Amacrox Freestyle AX450-EP / AX550-EP Review
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Vorwort:
Lieferumfang:
Die beiden Amacrox Freestyle Netzteile hinterlassen bereits nach dem ersten Blick einen sehr guten Eindruck, was unter anderem der edlen Oberfläche im dunklen Chromlook zu verdanken ist. Aber auch sonst wirkt alles Ton in Ton aufeinander abgestimmt. Äußere Unterschiede zwischen der 450W und dem 550W Version sind bis auf das abweichende Typenschild nicht zu erkennen. Was das Gewicht betrifft, bringen beide Modelle identische 1.815/1.821 Gramm auf die Waage. Nach dem Öffnen des Netzteils findet der neugierige Betrachter vielfach bewährte FSP-Elektronik vor. Ein sehr aufgeräumtes Platinenlayout mit 85/115°C Premium-Komponenten verstehen sich von selbst. Im Gegensatz zu viele Konkurrenten sind die Spulen nicht mit einer ausgehärteten, sondern mit einer zäh-elastischen Masse ruhig gestellt, wodurch etwaige Schwingungen verpuffen sollen. Die beim Stromumwandeln erzeugte Wärme wird von drei Aluminium-Kühlkörpern durchschnittlicher Größe aufgenommen. Für eine frische Brise sorgt der Temperaturgeregelte 120mm Lüfter aus dem Hause ADDA Typ AD1212HB-A71GL. Ein gerne gesehenes Modell mit relativ neutralem Betriebsgeräusch und Potential zum Flüstern. Die Bienenwabenförmigen Austrittsöffnungen haben einen überdurchschnittlichen Durchmesser und sorgen dadurch für geringeren Luftwiderstand und Verwirbelungen. Trotz integrierten Cable-Managements zählt das Netzteil mit einer Bautiefe von 165mm noch zur Kompaktklasse und findet auch in kleineren Behausungen Platz. Leistungsseitig sind das 450W und das 550W Modell am besten für die Leisetreter-Fraktion geeignet. Die Elektronik wird aktuellen Anforderungen durchaus gerecht und bietet neben einer aktiven Leistungsfaktor-Korrektur (PFC) über vier voneinander unabhängige +12V Schaltkreise auch eine Reihe von Schutzfunktionen (OVP, OCP, SCP). Der "Umweltschutz" bleibt ebenfalls nicht auf der Strecke. Neben einer angegebene Effizienz von >85% (80 Plus) sind die Netzteile auch nach der RoHS- und WEEE-Richtlinie konform. Die Verarbeitung ist innen wie außen von überdurchschnittlicher Qualität. Zum Ein-/Ausschalten wurde auf einen rot beleuchteten LED-Kippschalter zurückgegriffen. Ausstattungsseitig warten die Prüflinge mit einem ausreichend lang bemessenen - auch für Big-Tower - Kabelstrangsatz auf. Die komplett mit Gewebe ummantelten Kabelstränge sind sauber mit schwarzen Anschluss-Steckern konfektioniert. Insgesamt stehen dem Anwender folgende fixen Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 40 cm (20+4-Pin ATX Stecker), 1 x Kabelstrang 40 cm (2 x 4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker) und1 x Kabelstrang 42 cm (6-Pin PCI-Express Stecker). Optional stehen folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 60 cm (3 x S-ATA Stecker), 1 x Kabelstrang 50 cm (2 x S-ATA Stecker), 1 x Kabelstrang 40 cm (6/8-Pin PCI-Express Stecker), 1 x Kabelstrang 75 cm (3 x 5 ¼“ Stecker, 1 x 3 ½“ Stecker) und 1 x Kabelstrang 62 cm (3 x 5 ¼“ Stecker).
Leistungsaufnahme:
Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehrere Rechner betreibt sollte sich genau überlegen inwiefern Geiz geil ist. Eine Überraschung für die einen und eine Bestätigung für die anderen bringen die Ergebnisse der Verbrauchsmessung ans Licht. Das schwächer ausgelegte Freestyle AX-450EP schneidet mit gleichen PC-Komponenten deutlich besser als der um 100W kräftigere Bruder ab und rückt sogar den beiden Referenzmodellen Fortron Zen 400 und Amacrox Calmer 560 gefährlich dicht zu Leibe. Einmal mehr beweist dieses Ergebnis, dass die Leistung des Netzteils immer sorgfältig auf das PC-System abgestimmt sein sollte. Weniger ist in diesem Fall nicht selten mehr. Unterm Strich schneidet das Amacrox Freestyle AX-450EP mit einem herausragenden und das Freestyle AX-550EP mit einem guten Ergebnis in dieser Kategorie ab.
Spannungsstabilität:
In Punkto Spannungsstabilität verhielten sich die zwei Amacrox Freestyle Modelle wie siamesische Zwillinge und offerieren kaum Abweichungen. Nach dem Auswerten der Logfiles konnten keine Auffälligkeiten festgestellt werden. Auch der 24-stündige Lasttest konnte den beiden Prüflingen keine Patzer entlocken. Die Spannungswerte lagen sehr nah am Sollwert. Lediglich die +12V Leitungen lagen mit durchschnittlich +12.5V etwas höher. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.28 - 3.31V, 5.03 - 5.11V und 12.44 - 12.56V deutlich in der zulässigen Toleranz. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.
Kühlleistung:
Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten. Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur. Die beiden Kandidaten aus dem Hause Amacrox warten mit einer absolut identischen Kühlleistung auf welche subjektiv als "gut" eingestuft werden kann. Die Platzierungen im oberen Mittelfeld können sich für Netzteile der Silent-Fraktion durchaus sehen lassen. Die Relation von Kühlleitung und Betriebsgeräusch erscheint sehr ausgewogen. Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.
Geräuschmessung:
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden. Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt. Die Amacrox Freestyle Netzteile hinterlassen bereits nach dem Einschalten einen positiven Eindruck. Dieser bleibt auch mit zunehmender Betriebsdauer erhalten. Dies liegt an der recht trägen und linearen Auslegung der Temperatursteuerung die den Lüfter anspricht. So lässt sich erklären dass sich die gemessenen Schallpegel im Leerlauf und Volllast nur geringfügig unterscheiden. Das Amacrox Freestyle AX-450EP emittiert den Schall ohne Last mit leisen 25,3 dB(A), unter Last steigt der Wert lediglich auf 25,4 dB(A). Beim Amacrox Freestyle AX-550EP liegen die Werte ohne Last bei 25,6 dB(A) und mit Last bei 25,7 dB(A) minimal höher. Dies liegt vermutlich an der Summe der Toleranzen von Elektronik und Lüfter. Das Laufgeräusch des verbauten ADDA Lüfters kann als durchaus angenehm eingestuft werden. Nebengeräusche in Form von Rasseln oder Brummen sind nicht auszumachen. Störgeräusche der Elektronik sind subjektiv nur in sehr geringem Maße feststellbar. Als vollkommen lautlos kann das Netzteil jedoch nicht bezeichnet werden. So war sowohl im Leerlauf als auch unter Volllast ein leises Surren zu vernehmen. Beim Zuschalten der Last kommt jedoch noch ein leises Zirpen der Elektronik dazu. Diese Störgeräusche sind jedoch so gering dass sie in 10cm Abstand zur Elektronik in den Hintergrundgeräuschen des Raumes verschwinden. Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.
Testrechner:
Fazit:
Danksagung:
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