Noiseless Cooler Calmera ks07 Review

Noiseless Cooler Calmera ks07

Vorwort:
Aus dem vor allem durch handgefertigte Nussknacker bekannten Erzgebirge kommt der lautlose Prozessorkühler Calmera ks07. Die in Annaberg-Buchholz ansässige Firma net-Distributions verwirklicht damit den Traum der nahezu geräuschlosen Prozessorkühlung. Der geistige Vater des Calmera ks07 ist Eberhardt Günther. Er initiierte als damaliger Geschäftsführer der Foron Hausgeräte GmbH 1992 den FCKW Ausstieg bei Haushaltkältegeräten durch die Einführung der Kohlenwasserstoffe. Dafür nahm er 1993 den 1. Deutschen Umweltpreis entgegen. Mittlerweile ist Eberhardt Günther einer von drei Geschäftsführern bei LG ThermoTechnologies GmbH, wo unter anderem auch der Calmera ks07 hergestellt wird. Zur besseren Wärmeabfuhr verfügt der leichtgewichtige Aluminiumkühler über eine Art Heatpipe, die mit gravitationsbasierender Zirkulation nach bekannter Verdampf- und Kondensiermethode funktioniert. Ein Dual-Fan-Netzteil ist allerdings Voraussetzung für den Betrieb des Latentwärmekühlers. Denn der im Deckel des Netzteils befindliche Ventilator ist notwendig um die Abwärme des Kühlers nach außen abzuführen. Zusätzlich sorgen zwei Luftleitflügel für einen optimierten Saugstrom. Laut Hersteller können bei optimalen Bedingungen AMD und Intel Prozessoren mit einer Verlustwärmeentwicklung von maximal 60 bis 65 Watt gekühlt werden.

Lieferumfang:
Die Verpackung des Calmera ks07 erinnert an den letzten Besuch bei Douglas. Durch die extravagante Form und Farbgebung würde sie sich auch gut ins Schaufenster des Parfümspezialisten integrieren lassen. Dabei wollte der Hersteller eigentlich nur die schräge Form des Kühlers in der Verpackung wiederspiegeln. Der positive Eindruck wird auch beim Blick ins Innere nicht getrübt. Sauber aufgeräumt und separiert findet man Kühler, Halteklammer, Luftleitflügel und Installationsanleitung vor.

Spezifikationen:

  • Hersteller: LG ThermoTechnologies GmbH
  • Modell: Calmera ks07
  • Kühlkörpermaterial : Aluminium
  • Sockelbefestigung : 6-Punkt-Halteklammer
  • Prozessorfreigaben: siehe Hersteller
  • Kühlfläche: > 900 cm²
  • Gesamtgröße : 50 x 50 x 152 mm
  • Gesamtgewicht: ca. 92 g
  • Vertrieb: net-Distributions
  • Preis: EUR 59.99

Details:
Auf den ersten Blick erkennt man sofort, dass es sich beim Calmera ks07 nicht um einen Prozessorkühler im herkömmlichen Sinne handelt. Ähnlich wie bei der auf Kapillarwirkung basierenden klassischen Heatpipe, wird die Abwärme des Prozessors durch das bekannte Verdampf- und Kondensierprinzip - jedoch mit gravitationsbasierender Zirkulation - transportiert. Das sich der Kühler in einen etwa 30° großen Winkel zur Seite neigt hat den Grund, dass die abgestrahlte Wärme besser vom darüber sitzenden Netzteillüfter abgeführt werden kann. Die Luftförderleistung des vorgeschriebenen Dual-Fan-Netzteils spielt daher eine gewichtige Rolle beim Funktionsprinzip des Calmera ks07 und muss mindestens 15 m³/h betragen. Die im Lieferumfang enthaltenen Luftleitflügel aus Kunststoff tragen zu einer weiteren Optimierung des Saugstroms bei. Die 50 mm große Bodenplatte ist poliert und absolut plan. Durch Riefen bemerkbare Bearbeitungsspuren sind kaum zu erkennen. Zur besseren Orientierung und Ausrichten auf dem Prozessor, befindet sich eine kleine Einkerbung am Rand der Bodenplatte. Befestigt wird der leichtgewichtige Kühler mittels 6-Punkt-Halteklammer aus Edelstahl.

Montage:
Die Montage gestaltet sich im Vergleich zu herkömmlichen Prozessorkühlern etwas unüblich. Zuerst wird der Prozessorkern des im Test verwendeten XP1700+ mit Wärmeleitpaste benetzt. Um die optimale Kühlleistung zu erreichen wird auf eine hochwertige Wärmeleitpaste zurück gegriffen. Mit dem Premium Compound hat Shin Etsu von Cooler Master eine geniale Wärmeleitpaste kreiert. Die Paste zeichnet sich nicht nur durch eine überragende Performance aus, sondern bietet durch ihre Konsistenz auch maximalen Schutz bei der Kühlermontage. Demzufolge sieht der unzählig oft verwendete XP1700+ noch absolut neuwertig und unbeschadet aus. Nach dem die Halteklammer über die Bodenplatte geführt wurde, wird der Calmera ks07 mittig auf den Prozessor gesetzt. Dabei ist zu beachten, dass der Kühler nach oben hin auf den Lüfter des Netzteils ausgerichtet wird. Anschließend lässt man die 6-Punkt-Halteklammer mit bloßen Händen auf den Sockelnasen einrasten. Ein Schlitzschraubendreher wird nur bei der Demontage benötigt. Die Kühllamellen des Calmera ks07 sind sehr dünn und sensibel, wodurch man sehr vorsichtig bei der Montage vorgehen muss. Abschließend müssen die selbstklebenden Luftleitflügel so am Netzteil befestigt werden, dass der Saugstrom auf den Kühlkörper ausgerichtet ist.

Performance:
Für einen echten Silent Freak steht das herstellerseitig empfohlene Standard Enermax Netzeil - bedingt durch das relativ hohe Betriebsgeräusch - natürlich nicht zur Diskussion. Wenn schon ein lüfterloser Kühler eingesetzt werden soll, dann auch in entsprechendem Umfeld. Aus diesem Grund wurden drei verschiedene teils Silent - teils UltraSilent einzustufende Netzteile verwendet. Des Weiteren liefen die drei Netzteile zusammen mit dem Calmera ks07 in zwei verschiedenen Betriebsarten. Zum Einen mit den an der Unterseite des Netzteils angebrachten Luftleitflügeln und ohne zusätzlichen Gehäuselüfter. Zum Anderen wurde ein Papst 8412 NGL - an der Rückwand des CS-601 Gehäuses - so angeordnet, dass er den Calmera ks07 belüftet. Obwohl sich die Kühlleistung durch die Verwendung der Silent Netzteile nicht auf dem Niveau eines serienmäßig belassenen Enermax Netzteils bewegt, scheint der Einsatz in diesem Fall zweckmäßiger.

Anhand unten stehender Matrix wird deutlich, wie sich die Verwendung verschiedener Silent Netzteile auf die Kühlleistung des Calmera ks07 auswirkt. Auch die zusätzliche Ventilation mittels Gehäuselüfter wurde berücksichtigt. In dieser Konstellation stellt der Betrieb mit 1467 MHz - wie den Herstellerfreigaben zu entnehmen - bereits das Ende der Fahnenstange dar. Nur in Verbindung mit dem A Conto Enermax NMT2 und einem Gehäuselüfter war ein sorglos Betrieb möglich.

Temperaturentwicklung XP1700+ @ 1.75 Volt

CPU Speed:

MTP:
Power Supply:
Case Fan:
Idle Temp:
Load Temp:
1100 MHz

@

100 MHz

FSB

48.1

Watt

A Conto Enermax NMT2
Papst NGL
43 ° C
51 ° C
-
49 ° C
59 ° C
MR Enermax Silent Blue
Papst NGL
44 ° C
53 ° C
-
56 °C
64 ° C
A Conto Enermax 1500
Papst NGL
44 ° C
54 ° C
-
59 ° C
x
1467 MHz

@

133 MHz

FSB

64.0

Watt

A Conto Enermax NMT2
Papst NGL
48 ° C
60 ° C
-
55 ° C
68 ° C
MR Enermax Silent Blue
Papst NGL
49 ° C
61 ° C
-
60 ° C
x
A Conto Enermax 1500
Papst NGL
49 ° C
62 ° C
-
67 ° C
x

Testrechner:

  • Motherboard: Elitegroup K7S5A ( passiv )
  • Prozessor: AMD Athlon XP 1700+ ( MTP 64.0 Watt @ 1.75 Volt )
  • Kontaktmittel: Cooler Master Premium Compound
  • Speicher: 256MB Nanya DDR333 CL2.5
  • Grafikkarte: 3D Phantom XP-3800 128MB ( passiv )
  • Festplatte: Maxtor 4K040H2 ( Silent Mode / NoVibes III )
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 ( Aluminium / geschlossen )
  • Gehäuseventilierung: passiv
  • Datenträgerverbindung: Rounded-Silver-Cable
  • Betriebssystem: Windows 98 SE ( ohne ACPI )
  • Software: Motherboard Monitor - Prime 95
  • Zimmertemperatur: 18°C ( Abweichung < 0.5°C )

Fazit:
Speziell für kleinere Prozessoren mit niedriger Abwärme bis zirka 30 Watt ist der Calmera ks07 eine absolut empfehlenswerte und vor allem leise Alternative zu herkömmlichen Luftkühlern. Denn hier kann bedenkenlos auf ein UltraSilent bzw. lüfterloses Netzteil zurück gegriffen werden. Der im Test verwendete XP1700+ Prozessor stellt das maximal Machbare in Verbindung mit einem Silent einzustufenden Netzteil dar. Dessen höhere Verlustwärme von maximal 64 Watt lässt sich nur mit Hilfe eines Dual-Fan Netzteils á la Enermax abführen. Die leisen Enermax Varianten von A Conto und MR Computertechnik GmbH ermöglichen einen angenehmen, aber kühlleistungstechnisch nicht ganz problemlosen Betrieb. Daher sollte man zusätzlich einen leisen Papst 8412 NGL Gehäuselüfter zur Kühlung des Calmera ks07 verwenden, was allerdings immer noch eine leisere Alternative gegenüber dem serienmäßig belassenen Enermax Pendant darstellt. Damit zukünftig auch Besitzer eines leistungsstärkeren Prozessors von der Geräuscharmut eines Latentwärmekühlers profitieren können, entwickelt der Hersteller bereits eifrig am Nachfolgemodell Calmera ks08. Dieser soll bereits auf der diesjährigen CeBit in Hannover vorgestellt werden und kurz darauf erhältlich sein. Unterm Strich ist der Calmera ks07 auf jeden Fall ein nicht nur für Silent Freaks interessanter Kühler, der seine Vorteile jedoch nur im durchdachten Umfeld vollends ausspielen kann.

Danksagung:
Besonderer Dank gilt Herrn Hamann von net-Distributions.

Links zum Thema:
LG ThermoTechnologies GmbH [ Hersteller ]
net-Distributions [ Vertrieb ]

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