Enermax Liberty ECO 400W Review

Enermax Liberty ECO 400W

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Vorwort:
Nach Angaben von Enermax entwickelte sich das Liberty nach seiner Einführung im Jahr 2006 zum meistverkauften Netzteil mit modularem Kabelmanagement in Europa. Der diesbezügliche Testbericht sorgte bei Fans der Marke seinerzeit für Freudensprünge; wartete man doch sehnsüchtig auf eine neue Netzteilserie. Da ist es nicht verwunderlich, dass der taiwanesische Hersteller mit dem Liberty ECO nun eine überarbeitete Version seines Erfolgsmodells nachlegt. Der Namenszusatz lässt auf besonders umweltbewusste Eigenschaften schließen. Es erfüllt u.a. die Anforderungen des internationalen Energiesparzertifikats 80PLUS und soll auch technisch am Puls der Zeit liegen. Das Liberty ECO ist in drei unterschiedlichen Leistungsklassen erhältlich: 400, 500 und 620 Watt. Leider wird die Sehnsucht nach einem kleineren Modell mit ca. 300 Watt auch von Enermax nicht gestillt. Die Anzahl der Besitzer von sparsamen PC-Systemen dürfte in diesem Jahr weiter ansteigen, denn maximale Sparsamkeit bei möglichst geringer Geräuschentwicklung ist vielen Anwendern wichtiger denn je. Klar, das hier der Wunsch nach entsprechend auf den niedrigen Verbrauch ausgelegten Modellen aufkeimt. Sie wären nicht nur günstiger in der Anschaffung, sondern würden auch mit einem geringeren Stromverbrauch aufwarten. Es bleibt abzuwarten, welcher Hersteller diese weniger gewinnbringende Lücke zuerst schließt. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers liegt bei EUR 84,90 bis 149,00. Aktuell wird das Netzteil z.B. bei Alternate für ca. EUR 79,90 angeboten. Geizhälse machen derzeit noch keine großen Einsparungen. Dafür ist das Netzteil noch nicht lange genug auf dem Markt. Auch bei diesem Modell gewährt der Hersteller eine Gewährleistungsfrist von 3 Jahren. Inwiefern sich die Weiterentwicklung des Erfolgsmodells Liberty im Praxistest schlägt, ist nachfolgend zu lesen.

Lieferumfang:
Enermax liefert das Liberty ECO 400 in einer kompakten und ansprechend gestalteten Verpackung an seine Kunden aus. Um der Bezeichnung "ECO" noch mehr Ausdruck zu verleihen, wurde intensiv mit grünen Farbtönen gearbeitet. Bei einer Verpackungsgröße von (B) 275 x (H) 235 x (T) 100mm beträgt das Gesamtgewicht ca. 2,5 Kilogramm. Das Netzteil selbst bringt ohne optionale Kabelstränge ca. 1.677 Gramm auf die Waage. Als Zubehör liegt dem durch Luftpolsterfolie geschützten Netzteil folgendes bei: Ein Kaltgeräte-Anschlusskabel, vier modulare Kabelstränge, eine Enermax Kunststofftasche (für die Kabelstränge), vier Enermax Kabelklettverbinder, vier Gehäuseschrauben und ein umfängliches, mehrfach gefaltetes Benutzerhandbuch (auch in deutscher Sprache). Ein Datenblatt steht in deutscher und englischer Sprache zum Download bereit. Insgesamt betrachtet ein sehr ordentlicher Lieferumfang, der in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist.

Technische Daten:

  • Hersteller: Enermax
  • Modell: Liberty ECO 400 (ELT400AWT-ECO)
  • Layout: 120mm Single-Fan
  • Standards: ATX12V 2.3
  • Blindstromkompensation (PFC): aktiv
  • Wirkungsgrad / 80Plus: ca. 82-86% / ja
  • Gesamtleistung: 400W (Peak: 440W)
  • Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 140mm
  • Gewicht: 1.677 Gramm
  • Verkaufspreis (EUR): ca. 79,90
  • Bezugsquelle: www.Amazon.de
Produktlabel - Spezifikationen
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Details:
Das Enermax Liberty ECO 400 weiß auf Anhieb zu gefallen. Das schwarz gepulverte Chassis harmoniert sehr gut mit der goldenen Schutzabdeckung des schwarz/transparenten 120mm Lüfters. Obwohl es optisch relativ schlicht gehalten ist, wirkt es sehr ansprechend und vermittelt Wertigkeit. Nach dem optischen Ersteindruck fällt das für Enermax typische kompakte Design auf. Mit einer Bautiefe von 147mm, welche sich aus 140mm Gehäusetiefe und 7mm abstehende Anschlussbuchsen zusammensetzt, ist es wohl eines der handlichsten Netzteile mit Kabelmanagement am Markt. Die Eigenschaften des MODU82+ wurden weitgehend übernommen, weshalb das Liberty ECO 400 mehr dem MODU82+ als der Urversion des Liberty entspricht. So ist es Vorteilhafterweise ebenfalls mit Features wie Airguard, Speedguard, Fuzzylogic, Saveguard usw. ausgestattet, auf welche bereits im Testbericht des Enermax MODU82+ 425W näher eingegangen wurde. Auch der bewährte 120mm Lüfter mit der Bezeichnung EB122512H, welcher spekulativ von Globe Fan für Enermax gefertigt wird, ist wieder mit an Board. Der doppelt Kugelgelagerte Lüfter ist mittels 4-Pin Stecker auf die Platine gesteckt und kann bei Defekt mühelose getauscht werden. Er rotiert bis zu einer Auslastung von 50% mit 450 U/min, wodurch er wie geschaffen für Silent-Systeme ist, welche wohl kaum mehr als 200W benötigen. Im Gegensatz zum MODU82+ 425W ist das Liberty ECO 400 nur mit zwei separaten +12V Schaltkreisen ausgestattet. Auch im Inneren des Netzteils sind kleine Abweichungen zu erkennen. Zum Beispiel kommt ein 220µF Elko anstelle eines 330µF Elkos zum Einsatz und die leicht wechselbare Glassicherung ist einer fest verlöteten Variante gewichen. Auf das Tachosignalkabel zum Auslesen der Lüfterdrehzahl über das Mainboard wurde ebenso verzichtet. Weiterhin kommen 105°C Kondensatoren aus Japan zur Verwendung. Auch die für Enermax typischen Profil-Kühlkörper finden wir vor. Die Verarbeitung ist überragend und bedarf an dieser Stelle eines Lobes. Weitere Einzelheiten des Netzteils können dem Datenblatt entnommen werden, welches der Hersteller als pdf-Dokument zum Download bereithält. Ausstattungsseitig wartet der Prüfling mit einem ausreichend lang bemessenen Kabelstrangsatz auf (auch für Big-Tower). Die komplett mit Gewebe ummantelten Kabelstränge sind sauber mit schwarzen Anschluss-Steckern konfektioniert. Insgesamt stehen dem Anwender folgende fixen Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 Kabelstrang 42cm (20+4-Pin ATX Stecker) und 1 Kabelstrang 46cm (2x 4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker). Optional stehen folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 Kabelstrang 75cm (2x 5 ¼“ Stecker, 1x 3 ½“ Stecker), 1 Kabelstrang 75cm (2x 5 ¼“ Stecker und 2x S-ATA Stecker), 1 Kabelstrang 63cm (3x S-ATA Stecker) und 1 Kabelstrang 50cm (2x 6+2 Pin PCI Express 2.0 Stecker).

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Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause Groneberg. Bei den unten aufgeführten Werten handelt es sich um Bruttowerte. Der Stromverbrauch des Energie Monitor (ca. 0,8W) muss noch herausgerechnet werden.

Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehrere Rechner betreibt sollte sich genau überlegen inwiefern Geiz geil ist.

Das gute Abschneiden in dieser Kategorie ist keine große Überraschung. Im Endeffekt handelt es sich beim Liberty ECO um ein abgespecktes MODU82+, welches u.a. um eine +12V-Leitung ärmer ausgestattet ist. Unter Volllast (kombinierte CPU- und VGA-Last) zeigt der Energy Monitor 3000 einen Verbrauchswert von 115,0W an, was in etwa den Durchschnitt aktueller Netzteile darstellt. Etwas besser sieht es im Leerlauf (hochgefahrenes System/keine Aktivitäten) aus. Hier begnügt sich das System mit einem Verbrauch von 70,1W. Einen ebenso guten Messwert erzielt das Liberty ECO bei heruntergefahrenem System. Hier wird ein sehr guter Wert von 1,7W angezeigt. Abzüglich der 0,8W Stromverbrauch des Messgerätes, wird das Stromnetz mit lediglich 0,9W belastet.

Tabelle Leistungsaufnahme in Watt

Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.

In Punkto Spannungsstabilität zeigt sich das Enermax Liberty ECO ebenfalls von einer guten Seite. Die Auswertung der Logfiles offeriert linear verlaufende Spannungswerte ohne nennenswerte Unregel-mäßigkeiten. Ob 24h Dauerlasttest oder frequentierter Lastwechsel, das Netzteil verhielt sich stets stabil. Die Spannungswerte lagen mit Ausnahme der +12V Leitung zudem sehr nah am Sollwert. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.30 - 3.31V, 4.95 - 4.97V und 12.44 - 12.56V deutlich in der zulässigen Toleranz.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Tabelle Spannungswerte in Volt

Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.

Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.

Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.

Wie bei Ultra-Silent Netzteilen allgemein üblich, wartet auch das Enermax Liberty ECO 400 mit insgesamt betrachtet nur befriedigender bzw. durchschnittlicher Kühlleistung auf. Im Verhältnis zum niedrigen Betriebsgeräusch stimmt jedoch die Relation. Ein leises Netzteil mit durchschnittlicher Kühlleistung ist immer einem lauten Netzteil mit guter Kühlleistung vorzuziehen. Denn es ist viel einfacher das Netzteil bei Bedarf mittels Gehäuselüfter zu unterstützen, als dem Netzteil nachträglich das Flüstern beizubringen. Eine sehr gute Kühlleistung und ein kaum hörbares Betriebsgeräusch lassen sich leider bislang noch nicht miteinander vereinbaren.

Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.

Tabelle Temperaturwerte in °C

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.

Das Enermax Liberty ECO 400 gehört zu den leisesten bislang auf Dirkvader.de getesteten Netzteilen mit aktiver Kühlung. Das kaum noch erhältliche Seasonic S12-380 lieferte zwar die gleichen Messwerte, erzeugte aus nächster Nähe jedoch die intensiveren elektronischen Störgeräusche. Der Schallpegel lag direkt nach dem Start sowie nach langer Idle-Phase bei 24,5 dB(A). Der Schallpegel blieb mit 24,7 dB(A) auch nach mehrstündigem Volllastbetrieb nahezu unverändert. Die patentierte Fuzzy-Logik Lüfter-steuerung lies den Lüfter gleichmäßig mit ca. 450 U/min rotieren. Ein höheres Betriebsgeräusch ist erst ab einer Leistungsforderung >200 Watt zu erwarten. Da hier die Drehzahl langsam angehoben wird. Die Kennlinie findet sich auf der zweiten Seite des Datenblattes. Der Lüfter macht einen guten Job und erfreut das Ohr mit einem sehr angenehmen und neutralem Betriebsgeräusch.

Wie nach dem Abschneiden der zuvor getesteten Modelle MODU82+ und PRO82+ nicht anders zu erwarten war, überzeugt auch die Elektronik des Liberty ECO 400. Im Idle-Betrieb (70,1W = 17,5% Auslastung) sind auch mit angedocktem Ohr keine elektronischen Störgeräusche wahrnehmbar. Bei Volllast (116W = 29% Auslastung) kann man aus unmittelbarer Nähe ein sehr filigranes Fiepen hören. Es ist allerdings als harmlos einzustufen und mit zunehmenden Abstand ab 10 bis 15 cm nicht mehr zu hören.

Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.

Engelke Sweeper 1.3 Schallpegelmessgerät

Tabelle Schallpegel in dB(A)

Messanordnung

Testrechner:

  • Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
  • Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
  • Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
  • Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
  • Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
  • Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
  • Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
  • Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)

Testsystem

Fazit:
Mit dem Liberty ECO 400 hat Enermax zweifellos einen weiteren Volltreffer gelandet. Die herausragenden Ergebnisse des MODU82+ vermag es zwar nicht in den Schatten zu stellen, aber zumindest teilweise zu übertreffen. Was uns am Umweltschutz noch mehr interessiert als die ökologisch unbedenkliche Zusammensetzung der Hardware ist, mit welcher Effizienz diese ihren Dienst verrichtet. Obwohl das Netzteil seinen besten Wirkungsgrad erst ab einer Auslastung von ca. 50% bzw. 200W erreicht, wurden dennoch in allen Betriebsmodi beeindruckend niedrige Verbrauchswerte ermittelt. In Summe reichte es immerhin für einen hervorragenden 5. Platz in dieser Kategorie. In Punkto Betriebsgeräusch erzielte der Prüfling Spitzenwerte. Mit gemessenen 24,5 bis 24,7 dB(A) kann es ruhigen Gewissens als kaum hörbar bezeichnet werden. Der Lüfter überzeugte durch sein neutrales Laufgeräusch. Auch die Beurteilung der subjektiven Störgeräusche brachte weitgehend positive Ergebnisse hervor. Geräuschseitig bleiben mit dem Enermax Liberty ECO also kaum Wünsche offen. Mit der Kühlleistung steht es bei Ultra-Silent einzustufenden Netzteilen allgemein nicht zum Besten, da sich diese in der Regel konträr zum Schallpegel verhält. Wie erwartet wurden hier "nur" durchschnittliche bzw. befriedigende Messwerte erzielt. Dem sicheren Betrieb eines durchschnittlich ausgestatteten PC-Systems steht aber nichts im Wege. In leistungsstarken Systemen kann das Netzteil durch einen Gehäuselüfter unterstützt werden. Aus optischer Sicht dürfte das schwarze Enermax den Geschmack der Mehrheit treffen. Abermals gefällt das kompakte Design des Netzteils, welches mit einer Bautiefe von 140+7mm deutlich handlicher als die Konkurrenz daher kommt. Die Verarbeitung des Netzteils ist innen wie außen von vorbildlicher Qualität und bedarf eines Lobes. Zusammenfassend kann das Enermax Liberty ECO 400 mit gutem Gewissen als eines der derzeit interessantesten Netzteile am Markt bezeichnet werden. An einem Redaktions-Kauftipp führt auch bei diesem Enermax Modell kein Weg vorbei.

Dirkvader Kauftipp Award

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herrn David Paschke von Enermax Deutschland.

Links zum Thema:
Enermax [ Hersteller ]
Amazon [ Bezugsquelle ]

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18.01.2009 [dl]