Enermax ECO80+ 350W Review

Enermax ECO80+ 350W

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Vorwort:
Das ECO80+ 350W ist das neue Einsteigernetzteil aus dem Hause Enermax. Es steht eine Stufe unter der in der Mittelklasse angesiedelten Pro82+-Serie und soll sich insbesondere für Office- und einfache Home-PC's eignen. Der geneigte Kunde soll gewohnte Enermax-Qualität für einen vergleichsweise günstigen Preis erhalten. Das auffälligste Merkmal des Netzteils dürfte zweifellos der rote 120mm Magma-Lüfter aus eigenem Hause sein. Er basiert auf der patentierten Twister-Lager Technologie, bei der Magneten im Inneren des Lagers und im Rotor für einen ruhigen und reibungsarmen Lauf sorgen. Das Lager selbst wird aus Nano-Kunststoff hergestellt, welches selbstfettende Eigenschaften besitzt und dadurch Abnutzung und die damit verbundene Geräuschentwicklung verhindert bzw. stark einschränkt. Die geschwungene Fledermausflügel-Form der Lüfterblätter soll bis zu 30% mehr Luftstrom bei weniger Geräuschentwicklung ermöglichen. Ansonsten wartet das ECO80+ 350W mit allen Tugenden auf, die man von einem Enermax Netzteil erwartet: Eine stabile Spannungsversorgung, hochwertige und langlebige Komponenten, eine gute Effizienz (bis zu 86%) und eine bestmögliche Kompatibilität. Außerdem ist es mit einem ausgefeilten 8-fachen SafeGuard ausgestattet, den wohl im Moment kein anderes Netzteil besitzt (abgesehen vom Revolution85+). Der Geizhalspreis liegt aktuell bei ca. EUR 45,00 und dürfte in den kommenden Monaten mit steigendem Angebot noch weiter fallen. Ob das neue Enermäxen in der Praxis das hält, was es in der Theorie verspricht, ist nachfolgend zu lesen.

Lieferumfang:
Das ECO80+ 350W wird von Enermax in einer kompakten und ansprechend gestalteten Verpackung an die Kundschaft ausgeliefert. Um der Bezeichnung "ECO" noch mehr Ausdruck zu verleihen, wurde intensiv mit grünen Farbtönen gearbeitet. Bei einer Verpackungsgröße von ca. (B) 290 x (H) 180 x (T) 100mm beträgt das Gesamtgewicht ca. 2,25 Kilogramm. Das Netzteil selbst bringt ca. 1.750 Gramm auf die Waage. Als Zubehör liegt dem durch Luftpolsterfolie geschützten Netzteil folgendes bei: Ein Kaltgeräte-Anschlusskabel, zwei Enermax Kabelklettverbinder, vier Gehäuseschrauben und ein mehrsprachiges Benutzerhandbuch (auch in deutscher Sprache). Ein Datenblatt steht in deutscher und englischer Sprache zum Download bereit. Insgesamt betrachtet ein sehr ordentlicher Lieferumfang, der in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist.

Technische Daten:

  • Hersteller: Enermax
  • Modell: ECO80+ 350W (EES350AWT)
  • Layout: 120mm Single-Fan
  • Standards: ATX12V 2.3
  • Blindstromkompensation (PFC): aktiv
  • Wirkungsgrad / 80Plus: ca. 80-86% / ja
  • Gesamtleistung: 350W (Peak: 385W)
  • Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 140mm
  • Gewicht: 1.750 Gramm
  • Verkaufspreis (EUR): ca. 52,90
  • Bezugsquelle: www.Amazon.de
Produktlabel - Spezifikationen
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Details:
Das Enermax ECO80+ 350W kommt in einem schlichten, aber ansprechenden Design, welches sich nur geringfügig von dem seiner Artgenossen aus gleichem Hause unterscheidet. Das schwarz gepulverte Chassis harmoniert sehr gut mit der goldenen Schutzabdeckung, bei der diesmal auf das große, mittig angeordnete Enermax-Emblem verzichtet wurde. Wohl eher aus Kostengründen. Rein spekulativ dürfte sich dies technisch gesehen aber eher als Vorteil erweisen. Darunter blitzt die zweifellos markanteste Neuerung des ECO80+ 350W Netzteils hervor: Der rote 120mm Lüfter der Magma-Serie (Typ: ED122512H). Durch die Twister-Lagertechnologie und den ungewöhnlich geformten Rotorblättern im Batman-Style, verspricht man sich mit dem eigenen Produkt noch bessere Ergebnisse als mit den bislang von Globe-Fan bezogenen Lüftern zu erzielen. Schließlich sollen durch die patentierte Lagerung keine Nebengeräusche und Verschleißerscheinungen auftreten. Die Batwings sollen sogar einen um 30% höheren Luftstrom bei geringerer Geräuschentwicklung erzielen. Der Lüfter ist mittels 4-Pin Stecker auf die Platine gesteckt und kann bei Defekt mühelose getauscht werden. Er rotiert bis zu einer Auslastung von 50% mit 450 U/min, wodurch er wie geschaffen für Silent-Systeme ist, welche wohl kaum mehr als 175W benötigen. Seine Nenndrehzahl von 1.500 U/min wird erst bei einer Leistungsanforderung von 350W abgerufen. Wie beim PRO82+, dem MODU82+ und dem Liberty ECO 400 kommen auch beim ECO80+ 350W die bewährten Technologien: Airguard, Speedguard, Fuzzylogic und Saveguard zum Einsatz. Auf letztere ist man seitens Enermax besonders stolz. Bietet der Safeguard doch gleich 8-fachen Schutz gegen Überstrom, Überspannung, Unterspannung AC, Unterspannung DC, Überlastung, Überhitzung, Kurzschluss sowie unvorhergesehene Stromstöße (OCP, OVP, AC UVP & DC UVP, OPP, OTP, SCP und SIP). Die Verarbeitung ist überragend und bedarf an dieser Stelle eines Lobes. Weitere Einzelheiten des Netzteils können dem Datenblatt entnommen werden, welches der Hersteller als pdf-Dokument zum Download bereithält. Ausstattungsseitig wartet der Prüfling mit einem ausreichend lang bemessenen Kabelstrangsatz auf (auch für Big-Tower). Die komplett mit Gewebe ummantelten Kabelstränge sind sauber mit schwarzen Anschluss-Steckern konfektioniert. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 Kabelstrang 43cm (24-Pin ATX Stecker), 1 Kabelstrang 46cm (2x 4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 1 Kabelstrang 46cm (1x 6-Pin PCI Express), 1 Kabelstrang 63cm (2x 5 ¼“ Stecker, 1x 3 ½“ Stecker), 1 Kabelstrang 75cm (2x 5 ¼“ Stecker und 2x S-ATA Stecker) und 1 Kabelstrang 55cm (2x S-ATA Stecker). Lediglich einen Adapter von 24 auf 20 Pins hätte man dem Netzteil noch beilegen können.

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Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause Groneberg. Bei den unten aufgeführten Werten handelt es sich um Bruttowerte. Der Stromverbrauch des Energie Monitor (ca. 0,8W) muss noch herausgerechnet werden.

Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehrere Rechner betreibt sollte sich genau überlegen inwiefern Geiz geil ist.

Auch das kleinste Enermax ist mit einer guten Effizienz gesegnet und nicht umsonst 80PLUS zertifiziert. An die bereits getesteten Modelle MODU82+ und PRO82+ kommt das ECO80+ aber nicht ganz heran. Es reicht jedoch für eine gute Platzierung in der Spitzengruppe. Unter Volllast (kombinierte CPU- und VGA-Last) zeigt der Energy Monitor 3000 einen Verbrauchswert von 116,0W an, was in etwa den Durchschnitt aktueller Netzteile darstellt. Etwas besser sieht es im Leerlauf (hochgefahrenes System/keine Aktivitäten) aus. Hier begnügt sich das System mit einem Verbrauch von 70,0W. Einen ebenso guten Messwert erzielt das Liberty ECO bei heruntergefahrenem System. Hier wird ein Wert von 1,8W angezeigt. Abzüglich der 0,8W Stromverbrauch des Messgerätes, wird das Stromnetz mit lediglich 1,0W belastet.

Tabelle Leistungsaufnahme in Watt

Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.

Auch das kleinste Enermäxchen wartet mit einer tadellosen Spannungsstabilität auf. Die Auswertung der Logfiles offerierte linear verlaufende Spannungswerte ohne nennenswerter Unregelmäßigkeiten. Ob 24h Dauerlasttest oder frequentierter Lastwechsel, das Netzteil verhielt sich stets stabil. Mit Ausnahme der +12V-Leitung (0,03V außerhalb der Toleranz), lagen die Spannungswerte sehr nah am Sollwert. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Als Extremwerte (Minimum/Maximum) wurden 3.30 - 3.31V, 5.03V und 12.56 - 12.63V gemessen.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Tabelle Spannungswerte in Volt

Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.

Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.

Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.

Wie bei Ultra-Silent Netzteilen allgemein üblich, wartet auch das Enermax ECO80+ 350W mit insgesamt betrachtet nur befriedigender bzw. durchschnittlicher Kühlleistung auf. Im Verhältnis zum niedrigen Betriebsgeräusch stimmt jedoch die Relation. Ein leises Netzteil mit durchschnittlicher Kühlleistung ist immer einem lauten Netzteil mit guter Kühlleistung vorzuziehen. Denn es ist viel einfacher das Netzteil bei Bedarf mittels Gehäuselüfter zu unterstützen, als dem Netzteil nachträglich das Flüstern beizubringen. Eine sehr gute Kühlleistung und ein kaum hörbares Betriebsgeräusch lassen sich leider bislang noch nicht miteinander vereinbaren.

Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.

Tabelle Temperaturwerte in °C

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.

Unerhört leise! Das Enermax Liberty ECO80+ erspielt sich mit Hilfe des Magma-Lüfters den ersten Platz unter den Netzteilen mit aktiver Kühlung. Zugegeben, die Messwerte der ersten vier Kandidaten liegen nahezu auf gleichem Niveau. Subjektiv empfunden, gefällt das Betriebsgeräusch des ECO80+ jedoch am besten. Kaum ein anderer Lüfter hält sich geräuschseitig so vornehm zurück. Der Schallpegel lag direkt nach dem Start sowie nach langer Idle-Phase bei 24,5 dB(A). Der Schallpegel blieb mit 24,6 dB(A) auch nach mehrstündigem Volllastbetrieb nahezu unverändert. Die patentierte Fuzzy-Logik Lüftersteuerung lies den Lüfter gleichmäßig mit ca. 450 U/min rotieren. Ein höheres Betriebsgeräusch ist erst ab einer Leistungsforderung >175 Watt zu erwarten.

Wie nach dem Abschneiden der zuvor getesteten Modelle MODU82+, PRO82+ und Liberty ECO 400 nicht anders zu erwarten war, überzeugt auch die Elektronik des ECO80+ 350W. Im Idle-Betrieb (70,0W = 20,0% Auslastung) sind auch mit angedocktem Ohr keine elektronischen Störgeräusche wahrnehmbar. Auch bei Volllast (116W = 33% Auslastung) ist aus nächster Nähe nichts zu hören. Bleibt zu hoffen, dass uns die Serienstreuung hier keinen Streich spielt.

Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.

Engelke Sweeper 1.3 Schallpegelmessgerät

Tabelle Schallpegel in dB(A)

Messanordnung

Testrechner:

  • Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
  • Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
  • Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
  • Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
  • Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
  • Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
  • Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
  • Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)

Testsystem Innenansicht

Fazit:
Mit dem ECO80+ 350W erweitert Enermax seine Produktpalette um ein weiteres interessantes Produkt. Das preiswerte Einsteigermodell hat insbesondere durch sein unerhört leises Betriebsgeräusch überzeugt. Die vielfach bewährte Fuzzylogic-Lüftersteuerung führt im Zusammenspiel mit dem erstmals zum Einsatz kommenden Magma-Lüfter zu Top Resultaten. Mit gemessenen 24,5 bis 24,6 dB(A) kann das Netzteil ruhigen Gewissens als kaum hörbar bezeichnet werden. Auch die subjektive Beurteilung der elektronischen Störgeräusche brachte bemerkenswerte Ergebnisse hervor. Geräuschseitig bleiben mit dem Enermax ECO80+ 350W also keine Wünsche offen. Somit stellt sich das günstigste Modell aus dem Hause Enermax auch gleichzeitig als leisestes heraus. Minimale Abstriche muss man in puncto Effizienz hinnehmen. Hier reichte es zwar für einen guten, aber dennoch nur 9. Platz der Charts. Die teureren Modelle mit 80PLUS Bronze Zertifikat liegen hier eine Nasenlänge vorn. Für das mittlerweile zum Standard gewordene 80PLUS Zertifikat hat es jedoch gereicht. Mit der Kühlleistung steht es bei Ultra-Silent einzustufenden Netzteilen allgemein nicht zum Besten, da sich diese in der Regel konträr zum Schallpegel verhält. Wie erwartet wurden hier "nur" durchschnittliche bzw. befriedigende Messwerte erzielt. Wenn man die Ergebnisse jedoch genauer betrachtet, kann man ein kleines Leistungsplus gegenüber den Enermax-Modellen mit Globe-Fan erkennen. Dem sicheren Betrieb eines durchschnittlich ausgestatteten PC-Systems steht aber nichts im Wege. In leistungsstarken Systemen kann das Netzteil durch einen Gehäuselüfter unterstützt werden. Aus optischer Sicht wird das ECO80+ 350W sicher den Geschmack der Masse treffen. Ebenfalls gefallen das gewohnt kompakte Layout und die tolle Verarbeitung des Netzteils. Als einzigen Kritikpunkt hätten wir uns im Lieferumfang noch einen 24 auf 20 Pin Adapter gewünscht. Zusammenfassend kann das Enermax ECO80+ 350W mit gutem Gewissen als das derzeit attraktivste Einsteigernetzteil bezeichnet werden. Was hier für einen Kaufpreis von ca. EUR 45,00 geboten wird ist durchaus fair. An einem Redaktions-Kauftipp führt auch bei diesem Enermax Modell kein Weg vorbei.

Dirkvader Kauftipp Award

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herrn Benjamin Schäfer von Enermax Deutschland.

Links zum Thema:
Enermax [ Hersteller ]
Amazon [ Bezugsquelle ]

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29.08.2009 [dl]