Vorwort:
Als Marktführer im Low-Budget Segment hat der chinesische Hersteller
LC-Power mittlerweile auch den Trend nach sparsamen und effizienten Netzteilen erkannt. Mit zwei unterschiedlich stark ausgelegten Modellen auf Basis des Silent Giant soll diese Lücke nun geschlossen werden. Neben den vergleichsweise günstigen Anschaffungskosten von EUR 39,90 für das 420 Watt Modell und EUR 44,90 für das 550 Watt Modell, sind insbesondere der niedrige Stromverbrauch von weniger als 1,0 Watt im Standby und die hohe Effizienz von mehr als 85% als Kaufargument zu werten. Sollten sich die angegebenen Werte in der Praxis nur annähernd reproduzieren lassen, könnte das Green Power in der Tat eine Alternative zu deutlich teureren High-End Netzteilen darstellen. Im Vergleich zur normalen Silent Giant Serie, verfügen beide Green Power Modelle über eine zweite +12V Leitung und einen PCI-Express Anschluss. Eine aktive Blindstromkompensation (PFC) wäre trotz allem wünschenswert gewesen. Hinsichtlich der Kühlleistung bzw. Geräuschkulisse sind keine Überraschungen zu erwarten. Die Ventilation übernimmt nämlich wieder ein großer 7-Blatt Lüfter mit einem Kantenmaß von 140 mm. Im Vorgängermodell stammte dieser aus dem Hause Yate Loon und wartete mit ähnlich guten Eigenschaften (z.B. niedrige Anlaufspannung/geringe Nebengeräusche) wie das viel gelobte 120 mm Pendant auf. Dass LC-Power Lüfter verschiedener Hersteller einsetzt wurde schon öfters festgestellt. So bleibt die Lüfterfrage bis zum Öffnen des Netzteils weiterhin spannend. Unterm Strich stellt das Green Power mit seiner aktuelleren und effizienteren Elektronik eine verbesserte Variante des bereits etablierten Silent Giant dar. Der Aufpreis von rund EUR 10,00 erscheint hierbei angemessen. Inwiefern sich das grüne Wunder gegenüber den anderen 15 Testkandidaten behaupten kann, zeigt der folgende Praxistest auf.
Lieferumfang:
Das LC-Power Silent Giant LC6420GP Green Power wird in einer kompakten und zweckmäßigen Verpackung mit integriertem Tragegriff aus Kunststoff ausgeliefert. Auf der bunt bedruckten Kartonage finden sich entsprechende Features und Spezifikationen wieder. Im Inneren der Schachtel jedoch gähnende Leere. Außer dem obligatorischen Kaltgeräte-Anschlusskabel liegt dem Netzteil nichts Weiteres bei. Eine Anleitung, sowie 4 Gehäuseschrauben hätten den Lieferumfang wenigstens standardisiert.
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Technische Daten:
- Hersteller: LC-Power
- Modell: Silent Giant LC6420GP v2.0
- Standards: ATX 2.0
- Layout: 140 mm Single-Fan
- Blindstromkompensation (PFC): passiv
- Geräuschpegel: keine Angaben
- Gesamtleistung: 420 Watt
- Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 160 mm
- Gewicht: 2.050 Gramm
- Verkaufspreis (EUR): ca. 39,90
- Bezugsquelle:
www.caseking.de
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Details:
Das LC-Power Silent Giant LC6420GP Green Power hat sich rein optisch betrachtet gegenüber dem normalen Silent Giant kaum verändert. Lediglich das nun geschwungene Lüftergitter sorgt für etwas zusätzlichen Chic. Dafür hat man sich bei der Wahl des Labels etwas vergriffen. Zum einen ist das transparente Label teils schwer ablesbar und zum anderen schmälern seine hässlichen Blasen den sonst gelungenen Ersteindruck. Die Luftaustrittsöffnungen haben die Form von Bienenwaben und sind etwas größer als die der Konkurrenten. Dadurch kommt es zu weniger Verwirbelungen und Nebengeräuschen. Nach dem Öffnen des Deckels kommt eine aufgeräumte
Platine des Typs HK500-52SP Rev. F zum Vorschein. Die große Passivdrossel sitzt an der Seitenwand des Deckels. Die Kühlkörper aus Aluminium sind relativ einfach gestrickt und zeugen von geringer Kapazität. Für eine kleine Überraschung sorgt der Lüfter. Anstelle des erstaunlich guten 140 mm Yate Loon D14SM-12, kommt ein
Xinruilian Lüfter des Typs RDM1425S mit Gleitlager (Sleeve Bearing) zum Einsatz. Er ist mittels 2-Pin Anschluss gesteckt und kann nach dem Entfernen der roten Fixiermasse recht einfach ausgetauscht werden. Inwiefern sich der Xinruilian vom Loonie unterscheidet, wird sich bei der Geräuschbeurteilung zeigen. Die Verarbeitung ist Innen wie außen von sehr guter Qualität. Aus technischer Sicht hat sich einiges getan, auch wenn die Elektronik nicht ganz dem Zeitgeist entspricht. So verfügt das Green Power zwar über eine höhere Effizienz und eine zweite +12V Leitung, der Blindstrom wird aber immer noch auf passive Weise kompensiert. Für einen Kaufpreis von EUR 39,90 geht der Leistungsumfang des 420 Watt starken LC-Power Netzteils jedoch ohne Frage in Ordnung. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem ausreichend lang bemessenen und teils ummantelten Kabelstrang-Satz - auch für Big-Tower - auf. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 60 cm (20/24-Pin ATX Stecker), 1 x Kabelstrang 60 cm (4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 1 x Kabelstrang 90 cm (2 x S-ATA Stecker, 1 x 5 1/4“ Stecker), 2 x Kabelstrang 105 cm (3 x 5 1/4" Stecker, 1 x 3 1/2“ Stecker) und 1 x Kabelstrang 60 cm ( 1 x PCI-Express Stecker).
Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause
Groneberg.
Die aus der Tabelle hervorgehenden Unterschiede stellen sich als relativ gravierend dar. Durch die teils deutliche Ersparnis erscheint uns diese Rubrik mehr als sinnvoll und absolut zeitgemäß. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein hoch effizientes Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehr als einen Rechner betreibt sollte sich genau überlegen, welches Netzteil er verwendet.
Das Green Power macht in Punkto Leistungsaufnahme eine recht gute Figur und lässt deutliche Verbesserungen zu seinen Vorgängern erkennen. Das gute Abschneiden ist dem Einsatz einer weiterentwickelten Elektronik zu verdanken. Auf eine aktive Blindstromkompensation (PFC) wurde leider - vermutlich aus Kostengründen - verzichtet. Auch wenn die vom Hersteller propagierten Ziele (>1W Standby/85% Effizienz) in der Praxis nicht erreicht werden, kann sich der 6. Platz durchaus sehen lassen, zumal hier die Kandidaten relativ eng beisammen liegen.
Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.
Der Prüfling gab sich während der gesamten Testphase keine Blöße und wartete mit stabilen Spannungswerten auf. Auch nach 24-stündigem Lasttest ließen sich keine Einbrüche anhand des Logfiles erkennen. Die typischen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.34 - 3.36V, 5.08 - 5.11V und 12.50 - 12,63V im grünen Bereich. Lediglich der hohe Wert der +12V Leitung dürfte Silencern ein Dorn im Auge sein.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.
Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.
Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.
Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.
Was die Kategorie Kühlleistung betrifft, deklassiert das LC-Power Silent Giant LC6420GP das gesamte Testfeld und schafft es mit deutlichem Vorsprung bis an die Spitze. Mit seinem integrierten 140 mm Xinruilian Lüfter kühlt das Green Power das Testsystem wie kein anderes bislang getestetes Netzteil. In einem vernünftigen Gehäuse werden definitiv keine Gehäuselüfter mehr benötigt und dienen höchstens noch zur Dekoration. Auch wenn der Schallpegel für einen Silencer zu hoch sein dürfte, zeigt die Relation von Kühlleistung zu Betriebsgeräusch enormes Potential für
Modifikationen auf. Je nach Umgebung und Systemaufbau empfiehlt es sich den Lüfter fix auf 7V oder gar nur 5V zu betreiben. Der Otto-Normalverbraucher dürfte sich an der serienmäßigen Abstimmung des Netzteils aber kaum stören.
Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.
Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.
Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.
Nachdem das System seine Betriebstemperatur erreicht hat, wird im Idle-Betrieb (geringe Auslastung) ein Schallpegel von 28,7 dB(A) gemessen. Auch nach mehrstündiger Volllast, erhöht sich dieser Schallpegel nur auf 28,9 dB(A), was fast noch als Messtoleranz bezeichnet werden kann. Dies deutet darauf hin, dass die laut Hersteller vorhandene Temperaturregelung schlecht abgestimmt ist. Aufgrund des enormen Luftdurchsatzes hätten wir uns eine niedrigere Drehzahl und somit ein niedrigeres Betriebsgeräusch gewünscht. Das Potential wäre durchaus vorhanden. Der zunächst skeptisch betrachtete 140 mm Xinruilian RDM1425S ist besser als erwartet und in etwa mit dem Yate Loon D14SM-12 vergleichbar. Er benötigt lediglich eine Anlaufspannung von 3,5V und operiert bis 5V wirklich superleise. In den darüber liegenden Drehzahlbereichen gesellen sich ein paar Nebengeräusche hinzu, welche aber nur bei bestimmten Betriebsspannungen auftreten (altbekanntes Phanomän). Insgesamt betrachtet ist der Xinruilian Lüfter also ebenso empfehlenswert und Silencer tauglich wie der Yate Loon.
Wie beim Gros der Mitbewerber, ist auch die Elektronik des LC6420GP nicht frei von Störgeräuschen. Im Idle-Betrieb (geringe Auslastung) ist zwar nur ein filigranes Brumm- bzw. Surrgeräusch aus nächster Nähe vernehmbar; mit zunehmender Last bis hin zur Volllast wird es jedoch etwas intensiver wahrgenommen. Nach Arbeitsplatz konformen Abstand ist davon aber kaum mehr etwas zu hören und bei laufendem Lüfter gar nicht mehr. Die Referenz in dieser Kategorie stellt das Silverstone ST60F dar, welches als einziges Netzteil im Testfeld keine Störgeräusche offerierte.
Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.
Testrechner:
- Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
- Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
- Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
- Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
- Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
- Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
- Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
- Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
- Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
- Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
- Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
- Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
- Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
- Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)
Fazit:
Mit dem Silent Giant LC6420GP Green Power bringen die Chinesen wieder etwas Schwung in die untere Preisklasse. Rein optisch betrachtet wirkt das Netzteil durch seine dunkle Chromschicht in Kombination mit dem goldenen Lüftergitter durchaus ansprechend. An der Verarbeitung gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Was den Stromverbrauch und den Wirkungsgrad betrifft, wurden die vom Hersteller angegebenen Werte in der Praxis leider nicht ganz erreicht. Ein guter 6. Platz in dieser Kategorie zeigt jedoch deutliche Verbesserungen gegenüber den Vorgängermodellen auf. Inwiefern diese Platzierung durch eine aktive Blindstromkompensation (PFC) hätte verbessert werden können, bleibt leider unbeantwortet. In Punkto Spannungsstabilität konnten dem Prüfling keine Schwachstellen nachgewiesen werden. Die Spannungen verhielten sich während der gesamten Testphase vorbildlich stabil und gewährleisteten einen sicheren Betrieb. Die Paradedisziplin des LC6420GP ist zweifellos die Kühlleistung. Durch den starken Luftdurchsatz des 140 mm Lüfters schoss der Testkandidat direkt auf den 1. Platz. Die enorm hohe Kühlleistung, welche zusätzliche Gehäuselüfter überflüssig macht, bringt jedoch auch einen Nachteil mit sich. Mit einem Schallpegel von knapp 29,0 dB(A) wird das Netzteil höchstens von Otto-Normalverbrauchern als leise eingestuft. Eine mildere Abstimmung wäre bei dem Potential des Lüfters durchaus möglich gewesen. Der eingefleischte Silencer wird daher ohne zusätzliche Modifikationen nicht glücklich. Das Netzteil bietet aber hierfür eine gute und vergleichsweise günstige Basis. Ausstattungsseitig wurde dem 420 Watt starken Green Power Netzteil eine zweite +12V Leitung sowie ein PCI-E Stecker mit auf den Weg gegeben. Die Anschlussmöglichkeiten sind vielseitig und die Kabelstränge ausreichend lang bemessen. Unterm Strich hat das LC-Power Silent Giant LC6420GP Green Power gut gefallen. Insbesondere das Preis-Leistungsverhältnis und die Kühlleistung haben überzeugt. Für einen Redaktions-Kauftipp ist es jedoch nicht leise genug.
Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herrn Thomas Strater von Silent Power Electronics GmbH.
Links zum Thema:
LC-Power [ Hersteller ]
Caseking [ Vertrieb ]
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