Vorwort:
Mit der modularen Netzteilserie MODU82+ hat Enermax einen echten Volltreffer gelandet. Das 425W Modell hat sich im Praxistest mühelos einen Redaktionskauftipp verdient. Unter anderem konnte es durch einen hohen Wirkungsgrad und ein leises Betriebsgeräusch überzeugen. Auch das Preis-Leistungsverhältnis erschien ausgewogen. Die PRO82+ Serie setzt auf das gleiche technische Innenleben wie das MODU82+. Die non-modularen ATX 2.3 PC-Netzteile sind allerdings neben 425W, 525W und 625W auch als 385W Modell erhältlich. Dadurch rückt die PRO82+ Serie noch etwas näher in den Focus der Silentgemeinde. Weil Silent-PCs in der Regel mit weniger Watthungrigen Komponenten bestückt sind, wird mit dem kleinsten Modell einer Serie meist der niedrigste Gesamtstromverbrauch erzielt. Ganz nebenbei liegt der Anschaffungspreis knapp 20% niedriger als bei den modularen Modellen. Mitte 2007 hat die US-Umweltbehörde (EPA) die Auflagen für die Energy Star-Kennzeichnung in Bezug auf ihre Leistungsaufnahme deutlich verschärft und schreibt zwingend den Einsatz von 80PLUS Netzteilen vor, die bei 20% und 50% Belastung, sowie unter Volllast mindestens eine Effizienz von 80% erreichen müssen. Ein durchschnittlicher Desktop-PC setzt bis zu 50% der ihm zugeführten Energie in Wärme um. Das Ziel der Climate Savers Computing Initiative bis 2010 ist die Reduktion des Energieverbrauchs eines PC um 50%. Enermax unterstützt diese Initiative für umweltbewussten Umgang der natürlichen Ressourcen und kommt mit den neuen PRO82+ und MODU82+ Netzteilen diesem Ziel einen Schritt näher. Anfang 2008 setzten sich die Climate Savers Computing Initiative und das Energy Star (EPA) Programm das gemeinsame Ziel, die Entwicklung der energiesparenden Technologien zu beschleunigen. Dabei vergibt 80PLUS neuerdings Bronze-, Silver- und Gold-Zertifikate, die stufenweise mehr Effizienz von Netzteilen fordern. Im Zuge der herausragenden Effizienz wurde beiden Serien das 80PLUS Bronze Zertifikat verliehen, worauf man bei Enermax entsprechend stolz sein dürfte. Der empfohlene Verkaufspreis für das Enermax PRO82+ 385W beträgt ca. EUR 59,00. Der Straßenpreis liegt wie immer etwas niedriger: Schnäppchenalarm. Ob die Preisgünstigere PRO82+ Serie eine ebenso überzeugende Vorstellung bietet zeigt der folgende Praxistest.
Lieferumfang:
Das PRO82+ 385W wird von Enermax in einer etwas weniger spektakulären Verpackung an seine Kunden ausgeliefert. Diese Rotstiftmaßnahme dürfte aber kaum weiter stören. Die Verpackung ist genauso hochwertig berduckt, nur etwas einfacher ausgelegt. Bei einer Verpackungsgröße von (B) 250 x (H) 220 x (T) 100mm beträgt das Gesamtgewicht ca. 2.212 Gramm. Das Netzteil selbst ist zusätzlich in Luftpolsterfolie verpackt und bringt 1.810 Gramm auf die Waage. Zubehörseitig liegen dem Netzteil ein Kaltgeräte-Anschlusskabel, 4 Gehäuseschrauben, 2 Enermax Casebadges, 2 Enermax Klettverbinder und ein leicht abgespecktes
Benutzerhandbuch bei. Ein insgesamt betrachtet vollständiger Lieferumfang.
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Technische Daten:
- Hersteller: Enermax
- Modell: PRO82+ 385W (EPR385AWT)
- Layout: 120mm Single-Fan
- Standards: ATX12V 2.3
- Blindstromkompensation (PFC): aktiv
- Wirkungsgrad / 80Plus: 84 bis 88% / ja
- Gesamtleistung: 385W
- Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 140mm
- Gewicht: 1.810 Gramm
- Verkaufspreis (EUR): ca. 59,00
- Bezugsquelle:
Enermax Deutschland
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Details:
Das Enermax PRO82+ 385W wirkt optisch betrachtet ebenso gelungen wie sein modularer Bruder. Anstatt anthrazit-metallic ist es jedoch in 1-Schicht schwarz lackiert. Der transparente Lüfter, das goldene Lüftergitter inkl. Enermax Emblem und die schwarz-weiße Gewebeummantelung der Kabelstränge bilden auch hier ein stimmiges Gesamtbild. Im Gegensatz zum MODU82+ wartet es mit einer "ehrlichen" 140mm Bautiefe auf und kann als eines der kompaktesten Netzteile mit 12cm Lüfter bezeichnet werden. Wir erinnern uns an die 7mm aus dem Netzteil herausragenden Steckanschlüsse, durch die sich die Bautiefe des MODU82+ auf reelle 147mm erhöhte. In kleine Behausungen wie Mini-, Midi- und HTPC-Gehäuse lässt sich das PRO82+ also noch einfacher integrieren. Der Air Guard, eine trichterförmige Falz im Deckel, welche einem fließenden Übergang zum Lüfter herstellt, wurde auch der PRO82+ Serie zu Teil. Im Gegensatz zu herkömmlichen Netzteilen befinden sich bei beiden Enermax-Serien keinerlei Lüftungsschlitze in den Seiten oder im Heck des Stahlblech-Chassis, welche sonst meist in der Nähe von Kondensatoren und Ringkernspulen zu finden sind. Das Platinenlayout wurde so konzipiert, dass diese Strömungstechnischen Störenfriede entfallen können. Das 385W Modell kommt mit einer aktiven Blindstromkompensation (PFC) und mit zwei +12V Schaltkreisen. Es entspricht dem aktuellen ATX12V 2.3 Standard und erzielt bei einer Auslastung von 20 bis 100% einen Wirkungsgrad von mindestens 82%. Die vorbildliche Verarbeitung spiegelt sich auch im Inneren des Netzteils wider. Eine sauber layoutierte Platine mit Premium-Komponenten erwartet den neugierigen Betrachter. In der am dichtesten besiedelten Region der Platine setzt Enermax auf hochwertige 105°C Kondensatoren made in Japan. Nur bei dem großen 330µF Elko neben der Ringkernspule handelt es sich um ein 85°C Modell. Der 12cm Lüfter trägt die Bezeichnung EB122512H. Dabei könnte es sich um ein umgelabeltes GlobeFan 0.3A Modell handeln. Er ist mittels 4-Pin Stecker mit der Platine verbunden, was auf eine Regelung mittels PWM hindeutet. Ein nach außen geführtes Tachosignalkabel (45cm/3-Pin) ermöglicht das Auslesen der Lüfterdrehzahl über das Mainboard. Der Vollständigkeit halber empfehlen wir auch einen Blick in das
Produktdatenblatt des Herstellers zu werfen. Ausstattungsseitig wartet der Prüfling mit einem ausreichend lang bemessenen Kabelstrangsatz auf (auch für Big-Tower). Die komplett mit Gewebe ummantelten Kabelstränge sind sauber mit schwarzen Anschluss-Steckern konfektioniert. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 Kabelstrang 44cm (20+4-Pin ATX Stecker), 1 Kabelstrang 46cm (2x 4-Pin 12 Volt "CPU only" Mainboard Stecker), 1 Kabelstrang 46cm (1x 6-Pin PCI Express Stecker), 1 dreifach Kabelstrang (72cm mit 4x S-ATA Steckern, 72cm 3x 3 ½" + 1x 5 ¼" Stecker, 64cm 3x 3 ½" Stecker) und eine 45cm lange 3-Pin Tachosignalleitung.
Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause
Groneberg. Bei den unten aufgeführten Werten handelt es sich um Bruttowerte. Der Stromverbrauch des Energie Monitor (ca. 0,8W) muss noch herausgerechnet werden.
Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehrere Rechner betreibt sollte sich genau überlegen inwiefern Geiz geil ist.
Das Enermax PRO82+ 385W wartet mit einem identisch hohen Wirkungsgrad wie das zuvor getestete MODU82+ 425W aus gleichem Hause auf. Der Unterschied zwischen den beiden Modellen fällt hauchdünn und zu Gunsten des schwächer ausgelegten Modells aus. Der 3. Platz der Charts zeugt von einem herausragenden Wirkungsgrad. Nicht umsonst wurde den beiden Serien das 80PLUS Bronze Zertifikat verliehen. Hierzu muss ein Netzteil bei 20% und 100% Auslastung eine Effizienz von 82% aufweisen. Bei 50%iger Auslastung müssen es sogar 85% sein. Unter Volllast (kombinierte CPU- und VGA-Last) meldet der Energy Monitor 3000 einen Verbrauchswert von 115,0W. Im Leerlauf (hochgefahrenes System/keine Aktivitäten) begnügt sich das Testsystem mit 69,4W. Wird das System heruntergefahren, werden noch 1,6W aus der Steckdose gesaugt. Abzüglich der 0,8W Stromverbrauch des Messgerätes, wird das Stromnetz mit lediglich 0,8W belastet.
Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.
Der Prüfling verhält sich in Punkto Spannungsstabilität absolut vorbildlich. Die Logfiles ließen nach der Auswertung keinerlei beunruhigende Werte erkennen. Ob 24h Dauerlasttest oder frequentierter Lastwechsel, das Netzteil verhielt sich stets stabil und offerierte linear verlaufende Spannungswerte. Mit Ausnahme der +12V Leitung liefert das Enermax nah am Sollwert grenzende Spannungswerte. Die +12V Leitung ist mit +12.44V etwas stärker ausgelegt. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.34 - 3.36V, 4.95 - 4.97V und 12.37 - 12.44V deutlich in der zulässigen Toleranz.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.
Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.
Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.
Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.
Auch das Enermax PRO82+ 385W wartet mit einer für Ultra-Silent Netzteile typischen Kühlleistung auf, welche subjektiv nur als befriedigend bzw. durchschnittlich bezeichnet werden kann. Wichtiger ist jedoch die Relation von Kühlleistung zu Betriebsgeräusch, welche sich beim PRO82+ ebenso ausgewogen darstellt als beim MODU82+. Ein Netzteil nachträglich auf leise zu trimmen ist mit mehr Aufwand verbunden, als im Gehäuse durch einen zusätzlichen Gehäuselüfter für mehr Luftaustausch zu sorgen.
Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.
Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.
Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.
In punkto Betriebsgeräusch verhält sich das Enermax PRO82+ ebenso lobenswert wie sein modularer Kollege. Mit gemessenen 24,8 dB(A) im Leerlauf und 25,2 dB(A) unter Volllast kann das Betriebsgeräusch mit gutem Gewissen als kaum hörbar eingestuft werden. Der Lüfter lief je nach Auslastung ca. 540 bzw. 620 U/min. Also insgesamt sogar minimal langsamer als es beim MODU82+ festzustellen war. Warum das Netzteil gegen die Theorie jedoch einen Hauch lauter ist, liegt am Lüfter. Dieser wartete mit einem leichten Ratter- bzw. Rasselgeräusch auf. Wie bei allen Netzteilherstellern muss man auch hier mit gewissen Fertigungstoleranzen rechnen.
Die Elektronik des Enermax PRO82+ 385W verhält sich unauffällig, wenngleich nicht ganz so unauffällig wie es beim MODU82+ 425W zu bemerken war. Während man der Platine des geöffneten Netzteils beim modularen Pendant schon gefährlich nahe zu Leibe rücken musste um etwas zu hören, nimmt man beim PRO82+ bereits ab 20cm ein ganz leises Summen wahr. Die subjektive Einstufung erfolgt daher als „sehr geringe Störgeräusche“. Nach Arbeitsplatzkonformen Abstand jedoch nicht mehr hörbar.
Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.
Testrechner:
- Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
- Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
- Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
- Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
- Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
- Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
- Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
- Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
- Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
- Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
- Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
- Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
- Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
- Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)
Fazit:
Mit dem PRO82+ 385W kann Enermax nahtlos an den Erfolg des zuvor getesteten MODU82+ 425W anknüpfen. Mit einem gemessenen Schallpegel von 24,8 bis 25,2 dB(A) kann auch das günstigere non-modular Pendant aus dem Hause Enermax überzeugen. Das messtechnisch wie subjektiv empfundene Mehr an Wahrnehmung ist vermutlich auf die Bauteiletoleranz bzw. die Serienstreuung zurückzuführen und führt letztendlich zu einer minimal schlechteren Platzierung als beim MODU82+. Es kann also durchaus von Vorteil sein, den verbauten Lüfter Probe zu hören, da dieser ausschlaggebend für ein angenehmes Betriebsgeräusch ist. In puncto Effizienz sorgte das PRO82+ erwartungsgemäß für einen minimal niedrigeren Gesamtstromverbrauch des Testsystems und drängelte sich in der Tabelle sogar am MODU82+ 425W vorbei: 3. Platz! Während das heruntergefahrene System mit gemessenen 1,6W genauso wenig Strom aus dem Netz zog, waren es im Leerlauf mit 69,4W und im Volllastbetrieb mit 115,0W genau 0,1 bzw. 1,0W weniger. Die Netzteile gleichen sich bis auf das Kabelmanagement-Feature und der Lackierung eben wie ein Ei dem anderen. In puncto Kühlleistung vermag auch das PRO82+ keine neuen Akzente zu setzen. Die subjektive Beurteilung lautet also auch hier - wie bei Ultra-Silent Netzteilen üblich - leider nur "befriedigend". Ein sicherer Betrieb eines durchschnittlich ausgestatteten PC-Systems ist allerdings ohne wenn und aber gewährleistet. Enermax garantiert sogar einen 24/7-Betrieb bei einer Umgebungstemperatur von 40°C. In leistungsstarken Systemen kann das Netzteil durch einen Gehäuselüfter unterstützt werden. An der Verarbeitung des Netzteils gab es nichts zu monieren. Sie stellte sich hochwertig und solide dar. Optisch ist das schwarze PRO82+ genauso ein Leckerbissen wie das Anthrazit farbige MODU82+ und wird sicher den Geschmack der Mehrheit treffen. Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von ca. EUR 59,00 kann das Enermax PRO82+ 385W fast als Schnäppchen gelten. Aufgrund der durchwegs guten Testergebnisse erhält das Enermax PRO82+ 385W ebenfalls den Kauftipp der Redaktion.
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