Vorwort:
Als portable Datenspeicher sind externe Festplatten inzwischen so akzeptiert, dass man diese in regelmäßigen Abständen zwischen den Sonderangeboten von diversen Discountern auffindet. Durch geringes Gewicht, kompakte Abmessungen und die Möglichkeit auch große Datenmengen unkompliziert zu transportieren stiegen die externen Datenspeicher rasch in der Gunst der Anwender. Im heimischen Büro etablieren sich diese Datenträger immer mehr als einfache und schnelle Art der Datensicherung. Die Technik der Datenübertragung kann inzwischen bei allen erhältlichen Modellen als ausgereift gelten. Ob USB2.0 oder Firewire, beide Standards bieten sehr hohe Transferraten und garantieren schnellen Zugriff auf die abgelegten Daten. Da also in der Disziplin "Geschwindigkeit" kaum mehr Unterschiede bestehen, versuchen die Hersteller durch zusätzliche Features Käufer für ihre Produkte zu gewinnen. So finden sich unter anderem bunt leuchtende oder raffiniert gestylte Gehäuse auf dem Markt. Doch eines ist diesen allen gemein. Bei abgeschaltetem Rechner kann nicht auf die extern gespeicherten Daten zugegriffen werden. Und genau für dieses Problem findet sich im Produktportfolio der Marke Fantec das passende Mittel um hier Abhilfe zu schaffen. Unter der kryptischen Bezeichnung LD-H35NU2 -2 findet sich ein externes Festplattengehäuse, dass nicht nur über einen USB2.0 Anschluss verfügt, sondern auch mit einer RJ-45 Buchse ausgestattet ist. So sind Zugriffe über das lokale Netzwerk möglich, ohne dass sich ein spezieller Rechner ständig im Betrieb befinden muss. Zusätzlich staffiert der Hersteller seine Festplattenbox mit weiteren interessanten Details aus. So soll ein patentiertes Kühlsystem für ein kühles Inneres sorgen und mit einem stilsicheren Auftreten potentielle Käufer ansprechen. Für knapp EUR 65,00 sicher kein uninteressantes Angebot. Wie sich die Festplattenbox in der Praxis schlägt, klärt der folgende Testbericht.
Lieferumfang:
Geliefert wird das Fantec Lan Drive in einer ansprechenden Kartonage deren Aufdrucke über die technischen Details des Inhaltes aufklären. Im Inneren befindet sich das sicher auf einer Schaumstoffschicht ruhende und zusätzlich von einer Kunststofffolie umhüllte Festplattengehäuse. Um eine reibungslose Inbetriebnahme zu gewährleisten liegen dem Gehäuse sämtlichen Kabel inklusive Netzwerkkabel bei. Zusätzlich findet sich eine leider recht dünn ausgefallene Bedienungsanleitung, die bei den aktuell ausgelieferten Gehäusen nun auch in Deutsch gedruckt ist.
Details:
Das Äußere des Lan Drive überzeugt durch ein recht zurückhaltendes Design, ohne dabei jedoch hausbacken oder gar langweilig zu wirken. Zwei unterschiedliche Grautöne verleihen der Festplattenbox eher den Anschein einer schlichten Eleganz. So verschwindet sie schnell in der häuslichen Umgebung und tritt so nie negativ störend in Erscheinung. Die einzigen farblichen Akzente entstehen durch die beiden LEDs, die den hochwertig wirkenden
Einschaltknopf mit ihrer matten Kunststoffabdeckung einrahmen. Auch der
"Fantec" Schriftzug ist sehr gefällig auf dem Gehäuse platziert. Zusammen mit den beiden Kunststoffabdeckungen vorn und hinten überzeugt der metallene Grundkorpus mit einer sehr hochwertigen Verarbeitung. Für einen sicheren Stand sorgen vier weiche Gummifüße, die für eine zusätzliche Entkopplung der Box vom Boden sorgen. Falls der zur Verfügung stehende Platz mal nicht ausreichen sollte, so kann auch der mitgelieferte Ständer genutzt werden um das Gehäuse stehend aufzubewahren. Die weiche Kunststoffbeschichtung an der Innenseite des Ständers verhindert dabei Kratzer auf dem Gehäuse. Ein unauffälliges aber durchdachtes und nützliches Detail. Auf der
Rückseite der Box findet sich das Anschlusspanel für Stromversorgung und die Datenleitungen. Neben dem USB2.0-Aschluss findet sich hier auch das wichtigste Merkmal des Lan Drive. Die RJ45-Buchse, die eine Übertragungsrate von 100 mBit/s ermöglicht. Aufgrund der deutlich höheren Kosten ist derzeit leider noch keine Megabit-Variante erhältlich. Für den Datenaustausch über das lokale Netzwerk sind die 100 mBit/s jedoch ausreichend, zumal die Verbreitung von Megabit-Netzwerkgeräten im häuslichen Anwendungsbereich noch recht selten sind. Die versprochenen 4 mb/s werden im Praxistest auch ohne Komplikationen erreicht. Für das Aufspielen der Daten empfiehlt es sich jedoch den deutlich schnelleren USB2.0 Anschluss zu nutzen. Der Verwaltung der Daten lässt sich unkompliziert über ein Web-Interface, das sich einfach über dem Explorer aufrufen lässt, durchführen. Hier lassen sich Benutzer, Freigaben und Passwörter verwalten. Das ganze ist selbsterklärend und sollte für niemanden Rätsel aufgeben. Über das
Web-Interface lässt sich die Box als Samba- und FTP-Server betreiben. Der Datenzugriff ist dann entweder über eine FTP-Software oder über die bekannte Windows-Ordnerfreigabe möglich. Um diese Netzwerkfeatures nutzen zu können benötigt man keine besondere Hardware. Jede FAT32 formatierte IDE-Festplatte lässt sich mit der Box als Datenträger verwenden. So ist es möglich die Box als NAS in das heimische Netzwerk einzubinden. Wahrscheinlich die günstigste Variante eine solche Netzwerklösung zu verwirklichen. Und auch deutlich Stromsparender als einen alten Rechner zum Server umzubauen. Und das, ohne sich große Gedanken über die Stellfläche Sorgen machen zu müssen. Aber auch die Montage der Festplatte im Gehäuse lässt keine Fragen entstehen. Die beiden Schrauben an der hinteren Abdeckung sowie die vier Rändelschrauben auf der Oberseite lösen, schon rutscht die Festplattenschublade aus dem Grundkorpus. Die
Festplatte in das Kunststoffgehäuse einlegen, festschrauben und schon kann es weiter gehen. Um den Hitzetod der Festplatte zu vermeiden haben sich die Techniker bei Fantec eine neue Variante der Kühlung ausgedacht. Die vier Rändelschrauben auf der Oberseite drücken beim festschrauben auf den zentralen Aluminiumkörper, der so direkt auf den Deckel der Festplatte gepresst wird. Eine großflächige Wärmeabfuhr ist so sichergestellt. Die Gummifüße und auch der Standfuß sorgen nach der Montage für festen Halt. Alles in allem hat Fantec hier ein technisch wirklich überzeugendes Produkt abgeliefert.
Kühlleistung:
Um das neue Kühlsystem auszulasten kommt für den Test eine Seagate ST3160812A zum Einsatz. Die Barracuda 7200.9 ist im Gegensatz zur Samsung SP-Serie nicht ganz so kühl, so dass die Temperaturen deutlich höher ausfallen als bei den bisherigen Festplattengehäusetests. Mit einer Kapazität von 160 GB und einer Drehzahl von 7200 U/min verfügt diese Festplatte sowohl über ausreichen Geschwindigkeitsreserven als auch Platz um sich als externer Datenspeicher anzubieten. Nach mehrstündigem Dauerlauf erwärmt sich das Kühlprofil des Gehäuses deutlich und auch die aufgezeichneten Temperaturen sprechen für sich. Die Temperaturen liegen höher als in den bisher getesteten Gehäusen, was jedoch hauptsächlich auf die Festplatte zurückzuführen ist. Die 42°C im Leerlauf und 45°C unter Volllast zeigen die Reserven auf, die dieses Gehäuse auch bei etwas wärmeren Festplatten bietet. Trotzdem sollte man bei der Wahl der Stellfläche ein Auge drauf werfen, dass man das Lan Drive nicht direkt in der prallen Sonne oder neben anderen Hitzequellen aufstellt.
Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel der Festplattengehäuse im arbeitsplatzkonformen Abstand bewertet. Dazu werden diese an einen speziellen Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers angeschlossen, dessen andere Schallquellen lediglich ein modifiziertes Ultra-Silent Netzteil und eine entkoppelt und gedämmte Silent-Harddisk sind, welche das Schallgeschehen der Festplattenboxen nicht beeinflussen. Die in der Tabelle "idle" und "load" genannten Messwerte entsprechen dem Leerlauf- und Zugriffsgeräusch der Testplatte.
Im Kapitel Geräuschmessung hält sich das Lan Drive vornehm zurück. Durch das vollkommen abgeschlossene Gehäuse werden Lauf- und Zugriffsgeräusche der verbauten Festplatte wirkungsvoll reduziert. Hilfreich hier auch das Kunststoffchassis, das zusammen mit den Gummifüßen die Schwingungen der Festplatte zusätzlich reduzieren. Da eine Festplatte in einem externen Gehäuse aber eben nur schwerlich vollkommen zum verstummen zu bringen ist, bietet das Web-Interface für empfindliche Naturen ein zusätzliches Schmankerl. Über eine Schaltfläche lässt sich hier der Zeitraum festlegen nach dem sich die Festplatte automatisch nach dem letzten Zugriff abschaltet. Schon verstummt das Lan Drive vollkommen um bei neuen Zugriffen problemlos wieder aus dem Schlummerzustand aufzuwachen. Nützlicher Nebeneffekt, es wird zusätzlich Strom gespart.
Testrechner:
- Motherboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (Chipsatz passiv)
- Prozessor: AMD Athlon 64 Venice 3000+ (2.2GHz/1.65V)
- Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
- Speicher: 1 GB MDT Dual Channel PC-3200 400 MHz DDR
- Grafikkarte: Gigabyte GV-N68128DH GeForce 6800 128MB
- Festplatte: Samsung SP1204N (ichbinleise® Box HDD 10)
- Laufwerk: NEC ND-3540A DVD-Brenner
- Gehäuse: Chieftec CS-601 (Stahlblech/geschlossen)
- Netzteil: 353 Watt Enermax 120 mm Yate Loon (Ultra-Silent Mod)
- Gehäuseventilation: keine Gehäuselüfter
- Datenträgerverbindung: Rounded-Cable
- Betriebssystem: Microsoft Windows XP Professional SP2
- Software: Motherboard Monitor, Prime 95
- Zimmertemperatur: 20°C +/- 0,5°C
Fazit:
Mit dem Lan Drive LD-H35NU2-2 liefert Fantec ein sehr überzeugendes Produkt ab. Die Idee ein externes Festplattengehäuse als Network Attached Storage (NAS) - also als ein am Netzwerk angeschlossenen Massenspeicher - zu nutzen ist wohl das worauf viele Heimnutzer gewartet haben. Endlich den alten Server in der Abstellkammer entsorgen und durch ein schickes, kompaktes Gehäuse ersetzen. Und hierfür ist das Lan Drive auch gedacht. So lässt sich die Box über das Web-Interface sehr schnell und komfortabel als Samba und FTP-Server konfigurieren, bietet jedoch nicht den Umfang und die Möglichkeiten, die für den professionellen Einsatz nötig wären. Auch ist die maximale Übertragungsgeschwindigkeit von 100 mBit/s noch ausbaufähig. Eine Megabit-Variante wäre sicherlich interessant. Aber für den schnellen Dateitransfer ist ja noch der USB2.0-Anschluss vorhanden, mit dem das Befüllen der Box deutlich schneller von statten geht. Aber nicht nur an die funktionelle Seite wurde vom Hersteller gedacht. Auch die äußeren Werte können überzeugen. Das schlichte aber gefällige Design zeugt von einem erwachsenen Produkt, das keine blinkenden Spezialeffekte benötigt um den Anwender für sich zu gewinnen. Und auch der Hitzeentwicklung der Festplatte hat man sich mit einem durchdachten Kühlungsprinzip angenommen. Die Geräuschreduzierung der Festplatte über das Gehäuse funktioniert angemessen und durch eine automatische Abschaltung der Festplatte ist es möglich diese vollkommen verstummen zu lassen. Zusätzlich lässt sich so auch der Stromverbrauch verringern. Alles in allem mit knapp EUR 65,00 wohl die günstigste und auch interessanteste Lösung eine Rechnerunabhängige Datenfreigabe im Netzwerk zu erreichen. Mit dem günstigen Preisleistungsverhältnis verdient das Fantec Lan Drive den Kauftipp der Dirkvader-Redaktion.
Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt der Fantec GmbH.
Links zum Thema:
Fantec [ Vertrieb ]
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