Noise Magic Magic-GFX Review

Noise Magic Magic-GFX

Vorwort:
Jeder geräuschemissionsbewußte Anwender, der eine Grafikkarte der ATI Radeon 9500 oder 9700 Serie mit OEM Kühlerdesign stolz sein Eigen nennen kann, wird sich über kurz oder lang an dem etwas nervenden Betriebgeräusch des Originallüfters stören. Hierzu versprechen verschiedene Hersteller mit ihren Komplettsystemen Abhilfe. Diese sind jedoch meist relativ kostspielig und setzen etwas handwerkliches Geschick bei der Montage voraus. Eine besonders einfache und mit € 24.- zudem günstige Lösung bietet der Hersteller A Conto NoiseMagic mit der MagicGFX Grafikkartenkühlung an. Der MagicGFX wird nach dem Entfernen des Originallüfters lediglich auf den bereits vorhandenen Kühlkörper geschraubt und ist danach sofort einsatzbereit. Eine kinderleichte Montage und ein leises Betriebsgeräusch standen bei der Entwicklung im Vordergrund. Durch das beiliegende 100 Ohm Adapterkabel soll das Betriebsgeräusch der Grafikkarte nach arbeitsplatzkonformen Abstand kaum mehr wahrnehmbar sein. Am Beispiel einer Sapphire Radeon 9700 Atlantis Pro wollen wir heute feststellen, ob das Produkt hält was der Hersteller verspricht.

Lieferumfang:

  • Aluminium Adapterplatte ( 81 x 64 x 3 mm )
  • Papst Lüfter Typ 612 F/2 ( 60 x 60 x 15 mm )
  • Adapterkabel ( 100 Ohm / 3-pin Molex )
  • 4 selbstsichernde Muttern
  • bebilderte Einbauanleitung

Details:
In der drei Millimeter dicken Aluminiumplatte befindet sich eine ausgestanzte Lüfteröffnung mit einem Durchmesser von 56 mm. Mit einer Größe von 81 x 64 mm deckt sie den serienmäßig vorhandenen Kühlkörper der Grafikkarte komplett ab, so dass der Luftstrom des 60 mm Papstlüfters durch dessen Lamellen geleitet wird. Vier sauber eingefasste Stehbolzen fungieren als Halterung des beiliegenden Ventilators, welcher mit vier selbstsichernden Muttern fixiert wird. Durch das ebenfalls im Lieferumfang enthaltene 100 Ohm Kabel, reduziert sich die Drehzahl des Lüfters auf etwa 2200 U/min, wodurch ein sehr leises Betriebsgeräusch realisiert wird. Aufgrund des Grafikkartenaufbaus, muss man den Verlust des ersten PCI-Slots in Kauf nehmen. Trotz des einfachen Designs findet man bei genauer Betrachtung ein sehr gut verarbeitetes Produkt mit professionellen Detaillösungen vor.

Montage:
Obwohl die Montage durch das Adapterlayout selbsterklärend ist und von jedem in wenigen Minuten durchgeführt werden kann, legt der Hersteller eine leicht verständliche Einbauanleitung bei. Wer sich nicht sicher ist, ob es sich bei der vorhandenen Grafikkarte um eine mit Standard-OEM-Kühlkörper handelt, sollte einen Blick auf die Kompatibilitätsliste werfen. Um den Umbau durchzuführen, wird nach dem Ausbau der Grafikkarte zunächst der Originallüfter vorsichtig entfernt. Mit den Originalschrauben wird an dessen Stelle nun die Adapterplatte aus Aluminium montiert. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Adapter nicht zu fest angezogen wird, da sonst die federnd gelagerten Haltestifte des Kühlkörpers nach unten gedrückt werden. Dadurch würde sich der Kühlkörper vom Grafikprozessor lösen, was zu einer schlechten Kühlleistung bzw. Überhitzung führen würde. Da es sich hier nur um zehntel Millimeter handelt, muss dieses Problem jedoch nicht bei jeder Grafikkarte auftreten. Aber nun weiter zur Lüftermontage, die sich dann wieder absolut unproblematisch erweist, da der Lüfter einfach auf die bereits erwähnten Haltebolzen gesteckt wird, um ihn dann mit den mitgelieferten Muttern zu verschrauben. Nach dem Einbau der Karte wird der Lüfter an einen freien 3-pin Lüfteranschluss des Mainboards angeschlossen.

Performance:
Um die Grafikkarte richtig zu fordern, lief der Nature-Test des MadOnion Benchmark 2001 SE jeweils 25 mal hintereinander, wobei die Temperaturen bereits nach dem 17. bis 18. Durchlauf nicht mehr anstiegen. Die Temperaturen wurden mit einem im Gehäuse verbauten Lian-Li-Thermometer ausgelesen. Zu beachten ist, dass die unten aufgeführten Temperaturen keine Prozessorkern- sondern Kühlkörpertemperaturen sind. Die Zimmertemperatur betrug während der gesamten Testphase exakt 20°C. Details zur Testrechnerkonfiguration können unten aufgeführter Tabelle entnommen werden.

Ein Blick auf die ermittelten Temperaturwerte macht deutlich, dass der Hersteller seinen Bausatz so abgestimmt hat, dass er unter Verwendung des beiliegenden 100 Ohm Adapterkabels eine gleichermaßen gute Kühlleistung wie die werkseitig verbaute OEM Kühlung erreicht. Läuft der MagicGFX allerdings im direkten 12 Volt Betrieb, steigt die Kühlleistung enorm an und offeriert teils 6°C bessere Werte, was den Bausatz gleichermaßen für Silent-Begeisterte und Overclocker interessant machen dürfte.

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Anders als beim Ermitteln der Temperaturwerte, wird der Schallpegel der verschiedenen Grafikkartenkonfigurationen außerhalb des Rechners, in einer speziellen Schallmessbox (Bild unten) ermittelt. Wie üblich wurde auch hier ein arbeitsplatzkonformer Abstand von 100 cm eingehalten. Der minimale Anstieg der Lüfterdrehzahl bzw. des Schallpegels unter Volllast ist darauf zurück zu führen, dass die Spannung der 12 Volt Leitung - je nach Netzteil - unter Systemlast in der Regel um 0,1 bis 0,2 Volt ansteigt.

Der Schallpegel der Sapphire Radeon 9700 Atlantis PRO liegt im Serienzustand bei 32 dB(A). Nach dem Umbau der Grafikkarte mit dem MagicGFX Bausatz - unter Verwendung des beiliegenden 100 Ohm Kabels - wartet diese mit einem Schallpegel von lediglich 25 dB(A) auf und kann kaum mehr wahrgenommen werden. Ohne Adapterkabel - also im direkten 12 Volt Betrieb - liegt der Schallpegel messtechnisch gleich auf mit dem Serienlüfter, wenn gleich er subjektiv betrachtet etwas angenehmer empfunden wird.

Testrechner:

  • Motherboard: Epox 8RDA+ ( passiv )
  • Prozessor: AMD Athlon XP 2100+ @ XP 2700+ ( Thoroughbred B )
  • Kühler: MR Variokühler SLK-800 R @ 1800 U/min
  • Speicher: 2 x 256 MB Corsair XMS-2700
  • Grafikkarte: Sapphire Radeon 9700 Atlantis PRO
  • Festplatte: Maxtor 4K040H2 ( Silent Mode / NoVibes III )
  • Gehäuse: Casetek 1019 Alugehäuse ( schallgedämmt / geschlossen )
  • Netzteil: MR Chieftec Papst 360 Watt ( Ultra-Silent )
  • Gehäuseventilation: 4 x Papst 8412 NGL @ 850 U/min
  • Datenträgerverbindung: Rounded-Silver-Cable
  • Betriebssystem: Windows XP Professional
  • Software: Motherboard Monitor, MadOnion Benchmark 2001 SE
  • Zimmertemperatur: 20°C ( Abweichung < 0.5°C )

Fazit:
Manchmal lassen sich auch mit einfachen Mitteln hervorragende Ergebnisse erzielen. Im Falle des MagicGFX aus dem Hause A Conto NoiseMagic führt dies zu einem kaum hörbaren Betriebsgeräusch bei unverminderter Kühlleistung. Wird der Lüfter ohne beiliegendes 100 Ohm Adapterkabel betrieben, wartet der MagicGFX mit bis zu 6°C besseren Kühlleistungen auf, als mit werkseitig verbauter OEM Kühlung. Damit ist es A Conto NoiseMagic gelungen, gleich zwei Lager der Anwenderschaft zu erreichen. Overclocker und Silent-Begeisterte dürften nach dem Umbau der Grafikkarte gleichermaßen zufrieden gestellt sein. In Anbetracht dieser Leistung ist der Preis von € 24.- und der Verlust eines PCI-Slots mehr als gerechtfertigt - erst recht wenn man bedenkt, dass schon der Papst Lüfter selbst mit einem Ladenpreis von ca. € 18.- zu Buche steht. Schluss-Fazit: Eine Kaufempfehlung verdient sich der MagicGFX Bausatz aufgrund der in allen Belangen überzeugenden Leistungen.

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herrn Sinkovic von A Conto NoiseMagic.

Links zum Thema:
NoiseMagic [ Hersteller ]
PC-World [ Vertrieb ]

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