LC-Power Silver Shield LC7300 300W Review

LC-Power Silver Shield LC7300 300W

Netzteil Grossansicht

Vorwort:
Mit dem Silver Shield LC7300 offeriert LC-Power ein vielversprechendes 300W-Netzteil mit 80Plus-Silber Zertifikat. Gerade in dieser Leistungsklasse findet man nicht allzu viele Vertreter, die gleichzeitig leise, sparsam und zudem preiswert sind. Aus optischer Sicht vermag das LC7300 mit seiner weißen Lackierung und dem farblich dazu passenden 120mm Lüfter durchaus zu gefallen. Letzterer soll laut LC-Power für ein superleises Betriebsgeräusch sorgen. Dank hochwertiger Elektronik, erzielt das von Great Wall in China gefertigte Netzteil sogar eine Effizienz von rund 90%. Auch in puncto Sicherheit liegt man mit einem Überspannungs- (OVP), Überstrom- (OCP), Überleistungs- (OPP), Übertemperatur- (OTP), Unterspannungs- (UVP) und einem Kurzschlussschutz (SCP) auf der sicheren Seite. Gerade hier hat man zu früheren Zeiten vermutlich etwas gespart, was die eine oder andere Negativ-Schlagzeile nach sich zog. Mit dem Silver Shield LC7300 scheint LC-Power aber auf dem richtigen Weg zu sein. Zumindest lassen die Eckdaten darauf schließen. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von ca. EUR 45,00 ist das Netzteil in Anbetracht der höheren Qualitätsgüte immer noch sehr preiswert. Der Straßenpreis ist bei Geizhals derzeit unter EUR 40,00 gelistet und dürfte mit der Zeit auch noch etwas sinken. So könnte das 80Plus-Silber Netzteil bald für ca. EUR 35,00 zu haben sein. Ein durchaus interessanter Preis, wenn das Netzteil das hält, was die Eckdaten versprechen. Inwiefern das LC-Power Silver Shield LC7300 zu überzeugen vermag, klärt der nachfolgende Praxistest.

Lieferumfang:
Das LC-Power Silver Shield LC7300 erreicht den Kunden in einer kompakten Faltkartonage mit integriertem Tragegriff aus Polypropylen. Bei der optischen Gestaltung der weißen Verpackung, wurden überwiegend graue und silberne Farbtöne verwendet, um eine Assoziation zum 80Plus-Silber-Siegel herzustellen. Die Produktinformationen befinden sich sowohl an der Seite, als auch auf dem Rücken der Verpackung aufgedruckt. Die Größe der Verpackung fällt mit ca. (B) 235 x (H) 200 x (T) 95 mm deutlich kleiner aus als der Standard, was sich vorteilhaft auf die Versandkosten auswirkt. Mit einem Gesamtgewicht von ca. 1.878 Gramm liegt man etwas unter dem Durchschnitt. Das Gros der Netzteile wiegt samt Verpackung meist zwischen 2.000 und 2.500 Gramm. Das Netzteil selbst bringt ein Gewicht von ca. 1.544 Gramm auf die Waagschale. Im Inneren der Verpackung gibt es nichts Aufregendes zu entdecken. Lediglich eine knapp bemessene Anleitung, sowie ein Kaltgeräte-Anschlusskabel liegen dem eigentlichen Netzteil bei, welches zum Schutz zusätzlich in Luftposterfolie verpackt ist. Das Datenblatt des Netzteils steht beim Hersteller als pdf-Datei zum Download bereit. Der 80Plus-Prüfbericht kann bei Plug-Load-Solutions heruntergeladen werden.

Technische Daten:

  • Hersteller: LC-Power
  • Modell: Silver Shield LC7300
  • Layout: 120mm Single-Fan
  • Standards: ATX12V 2.3
  • Blindstromkompensation (PFC): aktiv
  • Wirkungsgrad / 80Plus: ca. 89,2% / Silber
  • Gesamtleistung: 300W (Peak: 350W)
  • Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 140mm
  • Gewicht: ca. 1.544 Gramm
  • UVP inkl. MwSt. (EUR): ca. 45,00
  • Bezugsquelle: www.Amazon.de
Produktlabel - Spezifikationen
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Details:
Der frische Look, der übrigens auch ganz gut in die Jahreszeit passt, steht dem LC-Power Silver Shield LC7300 gut zu Gesicht. Sein Stahlblechgehäuse wurde in Metallic-Weiß lackiert und auch beim 120mm Lüfter fiel die Wahl auf eine weiße Variante. Etwas Kontrast hierzu, stellt das schwarze Schutzgitter des Lüfters, sowie die schwarze Ummantelung der außen liegenden Kabelstränge her. An diesem Punkt sollten die relativ kurz geratenen Kabel (z.B. 40cm 20+4 Pin-Mainboard) erwähnt werden. Die rautenförmigen Luftaustrittsöffnungen wurden größer gewählt als der Standard, was den Luftwiderstand deutlich reduziert. Etwas ungewohnt erscheinen die beiden gefalzten Laschen hinten am Deckel, welche vermutlich zur Versteifung des Chassis beitragen sollen. Beim 120x120x25mm Lüfter handelt es sich um einen Klassiker (im positiven Sinne) aus dem Hause Yate Loon, welcher schon häufiger in LC-Power Netzteilen zum Einsatz kam. Der Yate Loon D12SM-12 wird vom Netzteil in Abhängigkeit der Temperatur und Last geregelt und läuft direkt nach dem Start mit ca. 760 U/min, was einer Betriebsspannung von ca. 5,52V entspricht. Erst wenn die Netzteiltemperatur über 45°C steigt und eine Last von mehr als 40% anliegt, wird die Spannung des Lüfters sukzessiv erhöht. Die maximale Drehzahl von ca. 1.700 U/min erreicht der Lüfter erst bei 100%iger Auslastung des Netzteils (siehe Kennlinie). Unter normalen Bedingungen sollte der Lüfter also nicht schneller als ca. 760 U/min laufen. Einen kleinen Abzug in der B-Note ist dem Lüfteranschluss zuzuschreiben. Leider ist das 2-polige Lüfter-Kabel mit der Platine verlötet und mit Heißkleber fixiert, was im Falle eines etwaigen Austausches etwas Geduld und Fachkenntnis gegenüber einem einfachen Steckanschluss voraussetzt. Insgesamt betrachtet verfügt der Prüfling über eine ordentliche Verarbeitung, welche aber nicht an die der Premium-Hersteller heranreicht. Im Inneren des Netzteil herrscht Ordnung und die effiziente Elektronik (bis zu 89,2%) aus dem Hause Great Wall wirkt der Preisklasse angemessen. Das LC-Power Silver Shield LC7300 entspricht dem ATX v2.3 Standard und verfügt über zwei getrennt abgesicherte 12-Volt Stränge (15A/11A). Für einen sicheren Betrieb sorgen Sicherheitsschaltkreise wie: Überspannungsschutz (OVP), Unterspannungsschutz (UVP), Überstromschutz (OCP), Überlastschutz (OPP), Kurzschlussschutz (OCP) und Übertemperaturschutz (OTP). Für weitere technische Informationen hält der Hersteller ein Datenblatt als pdf-Datei zum Download bereit. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem etwas kurz geratenen Kabelstrangsatz auf, welcher insbesondere bei großen Gehäusen etwas knapp werden dürfte. Die komplett mit schwarzem Gewebe ummantelten Kabelstränge sind sauber mit weißen Anschluss-Steckern konfektioniert. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 Kabelstrang 40cm (20+4-Pin ATX Stecker), 1 Kabelstrang 40cm (2x 4-Pin 12V Mainboard Stecker), 1 Kabelstrang 45cm (6 Pin PCI Express 2.0 Stecker), 1 Kabelstrang 40cm (2x S-ATA Stecker), 1 Kabelstrang 55cm (2x S-ATA Stecker), 1 Kabelstrang 60cm (3x 5 1/4" Stecker) und 1 Kabelstrang 70cm (3 1/2" Stecker).

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Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln, wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebssystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 42,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 24,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause Groneberg. Bei den unten aufgeführten Werten handelt es sich um Bruttowerte. Der Stromverbrauch des Energy Monitor (ca. 0,8W) muss noch heraus gerechnet werden.

Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W. Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,24 EUR/KWh (Stand: Januar 2011) entspräche dies einer Ersparnis von EUR 105,12/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 52, 56/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben, besonders dann, wenn mehrere Rechner im Haushalt betrieben werden. Bei der Auswahl des richtigen Netzteils hilft die 80Plus Klassifizierung. Außerdem sollte die richtige Leistungsstärke gewählt werden. Hier ist weniger meist mehr, denn ein überdimensioniertes Netzteil arbeitet größtenteils in einem Leistungsbereich, in dem es die niedrigste Effizienz erzielt.

Das LC-Power Silver Shield LC7300 passt leistungsseitig wunderbar zu unserem Testsystem und offeriert trotz geringerer Effizienz nahezu ähnlich niedrige Verbrauchswerte wie die deutlich teureren Netzteile mit Gold- und Platin-Zertifikat. Ein fünfter Platz in diesem Testfeld kann sich durchaus sehen lassen. Unter Volllast (kombinierte CPU- und VGA-Last) zeigt der Energy Monitor 3000 einen sehr guten Verbrauchswert von 112,0W an. Im Leerlauf (hochgefahrenes System/keine Aktivitäten) begnügt sich das System mit einem Verbrauch von 67,1W. Sobald das System komplett heruntergefahren wurde, werden nur noch 1,3W angezeigt. Abzüglich der ca. 0,8W Stromverbrauch des Messgerätes, wird das Stromnetz mit lediglich 0,5W belastet - ein ebenfalls sehr guter Wert.

Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.

Das LC-Power Silver Shield LC7300 verhielt sich während der gesamten Testphase unauffällig und stabil. Wie immer wurden die Werte in verschiedenen Lastzuständen aufgezeichnet. Des Weiteren wurde ein 24h-Dauerlasttest durchgeführt, um etwaige sporadisch auftretende Spannungsanomalien feststellen zu können. Die anschließende Auswertung der Logfiles offerierte linear verlaufende Spannungswerte ohne nennenswerte Unregelmäßigkeiten. Die Spannungswerte lagen - mit Ausnahme der allgemein stärker ausgelegten +12V-Leitung - relativ nahe am Sollwert. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.38 - 3.39V, 5.0 - 5.05V und 12.44 - 12.5V deutlich in der zulässigen Toleranz.

Als "Power good"- bzw. "PWR_OK"-Wert versteht man die Zeitspanne, die das Netzteil vom Einschalten bis zum Erreichen der Nominalwerte der +12V, +5V und +3.3V Leitungen benötigt. Dieser Wert sollte idealerweise zwischen 100 und 500 Millisekunden liegen, da sonst Probleme beim Systemstart auftreten können. Das LC-Power Silver Shield LC7300 benötigte 360ms und liegt damit ungefähr in der Mitte des geforderten Toleranzbereiches.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Spannungswerte

Kühlleistung:
Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.

Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Abluft-Temperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Abluft-Temperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.

Kühlleistungsseitig pendelt sich das LC-Power Silver Shield LC7300 genau dort ein, wo sich ähnlich stark ausgelegte Silent-Netzteile mit 120mm-Lüfter tummeln. Mit einer für das Netzteil typischen Lüfter-Drehzahl von ca. 760 U/min - im Idle- sowie im Load-Betrieb - reicht es in puncto Kühlleistung für ein subjektives "befriedigend", was aber für die meisten Systeme absolut ausreichend ist. Bei besonders heißen Konfigurationen, kann dem Netzteil ein zusätzlicher Gehäuselüfter zur Seite gestellt werden.

Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt. Weil einem das menschliche Gehör zuweilen einen Streich spielt, wird eine zweite Messung mittels Spektralanalyse (SpectraRTA) durchgeführt. Hier werden hochfrequente Schallanteile durch Visualisierung schnell erkannt.

Das Betriebsgeräusch des LC-Power Silver Shield LC7300 sorgt für eine kleine Überraschung. Frech schiebt sich der Testkandidat mit einem gemessenen Schallpegel von ca. 24,6 dB(A) zwischen die Topmodelle der Premium-Hersteller. Dank des "trägen" Ansprechverhaltens der Lüftersteuerung (45°C Umgebungstemperatur + Auslastung >40%) arbeitet das Netzteil in unserem Testsystem - ob Idle- oder Load-Betrieb - gleichermaßen leise. Der Lüfter war weitgehend frei von Nebengeräuschen. Lediglich ein filigranes Schleifgeräusch konnte man gelegentlich aus unmittelbarer Nähe vernehmen.

Um zu simulieren, wie sich das Betriebsgeräusch des LC-Power Silver Shield LC7300 bei höherer Beanspruchung verhält, wurde die Last mittels vier im Inneren des Gehäuses platzierten 12V-Halogenleuchtmitteln auf 250W erhöht. So stellt auch deren Abwärme das Netzteil vor eine weitere Herausforderung. Die aus dem Netzteil austretende Luft ist bei diesem Szenario mit einer Temperatur von 50°C genau 14°C wärmer als im regulären Idle-Betrieb. Die Systemtemperatur (Fühler auf dem Mainboard) ist immerhin noch um 11°C höher. Der Lüfter läuft hierbei hörbar schneller als im regulären Load-Betrieb; bleibt aber trotz hoher Beanspruchung des Netzteils mit gemessenen 26,2 dB(A) verhältnismäßig leise.

Elektronische Störgeräusche sind mit der neuen Elektronik kein Problem mehr. Im Idle-Betrieb sind auch mit angedocktem Ohr keine elektronischen Störgeräusche wahrnehmbar. Auch bei Volllast des Systems bis hin zur erweiterten Auslastung mit 250W ist aus nächster Nähe nichts zu hören. Die älteren zum größten Teil mittlerweile revidierten Netzteile von LC-Power hatten noch mit dem einen oder anderen Störgeräusch zu kämpfen.

Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.

Testrechner:

  • Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
  • Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
  • Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
  • Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
  • Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
  • Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
  • Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
  • Zimmertemperatur: 20, 0°C (Abweichung < 0,5°C)

Fazit:
Mit dem Silver Shield LC7300 scheint LC-Power wirklich alles richtig gemacht zu haben. Trotz relativ niedrigem Budget ist es gelungen, alle wichtigen Merkmale eines Silent-Netzteils unter einen Hut zu bringen. In puncto Betriebsgeräusch können wir dem Prüfling ein superleises Betriebsgeräusch frei von elektronischen Störgeräuschen attestieren. Mit einem gemessenen Schallpegel von ca. 24,6 dB(A) liegt man nahezu auf Schlagdistanz zu den Besten. Beruhigend zu wissen ist natürlich auch, dass der Pegel auch bei höheren Lasten nicht markant ansteigt. Mindestens ebenso beeindruckend verhält es sich beim Stromverbrauch. Natürlich hat hier das Netzteil einen kleinen Vorteil, weil es gegenüber leistungsstärkeren Modellen optimal mit unserem Testsystem harmoniert. So bringt es das LC-Power Silver Shield LC7300 auf annähernd gute Verbrauchswerte wie die Vergleichskandidaten aus der Gold- und Platin-Fraktion. Der fünfte Platz in diesem Testfeld hat schon positiv überrascht. Kleine Abstriche, wenn wir schon David mit Goliath vergleichen, müssen u. a. bei den teils knapp bemessenen Kabelsträngen, dem verlöteten Lüfter und bei der Verarbeitungsqualität hingenommen werden. Allesamt in Anbetracht des ausgewogenen Preis-Leistungsverhältnisses jedoch verschmerzbar. Im Segment der effizienten 300W-Netzteile gibt es für einen Kaufpreis von ca. EUR 45,00 derzeit wenige Alternativen. Das LC-Power Silver Shield LC7300 hat deutlich besser abgeschnitten als zuvor vermutet und ist uns eine klare Kaufempfehlung wert.

Dirkvader Kauftipp Award

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herrn Markus Heppke von LC-Power Deutschland.

Links zum Thema:
LC-Power [ Hersteller ]
Amazon [ Bezugsquelle ]

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12.02.2012 [dl]