Enermax Platimax 500W Review

Enermax Platimax 500W

Netzteil Grossansicht

Vorwort:
Mit der Platimax-Serie öffnet Enermax die Tür zur nächsten Netzteilgeneration. Wie es der Name bereits vermuten lässt, besitzt die neue Serie das 80Plus-Platin-Siegel, die höchste Zertifizierung der internationalen 80Plus-Organisation. Dem Hersteller gelang es, die erfolgreichen Technologien der vorherigen Netzteilgenerationen weiterzuentwickeln und den Wirkungsgrad auf ein Niveau von über 90 Prozent im Lastbereich zwischen 20 und 100 Prozent zu steigern. Für die Platimax-Modelle unterhalb von 1 kW baute Enermax die flexible DHT-Topologie ("Dynamic Hybrid Transformer Topology") der Modu87+-Serie weiter aus, für das Platimax 1200W und 1500W wurde das FMQ-Design der MaxRevo-Serie verfeinert. Optimiert hat der Hersteller darüber hinaus die Kühlung seiner Netzteile: Hochwertige Kühlkörper und ein wohldurchdachtes, aufgeräumtes Layout vermeiden überflüssige Energieverluste. Wie schon bei der Modu87+-Serie setzt Enermax auf eine patentierte Drehzahlregelung, die den Lüfter bei schwacher Auslastung je nach Modell auf 300, 600 oder 900 1/min. drosselt. In Kombination mit dem laufruhigen Twister-Lager kann so ein nahezu lautloser Netzteilbetrieb gewährleistet werden. Wir haben uns bewusst für den Test des kleinsten Modells der Platimax-Serie entschieden. Zum einen sollten 500W für einen aktuellen "Durchschnitts-PC" mehr als ausreichend sein und zum anderen können wir die Testergebnisse hervorragend mit denen des zuvor getesteten Enermax PRO87+ 500W vergleichen. Wer sich bei der Wahl der richtigen Netzteil-Leistungsklasse nicht so richtig sicher ist, der kann diese komfortabel mit Hilfe des Enermax PSU-Calculators errechnen. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers liegt bei EUR 184,90. Damit ist das Enermax Platimax 500W genau EUR 65,00 teurer als das Enermax PRO87+ 500W (EUR 119,90). Der aktuelle Straßenpreis liegt bei ca. EUR 150,00. Inwiefern sich der höhere Preis unter anderem in den Messwerten widerspiegelt ist nachfolgend zu lesen.

Lieferumfang:
Enermax liefert das Platimax 500W in einer standardgemäßen Faltkartonage an seine Kunden aus. Bei der Farbwahl überwiegen Grautöne, die eine Verbindung zu Platin herstellen sollen. An den Seiten und auf der Rückseite sind alle notwendigen Produktinformationen aufgedruckt. Die Größe der Verpackung entspricht mit ca. (B) 340 x (H) 100 x (T) 250mm in etwa dem Standard. Mit einem Gesamtgewicht von ca. 3.042 Gramm liegt man allerdings eine Spur darüber. Herkömmliche Netzteile wiegen samt Verpackung meist nicht mehr als 2.500 Gramm. Das Netzteil selbst, bringt ohne optionale Kabel ca. 2.005 Gramm auf die Waage. Im Inneren der Verpackung herrscht Ordnung, welche auch im Inneren des Netzteils zu finden sein soll. Als Zubehör liegt dem Platimax 500W folgendes bei: Eine Kabeltasche mit Kordelzug, 4 Kabelstränge, 1 Enermax Casebadge, 4 Gehäuseschrauben, 2 Enermax Klettverschlüsse, 1 CordGuard (AC-Steckerbügel), ein aktueller Enermax Produktflyer und ein 38-seitiges Benutzerhandbuch in 7-sprachiger Ausführung. Das Benutzerhandbuch und das Datenblatt stehen beim Hersteller auch zum Download als pdf-Datei zur Verfügung. Ein insgesamt betrachtet sehr ordentlicher, aber für diese Preisklasse auch erwarteter Lieferumfang.

Technische Daten:

  • Hersteller: Enermax
  • Modell: Platimax 500W (EPM500AWT)
  • Layout: 139mm Single-Fan
  • Standards: ATX12V 2.3
  • Blindstromkompensation (PFC): aktiv
  • Wirkungsgrad / 80Plus: ca. 89-94% / Platin
  • Gesamtleistung: 500W (Peak: 550W)
  • Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 160mm
  • Gewicht: 2.005 Gramm
  • UVP inkl. MwSt. (EUR): 184,90
  • Bezugsquelle: www.Amazon.de
Produktlabel - Spezifikationen
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Details:
Das Enermax Platimax 500W macht bereits auf den ersten Blick einen ordentlich verarbeiteten und robusten Eindruck. Die anthrazit-farbige Beschichtung des Gehäuses besitzt eine raue Textur und erscheint dadurch äußerst widerstandsfähig. Ton in Ton passt optisch wieder einmal alles zusammen und wirkt wie aus einem Guss. Der Themen-Look: Platin wurde gut umgesetzt. Unter der Haube rotiert ein hauseigener 139mm Lüfter mit der Bezeichnung ED142512W-DA je nach Auslastungsgrad zwischen 300 und 1.000 U/min. Besondere Laufruhe verspricht die längst etablierte Twister-Lagertechnologie. Der Lüfter ist wie üblich mittels 3-Pin Stecker auf die Platine gesteckt und kann bei Defekt problemlos getauscht werden. Nach dem Herunterfahren des Systems sorgt die "HeatGuard" getaufte Nachlaufautomatik dafür, dass der Netzteillüfter für 30 bis 60 Sekunden weiterläuft, um die verbleibende Systemrestwärme abzuführen und die Lebensdauer von System und Komponenten zu verlängern. Durch die äußerst effiziente Elektronik werden nur noch klein dimensionierte Kühlkörper verwendet. Auf der Platine kommen ausschließlich japanische 105°C Elektrolytkondensatoren zum Einsatz. Als Highlight der Elektronik darf die Dynamic Hybrid Transformer Topology genannt werden. 90 bis 94 Prozent Effizienz im 230-Volt-Netz bei einer Auslastung von 20 bis 100 Prozent sprechen eine klare Sprache. Wie seine Vorgänger wartet das Enermax Platimax 500W mit einer Armada an innovativen Technologien und Schutzmechanismen (OCP, OVP, UVP, DC UVP, OPP, OTP, SCP und SIP) auf, deren Ausführung den Rahmen sprengen würde. Für weitere technische Informationen hält der Hersteller ein Datenblatt als pdf-Datei zum Download bereit. Ausstattungsseitig wartet der Prüfling mit einem ausreichend lang bemessenen Kabelstrangsatz auf (auch für Big-Tower). Die komplett mit Gewebe ummantelten Kabelstränge sind sauber mit schwarzen Anschluss-Steckern konfektioniert. Insgesamt stehen dem Anwender folgende fixen Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 Kabelstrang 56cm (24-Pin ATX Stecker) und 1 Kabelstrang 60cm (2x 4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker). Optional stehen folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 Kabelstrang 85cm (2x 5 1/4" Stecker, 2x S-ATA Stecker), 1 Kabelstrang 100cm (4x 5 1/4" Stecker, 1x 3 1/2" Stecker), 1 Kabelstrang 50cm (2x 6+2 Pin PCI Express 2.0 Stecker) und 1 Kabelstrang 85cm (4x S-ATA Stecker). Illustriert finden sich die Kabellängen und Steckertypen wiederum im Datenblatt.

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Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln, wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebssystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 42,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 24,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause Groneberg. Bei den unten aufgeführten Werten handelt es sich um Bruttowerte. Der Stromverbrauch des Energy Monitor (ca. 0,8W) muss noch heraus gerechnet werden.

Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W. Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,24 EUR/KWh (Stand: Januar 2011) entspräche dies einer Ersparnis von EUR 105,12/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 52, 56/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben, besonders dann, wenn mehrere Rechner im Haushalt betrieben werden. Bei der Auswahl des richtigen Netzteils hilft die 80Plus Klassifizierung. Außerdem sollte die richtige Leistungsstärke gewählt werden. Hier ist weniger meist mehr, denn ein überdimensioniertes Netzteil arbeitet größtenteils in einem Leistungsbereich, in dem es die niedrigste Effizienz erzielt.

Durch die effizientere Elektronik des Enermax Platimax 500W, zieht es in allen drei Betriebsarten - wenn auch nur mit hauchdünnem Abstand - am gleichstark ausgelegten Enermax Pro87+ 500W vorbei und belegt einen guten 4. Platz in den Charts. Nur die ebenfalls hocheffizienten 400W Netzteile von Fortron Source und Seasonic sind noch einen Deut sparsamer. Unter Volllast (kombinierte CPU- und VGA-Last) zeigt der Energy Monitor 3000 einen sehr guten Verbrauchswert von 111,0W an. Noch besser sieht es im Leerlauf (hochgefahrenes System/keine Aktivitäten) aus. Hier begnügt sich das System mit einem Verbrauch von 67,0W. Einen weiteren Top-Messwert erzielt das Enermax Platimax 500W bei heruntergefahrenem System. Hier wird ein sehr guter Wert von 1,1W angezeigt. Abzüglich der 0,8W Stromverbrauch des Messgerätes, wird das Stromnetz mit lediglich 0,3W belastet - was bislang nur das Fortron Source Aurum erreichte.

Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.

Das Enermax Platimax 500W leistet sich auch in Punkto Spannungsstabilität keinen Ausrutscher. Die Auswertung der Logfiles offeriert linear verlaufende Spannungswerte ohne nennenswerte Unregelmäßigkeiten. Ob 24h Dauerlasttest oder frequentierter Lastwechsel, das Netzteil verhielt sich stets stabil. Die Spannungswerte lagen - mit Ausnahme der +12V-Leitung - zudem relativ nahe am Sollwert. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.25 - 3.28V, 5.03 - 5.08V und 12.37 - 12.44V deutlich in der zulässigen Toleranz.

Als "Power good"- bzw. "PWR_OK"-Wert versteht man die Zeitspanne, die das Netzteil vom Einschalten bis zum Erreichen der Nominalwerte der +12V, +5V und +3.3V Leitungen benötigt. Dieser Wert sollte idealerweise zwischen 100 und 500 Millisekunden liegen, da sonst Probleme beim Systemstart auftreten können. Das Enermax Platimax 500W benötigte 330ms und liegt damit relativ genau in der Mitte des geforderten Toleranzbereiches.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.

Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.

Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Abluft-Temperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Abluft-Temperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.

Kühlleistungsseitig konnten wir keinen markanten Unterschied vom Enermax Platimax 500W zum Enermax Pro87+ 500W Gold feststellen. Beim Chassis handelt es sich um das gleiche Layout und die gleiche Größe. Auch der Lüfter und dessen elektronische Regelung sind bis auf kleine Nuancen identisch. Ergo ist auch deren Kühlleistung vergleichbar. Einzig und allein eine geringere Wärmeentwicklung kann dem Platimax 500W assistiert werden, wie es die niedrigere Abluft-Temperatur schlussfolgern lässt. Insgesamt betrachtet reicht es beim Enermax Platimax 500W trotz superleisem Betriebsgeräusch für eine durchschnittlich gute Kühlleistung. Bei Bedarf kann dem Netzteil ein zusätzlicher Gehäuselüfter zur Seite gestellt werden.

Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt. Weil einem das menschliche Gehör zuweilen einen Streich spielt, wird eine zweite Messung mittels Spektralanalyse (SpectraRTA) durchgeführt. Hier werden hochfrequente Schallanteile durch Visualisierung schnell erkannt.

Der Schallpegel des Enermax Platimax 500W lag nach langer Idle-Phase bei ca. 24,4 dB(A). Das superleise Betriebsgeräusch blieb auch nach mehrstündiger Volllast unverändert bei ca. 24,4 dB(A). Vom Betriebsgeräusch her ist es also durchaus mit dem Enermax PRO87+ 500W vergleichbar. Auch wenn die Lüfterregelung minimal verändert wurde. So liegt diese beim Platimax je nach Auslastung zwischen 300 und 1.000 U/min während der Lüfter beim PRO87+ noch zwischen 350 und 900 U/min rotierte. Mit derart niedrigen Messwerten distanzieren sich die beiden Enermäxe von ihren Konkurrenten.

Elektronische Störgeräusche sind schon seit längerer Zeit kein Problem im Hause Enermax. Auch das Platimax 500W stellt hier keine Ausnahme dar. Im Idle-Betrieb sind auch mit angedocktem Ohr keine elektronischen Störgeräusche wahrnehmbar. Auch bei Volllast ist aus nächster Nähe nichts zu hören.

Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.

Testrechner:

  • Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
  • Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
  • Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
  • Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
  • Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
  • Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
  • Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
  • Zimmertemperatur: 20, 0°C (Abweichung < 0,5°C)

Fazit:
Das Enermax Platimax 500W hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen und wieder einmal alles noch ein wenig besser gemacht als sein Vorgänger. Betrachtet man die Ergebnisse der einzelnen Kategorien, merkt man jedoch schnell wie dünn die Luft mittlerweile geworden ist. Beginnen wir mit der Effizienz. Im direkten Vergleich mit dem Enermax PRO87+ 500W Gold, fallen die Verbrauchswerte relativ identisch, aber erwartungsgemäß auch etwas besser aus. Der prozentual betrachtet größte Unterschied wird im Standby gemessen. Hier begnügt sich der Prüfling mit einem Stromverbrauch von nur 0,3W, obwohl unser Testrechner über kein "ErP Lot 6" konformes Mainboard verfügt. Im Leerlauf und unter Volllast sind es 0,5 bzw. 1,0W, um die das Enermax Platimax 500W sparsamer zu Werke geht als sein Gold-Pendant. Was die Kühlleistung betrifft, nehmen sich die beiden "Enermäxe" nicht viel. Obwohl jeweils eine andere Lüftertype, sowie unterschiedliche Kennlinien der Lüftersteuerung zum Einsatz kommen, liegen deren Messergebnisse auf ähnlichem Niveau. Dem Newcomer kann man durch seine niedrigere Abluft-Temperatur jedoch eine geringere Wärmeentwicklung zusprechen. Am Betriebsgeräusch hat sich trotz soeben erwähnter Unterschiede nichts geändert. Hier erzielt das Enermax Platimax 500W einen beeindruckend niedriger Messwert von ca. 24,4 dB(A), was mit einem subjektiven "superleise" oder "kaum hörbar" beschrieben werden darf. Auch an der Verarbeitung des Netzteils sowie dessen üppiger Ausstattung gibt es nichts auszusetzen. 5 Jahre Garantie sind beiläufig erwähnt natürlich auch etwas wert. Enermax ist mit dem Platimax 500W zweifellos ein beeindruckendes Netzteil gelungen. Der technologische Aufwand, um in die Platin-Klasse vorzustoßen ist allerdings relativ hoch. So muss das Quäntchen mehr an Effizienz verhältnismäßig teuer bezahlt werden. Wer es sich leisten kann, erwirbt einen überragenden Allrounder. Sparfüchse können bedenkenlos zum deutlich günstigeren Enermax PRO87+ 500W Gold greifen.

Dirkvader Kauftipp Award

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herrn Benjamin Schäfer von Enermax Deutschland.

Links zum Thema:
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28.01.2012 [dl]