Vorwort:
Wer sich einen möglichst kleinen bzw. flachen
HTPC aufbauen möchte, kann mit einem herkömmlichen ATX Netzteil meist recht wenig anfangen. Trotz enormer Auswahl in Punkto Leistung und Ausführung, ist man durch die üppige Bauform bei der Gehäusewahl doch stark eingeschränkt. Für diesen Fall wurden ursprünglich µATX Netzteile entwickelt. Warum sie trotz geeigneter Größe von den meisten Silencern gemieden werden liegt auf der Hand. Es gibt einfach keine 100%ig ins Schema passenden Modelle. Geräuschseitig ist ein kleiner und somit hochdrehender Ventilator nicht tragbar. Auch der Wirkungsgrad und die Haltbarkeit spielen eine große Rolle. Wer gehobene Ansprüche an seine Hardware stellt, wird in diesem Segment leider kaum etwas Passendes vorfinden. Für diese Nische kommen nur zwei lüfterlose Bauformen in Frage: Notebook-Netzteile und Industrie-Netzteile. Im Wesentlichen liegt der Unterschied im Aufbau. Beim Notebook-Netzteil sitzt die Modulierplatine innerhalb des Gehäuses und der AC/DC-Wandler außen. Das Industrie-Netzteil findet hingegen komplett Platz im Gehäuse. Bauart bedingt setzt letztere Variante jedoch mehr Wärme im Gehäuse frei. Ein typischer Kandidat dieser Gattung kommt aus dem Hause
Magic Power. Das MPI-815H verfügt über eine Gesamtleistung von 150 Watt und kommt mit einer aktiven Blindstromkompensation (
PFC). Umweltverträglichkeit wird durch ein
RoHS-Logo suggeriert. Zahlreiche Schaltungen bieten Schutz vor Kurzschluss, Überspannung und Übertemperatur. Auf ein Ausstattungsfeuerwerk - wie ihn manch aktuelles Standardnetzteile bietet - muss man bei diesem Exoten allerdings verzichten. Hier geht es um das Wesentliche: Funktion und Langlebigkeit. Die schwäbischen Leisetreter von
ichbinleise setzen das MPI-815H Industrienetzteil schon seit längerer Zeit erfolgreich ein und konnten bislang keinerlei Defekte oder Ausfälle beklagen. Der Verkaufspreis liegt bei ca. EUR 129,00. Inwiefern sich der Kandidat gegenüber dem üppigen Testfeld behaupten kann klärt der folgende Praxistest.
Lieferumfang:
Das Magic Power MPI-815H wird neutral und umweltfreundlich verpackt an den Kunden ausgeliefert. Die Blende für den Einbau in ein Standardgehäuse, sowie der ATX-Kabelstrang sind bereits vormontiert. Als Zubehör liegen dem Netzteil lediglich 4 Gehäuseschrauben und das obligatorische Kaltgeräteanschlusskabel bei. Ein
Datenblatt im pdf-Format kann direkt beim Hersteller herunter geladen werden.
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Technische Daten:
- Hersteller: Magic Power
- Modell: MPI-815H
- Layout: Open Frame / Fanless
- Blindstromkompensation (PFC): aktiv
- Wirkungsgrad: > 75 %
- Gesamtleistung: 150 Watt
- Größe: (B) 97 x (H) 40,5 x (T) 198 mm
- Gewicht: 1.220 g (inkl. Kabel & Blende)
- Verkaufspreis (EUR): ca. 129,00
- Bezugsquelle:
www.ichbinleise.de
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Details:
Abgesehen von der Blende aus Stahlblech punktet das schwarze Magic Power MPI-815H vor allem durch seine kompakten Abmessungen. Mit einer Breite von knapp 97 mm und einer Höhe von 40,5 mm lässt es deutlich mehr Spielraum bei der Gehäusewahl - insbesondere bei flachen HTPC-Gehäusen. Lediglich mit seiner Einbautiefe von 198 mm liegt es deutlich über dem Standard. Das im Verhältnis zur Größe recht beachtliche Gewicht von ca. 1,2 kg kommt durch hochwertige Bauteile und ein robustes Chassis zustande. Die Einbaublende trägt ca. 200 Gramm des Gesamtgewichts bei. Das massive Stahlblechchassis fungiert gleichzeitig als Kühlkörper. Dessen Oberfläche lässt sich effektiv vergrößern, wenn das Netzteil beispielsweise an den Gehäusedeckel oder an das Seitenteil angedockt wird. Dabei ist zu beachten, dass die Lüftungsöffnungen nicht verdeckt und die Eingangsstromkontakte nicht zugänglich sind. Unabhängig davon ob das Netzteil mittels Blende in einem Standardgehäuse oder ohne Blende in einem flachen HTPC-Gehäuse betrieben wird, sollten die Betriebsbedingungen darauf abgestimmt sein. Ein leichter Airflow bzw. natürliche Konvektion mit entsprechenden Luftein- und Luftaustrittsöffnungen muss gewährleistet sein. Die Verarbeitung des Netzteils selbst ist hervorragend. Insbesondere der saubere
Platinenaufbau sei hier erwähnt. Lediglich die Qualität der Blende war weniger professionell. Das 150 Watt starke Industrienetzteil verfügt neben einer aktiven Leistungsfaktor-Korrektur (PFC) über zahlreiche Schutzfunktionen. Bei einer Betriebstemperatur von 70°C schaltet es selbst schützend ab. Als typischen Wirkungsgrad gibt der Hersteller 75% an. Der Umweltschutz kommt ebenfalls nicht zu kurz, wie das RoHS-Logo bestätigt. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem sehr knapp bemessenen Kabelstrangsatz auf. Was für Desktop- und HTPC-Gehäuse noch ausreichen dürfte, wird in Midi- und Big-Tower Gehäusen definitiv zu Einbauproblemen führen. Hier helfen nur entsprechende Verlängerungskabel weiter. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 32 cm (20-Pin ATX Stecker), 1 x Kabelstrang 32 cm (4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 1 x Kabelstrang 34 cm (S-ATA Stecker) und 1 x Kabelstrang 60 cm (2 x 5 ¼“ Stecker und 1 x 3 ½“ Stecker).
Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause
Groneberg.
Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehrere Rechner betreibt sollte sich genau überlegen inwiefern Geiz geil ist.
Das Magic Power MPI-815H ist sparsam und effizient. Es schneidet in allen Auslastungsbereichen überdurchschnittlich gut ab und platziert sich zu Recht an vierter Stelle. Mit dem angegebenen Wirkungsgrad von >75% hat der Hersteller wahrlich nicht übertrieben. Im Idle-Betrieb (hochgefahrenes System/keine Aktivitäten) lag der Verbrauch bei 70,1W. Der Load-Betrieb (CPU-/VGA-Volllast) sorgte mit gemessenen 118W für deutlich mehr Stromdurst. Das heruntergefahrene System begnügte sich mit 2,1W.
Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.
Zur Ermittlung der Spannungsstabilität absolviert der Prüfling wie immer einen protokollierten 24h-Dauerlasttest. Die Auswertung der Logfiles ließ keine nennenswerte Spannungsschwankung oder gar Spannungseinbruch erkennen. Die Spannungswerte verhielten sich sehr stabil und bewegten sich - mit Ausnahme der +3.3V Leitung - nah am Sollwert. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.17 - 3.21V, 5.03 - 5.05V und 12.18 - 12.31V deutlich in der zulässigen Toleranz.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.
Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.
Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.
Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.
Bei einem lüfterlosen Netzteil ist die Kühlleistung im Allgemeinen eher schwer zu beschreiben, weil es in der Regel eher zur Erwärmung als zur Kühlung des Systems beiträgt und in Normgehäusen gerade mal einen Teil der selbst entwickelten Wärme abführen kann. Dies wird durch die hohen Prozessor- und Gehäusetemperaturen deutlich. Letztere stellen sich in Wirklichkeit sogar als deutlich höher heraus, als über das Mainboard selbst messbar ist. Dadurch, dass die erwärmte Luft nach oben steigt und nicht entweichen kann, sind die Temperaturen im oberen Gehäusebereich deutlich höher als dort, wo der Messfühler des Mainboards sitzt. Aber auch wenn der Prüfling auf den hinteren Plätzen der Charts zu finden ist, hat er doch einen absolut stabilen 24-Stunden-Betrieb ermöglicht. Die aus dem Netzteil entweichende Luft wird je nach Auslastung 52 bis 54°C warm. Die Kühlkörper im Inneren des Netzteils wird unter Volllast bis zu 64°C heiß. Die Chassistemperatur liegt auf ähnlich hohem Niveau, da diese als erweiterte Kühloberfläche fungiert. Für einen dauerhaften Betrieb einer ähnlichen Hardwarekonstellation empfehlen wir jedoch zusätzliche Lüftungsschlitze über dem Netzteil, welche zu einer besseren Gehäuseentlüftung beitragen. Außerdem sollte das Netzteil mittels Wärmeleitpad oder Wärmeleitpaste Kontakt mit dem Gehäuse (Boden, Seite, Deckel) aufnehmen, um die Kühlfläche weiter zu vergrößern.
Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.
Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.
Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.
Das Magic Power MPI-815H hinterlässt auch in Punkto Betriebsgeräusch einen sehr guten Eindruck. Zwar ist in unmittelbarer Nähe zum Netzteil ein niederfrequentes Störgeräusch in Form eines Surrens bzw. Brutzelns vernehmbar, welches aber eher zur angenehmeren Sorte zählt und mit zunehmendem Abstand ab spätestens 30 cm verstummt. Ein enormer Pluspunkt ist die gleichmäßige Intensität, wenn man dabei überhaupt von Intensität sprechen kann. Manch anderer Kandidat fiel bei Lastwechsel durch unangenehmes Pulsieren aus der Reihe.
Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.
Testrechner:
- Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
- Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
- Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
- Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
- Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
- Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
- Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
- Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
- Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
- Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
- Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
- Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
- Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
- Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)
Fazit:
Das lüfterlose Industrienetzteil MPI-815H aus dem Hause Magic Power hinterlässt einen sehr guten Eindruck. In Punkto Wirkungsgrad schneidet es deutlich besser ab, als es die Werksangabe von >75% erwarten lies. Der vierte Platz der diesbezüglichen Charts zeugt von einer effizienten Elektronik. Auch die Stabilität steht dem nicht nach. Selbst nach 24-Stunden Dauerlast konnten keinerlei Schwankungen oder Einbrüche der relevanten Leitungen festgestellt werden. Die ermittelten Spannungswerte bewegten sich nah an den Sollwerten. Lediglich der Wert der +3,3V Leitung lag etwas nah am Grenzbereich ohne jedoch die zulässigen Toleranzen zu überschreiten. Aus optischer Sicht ist das MPI-815H ein sehr unauffälliger Vertreter. Effekthascherei ist bei einem Industrienetzteil eher fehl am Platz. Hier stehen Funktion und Langlebigkeit im Vordergrund. Dies spiegelt sich in der Verarbeitung sowie im Innenaufbau des Netzteils wider. Der Platinenaufbau ist beispielhaft. Das massive Chassis fungiert gleichzeitig als Kühlkörper. Wer die Kühloberfläche vergrößern will, kann das Netzteil mittels Wärmeleitpad oder -paste an den Deckel, Boden oder Seitenwand des Computergehäuses andocken. Durch die kompakten Abmessungen des Netzteils und den damit verbundenen Freiheiten bei der Wahl der Einbaulage sollte der Anwender immer ein geeignetes Plätzchen im Gehäuse finden. Es sollte lediglich für eine ausreichende Be- und Entlüftung gesorgt werden. Was die Kühlleistung bzw. die Wärmeentwicklung betrifft, verhält sich das MPI-815H ähnlich wie andere passive Netzteile. Das Testsystem konnte problemlos auf Dauer stabil betrieben werden. Als einzigster Kritikpunkt sind die zu kurzen Kabellängen des internen Kabelstrangs zu erwähnen. Um Einbauproblemen in mittleren bis großen Gehäusen vorzubeugen sollten diese vom Hersteller deutlich großzügiger bemessen werden. Der Verkaufspreis von ca. EUR 129,00 erscheint für einen solchen Exoten als moderat. Das MPI-815H ist eben kein typisches Standardnetzteil für den Netzteil suchenden Otto-Normalverbraucher. An der robusten und schier unkaputtbaren Elektronik wird sich wohl vielmehr die Fraktion der Silencer und HTPC-Bastler interessiert zeigen. Unterm Strich ist das Magic Power MPI-815H ein empfehlenswertes Passivnetzteil und erhält zu Recht einen Kauftipp.
Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herrn Richard Lerch von ichbinleise.
Links zum Thema:
Magic Power [ Hersteller ]
ichbinleise [ Vertrieb ]
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