Scythe Samurai Z Review

Scythe Samurai Z

Scythe Samurai Z Großansicht

Vorwort:
Nach dem Review des Scythe Katana steht fest, dass die Japaner nicht nur im Bereich der teueren High-End Kühler tätig ist, sondern auch durchaus erfolgreich in unteren Preisregionen wildern. Mit dem Samurai Z hat der renommierte Hersteller diesbezüglich ein weiteres Eisen im Feuer. Als kompakter Kühler, speziell für enge Gehäuse gedacht macht er nicht nur mit einem extravaganten Styling, sondern auch gleich mit einigen Besonderheiten auf sich aufmerksam. Die zwei verbauten Heatpipes können inzwischen ja fast als Standard im Kühlerbau gelten. Beim Samurai Z kommt noch ein vollkommen neues Montagesystem hinzu. Viele aktuelle Kühler haben hier ein Defizit. Von ungeübten Anwendern kann nicht erwartet werden, das Mainboard ausbauen und ein völlig abweichendes Backplatesystem installieren zu müssen. Im Idealfall sollte die Montage eines durchdachten Kühlsystems weitgehend der Einfachheit eines AMD Boxed Kühlers entsprechen. Einfach, schnell und sicher. Das Klammersystem VTMS soll den Einbau des Scythe Samurai Z deutlich vereinfachen ohne jedoch auf eine Multisockeleignung verzichten zu müssen. Für ein geringes Geräuschniveau soll der große langsam laufende 92 mm Lüfter mit seinen 2.000 U/min sorgen. Der jüngste Scythe Spross soll ab Anfang 2006 in Deutschland verfügbar sein und voraussichtlich EUR 25,00 kosten. Damit lässt sich die forcierte Position und Leistungsfähigkeit des Samurai Z erahnen. Er ist direkt unterhalb des Katana angesiedelt und soll trotz günstigerem Preis mit annähernder Performance überzeugen. Der Samurai Z wird aber sicherlich nicht nur aufgrund des günstigen Preises Interesse wecken. Durch sein deutlich kompakteres Layout eignet sich dieser eben besser für kleinere Gehäusekonstruktionen in denen der Katana nicht eingesetzt werden kann. Ob sich das neue Mitglied der Scythe Familie auch in der Praxis bewähren kann, zeigt der folgende Praxistest auf.  

Lieferumfang:
In einer äußerst kompakten Kartonage erreicht der Scythe Samurai Z seine Käufer. Diese ist typisch für den japanischen Hersteller auffällig designed und mit vielen nützlichen Informationen zum Inhalt bedruckt. Beim Öffnen der Verpackung springt einem bereits der große Lüfter verbunden mit dem Kühlkörper des Samurai Z ins Auge. Neben dem Kühler ist unter einer weißen Abdeckung das Montagematerial zu finden. Dies umfasst neben den Montageklammern für die verschiedenen Sockel etwas Silikonpaste im Softpack. Nicht zu vergessen von einer viersprachigen Einbauanleitung, die dem Käufer auch auf deutsch die korrekte Montage erläutert. Somit fällt der Lieferumfang zwar etwas spartanisch aus, vermisst wird jedoch trotzdem nichts.   

Spezifikationen:

  • Hersteller: Scythe
  • Modell: Samurai Z
  • Lüftergröße: 92 x 92 x 25 mm
  • Drehzahl: 2.000 U/min
  • Luftdurchsatz: 54,8 m³/h (32,4 CFM)
  • Schallpegel: 23,5 dB(A)
  • Lagerung: Gleitlager
  • Anschluss: 3-Pin Molex Stecker
  • Kühlkörpermaterial: Kupfer / Aluminium
  • Befestigung: 6-Punkt Halteklammer
  • Aufbau: 46 Lamellen / 2 x 6 mm Heatpipes
  • Lamellenabstand: 1,5 mm
  • Gesamtgröße: 128 x 85 x 98 mm
  • Gesamtgewicht: 360 Gramm (inkl. Lüfter)
  • Preis (EUR): ca. 25,00
  • Bezugsquelle: Scythe Japan

Details:
Auf der Suchen nach dem besten Kompromiss aus Gewicht und Kühlleistung, bietet die neue Heatpipe-Technologie den Herstellern deutlich mehr Gestaltungsfreiräume als es mit konventionellen Möglichkeiten der Fall war. Dies nutzen auch die Japaner und spendieren dem Samurai Z ein außergewöhnliches Layout. Die Umsetzung mit zwei Kühlebenen und den beiden sich nach oben schlängelnden 6 mm Heatpipes wirkt zunächst noch etwas befremdlich. Doch schnell ist klar, dass es sich hier auch um ein weiteres Stück asiatischer Ingenieurskunst handelt. Die Basis bildet - wie bei Heatpipekühlern typisch - eine Kombination aus Aluminiumkühlkörper und Kupfergrundplatte. Zwischen diesen sind die beiden Heatpipes sauber eingelötet. Fertigungsrückstände: Fehlanzeige. Auch die Grundplatte ist sehr sorgfältig bearbeitet und ist auch im Vergleich zu anderen Kühlern hinreichend plan. Eine wirklich überzeugende Idee stellt das neu entwickelte Halteklammersystem dar. Beim Samurai Z entfernt sich Scythe von einer Sockelanpassung über Adapterplatten und setzt hier auf ein interessantes Montagekonzept mit dem Namen VTMS ("Versatile Tool-free Multiplatform System").  So werden zwar weiterhin für jeden Sockel spezifische Halteklammern mitgeliefert, jedoch kann beim Anpassen auf zusätzliches Werkzeug verzichtet werden. Die Klammern weisen jeweils zwei Laschen mit Widerhaken auf, die in den Aluminiumkühlkörper eingeführt werden. Die Widerhaken rasten dann in eine eingefräste Nut im Kühlkörper fest ein. Durch einen Druck auf die Laschen kann diese Verbindung wieder ohne großen Kraftaufwand gelöst werden. Auch beim einleiten der Abwärme vom Prozessor zu den Kühlfinnen geht man bei Scythe einen ungewöhnlichen Weg. Anstatt die Heatpipes auf direktem Weg nach oben zu den eigentlichen Kühllamellen zu führen vollführen die Heatpipes auf Höhe der Lamellen einen 90°-Schwung und stoßen dann waagerecht auf die Kühlflächen. Dabei überkreuzen sich beide Heatpipes was wohl maßgeblich zur ungewöhnlichen Optik beiträgt. Ungewohnt auch die beiden getrennten Lamellenpakte mit jeweils 23 Einzelelementen. Die markante Form der Finnen erinnert im oberen Bereich an den Katana. Im unteren Bereich weisen sie jedoch ein eigenes Profil auf. Die beiden polierten äußeren Aluminiumflächen weisen ebenfalls die Scythe Prägung auf und die Heatpipeenden sind formschön mit Hutmuttern kaschiert. Auf allem thront der mitgelieferte 92 mm Scythe Lüfter AD912LS-A76GL und soll für ausreichende Kühlung sorgen. Mit lediglich 2.000 U/min spezifiziert sollte sich auch der Geräuschpegel in Grenzen halten. Beim Betrachten der Lüfterblattgeometrie fällt ein weiteres Detail auf. So laufen die Blätter an der Rückseite nicht voll in die Nabe über, sondern weisen an dieser Stelle einen kleinen Absatz auf. Ob sich dies positiv auf die Lautstärke auswirkt wird sich zeigen. Bei der Befestigung setzt Scythe erneut auf zwei Federklammern, die leider keine Entkopplung des Lüfters ermöglichen. Der Qualitätseindruck des Kühlers kann für Scythe typisch vollkommen überzeugen.

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Montage:
Die Montage des Scythe Samurai Z erfolgt in wenigen Schritten. Da der 92 mm Lüfter bereits werksseitig auf dem Kühlkörper sitzt, spart sich der User hier die ersten Minuten. Die Anpassung an den Sockel 939 erfolgt über zwei 3-Punkt Halteklammern, die einen interessanten Hebelmechanismus aufweisen. Doch hierzu später. Zunächst müssen diese beiden Klammern mit den beiden Laschen in den Kühlkörper geschoben werden. Wichtig hierbei; nicht vergessen die Widerhaken spürbar einrasten zu lassen. Andernfalls könnte sich der Kühler möglicherweise später im Rechner selbstständig machen. Jetzt den Prozessor von Rückständen der letzten Wärmeleitpaste säubern und mit neuer Paste benetzten. Nun kann der Kühler auf den Prozessor gesetzt werden. Den ordnungsgemäßen Sitz der selbstständig einrastenden Halteklammern prüfen und dann den bereits erwähnten Hebel bis zum Anschlag drehen. Nach dem Anstecken des Lüfterkabels ist der Samurai Z einsatzbereit. Das Klammersystem VTMS konnte hier wirklich überzeugen, nur die Bedienkräfte beim Drehen des Hebels fallen etwas hoch aus.

Kühlleistung:
Um die Leistung des Kühlers zu ermitteln, wird dieser nicht einfach nur auf einer offenen Kühlerprüfstation getestet, sondern praxisnah in einem speziell für Silent-Kühler zusammengestellten Testsystem. Ohne zusätzliche Gehäuselüfter und lediglich mit einem modifizierten Ultra-Silent Netzteil bestückt, werden alle Kühler in diesem System unter absolut gleichen Bedingungen betrieben. Der im Erdgeschoss befindliche Messraum bietet Sommer wie Winter optimale Testbedingungen bei nahezu gleich bleibender Umgebungstemperatur. Damit die teils filigranen Temperaturunterschiede aufgezeigt werden können, wird stets die gleiche Wärmeleitpaste verwendet. Ebenso wird großer Wert auf eine exakte Betriebsspannung des Lüfters gelegt. Daher wird diese nicht über das Mainboard selbst, sondern von einem externen Labornetzteil bezogen. Nur die Drehzahl des Lüfters wird über ein spezielles Adapterkabel vom Mainboard ausgelesen. Bei den angegebenen Temperaturwerten handelt es sich um Prozessorkerntemperaturen. Der kritische Bereich bei der im Test verwendeten Mainboard/Prozessor Kombination beginnt bei ca. 75°C. Bei der Verwendung von Gehäuselüftern nach ATX Spezifikation, stellt sich die Kühlleistung des getesteten Kühlers theoretisch um 7 bis 9°C besser dar.

Die ermittelte Kühlleistung des Samurai Z offenbarte doch eine deutliche Schwäche des neuen japanischen Kühlers. Mit den bei 12 Volt aufgezeichneten Werten bleibt der Scythe weit hinter der Konkurrenz zurück und muss sich mit dem AMD Boxed Kühler um eine Platzierung in den Charts prügeln. Trotz des vermeintlichen Vorteils der sich durch den technischen Aufwand ergeben sollte liegt der Samurai Z nur knapp vor dem Standardkühler. Tröstlich hierbei, dass der Samurai Z die 55°C mit deutlich weniger Lärm als der temperaturgeregelte AMD Kühler erreicht. Gleiches gilt für die 7 Volt Messung. Knapp vor dem Boxed Kühler und knapp hinter dem Arctic Cooling Freezer 64 Pro platziert sich der Scythe im hinteren Bereich der Kühlercharts. Die gemessenen 59,5°C sind zwar noch weit vom kritischen Bereich entfernt, aber dennoch nicht konkurrenzfähig. Im Bereich Kühlleistung konnte der Kühler also weniger überzeugen. 

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse und arbeitsplatzkonformen Abstand - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquellen lediglich ein modifiziertes Ultra-Silent Netzteil und eine entkoppelt und gedämmte Silent-Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Kühlers nicht beeinflussen. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Wie bereits von anderen Kühlern aus dem Hause Scythe gewohnt, präsentiert sich auch der Samurai Z im Kapitel Geräuschmessung von seiner besten Seite. Bereits auf 12 Volt brummelt der Lüfter für die 2.000 U/min überraschend leise und angenehm vor sich hin. Mit gemessenen 26,7 dB(A) katapultiert sich der Samurai Z aus dem Stand auf Platz eins und düpiert so die gesamte Konkurrenz.    Auf 7 Volt sinkt die Lautstärke noch weiter ab und das leise Brummeln geht in ein dezentes Säuseln über. Die 25,1 dB(A) stellen auch hier den besten bisher gemessenen Wert für einen Serienkühler dar und untersteichen den Ruf den Scythe diesbezüglich auf dem Markt genießt nachträglich. Auch subjektiv kann der verbaute Lüfter überzeugen. Nebengeräusche sind aus der allgemeinen Geräuschkulisse nicht herauszuhören und auch sonst verhält sich das Modell sehr unauffällig. Scythe hat sich hier wohl eines der besten Modelle für 92 mm Lüfter für die eigene Produktpalette sichern können.

Testrechner:

  • Motherboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (Chipsatz passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 Venice 3000+ (2.2GHz/1.65V)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Speicher: 1 GB MDT Dual Channel PC-3200 400 MHz DDR
  • Grafikkarte: Gigabyte GV-N68128DH GeForce 6800 128MB
  • Festplatte: Samsung SP1204N (ichbinleise® Box HDD 10)
  • Laufwerk: NEC ND-3540A DVD-Brenner
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Stahlblech/geschlossen)
  • Netzteil: 353 Watt Enermax 120 mm Yate Loon (Ultra-Silent Mod)
  • Gehäuseventilation: keine Gehäuselüfter
  • Datenträgerverbindung: Rounded-Cable
  • Betriebssystem: Microsoft Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95
  • Zimmertemperatur: 20°C +/- 0,5°C

Fazit:
Mit dem Samurai Z rundet Scythe das Produktangebot an preiswerten Kühlern nach unten hin ab. Er wurde nicht konzipiert um die neuesten und größten Prozessoren zu kühlen, sondern vielmehr dachte man bei der Entwicklung daran, einen möglichst kompakten und leichten Kühler zu kreieren, welcher auch in kleinen Computergehäusen eingesetzt werden kann. Ein langsam drehender 92mm Lüfter soll für ein geringes Geräuschniveau  sorgen. Mit seinem innovativen Design und den zwei sich durch die Lamellen schlängelnden Heatpipes kann sich der Samurai Z deutlich von der Konkurrenz abheben. Die für Scythe typisch ausgezeichnete Verarbeitung und ein ansprechendes Finish leisten einen weiteren Beitrag zum guten optischen Gesamteindruck. Um einen problemlosen Einbau zu gewährleisten überarbeitet Scythe auch gleich das bisherige Montagekonzept und präsentiert beim Samurai Z das neue VTMS genannte Montagesystem. Im Praxistest hinterlässt der Kühler einen etwas zwiespältigen Eindruck. Stellt sich die Montage mit dem VTMS als außergewöhnlich einfach dar und kann bis auf etwas hohe Bedienkräfte vollkommen überzeugen, bietet die reine Kühlleistung weniger Grund zur Freude. Mit den auf der Testplattform ermittelten Werten reiht sich der Samurai Z leider recht weit hinten in unseren Kühlercharts ein. Glücklicherweise fällt die Kühlleistung beim Verringern der Lüfterdrehzahl nicht überdurchschnittlich ab. Die Tatsache, dass der Samurai Z der leiseste aller bislang getesteten Kandidaten ist, relativiert das mäßig Abschneiden jedoch wieder ein wenig. So fällt im Kapitel Geräuschmessung deutlich mehr Licht auf den Kühler. Den Boden den der Samurai Z bei der Kühlleistung verliert holt er teilweise wieder durch den leisen Lüfter rein. Sowohl auf 12 als auch auf 7 Volt reiht sich der Samurai Z vor allen anderen getesteten Kühlern in die Charts ein. Der verbaute Lüfter kann mit seinem geringen Geräuschniveau und den fehlenden Nebengeräuschen als einer der besten bisher gehörten 92 mm Lüfter gelten. Trotzdem reicht dieses hervorragende Ergebnis nicht aus um das mäßige Abschneiden bei der Kühlleistung vollkommen auszugleichen. Wer also kein Wunderding im Bereich der Kühlleistung erwartet, großen Wert auf ein angenehmes Betriebsgeräusch legt und eine einfache Montage bevorzugt, für den ist der Samurai Z eine gute Wahl. Der Rest der Anwender, die eine dem Preis von EUR 25,00 angemessene Kühlleistung erwarten, werden mit dem neuen Scythe Kühler wahrscheinlich nicht glücklich.

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herrn Andreas Bunen - Vertriebsleiter der Scythe EU GmbH.

Links zum Thema:
Scythe [ Hersteller ]

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