teil werden. Im DIN A4 Format zeigt die deutsch/englisch sprachige Anleitung ausführlich und mit 12 Kleinbildern dokumentiert auf, wie der Kühler zu montieren ist. Da wird die Montage auch ohne Vorkenntnisse zum Kinderspiel.

Spezifikationen:

  • Hersteller : Sharkoon
  • Modell : HPS2
  • Lüftergröße : 80 x 80 x 25 mm
  • Drehzahl : 2500 U/min
  • Fördermenge : 55,0 m³ (32,35 cfm)
  • Lagerung : Kugellager
  • Geräusch : 22,0 dB(A)
  • Anschluss : 3-Pin Molexstecker inkl. Tachosignal
  • Kühlkörpermaterial : Kupfer
  • Sockelbefestigung : 6-Punkt Befestigungklammer
  • Gesamtgröße : 88 x 82 x 80 mm
  • Gesamtgewicht : ca. 595 Gramm
  • Preis : EUR 29,90
  • Bezugsquelle : Hardware-Rogge

Details:
Der Sharkoon HPS2 verfügt über eine 5 mm starke Bodenplatte aus Kupfer, welche sehr plan gefertigt, aber nicht völlig riefenfrei ist. Die Kühloberfläche wird aus 34 sauber mit der Bodenplatte verlöteten Kupferfins gebildet. Wie bei der etwas kleiner bemessenen Cooler Master Heatpipe, sorgen auch hier zwei 4 mm starke Heatpipes, für die schnelle Abfuhr der Prozessorabwärme, sowie deren gleichmäßige Verteilung auf der Kühloberfläche. Der wesentliche Vorteil im direkten Vergleich zum etwas angestaubten Cooler Master Pendant liegt darin, das Sharkoon einen zeitgemäßen 80 mm Lüfter verwendet. Der schwarze, gut mit dem Design harmonierende Fanadapter aus Aluminium, sorgt lediglich für einen Größenausgleich des Lüfters zum 60 x 72 mm großen Kühlkörper. Obwohl der Lüfter über keinerlei Label verfügt, erkennt der fachkündige Betrachter sofort, dass es sich dabei um ein Modell aus dem Hause Globe Fan mit visible Ball-Bearing handelt. Eine genaue Typenbezeichnung konnte jedoch nicht eruiert werden. Bei der angegebenen Drehzahl von 2500 U/min fördert er 55,0 m3/h und soll dabei nur 22,0 dB(A) laut werden. Das 27 cm lange Anschlusskabel ist mit einem genormten 3-Pin Molex Stecker und einer Tachosignalleitung ausgestattet. Insgesamt betrachtet, ist der Kühler hervorragend verarbeitet und wirkt zudem recht edel. Durch sein kompaktes Layout, empfiehlt sich der Kühler besonders für die Montage auf Mainboards mit mangelndem Platzangebot. Der knapp 600 Gramm schwere Kühler sitzt mittels ergonomisch optimal geformter 6-Punkt Halteklammer zwar sicher auf dem Sockel, sollte vor dem Transport des Rechners jedoch entfernt werden.

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Montage:
Die beiliegende Installationsanleitung gehört zu dem Besten, was bislang einem Kühler beigelegt wurde. In deutsch und englischer Sprache, wird die Montage Schritt für Schritt im DIN A4 Format und umfänglich bebildert dokumentiert. Dennoch wird wie folgt, die Installation aus eigener Sicht beschrieben. Zunächst muss der separat verpackte Globe Fan Lüfter mittels beiliegenden Blechschrauben auf dem Kühlkörper befestigt werden. Nun kann die auf der Kontaktfläche aufgeklebte Schutzfolie entfernt und der Prozessor mit Wärmeleitpaste benetzt werden. Jetzt lässt man die eine Seite der 6-Punkt Halteklammer bei leicht schräg gehaltenem Kühler auf den Sockelnasen einrasten und richtet den Kühler mittig auf dem Prozessor aus. Abschließend kann die Verschluss-Seite der Halteklammer mit blosen Händen an den gegenüberliegenden Sockelnasen arretieren werden. Durch die ergonomisch optimal geformte 6-Punkt Halteklammer, gelingt die Montage sowie Demontage äußerst vorbildlich. Der dabei erzeugte Anpressdruck ist straff, aber nicht zu fest. Obwohl das zum Test verwendete Epox 8K3A+ über diverse hohe Kondensatoren in unmittelbarer Nähe des Sockels verfügt, kam es zu keinerlei diesbezüglichen Konflikten. Auch bei anderen, bzgl. des Platzangebots kritischen Mainboards, dürfte der kompakte HPS2 keine Montageprobleme aufwerfen. Mit einem Gewicht von 600 Gramm liegt der Sharkoon HPS2 - wie die meisten Kühler - deutlich außerhalb der Spezifikationen und sollte zur Sicherheit vor dem Transport des PCs ausgebaut werden.

Kühlleistung:
Um die Leistungsfähigkeit des Kühlers zu ermitteln, wird dieser nicht einfach nur auf einer offenen Kühlerprüfstation getestet, sondern prasixnah in einem speziell für Silent-Kühler aufgebauten System. Ohne zusätzliche Gehäuselüfter und lediglich mit einem Ultra-Silent Netzteil bestückt, werden alle Kühler in diesem System unter exakt gleichen Bedingungen getestet. Der gut isolierte Messraum befindet sich im Erdgeschoss und bietet im Sommer sowie im Winter optimale Testbedingungen bei gleichbleibender Umgebungstemperatur. Damit die teils filigranen Temperaturunterschiede aufgezeigt werden können, wird stets die gleiche Wärmeleitpaste verwendet. Bei den angegebenen Temperaturwerten handelt es sich um tatsächliche Prozessorkerntemperaturen. Diese liegen in der Regel etwa 25% höher als bei Mainboards, welche die Prozessortemperatur über einen Temperaturfühler im Sockel auslesen. So beginnt der kritische Bereich bei der im Test verwendeten Mainboard/Prozessor Kombination erst bei 85°C. Bei der Verwendung von Gehäuselüftern nach ATX Spezifikation, stellt sich die Kühlleistung der getesteten Kühler theoretisch 7 bis 9°C besser dar.

Obwohl Sharkoon offensichtlich das Beste aus dem Layout herauskitzelt, kann der HPS2 kühlleistungsseitig nicht zum stärkeren HPS1 aufschließen. In den hauptsächlich aus High End Kühlern bestehenden Charts, reicht es dennoch für eine gute Platzierung im Mittelfeld.

Als Referenz dieser Kategorie dient das Messergebnis des SP-97 Kühlkörpers aus dem Hause Thermalright - in Kombination mit einem Vantec Tornado High-Speed Lüfter. Mit dieser Combo wurden die bisher niedrigsten Prozessortemperaturen in diesem Testrechner erzielt.

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse und arbeitsplatzkonformen Abstand - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquellen lediglich ein Ultra-Silent Netzteil und eine entkoppelte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Kühlers nicht beeinflussen. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Der angegebene Schallpegel von 22,0 dB(A) konnte wie vermutet in der Praxis nicht bestätigt werden. Im 12 Volt Betrieb wurde bei 2750 U/min ein Schallpegel von 30.8 dB(A) ermittelt. Der Otto-Normalverbraucher wird das Betriebsgeräusch sicherlich noch als angenehm bezeichnen. Für Silent Begeisterte wird der Kühler aber erst ab einer reduzierten Betriebsspannung von 7 Volt interessant. Hier geht der Lüfter mit 26,0 dB(A) bei 1800 U/min deutlich leiser zu Werke, auch wenn er dabei immer noch wahrzunehmen ist. Richtig still und damit kaum mehr hörbar wird die Kühlerkombo im 5 Volt Betrieb, welcher allerdings bei der Verwendung von leistungsstarken Prozessoren weniger anzuraten ist.

Als Referenz dieser Kategorie dient das Messergebnis des MR Variokühler AX-7 Dirkvader-Edition aus dem Hause MR Computertechnik, welcher das bislang niedrigste Betriebsgeräusch im direkten 12 Volt Betrieb offerierte.

Testrechner:

  • Motherboard : Epox 8K3A+ ( Chipsatz passiv )
  • Prozessor : AMD Athlon XP 2200+ Thoroughbred A ( 67.9 Watt )
  • Kontaktmittel : Cooler Master Premium Compound ( by Shin Etsu )
  • Speicher : 256 MB Corsair XMS-3000 CL2
  • Grafikkarte : Radeon 9000 Pro 128MB ( Zalman ZM80A-HP )
  • Festplatte : Samsung SV0802N ( ichbinleise® Box HDD 10 )
  • Gehäuse : Chieftec CS-601 ( Stahlblech / geschlossen )
  • Netzteil : A Conto NoiseMagic Enermax 1500 ( Ultra-Silent )
  • Gehäuseventilation : keine Gehäuselüfter
  • Datenträgerverbindung : Rounded-Silver-Cable
  • Betriebssystem : Microsoft Windows 98 SE ( ohne ACPI )
  • Software : Motherboard Monitor, Prime 95
  • Zimmertemperatur : 19°C ( Abweichung < 0.5°C )

Fazit:
Angesichts der durchwegs positiven Ergebnisse, kann man das Preis-Leistungsverhältnis des Sharkoon HPS2 als durchaus angemessen bezeichnen. Für einen Kaufpreis von EUR 29,90 erhält man eine bessere Cooler Master Heatpipe mit zeitgemäßer Lüfterbestückung. An der Verarbeitung des Kühlers, sowie dessen Installation gab es keine Kritik zu äußern. Der Kühler ist handwerklich nahezu perfekt gefertigt und lässt sich mit Hilfe der überragenden Installationsanleitung, auch ohne zusätzliches Werkzeug, problemlos montieren. Obwohl Sharkoon kühlleistungsseitig sicherlich das Beste aus dem Layout herauskitzelt, kann der HPS2 bei weitem nicht zum deutlich stärkeren HPS1 aufschließen. Einen sehr guten Platz im Mittelfeld konnte sich dieser jedoch problemlos sichern. In Punkto Betriebsgeräusch, kann der Sharkoon HPS2 durchaus noch als Silent Kühler bezeichnet werden. Im 12 Volt Betrieb, wartet er mit einem für Otto-Normalverbraucher angenehm einzustufenden Betriebsgeräusch auf. Der Silent Begeisterte, wird jedoch erst mit einer reduzierten Betriebsspannung von weniger als 7 Volt zufrieden sein, bei welcher das Säuseln des Lüfters nur noch schwach wahrgenommen wird. Durch den relativ geringen Preisunterschied zum Topmodell HPS1, welches mit einer deutlich besseren Kühlleistung bei nahezu gleichem Betriebsgeräusch aufwartet, wird es der kleine Heatpipe Kühler allerdings schwer haben, ein große Käuferschaft anzusprechen. Obwohl Sharkoon mit dem HPS2 einen durchwegs gelungenen Kühler abliefert, ist man mit dem Topmodell HPS1 insgesamt betrachtet besser beraten. Dennoch erscheint eine Kaufempfehlung durchaus angebracht.

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt dem Geschäftsführer von Hardware-Rogge - Herrn Daniel Rogge.

Links zum Thema:
Hardware-Rogge [ Vertrieb ]
Sharkoon [ Hersteller ]

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