Vorwort:
Dem treuen Leser wird der Begriff Magic Vent sicherlich noch in Erinnerung geblieben sein. Bereits Ende letzten Jahres wurde dieser Schallkamin im Silent Project vorgestellt und sorgte für reges Interesse seitens der Leserschaft. Bei A Conto Noise Magic hat man nun auch eine Version für das beliebte Chieftec CS-601 Stahlblech-Gehäuse im Programm. Mit wenigen Handgriffen soll durch diese schallgedämmte Rückenabdeckung ein leiseres Betriebsgeräusch realisiert werden. Denn in der Regel verursacht das Netzteil und die rückseitig angebrachten Gehäuselüfter den Löwenanteil des Schallgeschehens. Durch eine durchdachte Konstruktion aus einem Zwei-Kammer-System - welches auf der Rückseite des Gehäuses angebracht wird - soll das Betriebsgeräusch deutlich gesenkt werden ohne große Einbußen in Punkto Gehäusekühlung in Kauf nehmen zu müssen. Inwieweit sich der Geräuschpegel optimieren lässt und wie sich dies auf die Gehäuseinnentemperatur auswirkt, soll in folgendem Test eruiert werden.
Lieferumfang:
In der Verpackung befindet sich der 5-teilige Schallkamin - der bereits komplett mit der hauseigenen Schalldämmung Magic Fleece ausgekleidet ist - und sechs flache Gehäuseschrauben. Die fotodokumentierte Einbauanleitung ist ausführlich und leicht verständlich gehalten, so dass keine Fragen bezüglich der Montage offen bleiben.
Spezifikationen:
- Hersteller: A Conto NoiseMagic
- Modell: Magic Vent
- Material: pulverbeschichteter Stahl
- Farbe: schwarz
- Schalldämmung: NoiseMagic - Magic Fleece
- Befestigung: Magnetstreifen
- Gesamtgröße: 540 x 205 x 87 mm
- Gesamtgewicht: ca. 2200 g
Details:
Im Gegensatz zum damalig getesteten Modell für den Big Magic Fleece Tower, ist die Chieftec Version des Magic Vent nun modular aufgebaut. Durch die mehrteilige Konstruktion lässt sich der Magic Vent Schallkamin sogar bei eingesteckten Kabeln bzw. während des Betriebs mittels vorgeklebter Magnetstreifen problemlos anbringen. Bei Chieftec CS-601 Gehäusen aus Aluminium funktioniert die Anbringung mittels Magnetstreifen leider nicht. Ob hierzu noch eine Alternative geplant ist, war zum Zeitpunkt des Tests noch unklar. Der modulare Aufbau hat aber noch weitere Vorteile. So kann man beispielsweise bei Extrembedingungen - z.B. Sommerbetrieb in einer Dachwohnung - kurzfristig den Deckel des Magic Vent abnehmen und dadurch den Kamineffekt und die Luftabfuhr deutlich verstärken.
Montage:
Bevor mit der Montage bzw. dem Anbringen des Magic Vent begonnen werden kann, müssen die serienmäßig vorhandenen Gehäuseschrauben getauscht werden. Im Lieferumfang des Magic Vent befinden sich hierzu sechs Schrauben mit flacherem Kopf. Diese werden benötigt, damit der Schallkamin an der Gehäuserückwand abdichten kann. Nun können die einzelnen Teile des Magic Vent Schritt-für-Schritt angebracht werden.
Performance:
Das sich die Montage des Magic Vent negativ auf den Luftstrom auswirken würde, war bereits vor Testbeginn offensichtlich. Das Betriebsgeräusch des Netzteils und der rückseitig angebrachten Gehäuselüfter deutlich zu senken ohne den Luftstrom dabei zu beeinträchtigen, scheint physikalisch unmöglich. Vielmehr war es wichtig zu eruieren, in welcher Relation die höheren Temperaturen zur Schallpegelabsenkung stehen und ob der Anwender mit einem kritischen Anstieg der Systemtemperaturen zu rechnen hat. Nach jeweils einer Stunde Testbetrieb im Leerlauf und unter simulierter Volllast, wurden die Temperaturen bei 21°C Zimmertemperatur mit dem Programm Motherboard Monitor ausgelesen. Die Prozessortemperatur stieg dabei gerade mal um 1°C und die Gehäusetemperatur um 3°C an - was als unbedenklich einzustufen ist. Dies kann sich bei anderem Gehäuse-Setup jedoch minimal anders darstellen.
Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfaßbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.
Für den Praxistest wurde einer der Ultra-Silent-Testrechner zweckentfremdet und dahingehend modifiziert, dass er ein recht lautstarkes Betriebsgeräusch entwickelt. Als Netzteil kam deshalb das Modell 300LR-PT aus dem Hause HEC - Testsieger Chip 05/2002 - zum Einsatz. Zwei Papst Lüfter des Typs N2GML fungieren - rückseitig angebracht - als Gehäuselüfter und blasen die erwärmte Innenluft in den freien Raum - woraus sich ein sinnvoller Unterdruck im Gehäuse bildet. Durch diese Modifikation konnte der Schallpegel von 25.8 auf gut 44 dB(A) erhöht werden. Völlig überraschend konnte bei montierten Magic Vent messtechnisch lediglich eine Schallpegelabsenkung von knapp 3 dB(A) ermittelt werden, was in keiner Relation zum subjektiv empfundenen Eindruck stand. Dies liegt daran, dass der Magic Vent eine Art Filter-Effekt bewirkt, wodurch das Schallgeschehen vom menschlichen Gehör deutlich angenehmer empfunden wird - als messtechnisch ermittelbar. Die Messungen erfolgten auch diesmal nach bekanntem Schema.
Demonstrations-Video:
Subjektiv empfundene Wahrnehmungen lassen sich im Gegensatz zu ermittelten Messergebnissen relativ schwer darstellen bzw. erklären. Deshalb wurde für diesen speziellen Fall extra ein Video-Clip aufgezeichnet. In diesem Clip wird der Unterschied vom subjektiven Eindruck zu den messtechnisch ermittelten Werten wirkungsvoll demonstriert. Der 5 MB große Video-Clip ist MPEG-1 komprimiert, damit er nahezu auf jedem Rechner - ohne lästiges Laden zusätzlicher Codecs - abgespielt werden kann. Download.
Testkonfiguration:
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Motherboard: Epox 8KA3+ ( passiv )
- Speicher: Corsair 256MB DDRAM XMS3000 CL2
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Prozessor: AMD Athlon XP 2000+ ( unlocked / 70 Watt Verlustwärme )
- Kühler: Thermalright SLK-800 / Papst N2GL
- Kontaktmittel: Cooler Master Premium Compound
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Grafikkarte: 3D Phantom XP-3800 128MB ( passiv )
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Festplatte: Maxtor 4K040H2 ( Silent Mode / NoVibes )
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Gehäuse: Chieftec CS-601 ( geräuschoptimiert )
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Netzteil: HEC
300LR-PT
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Gehäuseventilierung: 2 x Papst NGML ( rückseitig ausblasend )
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Datenträgerverbindung: Rounded-Silver-Cable
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Betriebssystem: Windows 98 SE ( ohne ACPI )
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Software: Motherboard Monitor v5.1.0.7, Prime 95 v21.4.1
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Zimmertemperatur: 21°C ( Abweichung < 0.5°C )
Fazit:
Der Magic Vent ist sicherlich eine interessante Alternative für die weniger experimentierfreudige Anwenderschaft. Durch dass kinderleichte Anbringen der schallgedämmten Rückenabdeckung, wird das Betriebsgeräusch des Netzteils und der rückseitig angebrachten Gehäuselüfter deutlich gesenkt. Durch einen Filter-Effekt, wird das Schallgeschehen für deutlich niedriger empfunden, als messtechnisch nachvollziehbar. Bei einem alles übertönenden Prozessorkühler ist allerdings auch seine Magie begrenzt. Hier kann ein Adapterkabel < 12 Volt, eine Lüftersteuerung oder die Schalldämmung des Gehäuses Abhilfe schaffen. Die lediglich 3°C höheren Gehäuse-Innen-Temperaturen, stehen in einem gesunden Verhältnis zum gesenkten Geräuschpegel. Der Verkaufspreis von zirka 50 € erscheint aufgrund des betriebenen Aufwandes gerechtfertigt und schlägt auch deutlich geringer zu Buche, als der Neukauf eines Silent-Netzteils und leiser Gehäuselüfter. Leider sind die Vorzüge des Magic Vent nur Besitzern eines CS-601 Gehäuses vergönnt. Schluss-Fazit: Der Magic Vent ist eine schnelle und saubere Sache zum Reduzieren des rückseitig austretenden Schallpegels. Zu einem richtig leisen Silent-Rechner bedarf es allerdings noch zusätzlicher Hilfsmittel.
Danksagung:
Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Herrn Schlomka / A Conto NoiseMagic.
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