Enermax ErPRO80+ 350W Review

Enermax ErPRO80+ 350W

Netzteil Grossansicht

Vorwort:
Enermax stellt mit dem ErPRO80+ 350W sein neuestes Einstiegsmodell vor. Es handelt sich dabei um eine verbesserte Version des ECO80+ 350W und löst ab sofort selbiges im Produktportfolio ab. Der wesentliche Unterschied liegt im Konformgehen der ErP-Lot-6-Vorgaben. Dieser Bestandteil der EU-Ökodesignrichtlinie legt unter anderem den maximalen Energieverbrauch von PC-Systemen im Standby-Modus fest. Danach soll ein Computersystem nicht mehr als 1W verbrauchen (ab 2013 sogar <0,5W). Die entscheidenden Komponenten zur Erfüllung der ErP-Lot-6-Vorgaben sind das Mainboard und das Netzteil. Enermax setzt auf ein neues Schaltkonzept, mit dem die Effizienz der 5-Volt-Standby-Schiene (+5Vsb) um bis zu 20% gesteigert wird. Im Klartext soll das Netzteil im Standby nun deutlich unter 1W verbrauchen. Ansonsten wurden dem Nachfolger alle bewährten Features wie z.B. SpeedGuard, AirGuard, Safeguard vererbt, die man von einem Enermax Netzteil gewohnt ist. Die Kühlung übernimmt ein hauseigener 12cm Lüfter mit Batwing-Lüfterblättern und Twister-Lager-Technologie. Zusammen mit der von Enermax patentierten Lüftersteuerung (max. 450 U/min bis 50% Auslastung), soll auch dieses Exemplar wieder die erste Wahl für Silent-PCs darstellen. Der empfohlene Verkaufspreis liegt bei EUR 59,90. Der Geizhalspreis liegt derzeit bei knapp EUR 48,00 und dürfte mit der Zeit noch etwas sinken. Ob sich das Enermax ErPRO80+ 350W als ein würdiger Nachfolger erweist, ist nachfolgend zu lesen.

Lieferumfang:
Die Verpackung des Enermax ErPRO80+ 350W macht einen umweltfreundlichen Eindruck. Ganz nach dem Motto - weniger ist mehr - wurde der Einsatz von Farbe sinnvoll reduziert. Die überwiegend weiß gehaltene Verpackung wirkt aber dennoch gewohnt professionell. Auf der Rückseite befinden sich alle Merkmale des Netzteils, sowie dessen Spezifikationen teils bebildert dargestellt. Bei einer Verpackungsgröße von ca. (B) 290 x (H) 180 x (T) 100mm beträgt das Gesamtgewicht ca. 2.290 Gramm. Das Netzteil selbst bringt ca. 1.763 Gramm auf die Waage. Als Zubehör liegt dem durch herkömmliche Kunststofffolie geschützten Netzteil folgendes bei: Ein Kaltgeräte-Anschlusskabel, zwei Enermax Kabelklettverbinder, vier Gehäuseschrauben und ein mehrsprachiges Benutzerhandbuch (auch in deutscher Sprache). Ein Datenblatt steht in deutscher und englischer Sprache zum Download als pdf-Datei bereit. Insgesamt betrachtet ein Lieferumfang, der dem Standard entspricht.

Technische Daten:

  • Hersteller: Enermax
  • Modell: ErPRO80+ 350W (EES350AWT-ErP)
  • Layout: 120mm Single-Fan
  • Standards: ATX12V 2.3
  • Blindstromkompensation (PFC): aktiv
  • Wirkungsgrad / 80Plus: ca. 80-86% / ja
  • Gesamtleistung: 350W (Peak: 385W)
  • Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 140mm
  • Gewicht: 1.763 Gramm
  • UVP inkl. MwSt. (EUR): 59,90
  • Bezugsquelle: www.Amazon.de
Produktlabel - Spezifikationen
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Details:
Das Enermax ErPRO80+ 350W kommt in gewohnt schlichtem, aber ansprechendem Design und unterscheidet sich nur geringfügig von seinem Vorgänger. Durch das kompakte Layout dürfte das Netzteil auch in kleinste Gehäuse passen. Das schwarz gepulverte Chassis harmoniert gut mit der goldenen Schutzabdeckung. Unter der Kaltgeräte-Anschlussbuchse, befinden sich zwei Ösen, in denen ein optional erhältlicher CordGuard fixiert werden kann (mehr dazu im PRO87+ Testbericht). Der Lüfter an sich wurde nicht geändert, sondern nur dessen Farbgebung. Anstatt in auffälligem Rot, kommt der Lüfter nun in leicht transparenten Schwarz. Es handelt sich dabei ebenfalls um ein 120mm Modell mit 9 Batwing-Rotorblättern und Twister-Lagertechnologie (Typ: ED122512H). Zu den Batwings sei noch hinzugefügt, dass diese einen um 30% höheren Luftstrom bei geringerer Geräuschentwicklung erzielen sollen. Der Nutzen der Lagerung soll im Nebengeräuschfreien und nahezu Verschleißfreien Betrieb liegen. Die Fuzzylogic-Lüftersteuerung lässt den Lüfter bis zu einer Auslastung von 50% mit 450 U/min rotieren, wodurch er wie geschaffen für Silent-Systeme ist, welche wohl kaum mehr als 175W benötigen. Seine Nenndrehzahl von 1.500 U/min @ 12V wird erst bei einer Leistungsanforderung von 350W abgerufen. Wie bei anderen aktuelle Enermax Modellen kommen auch beim ErPRO80+ 350W die bewährten Technologien: Airguard, Speedguard, Multi-Rail-Design, Fuzzylogic und Saveguard zum Einsatz. Auf letztere ist man seitens Enermax besonders stolz. Bietet der Safeguard doch gleich 8-fachen Schutz gegen Überstrom, Überspannung, Unterspannung AC, Unterspannung DC, Überlastung, Überhitzung, Kurzschluss sowie unvorhergesehene Stromstöße (OCP, OVP, AC UVP & DC UVP, OPP, OTP, SCP und SIP). Die Verarbeitung des Netzteils ist von herausragender Qualität. Weitere Einzelheiten des Netzteils können auf der Webseite des Herstellers abgerufen werden. Ausstattungsseitig wartet der Prüfling mit einem ausreichend lang bemessenen Kabelstrangsatz auf (auch für Big-Tower). Die komplett mit Gewebe ummantelten Kabelstränge sind sauber mit schwarzen Anschluss-Steckern konfektioniert. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 Kabelstrang 45cm (24-Pin ATX Stecker), 1 Kabelstrang 60cm (2x 4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 1 Kabelstrang 45cm (1x 6/2-Pin PCI Express), 1 Kabelstrang 75cm (2x 5 1/4" Stecker, 2x S-ATA Stecker), 1 Kabelstrang 65cm (2x 5 1/4" Stecker und 1x 3 1/2" Stecker) und 1 Kabelstrang 55cm (2x S-ATA Stecker). Lediglich einen Adapter von 24 auf 20 Pins und einen CordGuard hätte man dem Netzteil noch beilegen können.

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Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause Groneberg. Bei den unten aufgeführten Werten handelt es sich um Bruttowerte. Der Stromverbrauch des Energie Monitor (ca. 0,8W) muss noch heraus gerechnet werden.

Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W. Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,24 EUR/KWh (Stand: Januar 2011) entspräche dies einer Ersparnis von EUR 105,12/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 52,56/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben, besonders dann, wenn mehrere Rechner im Haushalt betrieben werden. Bei der Auswahl des richtigen Netzteils hilft die 80PLUS Klassifizierung. Außerdem sollte die richtige Leistungsstärke gewählt werden. Hier ist weniger meist mehr, denn ein überdimensioniertes Netzteil arbeitet größtenteils in einem Leistungsbereich, in dem es die niedrigste Effizienz erzielt.

Nachdem das Enermax ErPRO80+ 350W eine überarbeitete Version des ECO80+ 350W darstellt, ist die Erwartungshaltung zumindest ein gleichwertiges bzw. minimal besseres Ergebnis in dieser Kategorie zu erzielen. Unter Volllast (kombinierte CPU- und VGA-Last) zeigt der Energy Monitor 3000 einen Verbrauchswert von 117,0W an und liegt damit genau 1W höher als beim ECO80+ 350W. Im Leerlauf (hochgefahrenes System/keine Aktivitäten) verhält sich der Stromdurst mit 70,0W hingegen absolut identisch. Durch die optimierte +5Vsb-Leitung liegen die Vorteile des ErPRO80+ 350W ganz klar im Standby-Betrieb. Sobald das System heruntergefahren wird, zeigt das Strommessgerät nur noch einen Verbrauch von 1,2W an, was abzüglich der 0,8W Eigenverbrauch des Energy Monitor 3000 genau 0,4W entspricht. Der immerhin zweibeste Wert im Testfeld. Bleibt nur zu hoffen, dass die anderen Geräte ebenfalls ein solches Update erhalten. Unterm Strich verhilft dieser tolle Messwert aber leider nicht zu einem Sprung in die Top-Ten dieser Kategorie.

Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.

Die Spannungsstabilität des ErPRO80+ 350W konnte gänzlich überzeugen. Die Auswertung der Logfiles offerierte linear verlaufende Spannungswerte ohne nennenswerte Unregelmäßigkeiten. Ob 24h Dauerlasttest oder frequentierter Lastwechsel, das Netzteil verhielt sich stets stabil. Mit Ausnahme der +12V-Leitung, lagen die Spannungswerte sehr nah am Sollwert. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Als Extremwerte (Minimum/Maximum) wurden 3.28 - 3.31V, 5.00 - 5.03V und 12.50 - 12.56V gemessen.

Als "Power good"- bzw. "PWR_OK"-Wert versteht man die Zeitspanne, die das Netzteil vom Einschalten bis zum Erreichen der Nominalwerte der +12V, +5V und +3.3V Leitungen benötigt. Dieser Wert sollte idealerweise zwischen 100 und 500 Millisekunden liegen, da sonst Probleme beim Systemstart auftreten können. Das Enermax ErPRO80+ 350W benötigte 330ms und liegt damit in der goldenen Mitte des geforderten Toleranzbereiches.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.

Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.

Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.

Nach einem Blick auf die folgende Tabelle erkennt man sofort, dass die getesteten Enermax Netzteile alle weitgehend auf gleichem Niveau abgestimmt sind. Die gemessenen Ergebnisse weichen nur minimal voneinander ab. Trotz superleisem Betriebsgeräusch reicht es beim Enermax ErPRO80+ 350W noch für eine durchschnittlich gute Kühlleistung. Der Lüfter dreht sich bei der niedrigen Last unseres Testsystem im Idle- sowie im Load-Betrieb nur mit ca. 450 U/min. Bei Bedarf kann dem Netzteil ein zusätzlicher Gehäuselüfter zur Seite gestellt werden.

Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt. Weil einem das menschliche Gehör zuweilen einen Streich spielt, wird eine zweite Messung mittels Spektralanalyse (SpectraRTA) durchgeführt. Hier werden hochfrequente Schallanteile durch Visualisierung schnell erkannt.

Das Enermax ErPRO80+ 350W ist neben dem PRO87+ 500W sicherlich eines der derzeit leisesten Netzteile mit aktiver Belüftung. Ob Idle- oder Load-Betrieb, der Schallpegel lag stabil bei niedrigen 24,5 dB(A). Dies lag unter anderem auch an der stabilen +12V-Leitung. Bei einigen Netzteilen weicht hier die Spannung zwischen den beiden Betriebsmodi zumindest soweit ab, als das man diese messtechnisch am Schallpegel erkennt.

Elektronische Störgeräusche sind schon seit langer Zeit kein Problem im Hause Enermax. Das ErPRO80+ 350W stellt hier auch keine Ausnahme dar. Im Idle-Betrieb sind auch mit angedocktem Ohr keine elektronischen Störgeräusche wahrnehmbar. Auch bei Volllast ist aus nächster Nähe nichts zu hören. Gratulation, so macht zuhören Spaß.

Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.

Testrechner:

  • Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
  • Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
  • Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
  • Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
  • Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
  • Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
  • Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
  • Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)

Fazit:
Willkommen in der Einsteigerklasse von Enermax. Das Enermax ErPRO80+ 350W stellt die derzeit preiswerteste Möglichkeit dar, ein Enermax Netzteil zu besitzen. Für einen Straßenpreis von unter EUR 50,00 erhält der Kunde einen fairen Gegenwert in die Hand. Im Wesentlichen verfügt das ErPRO80+ 350W über alle Attribute, die ein Enermax Netzteil zu einem solchen machen. In puncto Betriebsgeräusch muss der Kunde keine Abstriche gegenüber den höherpreisigen Modellen in Kauf nehmen. Die Kombination aus hauseigenem 12cm Lüfter und bewährter Fuzzylogic-Lüftersteuerung führt auch bei diesem Modell zu Traumresultaten bzw. einem flüsterleisen Betriebsgeräusch. Lediglich in Sachen Effizienz verliert das ErPRO80+ deutlich an Boden gegenüber den Mittel- und Premiumklasse Geräten des Enermax Produktportfolios. Wenngleich man den Stromverbrauch des heruntergefahrenen Systems durch das neue Schaltkonzept um 0,6W senken konnte, sind die Stromverbrauchswerte insgesamt betrachtet auf ähnlichem Niveau wie die des Vorgängers. Hier hätten wir uns einen kleinen Schritt nach vorne gewünscht. Die Kühlleistung von Netzteilen verhält sich bei ordentlicher Konstruktion in der Regel analog zum Betriebsgeräusch. Ein leises Netzteil wartet daher immer mit einer schwächeren Ventilation auf wie ein lautes. Das Enermax ErPRO80+ 350W offeriert demzufolge "nur" eine durchschnittliche, aber durchaus klassentypische Kühlleistung. Im Notfall lässt sich aber schnell ein Gehäuselüfter zur Unterstützung installieren. Das Erscheinungsbild, die gewohnt gute Verarbeitung und das kompakte Layout des Prüflings haben einmal mehr gefallen. Jedoch hätten wir uns im Lieferumfang noch einen 24 auf 20 Pin Adapter oder eben einen als 20+4 ausgeführten ATX-Stecker gewünscht. Zusammenfassend kann dem Enermax ErPRO80+ 350W mit gutem Gewissen eine Empfehlung ausgesprochen werden, da es für den relativ niedrigen Kaufpreis einen guten Gegenwert darstellt und mit guten Allroundeigenschaften, insbesondere aber mit einem flüsterleisen Betriebsgeräusch aufwartet.

Dirkvader Kauftipp Award

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herrn Benjamin Schäfer von Enermax Deutschland.

Links zum Thema:
Enermax [ Hersteller ]
Amazon [ Bezugsquelle ]

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12.02.2011 [dl]