Enermax Liberty 400W Review

Enermax Liberty 400W

Enermax Liberty 400W Großansicht

Vorwort:
Kaum ein Netzteilhersteller erfreute sich einer so großen Beliebtheit wie Enermax. Leider ließen die Taiwanesen ihre Fangemeinde lange im Regen stehen. Während andere Hersteller wie beispielsweise Fortron Source bereits Anfang 2003 auf das moderne 120 mm Layout setzten, sah man seitens Enermax keinen Handlungsbedarf und fertigte weiterhin Altbewährtes. Die Anwenderschaft erkannte jedoch schnell, welche Vorteile das 120 mm Layout mit sich bringt und wandte sich nach und nach vom veralteten 80/92 mm Layout ab. Einige Bastler haben das klassische Enermax Netzteil sogar kurzer Hand selbst mit einem 120 mm Lüfter ausgestattet. Nach nun mehr 2 1/2 Jahren bringt Enermax endlich das Netzteil, auf das die Fans solange warten mussten. Das Enermax Liberty ELT400AWT. Den Namen Liberty (Freiheit) bekam es wohl durch sein modulares Kabelstecksystem verliehen. Die Enermax Liberty Serie umfasst drei unterschiedlich starke Modelle mit 400, 500 und 620 Watt. Den größten Marktanteil wird wohl das heute getestete 400 Watt Modell ELT400AWT für ca. 69,90 EUR abdecken. Die beiden stärkeren Modelle werden eher von Randgruppen wie Hardcore-Gamern benötigt. In Punkto Wirkungsgrad will Enermax mit der neuen Elektronik einen Schritt nach vorne gemacht haben. Mit einer Effizienz von ca. 80% spielt man derzeit nämlich ganz vorne mit. Ein sehr wichtiger Punkt, denn der Wirkungsgrad wandert immer mehr in den Focus der Anwender. Früher schaute man lediglich danach, möglichst viel Watt für das Geld zu bekommen. Wesentlich später folgte der große Run auf superleise Silent Netzteile. Mittlerweile muss ein Netzteil viele Talente mitbringen, um sich gut zu verkaufen. Die Ansprüche sind eben enorm gewachsen. Mit dem Liberty scheint Enermax mit aller Gewalt wieder Marktanteile zurück erobern zu wollen. In der Summe aller Attribute könnte dies auch gelingen. Inwiefern das Enermax Liberty in der Praxis überzeugen kann, klärt der ausführliche Test.

Lieferumfang:
Enermax liefert das Liberty ELT400AWT in einem ansprechenden Faltkarton an seine Kunden aus. Auf der mehrfarbig bedruckten Verpackung befinden sich diesbezügliche Spezifikationen sowie grafische Darstellungen. Die herausragenden Features werden sogar in vier verschiedenen Sprachen aufgedruckt. Im Inneren der Verpackung findet der Betrachter neben dem Netzteil ein hübsches Nylonmäppchen mit Enermax Aufdruck (darin sind die steckbaren Kabel einsortiert), ein ausführliches Benutzerhandbuch (auch in deutscher Sprache), einen Enermax Schlüsselanhänger, zwei Enermax Casebadges und natürlich die obligatorischen Beigaben wie Kaltgeräteanschlusskabel und Montageschrauben (4 Stück).

Technische Daten:

  • Hersteller: Enermax
  • Modell: Liberty 400W (ELT400AWT)
  • Standards: ATX12V 2.2
  • Layout: 120 mm Single-Fan
  • Blindstromkompensation (PFC): aktiv
  • Wirkungsgrad: ca. 80% (bei 30 - 100% Last)
  • Gesamtleistung: 400 Watt
  • Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 140 mm
  • Gewicht: ca. 1,8 kg (ohne Kabel)
  • Verkaufspreis (EUR): ca. 69,90
  • Bezugsquelle: http://www.tune2max.de/

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Details:
Das Enermax Liberty ELT400AWT hinterlässt bereits nach dem ersten Blick einen guten Eindruck. Optisch eher schlicht gehalten und nicht zu verspielt kommt es daher. Bei genauem Hinsehen, fällt dem Betrachter der grüne Metallic-Effekt der schwarzen Lackierung auf. Sehr gut dazu harmonieren der transparente Lüfter und das goldene Schutzgitter mit eingefasstem Enermax Logo. Vom Aussehen her dürfte der jüngste Enermax Spross wohl den Geschmack der Mehrheit treffen. Die Luftaustrittsöffnungen folgen dem Beispiel der Natur und haben die Form von Bienenwaben, was sich positiv auf die EMV und den Luftstrom auswirkt (weniger Verwirbelungen). Ein sehr sauberes und aufgeräumtes Platinenlayout kommt im Inneren des Netzteils zum Vorschein. Auch die klassische Glassicherung findet man auf Anhieb. Am Design der Kühlkörper wurde nichts gegenüber den Vorgängern geändert. Der transparente 120 mm Lüfter aus dem Hause Globe Fan (Typ: B1202512M-3M) ist mittels 3-Pin Anschluss auf die Platine gesteckt und kann im Falle eines Defekts schnell ausgetauscht werden. Des Weiteren lässt sich die Drehzahl des Lüfters mittels nach außen geführtem Tachosignalkabel auslesen. Bei einer Betriebsspannung von 12,0 Volt dreht der Lüfter mit 2.400 U/min und fördert dabei ca. 138 m³/h. Das sagt über die Lautstärke des Netzteils an sich aber nichts aus, weil diese von der ausgegebenen Spannung der Temperaturregelung abhängig ist. Mit einer Gesamtleistung von 400 Watt bei einem Wirkungsgrad von ca. 80% (bei 30 - 100% Last) und aktiver Blindstromkompensation (PFC) ist man aus technischer Sicht derzeit ausreichend gut ausgestattet. Die Elektronik verfügt über zwei unabhängige +12V Schaltkreise und entspricht dem neuen ATX12V 2.2 Standard. Der Hersteller gewährt eine Garantiezeit von 3 Jahren. Noch interessanter wird das Enermax Liberty ELT400AWT durch das modulare Kabelstecksystem. Damit lässt sich etwas mehr Ordnung im Gehäuse realisieren, da nur die wirklich benötigten Kabel angeschlossen werden müssen. Komplett "Cablefree" wie z.B. das Silverstone ST60F ist es jedoch nicht. Die 20/24-polige Mainboardleitung, sowie die 4/8-polige 12V Leitung für das Mainboard sind fix. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem ausreichend lang bemessenen Kabelstrangsatz - auch für Big Tower - auf. Die Kabelstränge sind komplett ummantelt und deren Stecker mit goldenen Kontaktflächen ausgestattet. Die sauber konfektionierten Schnell-Anschluss-Stecker ermöglichen das einfache Anschließen der Komponenten ohne Kraftaufwand. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 60 cm (20/24-Pin ATX Stecker), 1 x Kabelstrang 60 cm (1 x 8-Pin bzw. 2 x 4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 2 x Kabelstrang 60 cm (je 1 x 6-Pin PCI-E Stecker), 1 x Kabelstrang 85 cm (2 x S-ATA Stecker, 2 x 5 1/4" Stecker, 1 x 3 1/2" Stecker), 2 x Kabelstrang 75 cm (je 2 x S-ATA Stecker, 2 x 5 1/4" Stecker) und ein 70 cm langes Tachosignalkabel.

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Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause Groneberg.

Die aus der Tabelle hervorgehenden Unterschiede stellen sich als relativ gravierend dar. Durch die teils deutliche Ersparnis erscheint uns diese Rubrik mehr als sinnvoll und absolut zeitgemäß. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein hoch effizientes Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehr als einen Rechner betreibt sollte sich genau überlegen, welches Netzteil er verwendet.

Der Wirkungsgrad des Enermax Liberty ELT400AWT ist deutlich besser als der seiner Vorgänger aus eigenem Hause und reicht sogar für den vierten Platz der Charts. Die getesteten Kandidaten aus dem Fortron Source und Seasonic Lager arbeiten jedoch effizienter.

Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.

Das Enermax Liberty ELT400AWT  absolvierte mühelos alle Stabilitätstests. Auch der 24-Stunden Dauertest (Prime95+3DMark2003) konnte dem Netzteil keine Fehler entlocken. Die mit dem Motherboard Monitor und ASUS Probe erstellten Logfiles zeigten weder Spannungseinbrüche, noch nennenswerte Schwankungen der relevanten Leitungen auf. Die Spannungen blieben während der gesamten Testphase stabil. Lediglich die +12V-Leitung führte mit gemessenen +12,5 Volt etwas mehr als die Soll-Vorgabe.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.

Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.

Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.

Die Kühlleistung des Enermax Liberty ELT400AWT kann trotz geringer Lautstärke und Drehzahl als sehr gut bezeichnet werden. Eine ähnlich träge Temperaturregelung wie im Seasonic S12-380 sorgt für niedrige Drehzahlen im unterem bis mittleren Lastbereich. Ermittelt wurden ca. 950 U/min im Leerlauf und ca. 1.100 U/min unter Volllast. Durch den sauberen Innenaufbau des Netzteils und den bienenwabenförmigen Austrittsöffnungen kommt es kaum zu Verwirbelungen, was die Kühlleistung positiv beeinflusst.

Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, arbeitsplatzkonformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.

Bei der Geräuschbewertung überrascht das Enermax Liberty positiv. Zwar kann es nicht ganz mit dem aktuellen Spitzenreiter von Seasonic mithalten. Jedoch sind die gemessenen 25,3 dB(A) im Leerlauf ein wirklich sehr guter Wert und lassen das Enermax Netzteil auf dem dritten Rang der aktiv ventilierten Netzteile in unsere Charts einsteigen. Zudem kommt die Charakteristik der Temperaturregelung dem Netzteil auch im Lasttest entgegen. Durch die sehr flach ansteigende Kennlinie steigt die Drehzahl des Lüfters nur geringfügig von 950 U/min auf 1.100 U/min an. Auch die Messwerte zeigen nur einen leichten Anstieg des Lärmpegels auf 25,8 dB(A). Die geringe Drehzahl und das recht offene Platinenlayout sorgen dafür, dass nur minimale Verwirbelungen auftreten die subjektiv kaum wahrgenommen werden. Deutlicher empfindet man leider den verbauten Globe Fan. Er neigt zu leichten Rasselgeräuschen, die jedoch bei Arbeitsplatzkonformen Abständen zum Netzteil in den Hintergrundgeräuschen untergehen. Unterm Strich kann das Enermax in dieser Disziplin abermals überzeugen.

Die Elektronik des Enermax weist beim Überprüfen auf Störgeräusche eine kleine Abweichung vom Standard auf. So sind diese im Leerlauf deutlicher zu vernehmen als unter Volllast. Jedoch muss hierbei erwähnt werden, dass die Nebengeräusche in beiden Betriebszuständen auf einem so niedrigen Niveau rangieren, dass diese im laufenden Betrieb nicht mehr wahrnehmbar sind. Für den Praxisbetrieb ist die Verringerung der Nebengeräusche bei steigender Last positiv zu werten. Somit spielt das Enermax auch in dieser Kategorie ganz vorne mit.

Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.

Testrechner:

  • Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
  • Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
  • Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
  • Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
  • Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
  • Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
  • Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
  • Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)

Fazit:
Welcome back Enermax! Mit dem Liberty ELT400AWT gelingt es den Taiwanesen auf Anhieb gleich wieder ganz vorne mitzuspielen. Das Netzteil erscheint rundum gelungen und leistet sich keine Schnitzer. Im Gegenteil. In den meisten Kategorien schneidet es sogar überdurchschnittlich gut ab. Besonders interessant ist der gute Kompromiss aus leisem Betriebsgeräusch und gleichzeitig guter Kühlleistung. In diesem Punkt gehört das Netzteil definitiv zur absoluten Spitzenklasse. Die Verarbeitung des Netzteils ist - typisch für Enermax - wieder auf sehr hohem Niveau. Auch aus optischer Sicht dürfte das elegante Liberty wohl den Geschmack der Mehrheit treffen. In Punkto Wirkungsgrad arbeitet der Stromspender deutlich besser als seine Vorgänger, was sogar für einen vierten Platz der entsprechenden Chart-Tabelle reicht. Was die Spannungsstabilität betrifft, verhielt sich das Netzteil während der gesamten Testphase absolut stabil und machte dem Namen Enermax keine Schande. Lediglich die +12V-Leitung war mit +12,5V etwas stark ausgelegt. Aus technischer Sicht ist das nach ATX12V 2.2 konforme 400 Watt Netzteil natürlich up to date. Was Silencer an Enermax Netzteilen immer schätzten war die mucks-mäuschen-stille Elektronik. Daran hat sich - Gott sei Dank - auch beim Liberty nichts geändert. Und wäre das nicht alles schon genug, statten die Taiwanesen ihren neuen Hoffnungsträger mit einem modularen Kabelstecksystem aus. Sehr fein! Des Weiteren sei noch der üppige Lieferumfang erwähnt. Das Preis-Leistungsverhältnis erscheint sehr ausgewogen. Mit anderen Modellen gleicher Klasse verglichen, ist der Verkaufspreis von EUR 69,90 durchaus gerechtfertigt. Außerdem gibt der Hersteller 3 Jahre Garantie auf sein Produkt. Schluss Fazit: Enermax offeriert mit dem Liberty ELT400AWT einen echten Allrounder und spricht damit ein breites Publikum an. Das gelungene Comeback belohnen wir gerne mit einem Kauftipp.

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herrn Henry Kędzior von tune2max.

Links zum Thema:
Enermax [ Hersteller ]
tune2max [ Vertrieb ]

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