Enermax MODU82+ 425W Review

Enermax MODU82+ 425W

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Vorwort:
Wenn von High-End Netzteilen gesprochen wird, fällt oftmals der Name Enermax. Seit 1990 stellen die Taiwanesen hochwertige und zuverlässige Netzteile her und haben sich einen guten Ruf erarbeitet. In der Silent-Szene sind Enermax Netzteile unter anderem wegen der nahezu Störgeräuschfreien Elektronik beliebt. Dass der Wechsel auf das 12cm Single-Fan Layout damals verbummelt wurde, verzieh man dem Hersteller nach der Präsentation der Liberty Modellreihe. Diese konnte neue Akzente setzen und an alte Erfolge anknüpfen. Die Welt war wieder in Ordnung. Mehr als zwei Jahre lies der Hersteller seine Fangemeinde auf einen würdigen Nachfolger des Liberty warten. Nun will Enermax mit den modularen ATX12V 2.3 PC-Netzteilen der Serie MODU82+ neue Standards setzen. Das in Modellen mit 425W, 525W und 625W erhältliche MODU82+ soll im europäischen 230V Netz Wirkungsgrade von 84% bis 88% erreichen und erfüllt die Anforderungen der Umwelt- und Energiespar-Prüfsiegel Energy Star 4.0, Blauer Engel und 80 Plus. Das modulare Kabelmanagement des MODU82+ ist durch 12-Pin Sockel schon bereit für zukünftige Grafikkarten-Generationen. Durch den in Fuzzy-Logic gesteuerten 12cm Lüfter soll das Netzteil angenehm leise bleiben und bei hoher Last bis hin zur Voll-Last sichere Kühlung für eine lange Lebensdauer der Komponenten bieten. Der empfohlene Verkaufspreis für das Enermax MODU82+ 425W beträgt ca. EUR 79,00. Der Straßenpreis liegt sogar deutlich niedriger: Schnäppchenalarm. Wer keinen Wert auf das komfortable Kabelmanagement-Feature legt, kann zur günstigeren PRO82+ Variante greifen. Inwiefern sich der Prüfling gegenüber den bereits getesteten Kandidaten behaupten kann, zeigt der folgende Praxistest.

Lieferumfang:
Enermax liefert das MODU82+ 425W in einer kompakten und aufwendig gestalteten Verpackung an seine Kunden. Bei einer Verpackungsgröße von (B) 275 x (H) 235 x (T) 100mm beträgt das Gesamtgewicht ca. 2.592 Gramm. Das Netzteil selbst bringt ohne optionale Kabelstränge ca. 1.672 Gramm auf die Waage. Als Zubehör liegt dem durch Luftpolsterfolie geschützten Netzteil folgendes bei: ein Kaltgeräte-Anschlusskabel, vier modulare Kabelstränge, eine Kunststofftasche (für die Kabelstränge), drei Enermax Kabelklettverbinder, zwei Enermax Casebadges, vier Gehäuseschrauben und ein 33 Seiten umfassendes Benutzerhandbuch (auch in deutscher Sprache). Insgesamt betrachtet ein sehr ordentlicher Lieferumfang, der in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist.

Technische Daten:

  • Hersteller: Enermax
  • Modell: MODU82+ 425W (EMD425AWT)
  • Layout: 120mm Single-Fan
  • Standards: ATX12V 2.3
  • Blindstromkompensation (PFC): aktiv
  • Wirkungsgrad / 80Plus: 84 bis 88% / ja
  • Gesamtleistung: 425W
  • Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 140+7mm
  • Gewicht: 1.672 Gramm
  • Verkaufspreis (EUR): ca. 79,00
  • Bezugsquelle: Enermax Deutschland
Produktlabel - Spezifikationen
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Details:
Als allererstes fällt dem Betrachter die hitverdächtig kompakte Bauweise des Enermax MODU82+ 425W auf. Die Einbautiefe beträgt gerade einmal 140mm. Durchaus von Vorteil, wenn ein kleines Midi-, Mini- oder HTPC-Gehäuse bestückt werden soll. Fairerweise muss aber erwähnt werden, dass die Anschlüsse 7mm aus dem Gehäuse ragen, wodurch sich die Bautiefe auf 147mm erhöht. Es dürfte sich aber dennoch um das derzeit kompakteste ATX-Netzteil mit Kabelmanagement handeln. Fast genauso auffällig ist der Air Guard. Dabei handelt es sich um eine trichterförmige Vertiefung im Deckel, welche einen fast nahtlosen Übergang zum Lüfter herstellt und strömungstechnisch von Vorteil ist. Aus optischer Sicht dürfte das Enermax MODU82+ 425W durchaus den Geschmack der Mehrheit treffen. Das Stahlblech-Chassis wurde Anthrazit-metallic lackiert. Hierzu harmonieren der transparente Lüfter und das goldene Lüftergitter perfekt. Es wirkt einfach sehr stimmig. Auch die Verarbeitung stimmt. Nach dem Öffnen des Netzteildeckels präsentiert sich ein blitzsauberes Innenleben. Der 12cm Lüfter trägt die Bezeichnung EB122512H und könnte ein umgelabeltes GlobeFan 0.3A Modell sein. Er ist mittels 4-Pin Stecker mit der Platine verbunden, was auf eine Regelung mittels PWM hindeutet. Ein nach außen geführtes Tachosignalkabel (45cm/3-Pin) ermöglicht das Auslesen der Lüfterdrehzahl über das Mainboard. Die verwendeten Profilkühlkörper warten mit einer deutlich größeren Oberfläche auf, als gespreizte Standardkühlkörper. In der dicht besiedelten Region der Platine setzt Enermax auf hochwertige 105°C Kondensatoren aus Japan. Nur bei dem großen 330µF Elko neben der Ringkernspule handelt es sich um ein 85°C Modell. Die Glassicherung ist leicht zugänglich und kann im Falle eines Kurzschlusses schnell ausgetauscht werden. Aus technischer Sicht wartet das Enermax gleich mit drei +12V Schaltkreisen auf und entspricht dem entspricht ATX12V v2.3 Standard. Der Wirkungsgrad soll gar zwischen 84 und 88% liegen. Bei so vielen Features lohnt ein Blick in das Produktdatenblatt des Herstellers. Ausstattungsseitig wartet der Prüfling mit einem ausreichend lang bemessenen Kabelstrangsatz auf (auch für Big-Tower). Die komplett mit Gewebe ummantelten Kabelstränge sind sauber mit schwarzen Anschluss-Steckern konfektioniert. Insgesamt stehen dem Anwender folgende fixen Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 Kabelstrang 45cm (20+4-Pin ATX Stecker), 1 Kabelstrang 45cm (2x 4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker) und 1 Kabelstrang 45cm (3-Pin Lüfter Tachosignal). Optional stehen folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 Kabelstrang 75cm (2x 5 ¼“ Stecker, 1x 3 ½“ Stecker), 1 Kabelstrang 65cm (3x 5 ¼“ Stecker), 1 Kabelstrang 65cm (3x S-ATA Stecker) und 1 Kabelstrang 50cm (2x 6+2 Pin PCI Express 2.0 Stecker).

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Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause Groneberg. Bei den unten aufgeführten Werten handelt es sich um Bruttowerte. Der Stromverbrauch des Energie Monitor (ca. 0,8W) muss noch herausgerechnet werden.

Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehrere Rechner betreibt sollte sich genau überlegen inwiefern Geiz geil ist.

Bei dem werbewirksamen Bezeichnungsanhängsel "82+" scheint es sich keineswegs um heiße Luft zu handeln. Das Enermax MODU82+ 425W gibt in allen getesteten Betriebsmodi eine gute Figur ab und belegt einen hervorragenden 4. Platz. Unter Volllast (kombinierte CPU- und VGA-Last) meldet der Energy Monitor 3000 einen sehr guten Verbrauchswert von 116,0W. Im Leerlauf  (hochgefahrenes System/keine Aktivitäten) begnügt sich das Testsystem mit 69,5W. Wird das System heruntergefahren, werden noch 1,6W aus der Steckdose gesaugt. Abzüglich der 0,8W Stromverbrauch des Messgerätes, wird das Stromnetz mit lediglich 0,8W belastet. Unterm Strich wartet der Prüfling mit einem sehr guten Wirkungsgrad auf und bereichert die Spitzengruppe dieser Kategorie um ein weiteres interessantes Modell.

Tabelle Leistungsaufnahme in Watt

Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.

Der Kandidat verhält sich in Punkto Spannungsstabilität sehr vorbildlich. Die Logfiles ließen nach der Auswertung keinerlei beunruhigende Werte erkennen. Ob 24h Dauerlasttest oder frequentierter Lastwechsel, das Netzteil verhielt sich stets stabil und offerierte linear verlaufende Spannungswerte. Wie aus dem Bilderbuch präsentieren sich die Spannungswerte der +3.3V und +5V Leitung mit eben genau selbigen Wert. Lediglich der Wert der +12V Leitung lag mit +12.44V etwas höher. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.31 - 3.33V, 4.97 - 5.00V und 12.37 - 12.50V deutlich in der zulässigen Toleranz.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Tabelle Spannungswerte in Volt

Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.

Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.

Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.

Wie bei Ultra-Silent Netzteilen leider üblich, wartet auch das Enermax MODU82+ 425W mit insgesamt betrachtet nur befriedigender bzw. durchschnittlicher Kühlleistung auf. Im Verhältnis zum niedrigen Betriebsgeräusch stimmt jedoch die Relation. Ein leises Netzteil mit durchschnittlicher Kühlleistung ist immer einem lauten Netzteil mit guter Kühlleistung vorzuziehen. Denn es ist viel einfacher das Netzteil bei Bedarf mittels Gehäuselüfter zu unterstützen, als dem Netzteil nachträglich das Flüstern beizubringen. Eine sehr gute Kühlleistung und ein kaum hörbares Betriebsgeräusch lassen sich leider bislang noch nicht miteinander vereinbaren.

Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.

Tabelle Temperaturwerte in °C

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.

In punkto Betriebsgeräusch übertrifft das Enermax MODU82+ die Erwartungen und reiht sich ganz weit vorne bei den aktiv ventilierten Netzteilen auf Platz 2 ein. Mit gemessenen 24,7 dB(A) im Leerlauf und 25,1 dB(A) unter Volllast kann das Betriebsgeräusch mit gutem Gewissen als kaum hörbar eingestuft werden. Der Lüfter rotierte dabei mit ca. 555 bzw. 703 U/min. Das 12cm Modell - vermutlich ein umgelabelter GlobeFan - verrichtet seinen Dienst sehr zurückhaltend. Lediglich ein leises Schleif- bzw. Rasselgeräusch ist aus geringer Nähe vernehmbar.

Die Elektronik des Enermax MODU82+ 425W verhält sich auffällig unauffällig. Kaum ein anderes Netzteil wartet mit einer derart geräuschfreien Elektronik auf. Man muss mit dem Ohr schon gefährlich nah an die Platine rücken - wir sprechen hier von wenigen Zentimetern - um überhaupt irgendwas zu hören. Mehr als ein sehr filigranes Summen ist aber definitiv über alle Lastbereiche hinweg nicht zu hören. Da es aber bereits aus dieser - in der Praxis nicht nachvollziehbaren - Entfernung schon so gut wie unhörbar ist, wurde es subjektiv mit "keine Störgeräusche" eingestuft.

Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.

Engelke Sweeper 1.3 Schallpegelmessgerät

Tabelle Schallpegel in dB(A)

Messanordnung

Testrechner:

  • Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
  • Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
  • Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
  • Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
  • Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
  • Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
  • Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
  • Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)

Testsystem

Fazit:
Enermax hat mit dem MODU82+ einen echten Volltreffer gelandet. In puncto Geräuschemission erreicht es Bestwerte. Mit gemessenen 24,7 bis 25,1dB(A) kann es ruhigen Gewissens als kaum hörbar bezeichnet werden. Nur das Seasonic S12-380 war messtechnisch noch einen Hauch leiser. Bei der subjektiven Bewertung der elektronischen Störgeräusche wendet sich jedoch das Blatt zu Gunsten des Enermax Pendants. Geräuschseitig bleiben also kaum Wünsche offen. Da sich die Kühlleistung konträr zum sinkenden Schallpegel verhält, sind hier - wie bei Ultra-Silent Netzteilen üblich - nur befriedigende Werte möglich. Der sichere Betrieb eines durchschnittlich ausgestatteten PC-Systems stellt aber kein Problem dar. In leistungsstarken Systemen kann das Netzteil durch einen Gehäuselüfter unterstützt werden. Unserer Umwelt und unserem Geldbeutel kommt die effiziente Arbeitsweise des Enermax Netzteils zu Gute. In allen Betriebmodi wurden beeindruckend niedrige Verbrauchswerte ermittelt. In Summe reichte es immerhin für einen hervorragenden 4. Platz in dieser Kategorie. Auch optisch dürfte das Enermax beim Gros der Käuferschaft punkten. Zwar sieht man von einem Netzteil im eingebauten Zustand recht wenig, aber das Auge isst eben mit - sagt man. Die Verarbeitungsqualität ist vorbildlich. Innen wie außen. Hervorzuheben ist auch das kompakte Design des Netzteils. Es dürfte sich dabei um das wohl kleinste ATX-Netzteil mit Kabelmanagement handeln. Mit einer Bautiefe von gerade 147mm ist es deutlich handlicher als viele seiner Kontrahenten. Dies prädestiniert es förmlich dazu in engen Behausungen - wie z.B. HTPC’s - eingesetzt zu werden. Man kann das Netzteil drehen und wenden wie man will, es gibt nichts Konkretes zu bemängeln. Auch der Preis erscheint uns mehr als fair. Der empfohlene Verkaufspreis liegt bei ca. EUR 79,00. Der Straßenpreis liegt derzeit einen ganzen Zehner drunter. Am Redaktions-Kauftipp führt bei diesem Netzteil definitiv kein Weg vorbei. Bravo Enermax!

Dirkvader Kauftipp Award

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herr Ulf Deeg von Enermax Deutschland.

Links zum Thema:
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14.04.2008 [dl]