Kühler Mod II Kühlkörper aufweiten

Kühler Mod II Kühlkörper aufweiten

Vorwort:
Heute geht es schwerpunktmäßig um die Reduktion der Geräuschentwicklung bei gleichbleibender Kühlperformance. Mit diesem zweiten Teil, wollen wir einem Radaumacher das Handwerk legen und den Kühler so modifizieren, dass ein leiser 80 mm Lüfter auf den ursprünglich für 70 mm Lüfter konzipierten Kühlkörper passt. Je größer ein Lüfter bzw. ein Lüfterrad ist, desto weniger Umdrehungen pro Minute sind nötig, um die gleiche Luftmenge zu fördern als bei einem kleinerem Modell. Dadurch sind größere Modelle bei gleicher Performance auch wesentlich leiser. Diesen Vorteil will ich mir heute zu Nutze machen und mit geringem Aufwand umsetzen.

Ausgangsmodell:
Als Basis für folgende Modifikation nehme ich das Modell SDA38928BC aus dem Hause Tiger Electronics. Dieser Mod lässt sich natürlich bei jedem anderen, ähnlich aufgebautem Kühler durchführen. Der Tiger zeichnet sich durch eine gute Kühlleistung und ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Leider ist die Lärmpegel dieses Kühlers mit 38,1 dB(A) wohl etwas heftig. Was liegt da näher, als den Radau verursachenden Serien-Lüfter, durch einen Silent-Lüfter zu ersetzen. Die Wahl fällt auch diesmal auf ein Modell aus dem Hause YS-Tech. Auch in der 80 mm Lüfter Sektion dieses Herstellers, gibt es ein ausreichendes Angebot. Ich entscheide mich für die 1.92 Watt Version, welche mit 2400 U / min ihren Dienst bei gerade mal 27 dB(A) verrichtet und dabei locker 65,1 m³ Luft in der Stunde umwälzt.

Vorgangsbeschreibung:
Zuerst wird der Kühlkörper vom nervig lauten 70 x 70 x 15 mm Lüfter befreit. Danach müssen die Löcher für die Befestigung des 80 x 80 x 25 mm Lüfters in die Aluminium-Stege gebohrt werden. Nun wird der neue Lüfter auf die Aluminium-Stege geschraubt. Weil dieser Lüfter nicht ohne weiteres auf den Kühlkörper passt, müssen die äußeren Lamellen vorsichtig um zirka 5 mm nach außen gebogen werden. Dazu benutzt man am Besten einen breiten Schlitz-Schraubendreher. Anschließend wird der Lüfter auf den Kühlkörper gedrückt, bis er in den Arretierungen einrastet. Um die Optik etwas aufzupolieren, spendiere ich dem Kühler noch einen Fangrill. Doch Bilder sprechen mehr als tausend Worte.

Alternativen:
Es können natürlich auch andere 80 x 80 x 25 mm Lüfter eingesetzt werden. Es gibt ausreichende Alternativen von YS-Tech und Papst. Doch die noch leiseren Modelle kommen leistungstechnisch nicht an den Serien-Lüfter heran. Und die Modelle, die erfahrungsgemäß mit noch besseren Leistungswerten glänzen, sind mir dann schon wieder etwas zu laut. Es muss jeder selbst entscheiden, auf welche Aspekte er Wert legt. Ich denke mit dem 1.92 Watt YS-Tech Modell, einen guten Kompromiss zwischen Leistung und Lautstärke gefunden zu haben.

Performance:
Auch das sekundäre Ziel, soll nicht zu kurz kommen. Die Modifikation ist zwar schwerpunktmäßig auf eine drastische Geräuschpegelabsenkung getrimmt, aber die Kühlperformance soll darunter auf keinen Fall leiden und mindestens genauso gut sein, wie bei dem Serien-Modell. Zum Ermitteln der Temperaturen lasse ich beide Kühlerversionen im Leerlauf- und Volllast-Modus jeweils eine Stunde lang laufen und entnehme die erreichten Werte mit dem Programm Motherboard Monitor. Auch die wirklichen Prozessor Temperaturen werden mit einem Lutron-Digital-Thermometer und dem im Sockel integrierten Labormessfühler entnommen ( siehe Tabelle ).

Testplattform:
- Motherboard: ECS Elitegroup K7S5A
- Gehäuse: Suntek Eclipse
- Netzteil: Suntek 300 Watt
- Gehäusekühlung: keine
- Prozessor: AMD Athlon Thunderbird 1,4 GHz Typ C ( 72,2 Watt Verlustwärme )
- Betriebssystem: Windows 98 SE ( ohne ACPI )
- CPU Kühler: Tiger Electronics SDA38928BC
- Software: Motherboard Monitor, Prime 95
- Zimmertemperatur: 19.5°C - 20.4°C ( Abweichung < 1°C )

Fazit:
Nach 15 Minuten Arbeit und zirka 10 bis 13 investierten Euros ( je nachdem ob ein Lüftergitter verwendet wird oder nicht ), hat man einen Kühler der sagenhafte 11 dB(A) leiser werkelt und 10 m³ / h mehr Luft fördert als die ursprüngliche Version. Ich denke, dass kann sich sehen lassen! Die Kühlleistung hat sich zwar nicht enorm verbessert, aber das war auch nicht das primäre Ziel dieser Modifikation. Schluss-Fazit: Mit etwas Geschick und Bastlerambitionen, lassen sich Kühler mit geringem Aufwand an eigene Bedürfnisse anpassen.

Links zum Thema:
Tiger Electronics [ Hersteller / Kühler ]
Yen Sun Technology [ Hersteller / Lüfter ]

Warnung:
Die Anwendung dieses Guides erfolgt auf eigene Gefahr. Der Verfasser übernimmt keine Haftung für daraus resultierende Schäden.

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