Levicom M-Power M450.(12).S Review

Levicom M-Power M450.(12).S

Netzteil Großansicht

Vorwort:
Mit dem M-Power M450.(12).S präsentiert der taiwanesische Hersteller Levicom ein interessantes Netzteil, welches vor allem durch sein vom Standard abweichendes Chassis aus gebürstetem Aluminium und einem schicken Startknopf auffällt. Während man bislang scheinbar mehr die Klientel der Gamer und Modder im Visier hatte, könnte das neue Modell zusätzlich Overclocker und Silencer ansprechen. Mit einer Gesamtleistung von 450 Watt dürfte das M-Power für die meisten Systemkonfigurationen ausreichend stark dimensioniert sein. Auf Wunsch können die beiden von einander unabhängigen +12V Schaltkreise sogar gebrückt werden. Aus technischer Sicht erfüllt das Netzteil derzeitige Anforderungen und entspricht den aktuellen ATX Spezifikationen. Bei dem in China gefertigten Netzteil sind alle Kabelstränge steckbar (Cablefree), was sich als beliebtes Kaufkriterium herausgestellt hat. Mit einem Verkaufspreis von EUR 104,90 ist das Levicom M-Power M450.(12).S trotz aufregender Optik leider kein Schnäppchen. So richtig zu Hochform läuft das Netzteil erst in Verbund mit der optional erhältlichen Levicom M-Control Steuerung für EUR 39,90 auf. Das ebenfalls aus Aluminium gefertigte Control-Panel verfügt über ein blau beleuchtetes Display, welches neben allen Spannungswerten sogar den Gesamtstromverbrauch des Systems in Watt anzeigt. Der Clou ist jedoch, dass sich die +3,3/+5,0/+12,0V Leitungen manuell feintunen lassen, was vor allem für Overclocker interessant sein dürfte. Neben dem bereits im Jahr 2003 vorgestellten Antec True Control ist das M-Power eines von wenigen Netzteilen mit diesem Special-Feature. Auf der Rückseite der M-Control lassen sich außerdem bis zu 6 Gehäuselüfter anschließen. Pro Drehregler lassen sich jeweils 3 der angeschlossenen Lüfter regeln. Entsprechende Verlängerungs- und Adapterkabel liegen dem Produkt bei. Da es sich bei der Steuerung um optionales Zubehör handelt, beziehen sich alle ermittelten Testergebnisse auf den Betrieb ohne M-Control. Inwiefern sich das Levicom M-Power gegen die 13 bereits getesteten Kandidaten behaupten kann, zeigt der folgende Praxistest schonungslos auf.

Lieferumfang:
Levicom liefert das M-Power Netzteil in einem recht stabilen Karton mit integriertem Tragegriff aus. Auf der rot/weiss gehaltenen Verpackung befinden sich die Produktspezifikationen gleich in 4 Sprachen (Deutsch/Englisch/Französisch/Spanisch) aufgedruckt. Im Inneren sorgen zwei Styropor-Schalen für einen sicheren Transport. Das Netzteilzubehör besteht aus dem obligatorischen Kaltgeräte-anschlusskabel, den Kupferummantelten Anschlusssträngen, 4 schwarzen Montageschrauben, 4 schwarzen Rändelschrauben und einem Lüfteranschlusskabel. Ein relativ knapp mit Informationen gefülltes User Manual rundet den relativ üppigen Lieferumfang ab.

Technische Daten:

  • Hersteller: Levicom
  • Modell: M-Power M450.(12).S
  • Standards: ATX1.3/ATX12V2.0
  • Layout: 120 mm Single-Fan
  • Blindstromkompensation (PFC): aktiv
  • Geräuschpegel: 20,8 - 31,0 dB(A)
  • Gesamtleistung: 450 Watt
  • Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 180 mm
  • Gewicht: 1,9 kg (ohne Kabel)
  • Verkaufspreis (EUR): ca. 104,90
  • Bezugsquelle: www.yastore.de
Produktlabel - Spezifikationen
Anklicken zum Vergrößern

Details:
Das Levicom M-Power M450.(12).S Netzteil hebt sich durch sein vom Standard abweichendes Design von der Masse ab. Anders als der Mainstream kommt es nicht in einem lackierten bzw. pulverbeschichteten Blechkleid daher, sondern besteht komplett aus gebürstetem Aluminium (Wandstärke 2,0 mm). Daher auch sein stattliches Gewicht von knapp 2,0 Kilogramm ohne Kabel. Ein weiteres optisches Schmankerl ist der schicke Startknopf aus Aluminium, welcher in einem blau beleuchteten Kunststoffring eingefasst ist. Was die Verarbeitungsqualität betrifft, reicht es leider nur für ein "befriedigend bis gut". Wer ein perfektes Finish erwartet, wird sicherlich enttäuscht. Zur Ventilation kommt ein Levicom gelabelter 120 mm Lüfter des Typs D-FS122512H (Yate Loon) zum Einsatz. Laut Hersteller wurde dieser mittels Gummiunterlegscheiben befestigt, um etwaige Nebengeräusche zu reduzieren. Der Lüfter unseres Testsamples war jedoch gewöhnlich verschraubt. Damit der große Lüfter in das Netzteil passt, hat der Hersteller mit der Säge nachgeholfen, was leider keinen besonders professionellen Eindruck hinterlässt. Des Weiteren wurde dem Lüfter eine Kunststoffabdeckung aufgeklebt, welche ca. 40% des Lüfters verdeckt. Ob diese unübliche Maßnahme den Luftstrom gezielt auf einen Bereich der Elektronik leiten soll ist unklar. Als Abdeckung des Lüfters - wie auch der Rückseite - kommt  schwarz lackiertes Lochgitter zur Verwendung. Die Öffnungen der Lochgitter sind jedoch etwas zu klein geraten und dürften sich in Kombination mit der bereits erwähnten Kunststoffabdeckung eher negativ auf den Airflow und die Geräuschkulisse auswirken. Als Highlight darf das Kabelstecksystem bezeichnet werden. Beim Levicom sind nämlich alle Kabelstränge einzeln steckbar. Das erleichtert den Einbau und schafft Ordnung im System. Alle Kabelstränge sind sauber mittels Kupfergeflecht geschirmt und zusätzlich mit einem Kunststoffschlauch ummantelt. Die verwendeten Easy-Grip Stecker erleichtern das Ein- und Ausstecken enorm. Das 450 Watt starke Netzteil verfügt über eine aktive Blindstromkompensation und entspricht den aktuellen ATX Spezifikationen. Die beiden voneinander unabhängigen +12V Schaltkreise können auf Wunsch per Schalter gebrückt werden. Das Verändern der +3,3/+5,0/+12,0V Leitungen lässt sich nur in Verbindung mit der optional erhältlichen M-Control realisieren. Leider hat auch der sparsame Anwender, der sich die Steuerung nur kurz ausborgen will um die Spannungswerte zu optimieren kein Glück. Denn nach dem Ausstecken der M-Control liegen wieder Default-Werte an den Leitungen an. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem ausreichend lang bemessen, gegen Interferenzen verdrillten und mit Kupfergeflecht/Kunststoff ummantelten Kabelstrang-Satz auf. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 44 cm (20/24-Pin ATX Anschluss), 1 x Kabelstrang 45 cm (4-poliger 12 Volt P4 Anschluss), 1 x Kabelstrang 45 cm (5 1/4" Anschluss), 2 x Kabelstrang 74 cm (je 3 x 5 1/4" Anschluss), 1 x Kabelstrang 73 cm (2 x 5 1/4" Anschluss & 1 x 3 1/2" Anschluss),1 x Kabelstrang 45 cm (6-poliger 12 Volt Anschluss), 1 x Kabelstrang 45 cm (8-poliger Anschluss), 1 x Kabelstrang 45 cm (6 auf 8-poliger 12 Volt Anschluss), 1 x Adapterkabel 20 cm (1 x 8-polig auf 2 x 6-polig 12 Volt Anschluss) und 2 x Kabelstrang 58 cm (je 2 x S-ATA Anschluss).

Anklicken zum Vergrößern

Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause Groneberg.

Die aus der Tabelle hervorgehenden Unterschiede stellen sich als relativ gravierend dar. Durch die teils deutliche Ersparnis erscheint uns diese Rubrik mehr als sinnvoll und absolut zeitgemäß. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein hoch effizientes Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehr als einen Rechner betreibt sollte sich genau überlegen, welches Netzteil er verwendet.

Der Wirkungsgrad gehört sicherlich nicht zu den Stärken des Levicom Prüflings. Der in allen Modi gleichermaßen hohe Stromkonsum wird mit einer eher enttäuschenden Chart-Platzierung quittiert. Nur die beiden Silverstone Power-Netzteile ziehen noch mehr Strom aus der Dose. Durch den im Vergleich zur Spitze relativ happigen Stromverbrauch im Standby-Betrieb, macht es durchaus Sinn, den Rechner an einer abschaltbaren Netzleiste zu betreiben. Das Zweitplatzierte ichbinleise® green Power 400 Watt zeigt eindrucksvoll auf, was heutzutage machbar ist. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass die Auslastungsanzeige der optionalen M-Control Steuerung keine zuverlässige Werte offeriert. Die Watt-Angaben waren allesamt im 2-stelligen Prozentbereich gegenüber unseres Energy Monitors abweichend und können somit nicht als ernsthafte Messung bezeichnet werden.

Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.

Was die Kategorie Spannungsstabilität betrifft, hinterlässt das Levicom M-Power M450.(12).S einen zwiespältigen Eindruck. Obwohl es alle Stabilitätstests ohne etwaige Schwächen zu offerieren absolvierte, fällt die deutlich außerhalb der Spezifikationen liegende Spannung der +12V Leitung/en ins Fadenkreuz der Kritik. Sicherheitshalber wurde eine zweite Messung mittels Multimeter vorgenommen. Diese bestätigte den zuerst ermittelten Wert von +12,76V. Nur wer die optional erhältliche M-Control Steuerung mit dazu erworben hat, kann dieses Manko schnell und einfach ausmerzen. Zumindest lies sich der hohe Wert bis auf ca. +12,1V herabsenken. Wir werden beim Hersteller nachfragen und auf einen Einzelfall hoffen.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.

Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.

Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.

Dass es mit der Kühlleistung des Levicom M-Power nicht zum Besten steht, zeigt der Vergleich mit dem superleisen Seasonic S12-380. Trotz deutlich höherer Lüfterdrehzahl und einem Schallpegel von 28,8 dB(A), kommt das Levicom nur auf eine ähnlich bescheidene Kühlleistung wie das Seasonic, welches jedoch mit einem Schallpegel von nur 24,5 dB(A) in einer ganz anderen Liga spielt. Spekulativ können die beiden schwarzen Lüftungsabdeckungen und die Kunststoffabdeckung als Ursache des Übels verantwortlich gemacht werden. Die Lochgitter sind in Punkto EMV mit Sicherheit vorteilhaft, strömungstechnisch jedoch zweifellos unbrauchbar. Im Betrieb kann man den Luftstau im Inneren des Netzteils praktisch spüren. Der Tausch gegen weitmaschigere Abdeckungen und der Verzicht auf die Kunststoffplatte wäre nicht nur der Kühlleistung zuträglich, sondern würde sich auch positiv auf das Betriebsgeräusch auswirken.

Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, arbeitsplatzkonformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.

Was während dem Durchlaufen des Lasttest aufgefallen ist, ist dass das Levicom Netzteil über den gesamten Testzeitraum nur unmerklich lauter wird. Lediglich die objektiven Messwerte belegen den minimalen Drehzahlanstieg des Lüfters. Offensichtlich wurde die Temperaturkurve sehr träge ausgelegt. Mit den ermittelten Schallpegeln fällt das Netzteil für Silencer wohl zu laut aus. Der Otto-Normaluser wird den Geräuschpegel jedoch noch als leise einstufen. Die Nebengeräusche bedingt durch die Lüfterlagerung hielten sich in Grenzen.

Beim Probehören der Netzteilelektronik enttäuscht das Levicom M-Power. Bereits im Leerlauf bei geringer Last brummt die Elektronik vernehmbar vor sich hin. Diese Nebengeräusche steigern sich unter Vollast nochmals so deutlich, dass das Netzteil bei genauem hinhören auch aus größerer Entfernung aus den Hintergrundgeräuschen heraussticht. Mag der Normaluser dies möglicherweise noch nicht wahrnehmen, so werden empfindliche Naturen dies jedoch als weniger angenehm empfinden. Mit dieser Geräuschcharakteristik reiht sich das Netzteil weit hinten in den Charts ein.

Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.

Testrechner:

  • Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
  • Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
  • Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
  • Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
  • Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
  • Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
  • Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
  • Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)

Fazit:
Das Levicom M-Power M450.(12).S wartet mit einer Menge interessanter Features auf und soll wohl ein breiteres Publikum als vorherige Modelle ansprechen. Neben Overclocker, Modder und Gamer, sollen auch Silencer Gefallen am neuen Levicom Netzteil finden. Aus optischer Hinsicht dürften alle angesprochenen Gruppen zufriedengestellt werden. Das Chassis besteht aus gebürstetem Aluminium und wirkt dadurch recht edel. Der schicke Startknopf besteht ebenfalls aus Aluminium und ist in einem blau beleuchteten Kunststoffring eingefasst. Was die Verarbeitung betrifft, darf man jedoch kein perfektes Finish erwarten. Unter anderem sind die Kantenübergänge nicht richtig bündig und die Schrauben stehen teilweise etwas ab. Lobenswert dagegen ist das umfängliche Kabelsortiment. Die Leitungen sind nicht nur verdrillt, sondern auch mit Kupfergeflecht und Kunststoffschlauch ummantelt. Auch die komfortableren Easy-Grip-Stecker kommen zum Einsatz. In Punkto Effizienz machte der Prüfling leider keine besonders gute Figur und reihte sich durch seinen hohen Strombedarf weit hinten in den Charts ein. Auch die Kühlleistung konnte nicht wirklich beeindrucken. Das engmaschige Lochgitter hemmt den Luftstrom scheinbar zu sehr. Die auf den Lüfter geklebte Kunststoffplatte wirkt sich ebenfalls eher nachteilig auf den Luftstrom aus. Mit einem Schallpegel von ca. 29 dB(A) ist der Prüfling zwar nicht wirklich laut, aber auch nicht wirklich leise. Anders ausgedrückt, dürfte der Otto-Normalverbraucher das Betriebsgeräusch als leise empfinden, während es für den Silencer schlicht zu laut ist. Als kleines Schmankerl kann das für EUR 39,90 optional erhältliche M-Control Panel bezeichnet werden. Erst mit ihm können alle Funktionen des Netzteils ausgeschöpft werden. Optisch harmoniert die ebenfalls aus Aluminium gefertigte Steuerung hervorragend mit dem Netzteil. Wie beim Antec True Control, lassen sich auch bei M450.(12).S in Verbindung mit der M-Control die +3,3/+5,0/+12,0V Leitungen fein justieren. Bei der +12V Leitung ist dies auch dringend anzuraten, da diese bei unserem Testsample +12,76V betrug. Außerdem lassen sich insgesamt 6 Gehäuselüfter über die beiden Drehregler einstellen. Von der blau beleuchteten LED-Anzeige lassen sich alle Werte gut ablesen. Leider ist die Watt-Anzeige viel zu ungenau, um ein Produkt wie z.B. den Conrad Energy Check ersetzen zu können. Der großen Anzahl von Features stehen leider auch viele Kritikpunkte gegenüber, weshalb es letztendlich nicht für eine Empfehlung reicht.

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt dem Sales Manager von Yastore - Herrn Sascha Völker.

Links zum Thema:
Levicom [ Hersteller ]
Yastore [ Vertrieb ]

© www.dirkvader.de