Seasonic S12II-330W Review

Seasonic S12II-330W

Netzteil Großansicht

Vorwort:
Seasonic darf man getrost als eines der größten und bedeutendsten Netzteil-Brands bezeichnen. Die Taiwanesen produzieren bereits seit 1980 Computernetzteile und verfügen über entsprechend viel Erfahrung. Aus Kostengründen hat man 1994 den Produktionsstandort verlagert und fertigt seit dem in einem Werk in China. Der hohe Fertigungsstandard wird durch die Zertifizierungen nach ISO9002 und ISO14001 bestätigt. Der Vertrieb von Seasonic Produkten wird in Deutschland über die Maxpoint GmbH abgewickelt. In der Silentszene genießen Seasonic Netzteile im Allgemeinen einen sehr guten Ruf. In unserem Diskussionsforum lassen sich hierzu überwiegend positive Erkenntnisse nachlesen. Das 380W starke Modell der vorherigen Serie - das Seasonic S12-380 - erhielt sogar einen Redaktions-Kauftipp. Entsprechend hoch sind die Erwartungen in die aktuelle Serie. Das Seasonic S12II-330 stellt den kleinsten Spross dieser Modellreihe dar. Für einen bei Geizhals gelisteten Verkaufspreis von deutlich unter EUR 50,00 bietet es eine Fülle an Ausstattungsmerkmalen, die in dieser Preisgruppe nicht selbstverständlich ist. Neben einem möglichst leisen Betriebsgeräusch steht mittlerweile auch beim Otto-Normalverbraucher der Wunsch nach einem besonders hohen Wirkungsgrad an zweiter Stelle. Wenngleich er sich bezüglich des Betriebsgeräusches auf die Herstellerangaben oder die Aussagen von Testmagazinen verlassen muss, kann er die Wahl in punkto Wirkungsgrad mit Hilfe des 80 Plus Logos deutlich einfacher treffen. Die Benefits dieser Netzteile können auf 80Plus.org nachgelesen werden. Inwiefern sich das Seasonic S12II-330 gegenüber den 29 bereits getesteten Kandidaten behaupten kann, klärt der folgende Praxistest.

Lieferumfang:
Die Verpackung des Seasonic S12II-330 ist hochwertig bedruckt und enthält Informationen in Hülle und Fülle. Mit 24 x 21 x 10 cm ist die 1,85 kg schwere Kartonage sehr kompakt bemessen, was sich positiv auf die Versandkosten auswirkt. Im Inneren befindet sich neben dem in Luftpolsterfolie gehüllten Netzteil auch das obligatorische Kaltgeräte-Anschlusskabel und 4 Montageschrauben. Des Weiteren zählt ein mit Gewebe ummanteltes 5 ¼" auf 3 ½" Adapterkabel sowie ein Seasonic Casebadge zum Zubehör. Eine 7-spachige Bedienungsanleitung rundet den standardgemäßen Lieferumfang ab.

Technische Daten:

  • Hersteller: Seasonic
  • Modell: S12II-330 (SS-330GB)
  • Layout: 120mm Single-Fan
  • Standards: ATX12V 2.2
  • Blindstromkompensation (PFC): aktiv
  • Wirkungsgrad: bis zu 85 %
  • Gesamtleistung: 330 Watt
  • Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 140 mm
  • Gewicht: 1.650 Gramm
  • Verkaufspreis (EUR): ca. 50,00
  • Bezugsquelle: Maxpoint GmbH
Produktlabel - Spezifikationen
Anklicken zum Vergrößern
Details:
Das Seasonic S12II-330 macht bereits auf den ersten Blick einen sehr wertigen Eindruck. Dem sauber verarbeiteten Stahlblech-Chassis wurde eine schwarze Pulverbeschichtung zu Teil. Somit verzeiht die rauhe Oberfläche so manchen Feindkontakt eher als eine einfache Lackierung. Wie bei Seasonic üblich wurde der Deckel des Netzteils mit dem Boden "verzapft". Gegenüber der einfachen Falzmethode stellt sich das Chassis hierdurch als deutlich solider dar. Die Luftaustrittsöffnungen folgen dem Beispiel der Natur und haben die Form von Bienenwaben, was sich positiv auf die EMV und den Luftstrom auswirkt. Den neugierigen Betrachter erwartet nach dem Öffnen des Deckels ein aufgeräumtes Platinenlayout. In den +12V Schaltkreisen kommen hochtemperaturbeständige Kondensatoren zum Einsatz, wodurch unter anderem eine höhere Betriebslebensdauer erzielt werden soll. Die aus Aluminium gefertigten Kühlkörper sind von einfacher Natur und wurden gefalzt um dem Kühlluftstrom eine größere Angriffsfläche zu bieten. Dieser wird durch einen alten Bekannten aus dem Hause Adda realisiert. Der Kugelgelagerte 120 mm Lüfter des Typs AD1212MB-A71GL kam beispielsweise auch im Zalman ZM600-HP zum Einsatz. Näheres zum Aufbau der Typenbezeichnung erfährt der Interessierte hier. Wer die Spezifikationen des Lüfters nachlesen will, kann auf der Webseite des Herstellers das ensprechende pdf-Dokument herunterladen. Der Lüfter ist mittels 2-Pin Anschluss mit der Platine verbunden und kann im Falle eines Defekts auch ohne Erfahrung im Löten ausgetauscht werden. Mit dem gegenüber der Vorgängerserie um 250 U/min schnelleren Modell möchte man scheinbar die Kühlleistung und insbesondere die Langlebigkeit erhöhen. Das Seasonic S12II-330 verfügt über eine Gesamtleistung von 330 Watt bei einem Wirkungsgrad von bis zu 85%. Der Faktor der aktiven Blindstromkompensation (PFC) wird mit 0.99 angegeben. Dem ATX12V2.2 Standard entsprechend stellt der Prüfling zwei voneinander unabhängige +12V Schaltkreise zur Verfügung. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem ausreichend lang bemessenen Kabelstrangsatz - auch für Big Tower - auf. Alle Kabelstränge sind komplett mit Gewebe ummantelt. Die sauber konfektionieren Easy-Swap Stecker ermöglichen das einfache Anschließen der Komponenten ohne Kraftaufwand. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 Kabelstrang 48 cm (20/24-Pin ATX Stecker), 1 Kabelstrang 50 cm (4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 1 Kabelstrang 55 cm (PCI-Express Stecker), 2 Kabelstränge 60/80 cm (je 3 x 5 1/4" Stecker) und 2 Kabelstränge 48/60 cm (je 2 x S-ATA Stecker). Etwaige Altgeräte wie Diskettenlaufwerke o.ä. können mittels beiliegendem 5 ¼“ auf 3 ½“ Adapterkabel (2 x 10 cm) versorgt werden.

Anklicken zum Vergrößern

Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause Groneberg.

Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehrere Rechner betreibt sollte sich genau überlegen inwiefern Geiz geil ist.

Das Seasonic S12II-330 hält was das "80 Plus" Logo verspricht. Es wartet mit einem insgesamt betrachtet hervorragenden Wirkungsgrad auf. Mit hauchdünnem Abstand reiht es sich hinter dem Magic Power MPI-815H auf Platz 5 in den Charts ein. Unter Volllast (kombinierte CPU- und VGA-Last) zeigt uns der Energy Monitor einen guten Verbrauchswert von 118W an. Im Leerlauf  (hochgefahrenes System/keine Aktivitäten) begnügt sich das Testsystem mit gerade einmal 70,4W. Wird das System heruntergefahren, zieht es noch 2,4W aus der Steckdose. Kein schlechter Wert, aber auch kein besonders guter. Hier hätten wir uns lieber eine 1 vor dem Komma gewünscht.

Tabelle Leistungsaufnahme in Watt

Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.

Zur Ermittlung der Spannungsstabilität absolviert der Prüfling wie immer einen protokollierten 24h-Dauerlasttest. Die Auswertung der Logfiles ließ keine nennenswerte Spannungsschwankung oder gar Spannungseinbruch erkennen. Die Spannungswerte verhielten sich sehr stabil und bewegten sich - mit Ausnahme der +12V-Leitung - sehr nah am Sollwert. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.26 - 3.28V, 5.03 - 5.05V und 12.44 - 12.48V deutlich in der zulässigen Toleranz.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Tabelle Spannungswerte in Volt

Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.

Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.

Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.

Wie bereits erwähnt kommt im S12II-330 ein etwas stärkeres Lüftermodell zum Einsatz. Die Parameter der Lüftersteuerung (Smart & Silent Fan Control) wurden vermutlich beibehalten.  Hierdurch dreht sich der Ventilator unter gleichen Bedingungen einen Hauch schneller, was zu minimal besseren Ergebnissen in der Kühlleistung führt. Sehr weit kann sich der Prüfling jedoch nicht von seinem Kollegen der vorherigen Serie absetzen. Er ordnet sich gerade mal zwei Plätze über diesen ein. Bei der subjektiven Beurteilung reicht es daher auch nur für die Note "befriedigend". In leistungsstarken Systemen wird ein zusätzlicher Gehäuselüfter von Nöten sein.

Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.

Tabelle Temperaturwerte in °C

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.

In punkto Betriebsgeräusch kann das Seasonic S12II-330 überzeugen. Auch wenn die Messergebnisse durch den etwas stärker ausgelegten Lüfter etwas höher liegen als beim Vorgänger. Der Hersteller wird wissen, warum er diese Maßnahme ergriffen hat. Mit gemessenen 25,1 dB(A) im Leerlauf und 25,4 dB(A) unter Volllast kann das Betriebsgeräusch als sehr angenehm bzw. kaum hörbar eingestuft werden. Der sonst sehr neutral agierende Adda Lüfter werkelt weitgehend frei von Nebengeräuschen. Lediglich ein sehr filigranes Rasseln lässt sich aus nächster Nähe vernehmen.

Über die Elektronik gibt es ebenfalls positives zu berichten. Hier schwankte der subjektive Eindruck zwischen "keine" und "sehr gering". In der Tat war ein extrem leises Surren bzw. Brummen wahrzunehmen, wenn das Ohr direkt an der Elektronik andockte. Die Intensität blieb jedoch gleich gering und änderte sich selbst bei Lastwechsel nicht merklich. In einem Abstand von 10 cm bei deaktiviertem Lüfter war nichts mehr zu hören.

Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.

Engelke Sweeper 1.3 Schallpegelmessgerät

Tabelle Schallpegel in dB(A)

Messanordnung

Testrechner:

  • Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
  • Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
  • Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
  • Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
  • Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
  • Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
  • Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
  • Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)

Testsystem

Fazit:
Das Seasonic S12II-330 hat sich im Praxistest als ein sehr ausgewogenes Netzteil dargestellt. Mit einem Betriebsgeräusch von knapp über 25 dB(A) ist es zwar nicht ganz so leise wie sein Vorgänger, aber immer noch deutlich leiser als die meisten anderen Testkandidaten mit aktiver Kühlung. Das etwas Mehr an Lüfterdrehzahl wirkt sich in einer geringfügig besseren Kühlleistung aus. Die Drehzahl dürfte in etwa 50 bis100 U/min höher liegen als bei dem damals getesteten S12-380 aus gleichem Hause. Störgeräusche der Elektronik waren so gut wie nicht hörbar. Über die Optik braucht man ebenfalls nicht viele Worte zu verlieren. Das schwarze Netzteil ist sehr dezent gehalten und vermittelt eine hohe Wertigkeit. Die gepulverte Oberfläche macht es unempfindlicher gegen Kratzer. Die Verarbeitungsqualität ist überragend. Innen wie außen. Sogar die Kabelstränge sind allesamt mit Gewebe ummantelt. Lediglich den fehlenden Kabelschutz an der Netzteilrückseite könnte man kritisieren, wenn die Kante des Stahlblechs scharfkantig wäre. In Sachen Effizienz braucht sich das Seasonic S12II-330 auch nicht zu verstecken. Der 5. Platz zeugt von einem hohen Wirkungsgrad, was durch das 80 Plus Label allerdings auch zu erwarten war. Trotz der leisen Arbeitsweise des Lüfters, reicht die Beurteilung der Kühlleistung für ein befriedigend bis gut. Wer seine Komponenten sorgfältig auswählt, kommt sogar um den Einsatz zusätzlicher Gehäuselüfter herum. Das Seasonic S12II-330 ist schon eine ganze Weile erhältlich, weshalb der Straßenpreis teilweise deutlich unter EUR 50,00 liegt. Uns ist kein anderes Netzteil bekannt, welches zu diesem Preis einen ähnlichen Ausstattungsumfang bietet. Von den jeweiligen Ergebnissen des Praxistests ganz zu schweigen. Das Seasonic S12II-330 hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen und sich den Redaktions-Kauftipp ohne wenn und aber verdient.

Dirkvader Kauftipp Award

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt der Maxpoint GmbH.

Links zum Thema:
Maxpoint [ Vertrieb ]
Seasonic [ Hersteller ]

© www.dirkvader.de

04.11.2007 [dl]