Vorwort:
Auf den ersten Blick wirkt das Kühlsystem des koreanischen Herstellers C-Systems wie eine minimalistische Wasserkühlung. Doch der optische Eindruck täuscht, denn anders als bei herkömmlichen Wasserkühlsystemen besteht der Calm SV nicht etwa aus Kühlkörper, Pumpe und Radiator - sondern aus Verdampfer und Kondensator. Durch das Verdampfen und anschließende Kondensieren der Flüssigkeit entsteht eine natürliche Kühlmittelzirkulation. Als einzige Geräuschquelle kommt ein langsam drehender Lüfter zum Einsatz, welcher den Kondensator in seiner Funktion unterstützt. Das innovative Kühlsystem wurde speziell für den Silent-Bereich konzipiert. Des Weiteren hat C-Systems mit dem Calm 2 noch ein umfassenderes Kühlsystem im Programm, mit welchem zusätzlich Grafikkarte und Festplatte gekühlt werden kann. Damit dürfte sich der Schallpegel des Gesamt-Systems deutlicher senken lassen, als mit dem auf die Prozessorkühlung beschränkten Calm SV. Eines steht bereits vor dem Ermitteln der Testergebnisse fest - der Calm SV ist technisch sowie optisch ein Leckerbissen. Wie es um die Kühlleistung und Geräuschentwicklung bestellt ist, soll folgender Bericht aufzeigen.
Lieferumfang:
Im schlicht gehaltenen Karton, ist der empfindliche Calm SV sicher verwahrt. Die koreanische Bedienungsanleitung ist bis auf die grafischen Darstellungen allerdings nur wenig hilfreich. Ein Blick auf die auch in englischer Sprache verfügbaren Webseite des Herstellers ist daher unerlässlich. Das zur Montage benötigte Befestigungsmaterial und die Cooling Flow Wärmeleitpaste runden den Lieferumfang ab.
Spezifikationen:
Details:
Zuerst wollen wir mal eruieren, wie eine Kühlmittelzirkulation ohne Pumpe zu Stande kommt. Der Calm SV besteht aus einem geschlossenen Kühlmittelkreislauf mit Verdampfer und Kondensator. Das Funktionsprinzip ist eigentlich recht einfach. Im Verdampfer - auch Chiller genannt - wird die Kühlflüssigkeit durch die Prozessorabwärme erhitzt und verdampft. Unter Druck steigt der Dampf anschließend hoch in den Kondensator, wo er sich durch die vom Lüfter erzeugte Abkühlung verdichtet und verflüssigt. Das flüssige Kühlmittel fließt dann wieder herunter in den Verdampfer, wodurch eine natürliche Zirkulation entsteht. Der Kondensator sowie Verdampfer bestehen komplett aus Aluminium und sind mit zwei jeweils 270 mm langen Schläuchen verbunden. Der Verdampfer ist mit seinen 45 x 45 x 13 mm sehr kompakt gehalten und sollte dadurch ohne Probleme auf jedes Mainboard passen. Wesentlich mehr Platz benötigt die 106 x 137 x 50 mm große Kondensator-Lüfter-Combo. Der verwendete ADDA-Lüfter zeichnet sich durch eine gute Relation von Leistung zu Betriebsgeräusch aus. Wahre Ultra-Silent-Freak werden diesen aber dennoch mit weniger als 12 Volt betreiben.
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Lüfter / Fan:
Ohne aktive Kühlung kommt auch dieses Kühlsystem nicht aus. Am Kondensator befindet sich daher ein leiser 92mm-Lüfter des chinesischen Herstellers ADDA. Mit einem auf Silent-Niveau einzustufenden Betriebsgeräusch, soll er den Kondensator in der Funktion - dass gasförmige Kühlmittel zu verdichten - unterstützen.
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Kondensator / Condanser:
Der Kondensator hat die Funktion, dass vom Verdampfer aufsteigende gasförmige Kühlmittel zu verdichten und zu verflüssigen. Dieser Vorgang funktioniert nur durch die Abkühlung mittels angebrachten Lüfter. Durch die Montage des Kondesators hinter dem Netzteil, wird die erwärmte Luft gleich nach außen transportiert.
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Verdampfer / Evaporator:
Als Prozessorkühler fungiert ein Verdampfer, in dem dass vom Kondensator herabfließende Kühlmittel durch die Prozessorabwärme erhitzt und verdampft wird. Unter Druck steigt dass gasförmige Kühlmittel in den darüber liegenden Kondensator. Die Montage per Halteklammer gestalltet sich ähnlich einfach wie bei einem herkömmlichen Kühler.
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Montage:
Damit dass flüssige Kühlmittel nach unten fließen und der gasförmige Dampf nach oben steigen kann, muss der Kondensator am Netzteil - also über dem Verdampfer montiert werden. Zur Montage am Netzteil liegt dem Calm SV ein umfangreicher Befestigungs-Kit bei. Lediglich bei Gehäusen mit seitlichen Verstrebungen, muss man mit kleinen Montageproblemen rechnen. Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, dass hinter dem Kondensator ausreichend Platz vorhanden ist und dieser nicht direkt am CD-Laufwerk o.ä. anliegt. Eine Montage im Big-Tower ist daher deutlich unproblematischer als im Midi-Tower, in welchem das Platzangebot eher beschränkt ist. Der Verdampfer lässt sich hingegen ähnlich einfach wie ein gewöhnlicher Luftkühler montieren. Dazu wird zunächst der Prozessorkern gleichmäßig mit Wärmeleitpaste benetzt. Anschließend wird der Verdampfer mit der linken Hand mittig auf den Prozessor gedrückt. Mit der rechten Hand lässt man abschließend die Montageklammer erst auf der linken und dann auf der rechten Seite des Sockels einrasten. Die Montage gestalltet sich unterm Strich zwar etwas umfangreicher als bei einem gewöhnlichen Luftkühler - ist aber kaum schwieriger zu bewerkstelligen. Ausschlaggeben ist das Platzangebot des verwendeten Gehäuses, welches gleichzeitig zum optimalen Funktionieren des Kühlsystems beiträgt.
Performance:
Um die Leistungswerte des Kühlers zu ermitteln, wird dieser in ein speziell für Silent Kühler aufgebautes System integriert. Ohne aktive Gehäuseventilation und lediglich mit einem Ultra-Silent-Netzteil bestückt, wird dem Kühler in diesem System alles abverlangt. Bei 19°C Zimmertemperatur läuft das System jeweils eine Stunde lang im Windows Leerlauf und eine weitere Stunde im simulierten Volllast Betrieb durch das Programm Prime 95. Die Temperaturwerte werden mit dem Programm Motherboard Monitor ausgelesen. Bei den angegebenen Temperaturwerten handelt es sich um die tatsächlichen Prozessorkern-Temperaturen. Diese liegen in der Regel 20 - 25% höher als bei Mainboards, bei denen der Messfühler im Sockel - also unter dem Prozessor - angebracht ist.
Die erreichten Temperaturwerte sind zwar nur durchschnittlich - für ein Silent-Kühlsystem allerdings recht akzeptabel. Die Kühlleistung des Calm SV ist stark vom verwendeten Netzteil und dessen Luftförderleistung abhängig. In Kombination mit dem ebenfalls aus Korea stammenden Zalman ZM300A-APF Silent-Netzteil konnten beispielsweise bis zu 4°C niedrigere Prozessortemperaturen ermittelt werden, als mit dem im Test verwendeten Aconto NoiseMagic Enermax 1500 Ultra-Silent-Netzteil. Das richtige Gehäuse-Setup - unter Berücksichtigung des Gesamtschallpegels - spielt daher bei diesem Kühlsystem eine noch gewichtigere Rolle als bei einem gewöhnlichen Luftkühler.
Als Referenz dieser Kategorie dient das Messergebnis des SLK-800 Kühlkörpers aus dem Hause Thermalright - in Kombination mit einem Delta EHE HighSpeed Lüfter. Mit dieser Combo wurde das bisher beste Kühlergebnis in diesem Testrechner ermittelt.
Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfaßbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquellen lediglich ein Ultra-Silent Netzteil und eine entkoppelte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Kühlers nicht beeinflussen. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.
Als Referenz dieser Kategorie dient das Messergebnis des AX-7 Kühlkörpers aus dem Hause Thermalright - in Kombination mit einem darauf schwingend gelagerten Papst N2GL Lüfter. Mit dieser Combo wurde der bisher niedrigste Schallpegel in diesem Testrechner ermittelt.
Testrechner:
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Motherboard: Epox 8KA3+ ( passiv )
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Prozessor: AMD Athlon XP 2000+ ( 70 Watt Verlustwärme @ 1.75 Volt )
- Kontaktmittel: Cooler Master Premium Compound
- Speicher: 256MB Corsair XMS3000 CL2
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Grafikkarte: 3D Phantom XP-3800 128MB ( passiv )
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Festplatte: Maxtor 4K040H2 ( Silent Mode / NoVibes )
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Gehäuse: Chieftec CS-601 Stahl ( geräuschoptimiert )
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Netzteil: Aconto NoiseMagic Enermax 1500 Rev. 2
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Gehäuseventilierung: passiv
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Datenträgerverbindung: Rounded-Silver-Cable
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Betriebssystem: Windows 98 SE ( ohne ACPI )
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Software: Motherboard Monitor v5.1.0.7 - Prime 95 v21.4.1
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Zimmertemperatur: 19°C ( Abweichung < 0.5°C )
Fazit:
Der koreanische Hersteller C-Systems hat mit dem Calm SV ein technisch, sowie optisch interessantes Kühlsystem im Programm. In Punkto Kühlleistung und Betriebsgeräusch vermag es zwar keine neuen Akzente zu setzen - erreicht jedoch in beiden Kategorien akzeptable Resultate. Mit einem Betriebsgeräusch von weniger als 30 dB(A) trägt es die Bezeichnung Silent-Kühlsystem zu Recht. Wer einen leistungsschwächeren Prozessor verwendet, erreicht durch das Absenken der Lüfter-Betriebsspannung auf 7 Volt sogar Ultra-Silent-Niveau - ohne dabei extreme Leistungseinbußen in Kauf nehmen zu müssen. Sicherlich lassen sich die erreichten Werte auch mit einem preislich günstigeren Silent-Kühler realisieren - aber es war schon immer etwas teurer einen besonderen Geschmack zu haben. So richtig interessant dürfte es erst mit dem Calm 2 Kühlsystem werden, welcher zusätzlich in der Lage ist, Grafikkarte und Festplatte zu kühlen. Damit dürfte sich der Schallpegel des Gesamt-Systems deutlicher senken lassen, als mit dem auf die Prozessorkühlung beschränkten Calm SV. Schluss-Fazit: Aus technischer und optischer Hinsicht, erhält man mit dem Calm SV ein besonderes - wenn auch recht teures Kühlsystem. In Punkto Kühlleistung und Betriebsgeräusch wurden die Erwartungen teils deutlich übertroffen. So zeigte der Calm angesichts der reinen Aluminium-Kühlkörper-Basis selbst mit einem XP 2000+ keine Schwächen auf, obwohl dieser herstellerseitig nur bis XP 1700+ freigegeben ist. Mit einem Kupfer-Kühlkörper dürften noch weitere Verbesserungen möglich sein.
Danksagung:
Besonderer Dank gilt Herrn Michael Ruoff / MR Computertechnik, der mir das Calm SV Kühlsystem im Rahmen der ständigen Produktforschung zur Verfügung gestellt hat.
Links zum Thema:
C-Systems [ Hersteller ]
© www.dirkvader.de
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