Vorwort:
Ein "etwas anderes" Netzteil präsentieren die schweizer Cooling-Spezialisten
Arctic Cooling mit ihrem Fusion 550R. Anstatt auf das mittlerweile standardisierte 120mm Single-Fan Layout zurückzugreifen, wurde ein recht seltenes 80mm Lüfter Konzept angewandt. Ähnlich wie es beispielsweise beim
TSP TOP-350P5 zum Einsatz kam. Beim Fusion 550R werkelt der Lüfter jedoch schwingend gelagert an der Außenseite des Netzteils anstatt fest verschraubt im Inneren. Damit der Erfolg des Netzteils nicht dem Zufall überlassen bleibt, wurde kein geringer als
Seasonic zum Partner verpflichtet. Bei der Entwicklung konnte jeder der Beteiligten seine Kernkompetenz ausspielen. Während sich Seasonic um eine stabile und effiziente Elektronik bemühte, war die Chassiskonstruktion und das Kühlkonzept die Aufgabe der Schweizer. Vielleicht auch daher die Namensgebung "Fusion". Eine direkte Zielgruppe auszumachen ist recht schwierig, da man scheinbar ein sehr breites Publikum mit diesem Produkt ansprechen will. Mit einer Dauerleistung von 500 Watt, dürfte das Netzteil nahezu jeden Rechner stabil versorgen. Die angegebene Lautstärke würde mit 0,08 bis 0,3 sone sogar Geräuschempfindliche Anwender zufrieden stellen. Als weiteres entscheidendes Merkmal sollte der Kaufpreis von ca. EUR 59,90 nicht unerwähnt bleiben.
Geizhälse werden das Netzteil bestimmt zu einem noch niedrigeren Preis entdecken. Unterm Strich hören sich die Facts sehr interessant und viel versprechend an. Inwiefern sich der neueste Wurf des Hauses Arctic Cooling gegenüber den bereits getesteten Kandidaten behaupten kann, klärt der folgende Praxistest.
Lieferumfang:
Das Arctic Cooling Fusion 550R wird in einer ansprechenden Blisterverpackung an seine Kunden ausgeliefert. An den relevanten Stellen ist die Verpackung doppelwandig, wodurch der Lüfter auch bei starkem Seegang keinen Transportschaden erleiden sollte. Die Verpackungsgröße beträgt (B) 190 x (H) 270 x (T) 120mm und das Gesamtgewicht beläuft sich auf ca. 2.052 Gramm. Die empfindliche Oberfläche des Netzteils ist mit Schutzfolie beklebt. Als Zubehör liegt dem Netzteil folgendes bei: Ein Kaltgeräte-Anschlusskabel, 4 schwarze Befestigungsschrauben und eine 30-seitige Bedienungsanleitung (7 Seiten netto). Das
Datenblatt und die
Einbaueinleitung hält der Hersteller zum Download im pdf-Format bereit. Ein insgesamt betrachtet zwar nur durchschnittlicher, aber dennoch üblicher Lieferumfang in diesem Preissegment.
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Technische Daten:
- Hersteller: Arctic Cooling
- Modell: Fusion 550R
- Layout: 80mm Single-Fan (außenliegend)
- Standards: ATX12V 2.2
- Blindstromkompensation (PFC): aktiv
- Wirkungsgrad / 80Plus: ca. 82-86% / nein
- Gesamtleistung: 550W
- Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 170mm
- Gewicht: 1.677 Gramm
- Verkaufspreis (EUR): ca. 59,90
- Bezugsquelle:
z.B. www.Caseking.de
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Details:
Das Arctic Cooling Fusion 550R macht bereits auf den ersten Blick einen stimmigen und hochwertigen Eindruck. Das Design-Konzept der Schweizer lautet black and white. Den Kontrast zum matt-schwarzen Blechkleid stellen die weißen Rotorblätter und die grau-weiß gehaltenen Produkt-Decals her. Das auffälligste Merkmal des Netzteils ist zweifellos sein außen, neben dem Kabelstrang platzierter Ventilator. Er ist mittels doppelter Elastomeraufhängung perfekt vom Chassis entkoppelt und trägt ca. 30mm der insgesamt ca. 170mm Bautiefe bei. Die Bezeichnung des hauseigenen Lüfters lautet
F8 Pro. Er ist mit 12V/0,15A beziffert und soll im Betrieb zwischen 700 und 2.000 U/min rotieren. Sein Anschlusskabel ist nicht verlötet, sondern lässt sich mittels 2-Pin Stecker einfach abziehen. Der Blick ins Innere des Gehäuses lässt erkennen, dass das Lüfterkonzept zu Ende gedacht wurde. Ein
opulenter Kühlkörper sitzt direkt im Luftstrom und geformte Kunststoffplatten dienen als Wegweiser. Mit einer Batterie von
105°C Kondensatoren scheint man gegen höhere Temperaturen gerüstet zu sein. Auf der Rückseite fallen die großen Luftaustrittsöffnungen auf, welche mit einem Durchmesser 4x4mm geringen Luftwiderstand leisten und leicht nach außen gewölbt sind. Die schräge Anordnung soll die Strömung scheinbar ebenso begünstigen. Die Verarbeitungsqualität ist tadellos. Lediglich die Kontakte der Anschlussstecker sind etwas widerspenstig. Aus technischer Sicht bietet das Arctic Cooling Fusion 550R eine zeitgemäße Elektronik, welche dauerhaft mit 500W belastet werden darf. Mit einem PFC-Faktor von 99 % und zwei getrennten 12-Volt-Schienen, die sich gegenseitig unterstützen können ist das Fusion 550R ein besonders sicheres Netzteil, das auch unter stärksten Lastanforderungen eine stabile Stromversorgung garantiert. Durch den Überlast, Überspannungs- und Kurzschlussschutz wird die Hardware, wie auch der Benutzer vor Schaden bewahrt. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem ausreichend lang bemessenen und komplett ummantelten Kabelstrangsatz auf. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 40 cm (20/24-Pin ATX Stecker), 1 x Kabelstrang 43 cm (4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 2 x Kabelstrang 50 cm (je 6-Pin PCI-Express Stecker), 2 x Kabelstrang 50 cm (je 6+2-Pin PCI-Express Stecker), 1 x Kabelstrang 75 cm (3 x 5 1/4" Stecker, 1 x 3 1/2" Stecker) und 1 x Kabelstrang 90 cm (6 x S-ATA Stecker). Das Arctic Cooling bietet sehr viele Anschlussmöglichkeiten. Die 20/24-Pin ATX Strang ist leider etwas kurz geraten.
Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause
Groneberg. Bei den unten aufgeführten Werten handelt es sich um Bruttowerte. Der Stromverbrauch des Energie Monitor (ca. 0,8W) muss noch herausgerechnet werden.
Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehrere Rechner betreibt sollte sich genau überlegen inwiefern Geiz geil ist.
Das Arctic Cooling erreicht auf Anhieb eine Top Ten Platzierung und verliert gegenüber den Platzhirschen nur relativ wenig Boden. Unter Volllast (kombinierte CPU- und VGA-Last) zeigt der Energy Monitor 3000 einen Verbrauchswert von 118,0W an, was in etwa den Durchschnitt aktueller Netzteile darstellt. Etwas besser sieht es im Leerlauf (hochgefahrenes System/keine Aktivitäten) aus. Hier begnügt sich das System mit einem Verbrauch von 71,4W. Den besten Messwert erzielt das Fusion 550R jedoch bei heruntergefahrenem System. Hier wird ein sehr guter Wert von 1,4W angezeigt. Abzüglich der 0,8W Stromverbrauch des Messgerätes, wird das Stromnetz mit lediglich 0,6W belastet - ein Top Wert.
Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.
Das Arctic Cooling Fusion 550R leistet sich auch in Punkto Spannungsstabilität keine Schnitzer. Die Auswertung der Logfiles offeriert linear verlaufende Spannungswerte ohne nennenswerte Unregelmäßigkeiten. Ob 24h Dauerlasttest oder frequentierter Lastwechsel, das Netzteil verhielt sich stets stabil. Die Spannungswerte lagen mit Ausnahme der +12V Leitung zudem sehr nah am Sollwert. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.34 - 3.36V, 4.97 - 5.00V und 12.37 - 12.5V deutlich in der zulässigen Toleranz.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.
Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.
Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.
Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.
Durch das ungewöhnliche Lüfterkonzept schließt der Hersteller einen Hotspot im Inneren des Netzteils aus. Der Luftstrom gelangt - im Gegensatz zu Netzteilen deren Lüfter im Boden sitzt - mit weniger Verwirbelungen und geringerem Luftwiderstand nach außen. Alle Bauteile des Netzteils werden dabei gleichmäßig umflutet. Wo Licht, da auch Schatten. Als Nachteil ist allerdings zu bemerken, dass dafür ein Hotspot im Gehäuseinneren entsteht, insofern keine Gehäuselüfter zum Einsatz kommen. Die Abwärme von Prozessor und Grafikkarte werden nicht mehr so effizient abgeführt, wie bei Netzteilen deren Lüfter direkt darüber sitzt. So zieht der unmittelbar vor dem 5 ¼" Schacht platzierte Lüfter auch Frischluft durch die Fugenschlitze des Gehäuses, als über Umwege die gestaute Luft direkt unter dem Netzteil abzusaugen. In puncto Kühlleistung - welche sich ja auf die Entlüftung des Gehäuses bezieht - reicht es daher leider nur für die Note "ausreichend". Ein rückseitig ausblasender Gehäuselüfter schafft hier Abhilfe. Dieser kann über das Netzteil geregelt werden und sollte bereits ab einer Spannung von +3,5V anspringen.
Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.
Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.
Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.
Das Arctic Cooling Fusion 550R wartet mit einer unverschämt niedrigen Geräuschkulisse auf. Nur das Seasonic S12-380 war seinerzeit noch einen Hauch leiser. Wir sprechen hier von den leisesten aktiv ventilierten Netzteilen im Testfeld. Der Schallpegel lag direkt nach dem Start sowie nach langer Idle-Phase bei 24,6 dB(A). Die Ausgangsspannung des Lüfteranschlusses betrug hierbei +3,5V. Auch nach dem Aufheizen des Systems durch mehrstündigen Volllastbetrieb wollte der Schallpegel nicht deutlich ansteigen. Die Skala zeigte einen unwesentlich höheren Wert von 24,8 dB(A), was anhand der ebenso minimal gestiegenen Ausgangspannung von +3,85V verifiziert werden konnte. Das Fusion 550R verfügt scheinbar über eine relativ träge Kennlinie, welche höhere Drehzahlen erst bei deutlich größerer Leistungsanforderung abruft. In leistungsstärkeren Systemen ist daher mit einem höheren Betriebsgeräusch zu rechnen.
Die Elektronik des Prüflings ist nahezu frei von Störgeräuschen. Im Idle-Betrieb (sehr geringe Auslastung) ist lediglich ein filigranes Pulsieren aus nächster Nähe (geöffneter Deckel, 15 cm Abstand) vernehmbar. Glücklicherweise nimmt dessen Intensität mit zunehmender Last bis hin zur Volllast kaum zu. Ab einem Abstand von ca. 30 cm ist definitiv nichts mehr zu hören. Die Störgeräusche werden bei unserem passiven Testrechner nach Arbeitsplatz konformen Abstand aber nicht mehr wahrgenommen.
Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.
Testrechner:
- Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
- Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
- Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
- Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
- Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
- Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
- Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
- Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
- Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
- Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
- Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
- Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
- Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
- Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)
Fazit:
Das Arctic Cooling Fusion 550R hat sehr positiv überrascht. Hervorzuheben ist sein niedriges Betriebsgeräusch. Der hauseigene F8 Pro Lüfter ist perfekt vom Chassis entkoppelt und rotiert mit verhältnismäßig geringer Drehzahl (< 800 U/min). Während der gesamten Testphase stieg der Schallpegel nie höher als 24,8 dB(A). Die aus dem Hause Seasonic stammende Elektronik rundet das akustische Gesamtbild harmonisch ab. Sie arbeitet nahezu frei von Störgeräuschen und sorgt zudem für einen stabilen Betrieb mit ordentlichen Messwerten. Beim Stromverbrauch zeigt sich der Testkandidat ebenfalls von einer guten Seite und offeriert gute bis sehr gute Ergebnisse. Der Verbrauchswert des heruntergefahrenen Systems kann sich mit gemessenen 0,6W mehr als sehen lassen. In Summe reicht es in dieser Kategorie für einen guten 10. Platz. Durch das gewählte Lüfterkonzept stellt der Hersteller sicher, dass die Bauteile des Netzteils alle gleichmäßig gekühlt werden. Der alt bekannte Hotspot - wie er beispielsweise bei Netzteilen mit vertikal einblasenden Lüftern auftreten kann - entfällt. Bei Systemen ohne zusätzliche Gehäuselüfter wird jedoch ein Luftstau unterhalb des Netzteils begünstig. Dies wird u.a. durch die überdurchschnittlich hohe Prozessortemperatur deutlich. Das Nachrüsten eines Gehäuselüfters verschafft Abhilfe. Die Verarbeitung des Chassis, der Platine sowie des Kabelstrangs ist sehr gut gelungen und lässt keinen Rotstiftansatz erkennen. Lediglich die Oberfläche des Gehäuses ist recht empfindlich. Es empfiehlt sich daher, die Schutzfolie erst nach dem Einbau zu entfernen. Bei einem derzeitigen Kaufpreis von ca. EUR 59,90, kann man bei diesem Netzteil getrost von einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis sprechen. Unterm Strich stehen viele positive Aspekte wenigen negativen gegenüber, weshalb dem Arctic Cooling Fusion 550R mit gutem Gewissen eine Kaufempfehlung ausgesprochen werden darf.
Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herrn Christian Godelmann von Arctic Cooling.
Links zum Thema:
Arctic Cooling [ Hersteller ]
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