Vorwort:
Einen enormen Bekanntheitsgrad hat Cooler Master mittlerweile mit ihren überragend verarbeiteten Aluminium-Gehäusen erreicht. Mit der Cooler Master Heatpipe bewies der Hersteller zu dem, dass er in der Lage ist - neben Standard OEM Kühlern - auch ausgezeichnete High End Prozessorkühler herzustellen. Mit dem Aero 7 ASB-V73 schlägt man nun einen etwas abseits vom Standard angesiedelten Weg ein und offeriert erstmals einen Kühler mit Radial-Trommellüfter. Auf der diesjährigen CeBIT in Hannover sorgte der Eye-Catcher im wahrsten Sinne des Wortes für Trommelwirbel. Kaum ein Besucher kam am Cooler Master Stand vorbei ohne vorher einen Blick auf den auffälligen Kühler zu werfen. Durch diese Art der Lüftertechnologie wird der sogenannte Totpunkt - den klassische Axiallüfter erzeugen - umgangen. Dies soll sich wiederum positiv auf die Kühlleistung auswirken. Als Kühlplattform setzt man wie schon bei den Heatpipe Modellen auf ein Vollkupferlayout - der mittlerweile bekannten Skived Fin Technologie. Bis auf die Größe ist der Aero 7 der Heatpipe HHC-001 nicht nur rein optisch relativ ähnlich. Bedingt durch das hohe Gewicht, hat Cooler Master das einzig Richtige bezüglich der sicheren Montage am Sockel getan und verwendet nunmehr ebenfalls, die von der X-Dream Serie bekannte 6-Punkt-Halteklammer. Wie sich der Kühler unter anderem in Punkto Kühlleistung und Betriebsgeräusch im Vergleich zum Mitbewerb schlägt, soll der folgende Test aufzeigen.
Lieferumfang:
In gewohnter Cooler Master Manier wird auch der Aero 7 in einer transparenten Blister-Verpackung ausgeliefert. Der Lieferumfang gestaltet sich ähnlich dem des Cooler Master X-Dream. Der am Lüfter befindliche Trimmpoti kann wahlweise im PCI-Slot oder im 3 1/2" Schacht untergebracht werden. Hierzu liegen dem Kühler zwei sauber verarbeitete Blenden bei und wie könnte es anders sein, besteht die Blende für den 3 1/2" Schacht natürlich aus Aluminium, um sich optisch gut ins Aluminium Gehäuse einzufügen.
Spezifikationen:
- Lüftertyp : Cooler Master BP806012H
- Lüftergröße : 70 x 70 x 70 mm
- Drehzahl : 1900 - 4500 U/min
- Luftfördermenge : 10.9 - 26.6 cfm ( 18.53 - 45.22 m³/h )
- Leistungsaufnahme : 1.2 A
- Lagerung : Dual Ball
- Kühlkörpergröße : 71 x 71 x 38 mm
- Kühlkörpermaterial : Kupfer ( skived Fins )
- Sockelbefestigung : 6-Punkt-Halteklammer
- Gesamtgröße : 71 x 71 x 108 mm
- Gesamtgewicht : ca. 640 g
Details:
Das Herzstück des Aero 7 ASB-V73 ist zweifelsohne der aufsehenerregende Radiallüfter im transparenten Look. Das grüne Förderrad lässt Parallelen zum Fortbewegungsmechanismus eines Raddampfers erkennen und funktioniert im Prinzip auch ähnlich. Die Bezeichnung des Lüfters lässt vermuten, dass er vom Spezialisten Y.S. Tech stammt. Ausgestattet mit Trimmpoti und Tachosignal lässt er dem Anwender jede Menge Freiheit bei der Wahl nach der geeigneten Drehzahl. Dadurch muss allerdings auch etwas mehr Kabel verstaut werden als üblich. Den Strom bezieht der Lüfter über einen 4-poligen Netzteilstecker. Das Tachosignal kann standardgemäß über den 3-pin Molex Stecker ausgelesen werden. Mit der doppelten Kugellagerung des Lüfterrades verspricht man sich neben einer langen Lebensdauer auch ein gleichmäßiges Laufgeräusch. Dem Vollkupferkühlkörper sollte man allerdings gleichermaßen hohe Beachtung schenken. Die Verarbeitungsqualität und die Halteklammer sind von besonderer Güte und runden das Gesamtbild des Aero 7 angenehm ab.
Montage:
Um dem Kühler seine optimale Kühlperformance zu entlocken wird wie bei allen Kühlertests auf ein und die selbe hochwertige Wärmeleitpaste zurück gegriffen. Mit dem Cooler Master Premium Compound hat Shin Etsu eine geniale Wärmeleitpaste kreiert. Die Paste zeichnet sich nicht nur durch eine überragende Performance aus, sondern bietet zu dem durch seine relativ zähe Konsistenz maximalen Schutz bei der Kühlermontage. Die 6-Punkt-Halteklammer lässt die Kühlermontage zum Kinderspiel werden. Zur Montage sowie Demontage werden keinerlei zusätzliche Hilfsmittel benötigt. Mit blosen Händen lässt sich die Klammer auf der Sockelnase arretieren. Lediglich der obere Teil der Verschlussklammer touchiert bei dem im Test verwendeten Mainboard mit horizontal sitzendem Sockel den Arbeitsspeicher des ersten Slots, weshalb man diesen nach Möglichkeit frei lassen sollte. Der Anpressdruck ist relativ stark und ermöglicht die optimale Aufnahme der Prozessorabwärme. Trotz 70 mm-Layout kam es zu keinerlei Konflikten mit Kondensatoren oder ähnlichen Bauteilen des verwendeten Mainboards. Jedoch kann es in diversen klein bemessenen Systemen zu Problemen mit der üppigen Bauhöhe von 108 mm kommen. Wer in Punkto Kühlermontage noch relativ wenig Erfahrung gesammelt hat, sollte sich zusätzlich den in deutscher Sprache verfassten Installation-Guide zu Gemüte führen.
Radiallüfter vs. Axiallüfter:
Der wesentliche Vorteil des Radiallüfters gegenüber eines herkömmlichen Axiallüfters liegt an der effektiveren Ventilation. Dadurch, dass es beim Radiallüfter keinen Totpunkt gibt, wird ein breiteres Spektrum des Kühlkörpers ventiliert, was zu einer gleichmäßigeren Kühlung führt. Das Betriebsgeräusch hat allerdings einen etwas anderen Charakter, wie sich später noch herausstellen wird. Warum der Radiallüfter bisher ein Schattendasein führte liegt schlicht und ergreifend an seinen üppigeren Dimensionen und dem kaum vergleichbaren Anschaffungspreis gegenüber den in Massen produzierten Axiallüftern. Das diese Exoten einen gewissen Charme versprühen wissen wir spätestens seit A Conto NoiseMagic den Silverado auf den Markt brachte und seit dem als Pionier in diesem Segment gilt.
Radiallüfter Axiallüfter
Performance:
Um die Leistungsfähigkeit des Kühlers zu ermitteln, wird dieser in einem speziell für Silent Kühler aufgebauten System betrieben. Ohne aktive Gehäuseventilation und lediglich mit einem Ultra-Silent-Netzteil bestückt, wird dem Kühler in diesem System alles abverlangt. Bei 19°C Zimmertemperatur läuft das System jeweils eine Stunde lang im Windows Leerlauf und eine weitere Stunde im simulierten Volllast Betrieb durch das Programm Prime 95. Die Temperaturwerte werden mit dem Programm Motherboard Monitor ausgelesen. Diese liegen in der Regel bis zu 20 % höher als bei Mainboards mit im Sockel integriertem Temperaturfühler. Bei einer aktiven Gehäuseventilation nach ATX Spezifikationen stellt sich die Kühlleistung eines Kühlers in der Regel 7 - 9°C besser dar, als bei der im Test verwendeten Silent-Anwender-typischen passiv Variante.
Besonders interessant ist der Vergleich zum hauseigenen Modell Silent Heatpipe HHC-L61. Der Aero 7 ASB-V73 erreicht bereits im Silent Betrieb - bei niedrigster Drehzahleinstellung - eine deutlich bessere Kühlleistung und geht zu dem noch leiser zu Werke. Wird der Potentiometer auf höchste Stufe gestellt, legt die Kühlleistung nochmals drastisch zu. Das hierbei entstehende Betriebsgeräusch kann allerdings nicht mehr als angenehm bezeichnet werden. Auch bei aktuellen Prozessoren ist es kaum nötig, den Aero 7 mit mehr als 3000 U/min zu betreiben.
Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfaßbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse und arbeitsplatzkonformen Abstand - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquellen lediglich ein Ultra-Silent Netzteil und eine entkoppelte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Kühlers nicht beeinflussen. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.
Bei voller Drehzahl - welche allerdings kaum benötigt werden dürfte - liegt das Betriebsgeräusch mit knapp 49 dB(A) schon knapp an der Schmerzgrenze und erinnert stark an Overclocker Kühler mit Delta Lüfter. Regelt man den Lüfter allerdings auf niedrigste Stufe, wartet er mit einem als Silent einzustufenden Betriebsgeräusch von 27 dB(A) auf. Subjektiv ist die Lärmcharakteristik nicht mit Axiallüftern vergleichbar. Beim Radiallüfter steht das Luftfördergeräusch im Vordergrund. Ein Motorengeräusch lässt sich aus der Geräuschkulisse kaum heraushören.
Als Referenz dieser Kategorie dient das Messergebnis des
MR Variokühler AX-7 Dirkvader-Edition aus dem Hause MR Computertechnik GmbH. Mit der Kombination - Thermalright AX-7 Kühlkörper und darauf schwingend gelagerten Papst 8412 N/2GL Lüfter - wurde der bisher niedrigste Schallpegel in diesem Testrechner ermittelt.
Testrechner:
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Motherboard: Epox 8KA3+ ( passiv )
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Prozessor: AMD Athlon XP 2000+ ( Thoroughbred B )
- Kontaktmittel: Cooler Master Premium Compound
- Speicher: 256 MB Corsair XMS-3000 CL2
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Grafikkarte: Radeon 9000 Pro 128MB ( Zalman ZM80-HP )
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Festplatte: Maxtor 4K040H2 ( Silent Mode / NoVibes III )
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Gehäuse: Chieftec CS-601 ( Stahlblech / geschlossen )
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Netzteil: A Conto NoiseMagic Enermax 1500
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Gehäuseventilierung: passiv
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Datenträgerverbindung: Rounded-Silver-Cable
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Betriebssystem: Windows 98 SE ( ohne ACPI )
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Software: Motherboard Monitor - Prime 95
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Zimmertemperatur: 19°C ( Abweichung < 0.5°C )
Fazit:
Mit dem Aero 7 ASB-V73 hat Cooler Master den Radiallüfter wieder salonfähig gemacht und gleichzeitig ein weiteres Kühler-Highlight am Markt positioniert. Die Vorteile des Radiallüfters werden mittels speziellem Skived Fin Vollkupferkühlkörper entsprechend umgesetzt, was sich in Punkto Kühlleistung äußerst positiv niederschlägt. Bereits auf niedrigster Drehzahleinstellung - bei einem gemessenen Gesamtschallpegel von gerade einmal 27 dB(A) - offeriert der Eye-Catcher eine deutlich bessere Kühlleistung als das hauseigene Pendant HHC-L61 und sieht zu dem auch noch unerhört attraktiv aus. Nicht nur Case-Modder werden den auffälligen Schönling bald in ihr Herz schließen, denn durch die vornehm von außen einstellbare Drehzahl deckt der Kühler den Bereich Silent bis Extreme komplett ab. Die Montage des Kühlers dürfte auch Neulingen auf Anhieb gelingen. Dies ist insbesondere der hervorragenden 6-Punkt-Halteklammer mit integrierter, ergonomisch angeordneter Halterung zu verdanken. Die Verarbeitungsqualität lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Einziges Manko ist der derzeit noch nicht bekannte Preis. Zu beziehen ist der Cooler Master Aero 7 demnächst z.B. bei PC-Cooling.
Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des exklusiven Testsamples gilt Uwe Piefke von Hartware.net und insbesondere dem Inhaber von PC-Cooling - Hermann Schrepel.
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