Vorwort:
Mit der "Super Silent" und "Silent Giant" Serie hat sich der chinesische Hersteller
LC-Power längst im Segment der Low-Budget Netzteile etabliert. Aufgrund des günstigen Preis-Leistungsverhältnises werden die Modelle mit 12 und 14 cm Yate Loon Lüfter eben gerne gekauft. Die diesbezügliche Preisspanne erstreckt sich von ca. 25,00 bis 50,00 Euro. Bei eBay werden manche Modelle sogar weit unter dem empfohlenen Verkaufspreis angeboten. Mit den Leistungsangaben sollte man es allerdings nicht zu genau nehmen. Diese sind scheinbar harten Preiskämpfen zum Opfer gefallen. Solange man die Netzteile jedoch nicht an der Leistungsgrenze betreibt, verrichten sie ihren Dienst sehr zuverlässig. Mit der "Pro Line" führt der Hersteller aber auch eine hochwertigere Serie im Programm. Der jüngste Spross dieser Serie ist das schicke Scorpio mit der Bezeichnung LC6480S. Das 480 Watt starke Modell ist mit aktiver PFC ausgestattet und ATX v2.0 konform. Der Clou ist jedoch das derzeit populäre Feature "Free Plug". So muss der Anwender - je nach Systemkonfiguration - nur die Kabel anschließen, die er auch benötigt. Auf der einen Seite herrscht dadurch Ordnung im System und auf der anderen Seite wird der Airflow nicht unnötig durch den Kabelsalat beeinträchtigt. Mit einem Kaufpreis von ca. 64,95 Euro durchaus eine Kampfansage an alle Hersteller von kabelfreien Netzteilen. Etwas ungewöhnlich erscheint uns die Wahl der Lüfteranordnung. So befindet sich im Netzteil nicht wie üblich nur ein einzelner 12 cm Lüfter im Deckel, sondern auch ein flacher 80 mm Lüfter auf der Vorderseite. Die Ventilatoren stammen diesmal allerdings nicht von Yate Loon sondern von Power Cooler. Inwiefern der neueste LC-Power Spross überzeugen kann, zeigt der folgende Praxistest ausführlich auf.
Lieferumfang:
LC-Power liefert das Scorpio in einer ansprechend bedruckten Faltkartonage aus. Auf dieser findet man Bezeichnung, Typennummer, Spezifikationen und Features des Netzteils. Der Lieferumfang an sich fällt wie bei den meisten Netzteilen üblich recht karg aus. Im Inneren befinden sich neben dem Netzteil selbst die obligatorischen Montageschrauben (4 Stück) und das Kaltgeräteanschlusskabel. Die neun perfekt konfektionierten Kabelstränge liegen einzeln in Kunststoffbeutel verpackt dem Netzteil bei. Lediglich eine Bedienungsanleitung nebst Spezifikationsbeschreibung haben wir vermisst.
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Technische Daten:
- Hersteller: LC-Power
- Modell: Scorpio LC6480S v2.0
- Layout: Dual-Fan (80/120 mm)
- PFC: aktiv
- Leistung: 480 Watt
- Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 166 mm
- Gewicht: 1724 Gramm (ohne Kabel)
- Verkaufspreis: ca. 64,95
- Bezugsquelle: z.B.
PC-Cooling
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Details:
Aus optischer Hinsicht macht das Scorpio einen frischen Eindruck und setzt sich klar vom herkömmlichen Design anderen LC-Power Modelle ab. Die blaue Lackierung des Chassis ergänzt sich gut mit den transparenten Lüftern und deren Schutzgitter im Gold-Look. Was die Baugröße betrifft, ist das Scorpio ein Stück länger als herkömmliche Netzteile. Dies ist auf die zusätzliche "Free Plug" Platine zurück zu führen, welche vertikal an die Innenseite der Rückwand geschraubt ist. Normalerweise werden die komplett konfektionierten Kabelstränge von der Hauptplatine direkt durch eine runde Öffnung aus dem Chassis geführt. Bei kabelfreien Netzteilen werden verkürzte Kabel von der Hauptplatine mit der
Sekundärplatine verlötet. Die konfektionierten Kabelstränge (Kabel mit spezifizierten Steckern) werden dann in die entsprechende Buchse der Ablegerplatine gesteckt. Durch diesen vom Standard abweichenden Aufbau entstehen generell bei allen kabelfreien Netzteilen Übergangswiderstände, welche allerdings als weitgehend unkritisch betrachtet werden können. Dennoch ist ein gelöteter Kontakt einem gesteckten Kontakt vorzuziehen. Durch den zusätzlichen Ballast bringt das Netzteil auch gute 1,7 Kilogramm auf die Waage. Der
Innenaufbau gestaltet sich sauber gegliedert. Die Kühlkörper sind etwas großzügiger dimensioniert als bei den preiswerteren Modellen. Dennoch kann die Qualität des Inneren leider nicht ganz mit dem äußeren Erscheinungsbild standhalten. Beispielsweise wurden die Kabelanschlüsse der "Free Plug" Platine relativ unsauber angelötet. Im Groben und Ganzen entspricht die Qualität des Innenaufbaus aber weitgehend dem Standard. Anders als sonst üblich kommen im Scorpio Netzteil Lüfter von Power Cooler zum Einsatz. Das 120 mm Modell, welches im Deckel montiert ist, trägt die Bezeichnung PS122512L und ist mit einem Gleitlager (Sleeve Bearing) ausgestattet. Die Nenndrehzahl ist mit 1500 U/min @ 12,0 Volt angegeben. Der lediglich 15 mm hohe 80 mm Lüfter mit der Bezeichnung PS801512M verfügt ebenfalls über ein Gleitlager. Seine Nenndrehzahl beträgt allerdings 2500 U/min @ 12,0 Volt. Beide Lüfter sind jeweils mit einem 2-Pin Molex Stecker mit der Hauptplatine verbunden. Leider sind die Stecker mit einem recht starken Kleber fixiert, was einen etwaigen Tausch der Lüfter im Schadenfall erschwert. Damit die Warmluft nicht wieder zurück ins Gehäuse gelangt, ist das Netzteil bis auf die Seite auf der der 80 mm Lüfter sitzt komplett geschlossen. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem ausreichend lang bemessenen Kabelstrangsatz - auch für Big Tower - auf. Die komplett ummantelten
Kabelstränge sind perfekt konfektioniert und mit Schrumpfschlauch fixiert. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 53 cm (20/24-Pin ATX Stecker), 2 x Kabelstrang 82 cm (je 2 x 5 1/4" & 1 x 3 1/2" Stecker), 1 x Kabelstrang 82 cm (3 x 5 1/4" Stecker), 1 x Kabelstrang 53 cm (1 x 5 1/4" Stecker), 1 x Kabelstrang 53 cm (4/8-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 1 Kabelstrang 53 cm (6-Pin PCI-Express Stecker) und 2 x Kabelstrang 67 cm (je 2 x S-ATA Stecker). Des Weiteren können bis zu drei Lüfter (3-Pin Molex Stecker) mit dem Netzteil verbunden werden. Diese werden dann über die interne Temperaturregelung angesteuert. Im kalten Zustand beträgt die Spannung ca. 4,8 Volt.
Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause
Groneberg.
Auch wenn sich die Unterschiede in der Tabelle relativ gravierend darstellen, so hält sich die Ersparnis doch mehr in Grenzen als man zunächst denkt. Dennoch erscheint uns diese Rubrik mehr als sinnvoll und absolut zeitgemäß. Wo man sparen kann, sollte man dies auch tun. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein hoch effizientes Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert.
Spannungsstabilität:
Gäbe es keine Vorgaben und Toleranzen, an welche sich die Hersteller von Computer Komponenten gemäß aktueller ATX Norm halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Wenn man bedenkt, aus wie vielen Bauteilen ein PC-System besteht, erscheint dies auch äußerst sinnvoll. Besonders bei Netzteilen würde sich eine Abweichung folgeschwer auf alle zu versorgenden Komponenten auswirken. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.
Allgemein gilt, dass bei der Verwendung eines AMD System großer Wert auf eine stabile und stark ausgelegte +5,0 Volt Leitung gelegt werden sollte. Zeigen Netzteile unter Volllast hier einen massiven Spannungseinbruch auf, kann dies leicht zu Systeminkompatibilitäten und Abstürzen führen. Bei einem Intel System ist hingegen ein Netzteil mit einer stark ausgelegten +12,0 Volt Leitung zu empfehlen.
Das LC-Power Scorpio LC6480S durchlief die Stabilitätstests ohne Schwierigkeiten. Der Logfile zeigte keinerlei Spannungseinbrüche oder -schwankungen der relevanten Spannungsleistungen auf. Die Spannungen waren stets stabil und lagen deutlich in der Toleranz. Lediglich der Wert der 12 Volt Leitung war mit 12,48 Volt als etwas erhöht zu bewerten.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.
Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 Cfm, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteil im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.
Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnunen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils eine Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und eine weitere Stunde im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.
Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.
Langzeittests brachten in der Folge allerdings auch neue Erfahrungen mit sich. Im Falle von modifizierten Silent Single-Lüfter Netzteilen gab es diverse Ausfälle oder Störungen. Vereinzelt waren Totalausfälle durch vertrocknete Kondensatoren festzustellen. Ursächlich ist dies auf zu geringe Kühlung zurückzuführen bzw. die Kondensatoren sind dauerhaft für die höhere Wärmebelastung nicht ausgelegt.
Durch das Dual-Fan Layout, kommt das Scorpio ohne Probleme mit der Abwärme des Systems klar. Eine zusätzliche Temperaturregelung erleichtert dem LC-Power Netzteil bei steigenden Temperaturen bei der Arbeit. Allerdings erreicht es nicht die Kühlleistung des 120 mm Pendants aus gleichem Hause, dass die hervorragenden Werte bei zusätzlich geringerer Geräuschkulisse erzielt. Das etwas fragwürdige Konzept der 80/120 mm Lüfter-Combo scheint nicht aufzugehen. Vermutlich würden sich die Temperaturen als auch der Geräuschpegel ohne den 80 mm Lüfter besser bzw. niedriger darstellen.
Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.
Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, arbeitsplatzkonformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.
Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.
Beim Einschalten des noch kalten Systems, zeigt sich das LC-Power Scorpio von seiner angenehmen Seite. Die niedrigen 25,8 dB(A) werden nur von leisen Klackergeräuschen des langsam drehenden 120 mm Lüfters überschattet. Aber bereits nach kurzer Zeit greift die integrierte Thermoregelung, wodurch der Schallpegel auf 28,4 dB(A) ansteigt. Als wirklich leise kann dieser Wert zwar nicht mehr gelten, aber störend tritt das Netzteil nich in Erscheinung. Leider steigt der Geräuschpegel mit zunehmender Systemtemperatur noch weiter an. Mit 33,4 dB(A) ist das Netzteil nun deutlich vernehmbar.
Im Leerlauf des Systems (geringe Auslastung) sind keine Störgeräusche der Elektronik wahrnehmbar. Mit zunehmender Last treten allerdings verstärkt Nebengeräusche auf, welche jedoch nur bei ausgeschalteten Lüftern bemerkbar sind.
Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.
Testrechner:
- Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
- Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
- Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
- Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
- Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
- Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
- Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
- Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
- Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
- Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
- Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
- Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
- Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
- Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)
Fazit:
Mit dem Scorpio LC6480S entspricht der chinesische Hersteller LC-Power den Wünschen der Anwenderschaft nach kabelfreien Netzteilen. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenzprodukten, lassen sich bei ihm jedoch alle Kabelstränge entfernen. Für Ordnungsfanatiker eine Wohltat, da jetzt nur noch die wirklich benötigten Kabel angeschlossen werden müssen und diese zudem leichter zu verlegen sind. Die mitgelieferten Kabelsätze sind erstklassig verarbeitet und wirken durch ihre blaue Ummantelung recht auffällig. Auch das Netzteil selbst gefällt. Die blaue Lackierung harmoniert gut mit den transparenten Lüftern und den goldenen Schutzgittern. Zwar etwas anders als übliche LC-Power Modelle aber durchaus ansprechend. Die Verarbeitungsqualität ist gut. Als einziges diesbezügliches Manko sei die etwas unsauber verlötete Sekundärplatine benannt. Die 480 Watt starke Elektronik weckt deutlich mehr Vertrauen als die der Low-Budget Netzteile mit 550 Watt. Die Packdichte ist deutlich höher und auch die Kühlkörper entsprechend größer dimensioniert. Besonders gut gefallen hat, dass die neue Elektronik beim Scorpio (aktives PFC) durch deutlich weniger Störgeräusche auffiel als die der Low-Budget Versionen, die mit einer passiven PFC-Drossel auskommen müssen. Denn wenn man den/die Lüfter abstellt, sollte vom Netzteil nichts mehr zu hören sein. In der Praxis verhielt sich der Kandidat selbst unter mehrstündiger Volllast beispielhaft stabil. Die ermittelten Spannungswerte lagen deutlich in der Toleranz. Die Kühlleistung des Dual-Fan Netzteils ist gut, könnte jedoch in Relation zum Geräuschpegel etwas besser sein. Das Konzept der 80/120 mm Lüfterkombination scheint wie befürchtet nicht 100% aufzugehen. Verglichen mit dem 120 mm Single-Fan Netzteil aus gleichem Hause (siehe Tabelle), verliert das Scorpio in beiden Punkten an Boden. Insgesamt betrachtet ist das Scorpio ein recht ausgewogenes Netzteil mit interessanten Features zum angemessenen Preis von EUR 64,90.
Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herrn Thomas Strater von LC-Power Deutschland.
Links zum Thema:
LC-Power [ Hersteller ]
PC-Cooling [ Vertrieb ]
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