Vorwort:
Der Netzteilkauf wäre wohl weitaus einfacher, wenn der Anschaffungspreis dabei keine Rolle spielen würde. Der Großteil aller aufmerksam lesenden Anwender hätte sonst wahrscheinlich ein Seasonic S12 oder Enermax Liberty Netzteil in Betrieb. Was aber tun, wenn das Budget dafür nicht ausreicht? Wer keine enorm hohen Anforderungen an den Stromspender stellt und unter anderem auf eine ATX12V Konformität verzichten kann, wird im langsam wachsenden Lager der Low-Buget Netzteilanbieter fündig. Der bekannteste Vertreter dieser Fraktion ist mit großem Abstand LC-Power. Da haben Hersteller wie Xilence, ACMAX und Konsorten nur das Nachsehen. Aus Österreich kommt nun ein weiterer Anbieter preiswerter Netzteile hinzu. Unter dem Label Rasurbo werden derzeit 4 vergleichsweise günstige Netzteile zwischen EUR 14,99 und EUR 26,99 angeboten. Die beiden Rasurbo Basic&Power Produkte werden durch einen 80 mm Lüfter gekühlt und sollen 400 bzw. 500 Watt leisten. Die etwas höherwertigeren Rasurbo Silent&Power Netzteile sind hingegen mit einem 120 mm Lüfter ausgestattet und liefern 430 bzw. 530 Watt. Das allgemein sehr niedrige Preisgefüge der Rasurbo Netzteile hat leider einen Haken. Sie verfügen nur über eine passive Blindstromkompensation (PFC) und entsprechen nur dem ATX 1.3 Standard. Aber auch für nicht mehr zeitgemäße Netzteile gibt es genügend Bedarfe und Einsatzmöglichkeiten. Inwiefern sich das bislang günstigste Netzteil des Testfeldes in den jeweiligen Charts einreiht, zeigt der folgende Praxistest ausführlich auf.
Lieferumfang:
Rasurbo liefert das Silent&Power DLP-430 Netzteil in einer sehr kompakten Verpackung ohne zusätzliche Polsterungen aus. Auf der bunt bedruckten Kartonage befinden sich alle entsprechenden Features und Spezifikationen des Produkts in deutscher und englischer Sprache aufgedruckt. Im Inneren der Schachtel befinden sich lediglich ein Kaltgeräteanschlusskabel und das in Folie eingehüllte Netzteil selbst. Was die Verpackung und Inhalt betrifft wurde radikal der Rotstift angesetzt. Nicht einmal die sonst üblichen 4 Schrauben zum Befestigen am/im Gehäuse legt der Hersteller seinem Produkt bei. Genau an dieser Stelle ist Vorsicht geboten, denn das Rasurbo verfügt im Gegensatz zum Rest der Netzteilwelt über Feingewinde. In Punkto Lieferumfang und Verpackung bekleckert sich das Rasurbo Produkt nicht gerade mit Ruhm, worüber man in dieser Preisklasse noch gerade hinwegsehen kann.
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Technische Daten:
- Hersteller: Rasurbo
- Modell: Silent&Power DLP-430
- Standards: ATX1.3
- Layout: 120 mm Single-Fan
- Blindstromkompensation (PFC): passiv
- Geräuschpegel: >17,0 dB(A)
- Gesamtleistung: 430 Watt
- Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 140 mm
- Gewicht: 1.420 Gramm
- Verkaufspreis (EUR): ca. 21,99
- Bezugsquelle:
www.tune2max.de
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Details:
Das Rasurbo Silent&Power DLP-430 wirkt mit seiner dunklen Chrombeschichtung durchaus ansprechend. Für seine Preisklasse ist es sogar relativ vernünftig verarbeitet. Entlarven lässt sich der Billigheimer äußerlich nur durch seine mager ausgestatteten Kabelstränge. Wie bei vielen aktuellen Netzteilen folgen auch hier die Lüftaustrittsöffnungen dem Beispiel der Natur und haben die Form von Bienenwaben. Im Gegensatz zu Rundlochöffnungen wirken sie sich äußerst positiv auf den Luftstrom aus, weil deutlich weniger Verwirbelungen und Gegendruck erzeugt werden. Leider sind die Wabenöffnungen beim Rasurbo Pendant etwas kleiner bzw. die Verstrebungen etwas stärker als bei anderen Modellen, was den Vorteil dieser Bauform wieder etwas schmälert.
Im Inneren des Netzteils kommt ein aufgeräumtes Platinenlayout zum Vorschein. Zwei kleine Kühlkörper im Standardlayout nehmen die Wärme der MOS FETs auf und werden durch einen
120 mm Lüfter gekühlt. Dieser kommt aus dem Hause Te Bao Metallic Plastic und trägt die Bezeichnung M1202512M. Spekulativ dürfte es sich dabei um ein Modell mit 2.000 U/min @ 12V handeln. Er ist mittels 2-Pin Stecker auf die Platine gesteckt und kann auf Wunsch problemlos ausgetauscht werden. Die auf Anhieb erkennbare Glassicherung ist dafür leider gelötet, weshalb hier ein Austausch mit höherem Aufwand verbunden ist. Aus technischer Sicht entspricht das 430 Watt starke Netzteil leider nicht dem aktuellen Standard. Es erfüllt lediglich den ATX 1.3 Standard und verfügt somit über keine zweite +12V Leitung. Außerdem ist es nur mit einer passiven Blindstromkompensation (PFC) ausgestattet. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem recht kurz bemessenen und mager ausgestatteten Kabelstrangsatz auf. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 40 cm (20/24-Pin ATX Stecker), 1 x Kabelstrang 40 cm (4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 1 x Kabelstrang 40 cm (S-ATA Stecker), 1 x Kabelstrang 55 cm (2 x 5 1/4" Stecker) und 1 x Kabelstrang 70 cm (2 x 5 1/4" Stecker, 1 x 3 1/2" Stecker).
Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause
Groneberg.
Die aus der Tabelle hervorgehenden Unterschiede stellen sich als relativ gravierend dar. Durch die teils deutliche Ersparnis erscheint uns diese Rubrik mehr als sinnvoll und absolut zeitgemäß. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein hoch effizientes Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehr als einen Rechner betreibt sollte sich genau überlegen, welches Netzteil er verwendet.
Trotz seiner "veralteten" Elektronik nebst passiver Blindstromkompensation (PFC) schafft es das Rasurbo Silent&Power DLP-430 sich im Mittelfeld zu positionieren. Die ermittelten Werte sind zwar gerade noch Durchschnitt, aber Anbetrachts des Anschaffungspreises von EUR 21,99 noch akzeptabel. Das anvisierte LC-Power Pendant liegt hier nur mit einer Nasenlänge vorn. Zur Spitze fehlt jedoch ein ganzes Stück. Wer seinen Rechner 24/7 laufen lässt, sollte lieber zu einem der Top-3 Modelle greifen. Der Mehrpreis wird sich schnell durch die niedrigeren Verbrauchskosten amortisieren. Für den gelegentlichen Betrieb spricht aus wirtschaftlicher Sicht aber nichts gegen das Rasurbo Produkt.
Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.
Auch die Kategorie Spannungsstabilität konnte das Low-Budget Netzteil ohne sich große Schnitzer zu erlauben absolvieren. Die typischen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.30 - 3.36V, 5.11 - 5.16V und 12.31 - 12,50V im grünen Bereich. Lediglich der hohe Wert der +12V Leitung dürfte Silencern ein Dorn im Auge sein.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.
Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.
Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.
Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.
Die Kühlleistung gehört neben dem günstigen Anschaffungspreis sicherlich zu den Stärken des Rasurbo Netzteils. Der 3. Platz der Charts zeugt eindrucksvoll von einer sehr guten Kühlleistung und macht je nach Systemaufbau sogar etwaige Gehäuselüfter überflüssig. Wie man in der Kategorie Geräuschmessung nachlesen kann, wird die herausragende Kühlleistung jedoch mit einem hohen Betriebsgeräusch bezahlt.
Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.
Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.
Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.
Nach dem Einschalten des kalten Systems bei einer Umgebungstemperatur von 20°C wird ein Schallpegel von ca. 27,1 dB(A) gemessen. Hier kann das Netzteil gerade noch als leise eingestuft werden. Die Herstellerangabe von >17,0 dB(A) ist bereits jetzt bei weitem verfehlt. Sobald sich das System schließlich auf Betriebstemperatur erwärmt hat, steigt der Schallpegel auf deutlich wahrnehmbare 34,2 dB(A) an. Die Kennlinie der Lüftersteuerung scheint nicht optimal gewählt worden zu sein. Dies wird auch durch den geringen Unterschied zwischen Normal- und Lastbetrieb von nur 0,3 dB(A) ersichtlich. Immerhin entsteht dabei ein Lastwechsel von mehr als 50 Watt. Der Lüfter selbst ist von durchschnittlicher Qualität. Er ist zwar selbst auf 5V noch einen Tick zu laut, wartet aber mit relativ geringen Nebengeräuschen auf.
Beim Probehören der Netzteilelektronik schneidet das Rasurbo Silent&Power DLP-430 etwas besser ab. Im Idle-Betrieb (geringe Auslastung) ist nur ein filigranes Brumm- bzw. Surrgeräusch aus nächster Nähe wahrnehmbar. Mit steigender Auslastung bis hin zur Volllast nimmt das Geräusch jedoch an Intensität zu. Die Störgeräusche werden aber in beiden Modi nur aus nächster Nähe wahrgenommen. Nach Arbeitsplatz konformem Abstand ist davon nichts mehr zu hören; und schon gar nicht mit aktiviertem Lüfter.
Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.
Testrechner:
- Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
- Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
- Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
- Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
- Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
- Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
- Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
- Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
- Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
- Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
- Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
- Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
- Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
- Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)
Fazit:
Das Rasurbo Silent&Power DLP-430 hat sich als bislang günstigstes Netzteil im Testfeld relativ tapfer geschlagen. Das primäre Kaufargument des "Newcomers" ist definitiv der niedrige Anschaffungspreis von ca. EUR 21,99. Aus optischer Hinsicht wirkt das Netzteil mit seinem verchromten Chassis recht chic und weitgehend dem Standard entsprechend. Auch die Verarbeitung geht in Relation zum Preis in Ordnung. In verschiedenen Punkten müssen gegenüber zeitgemäßen Netzteilen aber entsprechende Abstriche gemacht werden. So entspricht das Rasurbo Silent&Power DLP-430 beispielsweise nicht dem ATX12V Standard (u.a. keine zweite +12V Leitung), wartet nur mit einer passiven Blindstromkompensation (PFC) auf und bietet nur eine magere Ausstattung. In Punkto Stromverbrauch bzw. Wirkungsgrad schafft es das Low-Budget Netzteil dennoch sich im Mittelfeld zu platzieren. Solange der Rechner nicht im 24/7 Betrieb läuft, geht dies aus wirtschaftlicher Sicht gerade noch in Ordnung. Was die Spannungsstabilität betrifft, gab es ebenfalls keinen Grund zur Klage. Bis auf den etwas hohen Wert der +12V Leitung, lagen alle Spannungen im grünen Bereich und ermöglichten einen stabilen Betrieb. Mit seinem geringen Angebot an Anschlussmöglichkeiten, empfiehlt es sich nur für den Einsatz in einem standardmäßig ausgestatteten System. Durch seine herausragende Kühlleistung, konnte sich das Rasurbo Produkt ganz weit vorne einreihen. Der 3. Platz zeugt von einer überdurchschnittlich guten Kühlleistung und macht den Einsatz zusätzlicher Gehäuselüfter unter Umständen überflüssig. Des einen Freud - des anderen Leid. So wird die gute Kühlleistung mit einem hohen, nicht mehr als Silent einzustufenden Geräuschpegel bezahlt. Die vom Hersteller angegebenen >17 dB(A) stehen in keiner Relation zur Wirklichkeit. In der Praxis pendelte sich das Betriebsgeräusch zwischen 34,2 und 34,5 dB(A) ein. Ein Schallpegel mit dem höchstens Otto-Normalverbraucher leben können. Der preisbewusste Silencer kommt daher um eine nachträgliche Modifikation nicht herum oder greift für ein paar Euro mehr zum deutlich leiseren
LC-Power SuperSilent Black LC6550. Wer nur ein sehr knappes Budget zur Verfügung hat und sich am Geräuschpegel nicht stört, macht mit dem Rasurbo bei diesem Preis aber keinen Fehler.
Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herrn Henry Kędzior von tune2max.
Links zum Thema:
Rasurbo [ Hersteller ]
tune2max [ Vertrieb ]
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