Etasis EFN-560 Semi-Fanless Review

Etasis EFN-560 Semi-Fanless

Logo

Vorwort:
Obwohl die Etasis Electronics Corporation bereits im Jahre 1996 gegründet wurde, dauerte es ganze 8 Jahre, bis ihr hierzulande der Durchbruch gelang. Mit dem lüfterlosen EFN-300 traf man 2004 den Nerv der Zeit und landete einen regelrechten Verkaufsschlager. Vergleichbare Konkurrenzprodukte waren zu diesem Zeitpunkt deutlich teurer und hinterließen einen weniger ausgereiften Eindruck. Das identische Silverstone ST30NF erhielt damals den Kauftipp der Redaktion. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein leistungsstärkeres Modell folgen würde. Durch die allgemein hohe Temperaturentwicklung von Passivnetzteilen, wurde die 300 Watt Mauer nur selten durchbrochen. Mit dem EFN-560 offeriert Etasis nun ein fast doppelt so starkes Netzteil mit einer Gesamtleistung von 550 Watt und reagiert so auf die aktuelle Marktsituation. Ermöglicht wird die hohe Leistung durch eine leistungsstärkere Elektronik und durch den Umstieg auf Semipassiv-Betrieb. So wurde der neue Hoffnungsträger mit einem 80 mm Sicherheitslüfter der neuesten Generation ausgestattet, welcher sich erst ab einer bestimmten Temperatur zuschaltet und so die Elektronik vor Überhitzung schützt. In dieser kurzfristigen Phase steigt der Schallpegel des Netzteils von 0 auf 19dB(A) an. Laut Angaben des Herstellers tritt der Lüfter aber erst ab einer Leistungsaufnahme von mehr als 299 Watt in Aktion. Mit einem Verkaufspreis von EUR 159,90 ist das Etasis EFN-560 sogar schon ab Markteinführung günstiger als vergleichbare Produkte gleicher Leistungsklasse. Im Gegensatz zum Großteil der Mitbewerber verfügt das EFN-560 leider über keinen zweiten +12V Stromkreis, weshalb sich unter anderem der SLI-Verbund zweier leistungsstarker Grafikkarten als problematisch erweisen könnte. Unterm Strich präsentiert sich das Etasis EFN-560 als leistungsstärkerer Nachfolger des 300 Watt Modells mit integriertem Sicherheitslüfter zum moderaten Preis.

Lieferumfang:
Etasis liefert das EFN-560 in einem stabilen Karton mit integriertem Tragegriff aus. Auf der hübsch bunt gehaltenen Verpackung befinden sich die Produktspezifikationen in 3 Sprachen aufgedruckt. Im Inneren der Faltschachtel sorgt eine Styropor- und Kartonkonstruktion für einen sicheren und rutschfreien Transport des 2,8 kg schweren Boliden. Das Netzteilzubehör besteht aus dem obligatorischen Kaltgeräteanschlusskabel, einem 20 auf 24 Pin Adapterkabel, einem Einbaurahmen, Lüfter-Adapterkabel und Montageschrauben. Als Benutzerhandbuch liegt das des kleineren Bruders EFN-300 inklusive Änderungsblatt bei. Hier wird es hoffentlich bald umfänglichere Lösung geben.

Technische Daten:

  • Hersteller: Etasis
  • Modell: EFN-560
  • Standards: ATX12V v1.3
  • Layout: Semi-Fanless (80 mm Fan)
  • Blindstromkompensation (PFC): aktiv
  • Wirkungsgrad: min. 81%
  • Gesamtleistung: 550 Watt
  • Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 167,5 mm
  • Gewicht: ca. 2,8 kg
  • Verkaufspreis (EUR): ca. 159,90
  • Bezugsquelle: Maxpoint

Details:
Rein optisch betrachtet sieht das teilpassive Etasis EFN-560 seinem um 250 Watt schwächeren Bruder bis ins Detail ähnlich. Bis auf den aufgesetzten Kunststoffrahmen hat sich äußerlich nichts geändert. Dieser birgt einen kleinen 80 mm Notlüfter aus dem Hause Sanyo Denki, welcher erst ab einer Temperatur von 75°C anspringt.  Erst nachdem die Elektronik auf ca. 62°C heruntergekühlt wurde, verstummt er wieder. Was das Betriebsgeräusch des San Ace 80 Typ 109P0812H716 betrifft, kann er mit seinen 11 Rotorblättern nicht gerade als Leisetreter eingestuft werden. Mit mehr als +5V betrieben, kann es nur als störend bezeichnet werden. Der Schallpegel wird zudem durch die Schutzabdeckung und die wabenförmige Lüftungsöffnungen an der hinteren Seite des Netzteils verstärkt. Die in den außen liegenden Kühlkörper eingearbeiteten Lüftungsöffnungen sind definitiv zu klein. So arbeitet der kleine Lüfter wie gegen eine Wand. Ein besser durchdachtes Layout hätte vermutlich weniger Luftwiderstand und eine damit geringere Lüfterlaufzeit zur Folge. Vorteilhaft ist, dass der Stromanschluss des Lüfters außen liegt und ganz einfach abgezogen werden kann. Der experimentierfreudige Tüftler kann also ohne Garantieverlust den Lüfter auch über eine externe Steuerung regeln. Allerdings muss hierzu erst ein passender 2-Pin Stecker gefunden werden. Aber Vorsicht! Wer den Lüfter einfach nur abzieht muss bei entsprechender Leistungsanforderung mit einer Überhitzung des Netzteils rechnen. Wie der Vorläufer fällt auch das EFN-560 durch eine relativ kompakte Bauform und rings herum eingelassene Kühlrippen auf. Der aus zwei Halbschalen bestehende Grundkorpus aus massivem Aluminium, trägt einen nicht unerheblichen Teil des hohen Gesamtgewichts von ca. 2,8 kg bei. Im Inneren des Netzteils befinden sich zwei massive Kühlkörper, welche mit dem Gehäusekorpus und mittels Heatpipe mit dem hinten liegenden Kühlkörper verbunden sind. Lüftungsöffnungen befinden sich lediglich in der Unterseite und in der Rückwand. Damit kann die Luft im Passivbetrieb nur schwer entweichen und es entstehen Warmluftpolster im Inneren des Netzteils. Auf der Rückseite des Netzteils, befindet sich eine Temperatur- und eine Status-LED. Mit der Temperatur-LED lässt sich die Wärmeentwicklung des Netzteils überprüfen. Bei einer Netzteiltemperatur von mehr als 55°C, wechselt sie ihre Farbe von grün auf rot. Die Status-LED signalisiert den Betriebszustand des Netzteils. In Betrieb leuchtet die LED grün, auf Standby orange und bei aufgetretenem Fehler rot. Für einen sicheren Betrieb sorgen Überstrom-, Überspannung-, Übertemperatur- und Überlastschutz. Die Verarbeitung des Netzteils ist sehr ordentlich und gab keinen Anlass zur Kritik. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem ausreichend lang bemessen, gegen Interferenzen verdrillten und teils ummantelten Kabelstrang-Satz auf. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 46 cm (20-Pin ATX Anschluss), 1 x Kabelstrang 45 cm (4-poliger 12 Volt P4 Anschluss), 2 x Kabelstrang 80 cm (je 2 x 5 1/4" Anschluss & 1 x 3 1/2" Anschluss), 1 x Kabelstrang 65 cm (2 x 5 1/4" Anschluss) und 2 x Kabelstrang 50 cm (je 1 x S-ATA Anschluss).

Anklicken zum Vergrößern

Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause Groneberg.

Die aus der Tabelle hervorgehenden Unterschiede stellen sich als relativ gravierend dar. Durch die teils deutliche Ersparnis erscheint uns diese Rubrik mehr als sinnvoll und absolut zeitgemäß. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein hoch effizientes Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehr als einen Rechner betreibt sollte sich genau überlegen, welches Netzteil er verwendet.

Der Wirkungsgrad des Etasis EFN-560 hat überrascht. Der Hersteller hat mit den angegebenen >81% nicht zuviel versprochen. Scheinbar wurde hier nicht nur eine leistungsstärkere, sondern auch effizientere Elektronik implementiert. Denn beim kleineren Bruder wurde die Effizienz seitens des Herstellers mit lediglich >70% angegeben. Des Weiteren verwundert es, weil die angegebene Effizienz bei vielen Netzteilen nur unter maximaler Last erreicht wird. Das Testsystem hat dem 550W starken Etasis EFN-560 jedoch nur ca. 120W abverlangt. Das gute Abschneiden in diesem Segment wird nur durch den etwas zu hohen Hunger im Standby (heruntergefahrenes System) von 3,5W getrübt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die beiden LED’s und deren Steuerung weiterhin mit Strom versorgt werden, um den Status des Netzteils anzuzeigen.

Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.

Das Etasis EFN-460 absolvierte alle Stabilitätstest ohne etwaige Schwächen zu offerieren. Sogar der 24-Stunden Dauertest (Prime95+3DMark2003) konnte dem Prüfling keine Fehler entlocken. Das mit dem Motherboard Monitor erstellte Logfile zeigt keinerlei Spannungseinbrüche auf. Des Weiteren konnten keine relevanten Spannungsschwankungen festgestellt werden. Die allgemein üblichen Schwankungen der +3,3V und +5V Leitung bewegten sich wie gewöhnlich im 100tel- und die der +12V Leitung im 10tel-Bereich. Unterm Strich hinterlies das Etasis EFN-560 auch in dieser Kategorie einen sehr guten Eindruck.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.

Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.

Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.

Im Falle des Etasis EFN-560 ist die Kühlleistung ein schwer beschreibbarer Punkt. Im Allgemeinen tragen lüfterlose Netzteile eher zur Erwärmung als zur Kühlung des Systems bei und können gerade mal einen Teil der selbst entwickelten Wärme abführen. Dies wird durch die hohen Prozessor- und Gehäusetemperaturen deutlich. Letztere stellen sich in Wirklichkeit sogar als deutlich höher heraus, als über das Mainboard selbst messbar ist. Dadurch, dass die erwärmte Luft nach oben steigt und nicht entweichen kann, sind die Temperaturen im oberen Gehäusebereich deutlich höher als dort, wo der Messfühler des Mainboards sitzt. Aber auch wenn der Prüfling auf dem letzten Platz der Charts zu finden ist, hat er mit der Testkonfiguration einen absolut stabilen 24-Stunden-Last-Betrieb ermöglicht. Für einen dauerhaften Betrieb einer ähnlichen Hardwarekonstellation empfehlen wir jedoch zusätzliche Lüftungsschlitze über dem Netzteil, welche zu einer besseren Gehäuseentlüftung beitragen.

Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, arbeitsplatzkonformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.

Beim Probehören der Störgeräusche konnte das Etasis EFN-560 erneut punkten. So konnte im Systemleerlauf keinerlei nerviges Brummen oder ähnliches aus dem Netzteilgehäuse vernommen werden. Eine Auslastung des Netzteils änderte dies jedoch. So konnten dem Aluminiumkorpus mit zunehmender Last anfangs kaum vernehmliche Töne entlockt werden. Das lauter werdende Brummen ist allerdings so filigran, dass es bereits bei geringer Entfernung zum Netzteil kaum mehr wahr zu nehmen ist. Ein weiteres in dieser Kategorie überzeugendes Netzteil.

Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.

Testrechner:

  • Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
  • Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
  • Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
  • Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
  • Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
  • Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
  • Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
  • Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)

Fazit:
Das Etasis EFN-560 Semi-Fanless hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Was die Optik und Verarbeitung betrifft, steht es seinem Vorgänger in keiner Weise nach. Auch sonst bietet es alles, was der kleinere Bruder bot. In Punkto Leistung und Effizienz ist das EFN-560 aber deutlich überlegen. Dank des hohen Wirkungsgrades von >81% wird das 550 Watt starke Netzteil im Betrieb nur geringfügig wärmer als schwächere Artgenossen. Damit es bei hoher Leistungsforderung nicht zum Überhitzen des Netzteils kommt, wurde ein kleiner Notlüfter angeflanscht. Dieser startet laut Hersteller erst ab 300 Watt bzw. 75°C Netzteiltemperatur. Nachdem die Elektronik auf 62°C heruntergekühlt wurde, verstummt er wieder. Mit unserer Konfiguration lief der nicht gerade als Leisetreter einzustufende Lüfter während der gesamten 24 Stunden-Dauerlastphase gar nicht erst an. Das Netzteil verrichtete völlig passiv seinen Dienst. Der von außen frei zugängige Aufbau des Lüfters bringt nicht nur Vorteile im Fall eines Defekts. Findige Bastler könnten diesen mit geringem Aufwand über eine externe Regelung ansteuern bzw. einen anderen Lüfter verwenden. Diese Überlegung macht aber nur dann Sinn, wenn das System mehr als 300 Watt fordert und das einsetzende Betriebsgeräusch des Lüfters als störend empfunden wird. Wer die Vorzüge des teilpassiven Etasis EFN-560 Netzteils ausspielen will, sollte etwas Erfahrung im Silencen mitbringen. Das Konzept - lautes Netzteil raus und lüfterloses Netzteil rein - könnte sonst schnell mit Instabilitäten und Abstürzen behaftet sein. Ein gut be- und entlüftetes Gehäuse, ist wie bei allen lüfterlosen Netzteilen auch hier Pflichtprogramm. Mit einem ausblasenden, niedrig drehenden 120 mm Lüfter kann das Netzeil jedoch in durchschnittlich ausgestatteten Systemen problemlos betrieben werden. Mit einem moderaten Kaufpreis von ca. EUR 159,90 (z.B. bei Caseking) zählt das Etasis EFN-560 zu den günstigeren Passiv/Semipassivnetzteilen dieser Leistungsklasse. Der durchwegs positive Gesamteindruck wurde lediglich durch die fehlende zweite +12V Leitung getrübt. Eine Konformität gemäß aktuellem ATX12V Standard ist unserer Meinung nach ein Muss. Unter anderem könnte sich sonst der SLI-Verbund leistungsstarker Grafikkarten als Problem herausstellen. Ohne dieses Manko wäre dem Prüfling der Kauftipp der Redaktion sicher gewesen.

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Maxpoint.

Links zum Thema:
Etasis [ Hersteller ]
Maxpoint [ Vertrieb ]

© www.dirkvader.de