Vorwort:
Zusatzgeräte wie Multimedia-Frontpanels und Lüftersteuerungen liegen zur Zeit voll im Trend und sind dadurch fast in jedem heimischen PC-System zu finden. Leider geht bei der Montage dieser Zusatzgeräte immer ein 5 1/4" oder ein 3 1/2" Laufwerksschacht verloren, wodurch man schnell an die Grenzen der Platzkapazität stösst. Einige Hersteller haben dieses Problem rechtzeitig erkannt und bieten diesbezüglich verschiedene All-in-One Lösungen an. Ein besonders interessantes Produkt dieser Kategorie möchte ich Euch heute vorstellen. Mit der Magic Box MB-100 schlägt man gleich vier Fliegen mit einer Klappe. Sie vereint Lüftersteuerung, Festplattenkühlung, Multimedia-Frontpanel und Temperaturüberwachung in einem Gerät. Das schafft nicht nur Platz und Ordnung, sondern dürfte sich gegenüber dem Einzelkauf sogar preislich interessanter darstellen. Auch äußerlich macht die Magic Box MB-100 einen guten Eindruck. Durch das zeitlose Design und die Verwendung von Aluminium wirkt das Gerät recht edel und dürfte - rein optisch betrachtet - mit nahezu jedem Gehäusedesign harmonieren. Wie es mit der Praxistauglichkeit bestellt ist, soll folgender Bericht aufzeigen.
Lieferumfang:
Die Magic Box MB-100 wird in einer hübschen Verpackung ausgeliefert. Eine luftgepolsterte Kunststofftasche schützt das empfindliche Aluminium-Chassis zusätzlich vor Schäden, die beim Transport entstehen könnten. Im Lieferumfang befinden sich alle benötigten Anschlusskabel und das zur Montage benötigte Schraubenmaterial. Eine Bedienungsanleitung sucht man leider vergebens. Auf der Rückseite der Verpackung befindet sich jedoch eine englisch-sprachige Kurzbeschreibung - welche ausreichen dürfte - um ein selbsterklärendes Gerät in Betrieb nehmen.
- Modell: Magic Box MB-100
- Lüftertyp: MF-8010 ( 12 Volt DC / 0.27 A )
- Luftfördermenge: 25.62 CFM ( 43.55 m³/h )
- Multimedia-Anschlüsse: 2 x USB, 1 x Firewire, 2 x Line-In, 1 x Line-Out
- Lüfter-Anschlüsse: 3 Stück ( 3 x Molex oder 2 x 4-polig )
- Temperaturfühler: 3 Stück ( mit je ca. 62 cm langen Kabel )
- LED-Display: schwarz / rot
- Gesamtgröße: ca. 147 x 43 x 200 mm
- Gesamtgewicht: ca. 670 g
- Preis: € 49.99
Details:
Das aus Aluminium gefertigte Chassis ist relativ ordentlich verarbeitet und frei von scharfen Kanten. Lediglich ein freier 5 1/4" Laufwerksschacht wird bei der Montage in Beschlag genommen. Zur Stromversorgung werden zwei 4-polige Netzteilstecker benötigt. SilentPC legt der Magic Box deshalb einen Y-Adapter bei, wodurch nur ein 4-poliger Anschluss belegt wird. Die ausgelesenen Temperaturwerte werden dem Benutzer über ein rotes LED-Display angezeigt, welches im hellen - sowie im dunklen Raum - gut abzulesen ist. Der Lüfter zur Festplattenkühlung ist im temperaturgeregelten Automatik-Betrieb ( 6.5 Volt / 23°C ) relativ leise - stört jedoch etwas bei der Einstellung Low ( 9.9 Volt ) und Middle ( 11 Volt ). Je nach Geräuschempfindlichkeit, kann der Festplattenlüfter auch deaktiviert werden. An die Lüftersteuerung können bis zu drei Lüfter angeschlossen werden. Auch hier empfiehlt sich der temperaturgeregelte Automatik-Betrieb. Wer auf eine gleichbleibende Geräuschkulisse wert legt, sollte leise Papst Lüfter des Typs 8412 NGL ( 0.6 Watt ) oder 8412 NGML ( 0.9 Watt ) einsetzen und in Schalterstellung LOW betreiben. Durch die niedrige Leistungsaufnahme dieser Lüfter, können jeweils zwei Stück an einer Leitung betrieben werden.
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Temperaturüberwachung:
Die Magic Box verfügt über drei jeweils ca. 62 cm lange Temperaturfühler, die direkt hinter dem roten LED-Display eingesteckt sind. Durch einen kleinen Umschalter unter dem Display, lässt sich die Temperatur von Prozessor, Gehäuse und Festplatte bequem überwachen. Natürlich können die Fühler auch am Netzeil oder an der Grafikkarte etc. angebracht werden.
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Multimedia-Frontpanel:
Durch den Multimedia-Frontpanel, hat man alle sonst schwer zugänglichen Anschlüsse griffbereit. Dazu müssen lediglich die im Lieferumfang enthaltenen Adapterkabel mit den auf der Gehäuserückseite befindlichen Anschlüssen verbunden werden. Zwei USB, ein Firewire, zwei Line-In und ein Line-Out Anschluss bieten genügend Auswahl für Multimedia-Komponenten.
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Festplattenkühlung:
Unter der Festplatte sorgt ein flacher 80 mm Lüfter für die Abfuhr der erwärmten Luft. Der Festplattenlüfter ist mit der internen Lüftersteuerung verbunden, wodurch man Einfluss auf Kühlleistung und Betriebsgeräusch nehmen kann. Wer kein zusätzliches Lüftergeräusch im PC wünscht, kann den Festplattenlüfter einfach deaktivieren in dem er den Stecker abzieht.
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Lüftersteuerung:
Drei Lüfter können angeschlossen werden. Hierfür stehen zwei 4-Pin-Anschlüsse oder drei 3-Pin-Molexanschlüsse zur Verfügung. Als dritter Anschluss ist werkseitig der Festplattenkühler angeschlossen, dieser Anschluss kann aber gegen ein Molexanschluss getauscht werden. Durch drei Schalterstellungen (Middle, Low, Auto) kann die Drehzal der angeschlossenen Lüfter beeinflusst werden.
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Optischer Eindruck:
Rein optisch betrachtet, dürfte die Magic Box MB-100 mit nahezu jedem Gehäuse-Design harmonieren. Durch das zeitlos dezente Design, macht sie im silber-farbenen Chieftec CS-601 eine besonders gute Figur. In einem Aluminium-Gehäuse á la Lian Li oder CoolerMaster dürfte das Aluminium-Chassis wohl einen noch besseren Eindruck hinterlassen.
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Performance:
Um die Kühlleistung des integrierten Festplattenkühlers zu ermitteln, wird eine IBM Deskstar 120GXP verwendet. Dadurch, dass diese Festplatte - sowie das verwendete Mainboard - die Festplatten-Monitoring-Funktion SMART unterstützt, lässt sich die interne Temperatur ganz einfach per Software auslesen. Das ist im Gegensatz zur externen Temperaturermittlung nicht nur viel einfacher, sondern wesentlich genauer. Der Lüfter des Magic Box internen Festplattenkühlers ist absaugend montiert, was nicht ganz so effektiv wie eine blasende Anordnung ist. Aus akustischer Hinsicht, dürfte dieser Umstand jedoch minimale Vorteile bringen. Die im Testrechner ermittelte Kühlleistung von maximal 4°C ist daher nur durchschnittlich und dürfte sich bei anderem Gehäuse-Setup nur minimal anders darstellen.
Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfaßbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.
Der Geräuschpegel wird wie immer nach praxisorientierten Maßstäben beurteilet. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquellen lediglich ein Ultra-Silent Netzteil, ein Ultra-Silent Kühler und eine entkoppelte Silent Harddisk sind - welche das Schallgeschehen des Festplattenkühlers nicht beeinflussen. Im temperaturgeregelten Automatik-Betrieb, wurde der niedrigste Schallpegel der Magic Box ermittelt. So läuft der Lüfter bei 22°C mit einer Spannung von 6.5 Volt und erreicht dabei 26.5 dB(A). Bei der Schalterstellung Low, bekommt der Lüfter 9.9 Volt Betriebsspannung und wird mit 31.1 dB(A) deutlich hörbar. Wenn der Schalter auf Middle gestellt wird, erhöht sich die Betriebsspannung auf 11 Volt und der Schallpegel auf 33.3 dB(A), was einen Silent-Kühler schon deutlich übertönt. Bei einer durchschnittlichen Gehäuse- und Zimmertemperatur ist daher der Automatik-Betrieb die beste Wahl. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.
Fazit:
Die Magic Box MB-100 vereint eine Reihe nützlicher Funktionen in einem Gerät. Dadurch spart der Anwender nicht nur beschränkte Gehäuse-Ressourcen, sondern auch einige Euros gegenüber dem Kauf vergleichbarer Einzelprodukte. Rein optisch betrachtet, überzeugt der Allrounder mit einem zeitlosen Design. Die Verarbeitung ist relativ ordenlich geraten und gibt nur wenig Anlass zur Kritik. Nur die gewählten Voltages der Lüftersteuerung sind mit 9.9 Volt ( Einstellung Low ) und 11 Volt ( Einstellung Middle ) etwas unglücklich gewählt, wodurch der Anwender genau überlegen sollte, welche Lüfter er einsetzt, damit ein angenehmes Betriebsgeräusch realisiert werden kann. Empfehlenswert wäre hier der Einsatz leiser Papst Lüfter des Typs 8412 NGL und 8412 NGML. Durch den niedrigen Leistungshunger ( 0.6 / 0.9 Watt ) dieser Modelle, lassen sich bei Bedarf auch zwei Stück an eine Leitung anschließen. Schluss-Fazit: Ein empfehlenswertes All-in-One Produkt mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis und wenigen Schwächen.
Danksagung:
Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Herrn Richard Lerch von SilentPC.
Links zum Thema:
SilentPC [ Hersteller ]
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