Friess Beginners-Line Review

Friess Beginners-Line

Vorwort:
Das sehr gut ausgestattete Komplett-System aus dem Hause Friess-Computer reizt nicht nur durch sein hübsches Äusseres, sondern auch durch seine inneren Werte. Zum Test habe ich die Version mit einem 1,4 GHz Athlon Typ C und einer Gainward GeForce 2 Pro/450 Golden Sample vorliegen. Der Preis erhöht sich dadurch zwar um zirka 250.- DM, das scheint mir aber immer noch ein absolutes Schnäppchen für die gebotene Leistung zu sein. Wir wollen nicht vergessen, das der Grundpreis für die Friess-Beginners-Line bei 1199.- DM liegt.

Lieferumfang:
Als erstes fällt das aussergewöhnliche Design des Miditowers Suntek Eclipse auf, in dem ein AMD zertifiziertes 300 W Netzteil aus gleichem Hause werkelt. Als Motherboard fungiert das K7S5A von Elitegroup, welches mit dem SiS 735 Chipsatz und Sound on Board ausgestattet ist. Der 1,4 GHz schnelle Athlon Typ C wird von einem Tiger Miprocool ausreichend und leise gekühlt. Apacer steuert den 256 MB DDR CL2 RAM Riegel dazu, auf den es 10 Jahre Herstellergarantie gibt. Zum Daten-jonglieren wurde eine ATA-100 Festplatte mit 5400 U/m von Maxtor verbaut, die mit 40 GB ausreichend Platz bieten dürfte. Das CD Rom Laufwerk Typ RG8522-B von LG liest die Silberlinge im günstigsten Fall mit 52-facher Geschwindigkeit ein und ist dabei noch relativ leise. Das Diskettenlaufwerk stammt von Teac. Die Gainward Grafikkarte GeForce 2 Pro/450 Golden Sample kann als Sahnestück dieses Systems bezeichnet werden.

Mainboard & Chip Architektur

Installation:
Vor dem Installieren des Betriebssystems inklusive aller benötigten Treiber, spiele ich erst die neue Bios-Version 010920 auf und optimiere die spartanischen Bios-Einstellungen. Bei dieser Bios Version fällt sofort auf, das diverse Werte des Motherboards nicht korrekt ausgelesen werden. Nicht nur die Temperaturen sind vertauscht, sondern auch die Spannungs-Anzeigen. Die Lüfterdrehzahl kann bei einem 3000 U/min drehenden Tiger Miprocool ebenfalls keine 6000 U/min betragen ( siehe untere Grafik ). Ich hoffe, das bereits an einer neueren Version gearbeitet wird, die dieses Manko ausmerzt. Obwohl mit Windows 98 SE die etwas besseren Benchmarkwerte zu erzielen wären, entscheide ich mich für das stabilere Betriebssystem Windows 2000 Professional.

Fehlerhafte SiSoft Sandra Mainboard Informationen

System-Konfiguration:

  • Bios Version 010920
  • Windows 2000 Professional inkl. Service Pack 2
  • AGP Treiber Version 1.7
  • Sound on Board Treiber
  • Detonator 21.83
  • Direct X 8.0a

Daten-Auslese mit Motherboard Monitor 5:
Nun lasse ich mit dem Programm Prime 95, die CPU unter 100%iger Auslastung laufen und lese die Daten mit Hilfe des obengenannten Programms aus. Dazu muss erst der Patch installiert werden und einige Einstellungen geändert werden ( siehe Bericht unter der Rubrik Tuning ). Man sieht, dass der Tiger Miprocool, noch gut mit dem 1,4 GHz Prozessor zurecht kommt. Dank des Volllast-Tests, ist man dann wenigstens sicher, dass es bei einer Störung/Fehlermeldung nicht an der zu hohen Prozessor-temperatur liegen kann.

MBM 5 Daten unter Volllast

System-Performance:
Die mit SiSoft Sandra ausgelesenen CPU- und RAM-Benchmarks können sich sehen lassen, was unter anderem dem schnellen und trotzdem preiswerten SiS 735 Chipsatz zu verdanken ist. Das Board braucht sich in Sachen Gesamtleistung nicht vor den Großen zu verstecken. Der 1,4 GHz Prozessor und der 256 MB DDR Markenspeicher tragen natürlich den Grossteil dieses hervorragenden Ergebnisses bei. Die untenstehenden Grafiken, sprechen für sich.

SiSoft Sandra CPU Bench

SiSoft Sandra RAM Bench

Benchmarks - Standard Taktung:
Als Benchmark-Programme finden 3D Mark 2000 und 3D Mark 2001 Verwendung. Die Tests liefen jeweils mit den Default Einstellungen, was bei 3D Mark 2000 - 1024 x 768 im 16 Bit-Modus und bei 3D Mark 2001 - 1024 x 768 im 32 Bit-Modus heisst. Zuerst werden die Werte mit den Standard-Einstellungen der Grafikkarte ermittelt, welche mit 200/401 MHz schon relativ hoch sind. Die Benchmark-Ergebnisse liegen hier ungefähr doppelt so hoch, wie mit einer GeForce 2 MX. Ich will nochmals darauf hinweisen, dass die Benchmarks unter Windows 2000 laufen. Angesichts dessen, sind die Ergebnisse wirklich ein Hammer ! Hardcoregamer werden trotzdem Windows 98 SE auf ihr System spielen, denn damit lässt sich noch ein Tick mehr Performance erzielen.

Clock Einstellungen - Standard

Benchmarks - übertaktet:
Zum Übertakten der Grafikkarte muss als erstes mit dem Tool Coolbits das Overclocking-Menü im Detonator freigeschalten werden. Anschliessend heisst es, die höchste nicht fehlerbehaftete Taktfrequenz auszuloten. Dazu nehme ich das Programm Artifact-Tester in der Version 2.0. Bei einer Memory-Clock-Frequenz von 470 MHz angekommen, schleichen sich zwei Artifact-Fehler ein. Also stelle ich wieder auf 465 MHz zurück und erreiche damit einen beachtlichen Wert. Durch das Taktanheben, erreichen wir im Durchschnitt eine sagenhafte Mehrleistung von über 500 Punkten, was sich durchaus sehen lassen kann. Dieser Performance-Schub ist dem 4.5ns Speicher der Golden Sample zu verdanken, dem durch die Anbringung von Passiv-Kühlelementen sicherlich noch einiges zu entlocken wäre.

Clock Einstellungen - übertaktet

Fazit:
Das wirklich preiswerte System hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Leistung spricht anhand der Benchmarkergebnisse für sich. Das Gehäuse ist sehr schön anzuschauen, weil es mal nicht beige-farbig daher kommt, sondern in schwarz und silber recht edel wirkt. Als kleines Schmankerl empfehle ich das ebenfalls in schwarz und silber gehaltene Logitech Cordless Desktop Optical Bundle dazu. Bei einem Kauf, sollte ernsthaft über diese, etwas teurere Version der Beginners-Line nachgedacht werden. Der geringe Mehrpreis zahlt sich doppelt und dreifach in Punkto Systemleistung aus. Leider können sich Overclocker nur an der Grafikkarte austoben, denn das Bios lässt kein drehen an der Taktschraube des Prozessors zu. Als weiteren Nachteil empfinde ich die etwas zu laute Geräuschkulisse, die vom Lüfter des Suntek Netzteils erzeugt wird. Dass der Reset-Taster nur mit Hilfe eines dünnen Gegenstandes betätigt werden kann, lässt sich verschmerzen. Mein Schluss-Fazit lautet: Dieses System zeichnet sich durch ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis aus und verdient meine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Danksagung:
An dieser Stelle möchte ich mich nochmals ganz herzlich bei Stefan Friess für den aussergewöhnlichen Support bedanken.

Links zum Thema:
Friess-Computer [ Shop ]

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