CPUFX Core Review

CPUFX Core

Vorwort:
Nun zu einem Kühler der Sonderklasse, den ich vor einigen Tagen auf einer amerikanischen Overclocker-Seite fand. Neugierig wie ich bin, hab ich natürlich den Hersteller ausgemacht (CPUFX INC) und so ein Teil bestellt. Dank VISA, ja auch kein Problem. Drei tage später... Ups da isser und siehe da, das Päckchen wurde schon mal geöffnet. Wer das war ? Keine Ahnung! Entweder hatte der deutsche Zoll beim Röntgen Angst vor einer Bombe (was bei einem Röntgenbild von dem Monster schon mal von einem Laien dafür gehalten werden kann) oder die Amis hatten wieder mal schiss das Hi-Tec unerlaubt ihr gelobtes Land verlässt. Letzteres halte ich für wahrscheinlicher. Aber nun genug der Vorrede.

Lieferumfang:
Beim Auspacken war ich angenehm überrascht. Ein Spacer aus annodisiertem Aluminium lag gleich mit bei. Das ist Service! Die Arctic Silver Wärmeleitpaste, die sich ebenfalls im Paket befinden sollte, fehlte allerdings (vielleicht hat der Zoll da irgendwelchen chemischen Waffen vermutet). Der Core an sich, ist atemberaubend. So ein Monsterteil kam mir noch nicht unter und ich habe schon einige Kühler getestet, aber das sprengt wirklich jeden Rahmen. Der Höchstwert für die Belastbarkeit der Sockelfüße wird um sagenhafte 200 g überschritten. Ein ganzes Pfund Kühlkörpermasse (500 g ohne Lüfter) Die Verarbeitung lässt nichts, aber auch gar nichts zu wünschen übrig. Plan geschliffener Boden, saubere Kanten, einfach perfekt. Er ist aus einem massiven Alu Block per CNC-Fräsen gefertigt. Also kein nachbearbeiteter Guß, sondern echt massiv.

Montage:
Der Mechanismus für die Halterung sieht zwar gewöhnungsbedürftig aus, aber der hat es in sich. Wem das Risiko eines zerstörten Sockels zu groß ist hat auch noch die Option, ihn durchs Board zu befestigen. Da nicht alle Boards die vier Bohrungen neben dem Sockel haben, gibt es halt auch die Möglichkeit ihn mit den Klammern zu befestigen und dieser Mechanismus ist genial ich habe noch nie so easy einen Kühler montiert, ohne das Risiko auch nur im geringsten das DIE zu beschädigen. Genial! Ist absolut nachahmenswert und sitzt mit den Klammern sehr gut und fest auf dem Sockel, da die Klammern alle drei Sockelfüße benutzen. Ein weiterer Vorteil der Befestigungsklammern ist die der variablen Einstellung, was den Kühler für den Einsatz eines Peltierelements prädestiniert. So nun mal Butter bei die Fische und montiert das Teil. Rechner auf, Kühler runter, Murks, da ist bloß ein 850er drin, aber egal und da offenbarte sich der erste Nachteil. Auf dem A7V133 geht die erste Speicher Steckplatz verloren, da die Halteklammer auf der Seite zu weit übersteht, aber nun wo Licht ist, ist auch Schatten. Meine anfänglichen Bedenken bezüglich der Haltbarkeit der Klammern bei dem Gewicht zerstreuten sich schnell absolut Vertrauen erweckend. Also Stecker aufs Board, eingeschaltet und da wurde Lärm neu definiert. Der 60er Denki Lüfter mit 7000 Rpm macht Radau wie ein Staubsauger, aber nachdem das Gehäuse wieder zu war ging es. Er ist allerdings deutlich zu hören. Also nichts für sensible Ohren.

Performance:
Erst mal ins Bios sehen was die Temp da sagt: 30°C Board, 30°C CPU, 32°C Chipsatz. Gut, also Windows gestartet, Leerlaufen lassen. Es tat sich nichts an der Temperatur. Also PRIME 95 gestartet und unter Vollast laufen lassen. Nach zwei Stunden ist die Anzeige von MBM 5.0 bei präzisen 44°C wie angeschweißt und regt sich kein Stück mehr höher. Da der 850er schon immer ein bisschen mit Temp-Problemen zu tun hatte, kam dann der 1200er AXIA drauf da sah die Sache schon anders aus. 36°C im Leerlauf mit normalen Arbeiten und Surfen etc., ist er nicht über 40°C zu bekommen. Nach zwei Stunden Prime 95 46°C konstant. Das sind doch schon mal Werte, die sich sehen lassen können. Der nächste Versuch: Lüfter umdrehen und saugend montiert. Das Resultat: die Leerlauf Temperatur senkte sich um weitere 2°C. Die Erklärung war auch schnell gefunden: die zwischen den Bohrungen entstehenden Stege machen einen gewissen Bestandteil der Oberfläche aus, in die der Lüfter hineinbläst. Die an diesen Stegen entstehenden Verwirbelungen, bremsen den Luftstrom aus und reduzieren enorm den Luftdurchsatz. Da bei der saugenden Montage diese Stege nicht ins Gewicht fallen, erhöht sich der Luftdurchsatz. Die Drehzahl des Lüfters reduzierte sich dabei von 7000 Rpm auf 6750 Rpm. Der nächste Test mit einem AYHA1333c, ebenfalls keine Änderung an den Temp-Werten. 36°C Leerlauf und 48°C unter Vollast ( Prime 95).

Plattform:
Als Testplattform diente ein A7V133R Motherboard mit 1,333 GHz Athlon im geschlossenen Bigtower und Arctic Silver WLP. Gemessen wurden die Temperaturen neben dem DIE mit einem Senfu Thermometer.

Fazit:
Die Stärke des Kühlers besteht nicht in einer extrem niedrigen Temperatur, sondern eher in der Konstanz. Die enorme Masse des Kühlkörpers erfüllt eine hervorragende Pufferfunktion. Als Nachteil ist mit Sicherheit die Lautstärke des Lüfters zu bezeichnen, aber den echten Freak dürfte dieser Faktor ohnehin egal sein und für Casemodder ist er ein echter Hingucker (hinterm Window). Die Testreihe ist noch nicht abgeschlossen. Es folgen die Tests mit den neuen Deltalüftern in 38mm Bauhöhe, ein 60er und ein 80er. Der 80er wird mit einem ebenfalls bei der Firma CPUFX INC hergestelltem Adapter aus Alu getestet. Weiterhin wird auch noch ein Test mit einem Peltierelement folgen.

Danksagung:
Ich bedanke mich bei der Firma SM-Computer für das kostenlose Muster.

Links zum Thema:
CPUFX Inc. [ Hersteller ]
SM-Computer [ Shop ]

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