Fantec LD-H35US1 Review

Fantec LD-H35US1

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Vorwort:
Als einer der Marktbegründer für mobile Datenträger in Deutschland kann die Hamburger Firma Fantec inzwischen auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz im Bezug auf externe Festplattengehäuse zurückgreifen. Bereits 2001 begann man noch unter den Namen Mapower Computer GmbH mit der Vermarktung externer Gehäuse, unter anderem auch für Festplatten. Währendessen sind die Norddeutschen zum marktführenden Hersteller von Festplattengehäusen in Deutschland aufgestiegen. Um diese Stellung am Markt behaupten zu können spielen auch auf diesem Sektor Weiterentwicklungen und Innovationen eine wichtige Rolle. Geschwindigkeit liegt, wie fast überall, auch hier im Zentrum des Interesses. Seit der Einführung von USB 2.0 und Firewire im Jahr 2002 hat sich hier in letzter Zeit nur wenig getan. Die anfänglichen Probleme sind inzwischen Bereinigt und die verschiedenen Boxen unterscheiden sich nur geringfügig in ihrer Leistungsfähigkeit. Doch seit kurzem drängt eine neue Schnittstelle auf den Markt. Der im PC-Bereich schon seit längerem aktuelle SATA-Standard bietet mit dünnen Kabeln und hohen Transferraten fast schon perfekte Anlagen um auch als externer Anschluss Anwendung zu finden. Die erste Serial-ATA-Generation verspricht Transferraten von bis zu 150 mb/s, die aktuelle S-ATA II-Spezifikation lässt sogar einen Durchsatz von bis zu 300 mb/s zu. Natürlich gilt es hier zu beachten, dass diese Werte rein theoretischer Natur sind. Festplatten mit gegenwärtiger Technologie sind höchstens bei Zugriffen auf den Cache in der Lage kurzzeitig ähnliche Transferrate zu erreichen. Die tatsächlichen Transferraten liegen jedoch weit unter diesen Grenzen. Mit dem LD-H35US1 verfügt auch Fantec über ein externes Gehäuse für 3,5"-Festplatten in seinem Portfolio das die neuen Technologie zur Datenübertragung nutzt. Neben dem SATA-Anschluss besitzt die Festplattenbox über ein interessantes Kühlprinzip, das stets für kühle Temperaturen des verbauten Datenträgers sorgen soll. Zusammen mit einem ansprechendem Styling eine viel versprechende Kombination, für die der Hersteller EUR 44,90 verlangt. Ob die Festplattenbox im Einsatz hält was Fantec verspricht wird der folgende Praxistest klären.

Lieferumfang:
Die Verpackung des LD-H35US1 lässt bereits auf dem ersten Blick keinen Zweifel über ihre Herkunft aufkommen. Nicht nur das Firmenlogo, sondern auch das Design der Kartonage ähnelt dem des vor kurzem unter die Lupe genommenen Lan Drive. Neben den wichtigsten technischen Details findet sich auch die Montageanleitung rückseitig auf der Umverpackung abgedruckt. Auch im inneren übernimmt der Hersteller die sichere Verpackung des Lan Drives mit  Kunststofffolie und Schaumstoffpolster. Des Weiteren finden sich das Montagematerial, das Netzteil und der Standfuß. Lediglich ein passendes SATA-Anschlusskabel fehlt zur Vollständigkeit.

Details:
Vom reinen Äußeren ist das LD-H35US1 kaum vom Lan Drive zu unterscheiden. Ein identisches Gehäuse mit unauffälligem aber dennoch gefälligem Design in zwei unterschiedlichen Grautönen gehalten lassen das Festplattengehäuse im Büro nahezu untergehen. Der Fantec-Schriftzug prangt auch hier dezent und Schlicht auf dem Gehäusedeckel. Beide Enden des Gehäuses sind mit hochwertig verarbeiteten Kunststoffabdeckungen verkleidet. Einen sicheren Stand erreicht Fantec mit vier Gummifüßen oder alternativ zur senkrechten Aufbewahrung mit einem gepolsterten Standfuß. Der weiche Kunststoffüberzug an der Innenseite verhindert auch hier eventuelle Beschädigungen an der Gehäuseoberfläche. Als einziger Farbklecks sorgt der zweifarbig leuchtende Power-Knopf dafür, dass die externe Platte nicht vollständig in Vergessenheit gerät. Das Anschlusspanel für die externe Stromversorgung und Datenkabel findet sich auf der Rückseite des Gehäuses. Für die Datenübertragung bietet die LD-H35US1 neben SATA auch eine USB2.0-Buchse bereit. Das Öffnen der Box stellt keine hohen Anforderungen an handwerkliches Geschick, so dass hier keine Fragen auftauchen sollten. Beim Entnehmen des inneren Chassis fällt auf, dass dieses aus Kunststoff besteht. Da Kunststoff aber einen leidlich schlechten Wärmeleiter darstellt haben sich die Ingenieure bei Fantec eine andere Technik zur Vermeidung eines vorzeitigen Hitzekollapses der Festplatte ausgedacht. Das patentierte System kommt bei der Montage zum Einsatz.  Das mittlere Aluminium-Profil der Box ist zugleich der Kühlkörper für die Festplatte. Dieses wird mittels vier Rändelschrauben auf die Oberseite der Festplatte gepresst und nimmt so deren Abwärme auf. Eine einfache aber effektive Idee. Um zu überprüfen, ob die von der Industrie versprochenen Transferraten auch in der Praxis erreichbar sind durchlief das Gehäuse in Paarung mit einer Samsung SP2004C VM10 mehrere Testläufe. Hier zeigt sich, dass auf diesem Gebiet immer noch die Festplatte den begrenzenden Faktor darstellt. Jedoch überflügelt man mit durchschnittlichen 49mb/s die alte USB-Schnittstelle, die hier im Schnitt nur 25mb/s erreichen kann, um das doppelte. Auch sämtliche anderen Messwerte wie Burst-Rate, Zugriffszeit und CPU-Belastung sprechen für SATA. Ein beachtlicher Fortschritt im Segment der externen Datenträger, in dem sich sonst nur Firewire und USB2.0 gegenüberstehen. Beide haben nun einen potenten Nebenbuhler. Nicht nur aufgrund der gebotenen Qualität sondern auch durch die überlegene Leistung kann das LD-H35US1 als gelungenes Produkt gelten.

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Kühlleistung:
Zur Untersuchung des Kühlsystems wird eine Samsung SP2004C VM10 mit 7200  U/min eingesetzt. Mit 200 GB auf zwei Platter verteilt ein guter Kompromiss aus Geschwindigkeit, Lautstärke und Wärmeentwicklung. Wie im Test ermittelt kann das Kühlsystem die Temperatur der Samsungplatte ohne Probleme auf einem angenehmen Niveau halten. Nach mehrstündiger Dauerlast lässt sich eine deutliche Erwärmung des Kühlprofils feststellen. Im Leerlauf pendelt sich die Temperatur bei 41°C ein. Unter Volllast heizt sich das Kühlprofil des Gehäuses weiter auf. Die gemessenen 43°C sprechen aber für das Kühlsystem. Auch deutlich hitzigere Festplatten sollten ich so unter Kontrolle halten lassen. Als Stellfläche empfiehlt sich ein vor direkter Sonneneinstrahlung geschützter Aufbewahrungsort der trotzdem die Luftzirkulation nicht einschränkt.



Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel der Festplattengehäuse im arbeitsplatzkonformen Abstand bewertet. Dazu werden diese an einen speziellen Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers angeschlossen, dessen andere Schallquellen lediglich ein modifiziertes Ultra-Silent Netzteil und eine entkoppelt und gedämmte Silent-Harddisk sind, welche das Schallgeschehen der Festplattenboxen nicht beeinflussen. Die in der Tabelle "idle" und "load" genannten Messwerte entsprechen dem Leerlauf- und Zugriffsgeräusch der Testplatte.

Wie schon im Lan Drive Test bemerkt kann das Fantec-Gehäuse bei der Messung der Schallpegels brillieren. Durch die geschlossene Bauform ist das Gehäuse in der Lage sowohl Lauf- als auch Zugriffsgeräusche sehr wirksam zu unterdrücken. Zusätzlich zum abgekapselten Gehäuse wird hier das  Kunststoffchassis seinen Teil beitragen. Die Gummifüße reduzieren die Schwingungen zusätzlich, so dass das Gehäuse relativ ruhig vor sich her summt. Die Messwerte bestätigen den subjektiven Eindruck. Idle surrt die Festplatte mit lediglich 28,2 dB(A), bei Zugriffen erhöht sich der Messwert auf angenehme 30,9 dB(A). So bleibt die Platte zwar hörbar, fällt jedoch nie störend auf.



Testrechner:

  • Motherboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (Chipsatz passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 Venice 3000+ (2.2GHz/1.65V)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Speicher: 1 GB MDT Dual Channel PC-3200 400 MHz DDR
  • Grafikkarte: Gigabyte GV-N68128DH GeForce 6800 128MB
  • Festplatte: Samsung SP1204N (ichbinleise® Box HDD 10)
  • Laufwerk: NEC ND-3540A DVD-Brenner
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Stahlblech/geschlossen)
  • Netzteil: 353 Watt Enermax 120 mm Yate Loon (Ultra-Silent Mod)
  • Gehäuseventilation: keine Gehäuselüfter
  • Datenträgerverbindung: Rounded-Cable
  • Betriebssystem: Microsoft Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95
  • Zimmertemperatur: 20°C +/- 0,5°C

Fazit:
Mit dem LD-H35US1 hält der Käufer ein Produkt in Händen, dass wohl jeden Wunsch an ein externes Gehäuse erfüllen kann. Nicht dass Fantec einfach ein weiteres schnödes Festplattengehäuse auf den Markt schmeißt. Nein, diese Box kann neben einem gefälligem Äußeren auch mit einigen Innovationen aufwarten. Die USB2.0-Schnittstelle kann hierbei schon als Standard gelten. Ein durchdachtes Detail ist das originelle Kühlsystem, dass nicht nur vom Prinzip her interessant ist, sondern sich auch in der Praxis bewährt. Auch das Prinzip des gekapselten Gehäuses belohnt den User durch ein durchwegs niedriges Geräuschniveau. Aber das bemerkenswerteste Feature dürfte wohl der externe SATA-Anschluss sein. Dieser sorgt für Transferraten, die nur noch knapp unter denen intern verbauter Datenträger liegen. Die LD-H35US1 stößt somit in neue Sphären des Datenaustausches vor. Dateien lassen sich so doppelt so schnell zwischen PC und externer Platte hin und her schaufeln, wie man es bisher von USB2.0 gewohnt war. Das einzige Manko ist die geringe Anzahl von Slot-Blenden, die einen SATA-Anschluss vom Mainboard nach außen führen. Dies könnte sich aber in naher Zukunft ändern. Denn mit SATAII wurden nicht nur die theoretisch möglichen Transferraten neu definiert, sondern auch ein Standard für eine externe SATA-Schnittstelle geschaffen. Diese unterscheidet sich in einer verbesserten Handhabung und Abschirmung der Kabel. Und auch für diesen Fall hat die Firma Fantec bereits vorgesorgt und bietet inzwischen bereits den Nachfolger der getesteten Box mit dem Namen LD-H35US2 an. Diese verfügt über dieselben Features wie der Vorgänger nur um die SATA II-Schnittstelle erweitert. Alles in allem bietet Fantec hier ein mehr als überzeugendes Produkt zu einem angemessenen Preis von EUR 44,90 an. Die gebotene Leistung rechtfertigt den Kauftipp der Redaktion. Der Nachfolger LD-H35US2 mit SATAII wird ist für EUR 49,90 im Handel erhältich.

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt der Fantec GmbH.

Links zum Thema:
Fantec [ Vertrieb ]

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23.10.2006 [sf]