Seasonic S12II-330W Review
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Vorwort:
Lieferumfang:
Das Seasonic S12II-330 macht bereits auf den ersten Blick einen sehr wertigen Eindruck. Dem sauber verarbeiteten Stahlblech-Chassis wurde eine schwarze Pulverbeschichtung zu Teil. Somit verzeiht die rauhe Oberfläche so manchen Feindkontakt eher als eine einfache Lackierung. Wie bei Seasonic üblich wurde der Deckel des Netzteils mit dem Boden "verzapft". Gegenüber der einfachen Falzmethode stellt sich das Chassis hierdurch als deutlich solider dar. Die Luftaustrittsöffnungen folgen dem Beispiel der Natur und haben die Form von Bienenwaben, was sich positiv auf die EMV und den Luftstrom auswirkt. Den neugierigen Betrachter erwartet nach dem Öffnen des Deckels ein aufgeräumtes Platinenlayout. In den +12V Schaltkreisen kommen hochtemperaturbeständige Kondensatoren zum Einsatz, wodurch unter anderem eine höhere Betriebslebensdauer erzielt werden soll. Die aus Aluminium gefertigten Kühlkörper sind von einfacher Natur und wurden gefalzt um dem Kühlluftstrom eine größere Angriffsfläche zu bieten. Dieser wird durch einen alten Bekannten aus dem Hause Adda realisiert. Der Kugelgelagerte 120 mm Lüfter des Typs AD1212MB-A71GL kam beispielsweise auch im Zalman ZM600-HP zum Einsatz. Näheres zum Aufbau der Typenbezeichnung erfährt der Interessierte hier. Wer die Spezifikationen des Lüfters nachlesen will, kann auf der Webseite des Herstellers das ensprechende pdf-Dokument herunterladen. Der Lüfter ist mittels 2-Pin Anschluss mit der Platine verbunden und kann im Falle eines Defekts auch ohne Erfahrung im Löten ausgetauscht werden. Mit dem gegenüber der Vorgängerserie um 250 U/min schnelleren Modell möchte man scheinbar die Kühlleistung und insbesondere die Langlebigkeit erhöhen. Das Seasonic S12II-330 verfügt über eine Gesamtleistung von 330 Watt bei einem Wirkungsgrad von bis zu 85%. Der Faktor der aktiven Blindstromkompensation (PFC) wird mit 0.99 angegeben. Dem ATX12V2.2 Standard entsprechend stellt der Prüfling zwei voneinander unabhängige +12V Schaltkreise zur Verfügung. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem ausreichend lang bemessenen Kabelstrangsatz - auch für Big Tower - auf. Alle Kabelstränge sind komplett mit Gewebe ummantelt. Die sauber konfektionieren Easy-Swap Stecker ermöglichen das einfache Anschließen der Komponenten ohne Kraftaufwand. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 Kabelstrang 48 cm (20/24-Pin ATX Stecker), 1 Kabelstrang 50 cm (4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 1 Kabelstrang 55 cm (PCI-Express Stecker), 2 Kabelstränge 60/80 cm (je 3 x 5 1/4" Stecker) und 2 Kabelstränge 48/60 cm (je 2 x S-ATA Stecker). Etwaige Altgeräte wie Diskettenlaufwerke o.ä. können mittels beiliegendem 5 ¼“ auf 3 ½“ Adapterkabel (2 x 10 cm) versorgt werden.
Leistungsaufnahme:
Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehrere Rechner betreibt sollte sich genau überlegen inwiefern Geiz geil ist. Das Seasonic S12II-330 hält was das "80 Plus" Logo verspricht. Es wartet mit einem insgesamt betrachtet hervorragenden Wirkungsgrad auf. Mit hauchdünnem Abstand reiht es sich hinter dem Magic Power MPI-815H auf Platz 5 in den Charts ein. Unter Volllast (kombinierte CPU- und VGA-Last) zeigt uns der Energy Monitor einen guten Verbrauchswert von 118W an. Im Leerlauf (hochgefahrenes System/keine Aktivitäten) begnügt sich das Testsystem mit gerade einmal 70,4W. Wird das System heruntergefahren, zieht es noch 2,4W aus der Steckdose. Kein schlechter Wert, aber auch kein besonders guter. Hier hätten wir uns lieber eine 1 vor dem Komma gewünscht.
Spannungsstabilität:
Zur Ermittlung der Spannungsstabilität absolviert der Prüfling wie immer einen protokollierten 24h-Dauerlasttest. Die Auswertung der Logfiles ließ keine nennenswerte Spannungsschwankung oder gar Spannungseinbruch erkennen. Die Spannungswerte verhielten sich sehr stabil und bewegten sich - mit Ausnahme der +12V-Leitung - sehr nah am Sollwert. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.26 - 3.28V, 5.03 - 5.05V und 12.44 - 12.48V deutlich in der zulässigen Toleranz. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.
Kühlleistung:
Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten. Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur. Wie bereits erwähnt kommt im S12II-330 ein etwas stärkeres Lüftermodell zum Einsatz. Die Parameter der Lüftersteuerung (Smart & Silent Fan Control) wurden vermutlich beibehalten. Hierdurch dreht sich der Ventilator unter gleichen Bedingungen einen Hauch schneller, was zu minimal besseren Ergebnissen in der Kühlleistung führt. Sehr weit kann sich der Prüfling jedoch nicht von seinem Kollegen der vorherigen Serie absetzen. Er ordnet sich gerade mal zwei Plätze über diesen ein. Bei der subjektiven Beurteilung reicht es daher auch nur für die Note "befriedigend". In leistungsstarken Systemen wird ein zusätzlicher Gehäuselüfter von Nöten sein. Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.
Geräuschmessung:
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden. Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt. In punkto Betriebsgeräusch kann das Seasonic S12II-330 überzeugen. Auch wenn die Messergebnisse durch den etwas stärker ausgelegten Lüfter etwas höher liegen als beim Vorgänger. Der Hersteller wird wissen, warum er diese Maßnahme ergriffen hat. Mit gemessenen 25,1 dB(A) im Leerlauf und 25,4 dB(A) unter Volllast kann das Betriebsgeräusch als sehr angenehm bzw. kaum hörbar eingestuft werden. Der sonst sehr neutral agierende Adda Lüfter werkelt weitgehend frei von Nebengeräuschen. Lediglich ein sehr filigranes Rasseln lässt sich aus nächster Nähe vernehmen. Über die Elektronik gibt es ebenfalls positives zu berichten. Hier schwankte der subjektive Eindruck zwischen "keine" und "sehr gering". In der Tat war ein extrem leises Surren bzw. Brummen wahrzunehmen, wenn das Ohr direkt an der Elektronik andockte. Die Intensität blieb jedoch gleich gering und änderte sich selbst bei Lastwechsel nicht merklich. In einem Abstand von 10 cm bei deaktiviertem Lüfter war nichts mehr zu hören. Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.
Testrechner:
Fazit:
Danksagung:
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