Enermax PRO87+ 500W Review

Enermax PRO87+ 500W

Netzteil Grossansicht

Vorwort:
Enermax präsentiert eine erfolgreiche Netzteilserie nach der anderen und lässt der Konkurrenz kaum Zeit, um zu einem Gegenschlag auszuholen. Einen weiteren Benchmark möchten die Taiwanesen mit ihren aktuellen MODU87+ und PRO87+ Netzteilen setzen. Mit Hilfe der innovativen Dynamic Hybrid Transformer Topology, soll die Effizienz auf der Wechselstromseite auf neue Spitzenwerte klettern. Beide Modellreihen erreichen einen Wirkungsgrad von bis zu 93 Prozent und besitzen das Energiesparzertifikat 80PLUS® Gold. Auch bei der Ventilation wurde ein neuer Weg eingeschlagen und der vielfach bewährte 120 mm Lüfter durch ein 139 mm großes Modell ersetzt. Der goldfarbenen Lüfter soll wirkungsvoll und nahezu geräuschlos arbeiten. Die Lagertechnologie wurde von der Twister-Lüfterserie übernommen und garantiert eine extreme Laufruhe und eine hohe Lebensdauer (bis zu 100.000 Stunden MTBF). Der patentierte SpeedGuard sorgt für sensationell niedrige Drehzahlen von ca. 330 rpm (bei niedriger Auslastung) bis hin zu 900 rpm (bei voller Auslastung). Das Mehr an Elektronik und Lüfter geht allerdings zu Lasten der Bautiefe, welche verglichen mit der Vorgängerserie um genau 2 cm angewachsen ist. Ansonsten sind nahezu alle technologischen Innovationen der Vorgänger mit an Board. Der unverbindliche Verkaufspreis für das heute vorliegende Enermax PRO87+ 500W wird mit EUR 119,90 angegeben. Der Geizhalspreis liegt aktuell bei ca. EUR 96,00 und dürfte in den kommenden Wochen wohl noch etwas fallen. Ob das neue Enermax PRO87+ 500W an die Erfolge seiner Vorgänger anknüpfen kann, ist nachfolgend zu lesen.

Lieferumfang:
Das Enermax PRO87+ 500W wird vom Hersteller in einer kompakten und schlicht gehaltenen Verpackung ausgeliefert. Auf der Rückseite der überwiegend in Schwarz-, Oliv- und Bronze-Tönen gehaltenen Kartonage wurden alle Merkmale des Netzteil teils bebildert dargestellt. Bei einer Verpackungsgröße von ca. (B) 335 x (H) 205 x (T) 100mm beträgt das Gesamtgewicht ca. 2,79 Kilogramm. Das Netzteil selbst bringt ca. 2.211 Gramm auf die Waage. Als Zubehör liegt dem durch herkömmliche Kunststofffolie geschützten Netzteil folgendes bei: Ein Kaltgeräte-Anschlusskabel inkl. CordGuard, zwei Enermax Kabelklettverbinder, vier Gehäuseschrauben und ein mehrsprachiges Benutzerhandbuch (auch in deutscher Sprache). Ein Datenblatt sowie das Benutzerhandbuch stehen unter anderem in deutscher Sprache zum Download als pdf-Datei bereit. Insgesamt betrachtet ein ordentlicher Lieferumfang, den man in dieser Preisklasse aber auch erwarten darf.

Technische Daten:

  • Hersteller: Enermax
  • Modell: PRO87+ 500W (EPG500AWT)
  • Layout: 139mm Single-Fan
  • Standards: ATX12V 2.3
  • Blindstromkompensation (PFC): aktiv
  • Wirkungsgrad / 80Plus: ca. 87-93% / gold
  • Gesamtleistung: 500W (Peak: 550W)
  • Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 160mm
  • Gewicht: 2.211 Gramm
  • UVP inkl. MwSt. (EUR): 119,90
  • Bezugsquelle: www.Amazon.de
Produktlabel - Spezifikationen
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Details:
Enermax ließ es sich nicht nehmen, das  Energiesparzertifikat 80PLUS© Gold beim PRO87+ auch optisch in Szene zu setzen. So kommt das in glänzendem Schwarz lackierte Netzteil-Chassis mit goldenen "PRO87+"-Schriftzügen und einem goldenen 7-Blatt Lüfter, was optisch durchaus als gelungen bezeichnet werden darf. Im Vergleich mit seinem gepulverten Vorgänger ist die Oberfläche dafür aber deutlich anfälliger. Anstatt des üblichen 120 mm Lüfters, setzt Enermax auf einen 139 mm Lüfter des Typs EA142512W-0AB mit Twister-Lagertechnologie. Dadurch wächst die Bautiefe des ehemals ultrakompakten Gehäuses um genau 20 mm auf 160 mm an. Der Vorteil ist der theoretisch niedrigere Geräuschpegel durch die niedrigere Lüfterdrehzahl bei identischem Luftfördervolumen. Bei geringer Auslastung soll der Lüfter nicht mehr als ca. 330 U/min drehen. Der wesentliche Vorteil sollte aber im Volllast-Betrieb liegen. Wenn bei den Vorgängern noch das erhöhte Lüftergeräusch in diesem Modus kritisiert werden durfte, dreht der Lüfter des Enermax PRO87+ 500W hier mit max. 900 U/min. Bei den meisten Modellen mit 120 mm Lüfter wurden aber ca. 1.500 bis 2.000 U/min abgerufen. Ein großer Vorteil bei leistungshungrigen Systemen. Der Lüfter ist wie üblich mittels 3-Pin Stecker auf die Platine gesteckt und kann bei Defekt problemlos getauscht werden. Nach dem Herunterfahren des Systems sorgt die "HeatGuard" getaufte Nachlaufautomatik dafür, dass der Netzteillüfter für 30 bis 60 Sekunden weiterläuft, um die verbleibende Systemrestwärme abzuführen und die Lebensdauer von System und Komponenten zu verlängern. Als Highlight der Elektronik darf die Dynamic Hybrid Transformer Topology genannt werden. 87 bis 93 Prozent Effizienz im 230-Volt-Netz bei einer Auslastung von 20 bis 100 Prozent sprechen eine klare Sprache. Wie seine Vorgänger wartet das Enermax PRO87+ 500W mit einer Armada an innovativen Technologien und Schutzmechanismen (OCP, OVP, UVP, DC UVP, OPP, OTP, SCP und SIP) auf, deren Ausführung den Rahmen sprengen würde. Für nähere Details sei an dieser Stelle die Webseite des Herstellers empfohlen. Ausstattungsseitig wartet der Prüfling mit einem ausreichend lang bemessenen Kabelstrangsatz auf (auch für Big-Tower). Die komplett mit Gewebe ummantelten Kabelstränge sind sauber mit schwarzen Anschluss-Steckern konfektioniert. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 Kabelstrang 55cm (24-Pin ATX Stecker), 1 Kabelstrang 60cm (2x 4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 1 Kabelstrang 45cm (6+2 Pin PCI-E 2.0 Stecker), 1 Kabelstrang 90cm (5x 5 ¼“ Stecker), 1 Kabelstrang 90cm (6x SATA Stecker) und 1 Kabelstrang 90cm (1x 3 ½“ Stecker).

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Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause Groneberg. Bei den unten aufgeführten Werten handelt es sich um Bruttowerte. Der Stromverbrauch des Energie Monitor (ca. 0,8W) muss noch heraus gerechnet werden.

Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehrere Rechner betreibt sollte sich genau überlegen inwiefern Geiz geil ist.

Durch das erworbene Energiesparzertifikat 80PLUS© Gold sind die Erwartungen an das Enermax PRO87+ 500W in puncto Wirkungsgrad natürlich besonders groß. Und wir werden nicht enttäuscht. Unter Volllast (kombinierte CPU- und VGA-Last) zeigt der Energy Monitor 3000 einen Verbrauchswert von 112,0W an, was das zweitbeste gemessene Ergebnis darstellt. Die gleiche hervorragende Platzierung erzielt es im Leerlauf (hochgefahrenes System/keine Aktivitäten). Hier gibt sich das System mit einem Verbrauch von 67,5W zufrieden. Einen ebenso guten Messwert erzielt der Prüfling bei heruntergefahrenem System. Hier wird ein Wert von 1,6W angezeigt. Abzüglich der 0,8W Stromverbrauch des Messgerätes, wird das Stromnetz mit lediglich 0,8W belastet. Unterm Strich darf man aber nicht vergessen, dass das Netzteil seine maximale Effizienz erst bei einer Auslastung von ca. 50% (250W) erreicht. Unser Testsystem belastete das Netzteil aber "nur" zu ca. 13,5% (Leerlauf) bis ca. 22% (Volllast).

Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.

Wie von Enermax nicht anders gewohnt, kann auch die Spannungsstabilität des PRO87+ 500W gänzlich überzeugen. Die Auswertung der Logfiles offerierte linear verlaufende Spannungswerte ohne nennenswerte Unregelmäßigkeiten. Ob 24h Dauerlasttest oder frequentierter Lastwechsel, das Netzteil verhielt sich stets stabil. Mit Ausnahme der +12V-Leitung, lagen die Spannungswerte sehr nah am Sollwert. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Als Extremwerte (Minimum/Maximum) wurden 3.33 - 3.34V, 5.05 - 5.08V und 12.44 - 12.50V gemessen.

Als "Power good"- bzw. "PWR_OK"-Wert versteht man die Zeitspanne, die das Netzteil vom Einschalten bis zum Erreichen der Nominalwerte der +12V, +5V und +3.3V Leitungen benötigt. Dieser Wert sollte idealerweise zwischen 100 und 500 Millisekunden liegen, da sonst Probleme beim Systemstart auftreten können. Das Enermax PRO87+ 500W benötigte 320ms und liegt damit genau in der Mitte des geforderten Toleranzbereiches.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.

Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.

Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.

Wie bei Ultra-Silent Netzteilen allgemein üblich, wartet auch das Enermax PRO87+ 500W mit insgesamt betrachtet nur befriedigender bzw. durchschnittlicher Kühlleistung auf. Trotz der niedrigen Lüfterdrehzahl von ca. 330 U/min hat man sich vom 139 mm Lüfter etwas mehr Durchzug erhofft. Im Verhältnis zum niedrigen Betriebsgeräusch stimmt jedoch die Relation. Ein leises Netzteil mit durchschnittlicher Kühlleistung ist immer einem lauten Netzteil mit guter Kühlleistung vorzuziehen. Denn es ist viel einfacher das Netzteil bei Bedarf mittels Gehäuselüfter zu unterstützen, als dem Netzteil nachträglich das Flüstern beizubringen. Eine sehr gute Kühlleistung und ein kaum hörbares Betriebsgeräusch lassen sich leider bislang noch nicht miteinander vereinbaren.

Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt. Weil einem das menschliche Gehör zuweilen einen Streich spielt, wird eine zweite Messung mittels Spektralanalyse (SpectraRTA) durchgeführt. Hier werden hochfrequente Schallanteile durch Visualisierung schnell erkannt.

Der Schallpegel des Enermax PRO87+ 500W lag direkt nach dem Start bei ca. 24,2 dB(A) und nach langer Idle-Phase bei ca. 24,4 dB(A). Auch nach mehrstündigem Volllastbetrieb blieb der Schallpegel mit ca. 24,5 dB(A) nahezu unverändert. Die patentierte Fuzzy-Logik Lüftersteuerung ließ den Lüfter gleichmäßig mit ca. 350 U/min rotieren. Ein höheres Betriebsgeräusch ist erst ab einer Leistungsforderung  von mehr als 250 Watt (50% Auslastung) zu erwarten. Aber auch bei Full-Load dürfte der Maximalpegel mit 900 U/min deutlich unter dem der Vorgängermodelle liegen, welche zwischen 1.500 und 2.000 U/min drehen.

Elektronische Störgeräusche sind schon seit längerer Zeit kein Problem im Hause Enermax. Auch das PRO87+ 500W stellt hier glücklicherweise keine Ausnahme dar. Im Idle-Betrieb sind auch mit angedocktem Ohr keine elektronischen Störgeräusche wahrnehmbar. Auch bei Volllast ist aus nächster Nähe nichts zu hören. Bleibt zu hoffen, dass uns die Serienstreuung keinen Streich spielt.

Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.

Testrechner:

  • Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
  • Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
  • Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
  • Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
  • Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
  • Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
  • Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
  • Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)

Fazit:
Das Enermax PRO87+ 500W hat einen sehr guten Gesamteindruck hinterlassen. Der Stromspender liegt auf der Höhe der Zeit und kann sich deutlich vom Großteil der Konkurrenz absetzen. Randvoll mit bewährten sowie neu implementierten Technologien bleiben kaum mehr Wünsche offen, die man an ein Netzteil stellen kann. Neben dem Wirkungsgrad, welcher durch das Energiesparzertifikat 80PLUS© Gold bereits bekräftig wurde, interessierte natürlich primär das Betriebsgeräusch. Denn ein völlig neues Lüftermodell einzusetzen, stellt natürlich ein gewisses Risiko dar. Im Falle des Enermax PRO87+ 500W trug der Mut jedoch Früchte. Ob es an der Qualität des neuen 139 mm Lüfters lag oder vielleicht mehr an dessen niedrigerer Drehzahl, dass das PRO87+ 500W am 120 mm Magma-Lüfter bestückten ECO80+ 350W vorbei zog, ist ein anderes Thema. Kein Thema hingegen sind elektronische Störgeräusche, welche subjektiv wie messtechnisch nicht vorhanden sind. Dieses allgemein bei Netzteilen immer wiederkehrende Problem hat man seitens Enermax scheinbar gut im Griff. Nicht so gut gefallen hat die mäßige Kühlung. Hier hätte man sich vom neuen 139 mm Lüfter etwas mehr Durchzug erhofft. Eng dürfte es aber nur in abseits der Norm betriebenen Single-Fan-Systemen werden, bei denen der Lüfter des Netzteils zugleich der einzige Lüfter des Systems ist. Die Verarbeitung des Netzteils ist wieder einmal beispielhaft und die Optik sehr gelungen. Der wichtigsten Aufgabe eines Netzteils, für eine stabile Spannungsversorgung des Systems zu sorgen, kommt das PRO87+ 500W ganz nebenbei auch souverän nach. Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings dann doch. Den Anschaffungspreis. Leider kann sich nicht jeder Anwender ein 500W Netzteil für EUR 119,00 (UVP) leisten. Wer er sich allerdings leisten kann, wird glücklich damit. Versprochen!

Dirkvader Kauftipp Award

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herrn Benjamin Schäfer von Enermax Deutschland.

Links zum Thema:
Enermax [ Hersteller ]
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27.03.2010 [dl]