Amacrox Freestyle AX450-EP / AX550-EP Review

Amacrox Freestyle AX450-EP / AX550-EP

Netzteil Großansicht

Vorwort:
Mit der Freestyle-Serie erweitert der in Deutschland ansässige Hersteller Amacrox sein Netzteilsortiment um fünf weitere Modelle. Wie es der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich dabei um Netzteile mit modularem Kabelmanagement. Den wesentlichen Vorteil gegenüber herkömmlichen Netzteilen erkennt man spätestens bei der Installation. Insbesondere bei sparsam ausgestatteten Systemen lassen sich einige Kabelstränge einsparen. Die Reduktion auf das Wesentliche führt hauptsächlich zu mehr Ordnung im Innenraum des PC. Dass sich dadurch auch der Airflow verbessert und sich das Gesamtgewicht reduziert, sind positive Nebeneffekte. Ob ein Netzteil mit modularem Kabelmanagement prinzipiell einem herkömmlichen Netzteil vorzuziehen ist, bleibt natürlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Letztendlich führt dieses Feature leider auch zu einem höheren Kaufpreis. Aus technischer Sicht entspricht die Freestyle Serie dem Geist der Zeit. Folglich werden alle aktuellen Mehrkern-Prozessoren sowie Mehrkern-Grafikkarten unterstützt. Mit den Einstufungen 450W, 550W, 750W, 1000W und 1200W wurden die Leistungsklassen durchaus sinnvoll gewählt. Kundenseitige Nachfragen bezüglich schwächer oder stärker ausgelegter Modelle, kann Amacrox recht kurzfristig - quasi in 50W-Schritten - abdecken. Stromsparer und umweltbewusste Kunden kommen bei der Freestyle-Serie auf ihre Kosten. Die angegebene Effizienz von >85% in Kombination mit einem Standby-Stromverbrauch von <1W zeugt von einem hohen Wirkungsgrad bzw. einer wirtschaftlichen Arbeitsweise. Ferner entspricht der Material-Mix der Netzteile den RoHS und WEEE Richtlinien. Das 80 Plus Logo weckt Vertrauen bezüglich der Angabe des Wirkungsgrades. Mit dem SLI-Zertifikat aus dem Hause nVidia haben auch Gamer grünes Licht zum Betrieb einer Grafikkartenkombi. Die Amacrox Freestyle-Serie ist unter anderem bei Frozen-Silicon ab ca. EUR 76,90 erhältlich sein. Inwiefern sich das 450W und 550W Modell gegenüber den bereits getesteten Kandidaten behaupten kann, klärt der folgende Praxistest.

Lieferumfang:
Amacrox liefert seine Freestyle-Netzteile in einer hochwertigen und schicken Verpackung an seine Kunden aus. Sie ist in den für Amacrox typischen Farben rot und schwarz gehalten und verfügt über einen eingearbeiteten Kunststoff-Tragegriff. Die Eigenschaften und Merkmale des Netzteils wurden gleich viersprachig aufgedruckt. Mit den Maßen 31 x 26 x 10 cm ist die 2.742 Gramm schwere Verpackung relativ üppig geraten. Die Kunden des 1.000W und 1.200W Modells kommen sogar in den Genuss eines Metallkoffers, in welchem auch das Amacrox Calmer 560 ausgeliefert wird. Der beiliegende Zubehörumfang bleibt jedoch gleich und umfasst ein Kaltgeräte-Anschlusskabel, vier schwarze Rändelschrauben und eine 16-seitige Bedienungsanleitung (u.a. in deutscher Sprache). Als kleines Schmankerl legt der Hersteller dem Netzteil eine Art Kulturbeutel für die nicht zur Verwendung gekommenen Kabelstränge bei. Vier schwarze Kabelbinder mit Klettverschluss runden den Lieferumfang ab.

Technische Daten:

  • Hersteller: Amacrox
  • Modell: Freestyle AX450-EP / AX550-EP
  • Layout: 120mm Single-Fan
  • Standards: ATX12V 2.2 + EPS12V V2.91
  • Blindstromkompensation (PFC): aktiv
  • Wirkungsgrad: >85% (80 Plus)
  • Gesamtleistung: 450W / 550W
  • Schutzfunktionen: OVP, OCP, SCP
  • Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 165 mm
  • Gewicht (netto): 1.815 / 1.821 Gramm
  • Verkaufspreis (EUR): ca. 76,90 / 91,90
  • Bezugsquelle: Frozen-Silicon
Produktlabel - Spezifikationen
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Details:
Die beiden Amacrox Freestyle Netzteile hinterlassen bereits nach dem ersten Blick einen sehr guten Eindruck, was unter anderem der edlen Oberfläche im dunklen Chromlook zu verdanken ist. Aber auch sonst wirkt alles Ton in Ton aufeinander abgestimmt. Äußere Unterschiede zwischen der 450W und dem 550W Version sind bis auf das abweichende Typenschild nicht zu erkennen. Was das Gewicht betrifft, bringen beide Modelle identische 1.815/1.821 Gramm auf die Waage. Nach dem Öffnen des Netzteils findet der neugierige Betrachter vielfach bewährte FSP-Elektronik vor. Ein sehr aufgeräumtes Platinenlayout mit 85/115°C Premium-Komponenten verstehen sich von selbst. Im Gegensatz zu viele Konkurrenten sind die Spulen nicht mit einer ausgehärteten, sondern mit einer zäh-elastischen Masse ruhig gestellt, wodurch etwaige Schwingungen verpuffen sollen. Die beim Stromumwandeln erzeugte Wärme wird von drei Aluminium-Kühlkörpern durchschnittlicher Größe aufgenommen. Für eine frische Brise sorgt der Temperaturgeregelte 120mm Lüfter aus dem Hause ADDA Typ AD1212HB-A71GL. Ein gerne gesehenes Modell mit relativ neutralem Betriebsgeräusch und Potential zum Flüstern. Die Bienenwabenförmigen Austrittsöffnungen haben einen überdurchschnittlichen Durchmesser und sorgen dadurch für geringeren Luftwiderstand und Verwirbelungen. Trotz integrierten Cable-Managements zählt das Netzteil mit einer Bautiefe von 165mm noch zur Kompaktklasse und findet auch in kleineren Behausungen Platz. Leistungsseitig sind das 450W und das 550W Modell am besten für die Leisetreter-Fraktion geeignet. Die Elektronik wird aktuellen Anforderungen durchaus gerecht und bietet neben einer aktiven Leistungsfaktor-Korrektur (PFC) über vier voneinander unabhängige +12V Schaltkreise auch eine Reihe von Schutzfunktionen (OVP, OCP, SCP). Der "Umweltschutz" bleibt ebenfalls nicht auf der Strecke. Neben einer angegebene Effizienz von >85% (80 Plus) sind die Netzteile auch nach der RoHS- und WEEE-Richtlinie konform. Die Verarbeitung ist innen wie außen von überdurchschnittlicher Qualität. Zum Ein-/Ausschalten wurde auf einen rot beleuchteten LED-Kippschalter zurückgegriffen. Ausstattungsseitig warten die Prüflinge mit einem ausreichend lang bemessenen - auch für Big-Tower - Kabelstrangsatz auf. Die komplett mit Gewebe ummantelten Kabelstränge sind sauber mit schwarzen Anschluss-Steckern konfektioniert. Insgesamt stehen dem Anwender folgende fixen Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 40 cm (20+4-Pin ATX Stecker), 1 x Kabelstrang 40 cm (2 x 4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker) und1 x Kabelstrang 42 cm (6-Pin PCI-Express Stecker). Optional stehen folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 60 cm (3 x S-ATA Stecker), 1 x Kabelstrang 50 cm (2 x S-ATA Stecker), 1 x Kabelstrang 40 cm (6/8-Pin PCI-Express Stecker), 1 x Kabelstrang 75 cm (3 x 5 ¼“ Stecker, 1 x 3 ½“ Stecker) und 1 x Kabelstrang 62 cm (3 x 5 ¼“ Stecker).

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Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause Groneberg.

Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehrere Rechner betreibt sollte sich genau überlegen inwiefern Geiz geil ist.

Eine Überraschung für die einen und eine Bestätigung für die anderen bringen die Ergebnisse der Verbrauchsmessung ans Licht. Das schwächer ausgelegte Freestyle AX-450EP schneidet mit gleichen PC-Komponenten deutlich besser als der um 100W kräftigere Bruder ab und rückt sogar den beiden Referenzmodellen Fortron Zen 400 und Amacrox Calmer 560 gefährlich dicht zu Leibe. Einmal mehr beweist dieses Ergebnis, dass die Leistung des Netzteils immer sorgfältig auf das PC-System abgestimmt sein sollte. Weniger ist in diesem Fall nicht selten mehr. Unterm Strich schneidet das Amacrox Freestyle AX-450EP mit einem herausragenden und das Freestyle AX-550EP mit einem guten Ergebnis in dieser Kategorie ab.

Tabelle Leistungsaufnahme in Watt

Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.

In Punkto Spannungsstabilität verhielten sich die zwei Amacrox Freestyle Modelle wie siamesische Zwillinge und offerieren kaum Abweichungen. Nach dem Auswerten der Logfiles konnten keine Auffälligkeiten festgestellt werden. Auch der 24-stündige Lasttest konnte den beiden Prüflingen keine Patzer entlocken. Die Spannungswerte lagen sehr nah am Sollwert. Lediglich die +12V Leitungen lagen mit durchschnittlich +12.5V etwas höher. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.28 - 3.31V, 5.03 - 5.11V und 12.44 - 12.56V deutlich in der zulässigen Toleranz.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Tabelle Spannungswerte in Volt

Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.

Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.

Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.

Die beiden Kandidaten aus dem Hause Amacrox warten mit einer absolut identischen Kühlleistung auf welche subjektiv als "gut" eingestuft werden kann. Die Platzierungen im oberen Mittelfeld können sich für Netzteile der Silent-Fraktion durchaus sehen lassen. Die Relation von Kühlleitung und Betriebsgeräusch erscheint sehr ausgewogen.

Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.

Tabelle Temperaturwerte in °C

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.

Die Amacrox Freestyle Netzteile hinterlassen bereits nach dem Einschalten einen positiven Eindruck. Dieser bleibt auch mit zunehmender Betriebsdauer erhalten. Dies liegt an der recht trägen und linearen Auslegung der Temperatursteuerung die den Lüfter anspricht. So lässt sich erklären dass sich die gemessenen Schallpegel im Leerlauf und Volllast nur geringfügig unterscheiden. Das Amacrox Freestyle AX-450EP emittiert den Schall ohne Last mit leisen 25,3 dB(A), unter Last steigt der Wert lediglich auf 25,4 dB(A). Beim Amacrox Freestyle AX-550EP liegen die Werte ohne Last bei 25,6 dB(A) und mit Last bei 25,7 dB(A) minimal höher. Dies liegt vermutlich an der Summe der Toleranzen von Elektronik und Lüfter. Das Laufgeräusch des verbauten ADDA Lüfters kann als durchaus angenehm eingestuft werden. Nebengeräusche in Form von Rasseln oder Brummen sind nicht auszumachen.

Störgeräusche der Elektronik sind subjektiv nur in sehr geringem Maße feststellbar. Als vollkommen lautlos kann das Netzteil jedoch nicht bezeichnet werden. So war sowohl im Leerlauf als auch unter Volllast ein leises Surren zu vernehmen. Beim Zuschalten der Last kommt jedoch noch ein leises Zirpen der Elektronik dazu. Diese Störgeräusche sind jedoch so gering dass sie in 10cm Abstand zur Elektronik in den Hintergrundgeräuschen des Raumes verschwinden.

Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.

Engelke Sweeper 1.3 Schallpegelmessgerät

Tabelle Schallpegel in dB(A)

Messanordnung

Testrechner:

  • Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
  • Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
  • Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
  • Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
  • Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
  • Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
  • Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
  • Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)

Testsystem

Fazit:
Mit der Freestyle-Serie präsentiert der deutsche Hersteller Amacrox eine sehr gut ausgestattete Modellreihe mit integriertem Kabelmanagement im 120 mm Single-Fan Layout. Eine einzelne Zielgruppe hat man nicht im Visier. Vielmehr ist die neue Serie sehr universell einsetzbar und wird einen großen Kundenkreis ansprechen. Optisch betrachtet wirken die beiden Prüflinge, welche sich nur in der Gesamtleistung unterscheiden, wie aus einem Guß. Alle Anbauteile wurden farblich aufeinander abgestimmt. Die dunkle Chromoberfläche wirkt sehr edel und schick, ist jedoch etwas empfindlich was Kratzer und Fettfinger betrifft. Die Verarbeitung beider Netzteile ist innen wie außen sehr gut ausgeführt. Dem Schwingen der Spulen wird mit elastischer Masse entgegen gewirkt. Die 450W bzw. 550W starke Elektronik aus dem Hause FSP ist dank 4 unabhängigen +12V Schaltkreisen, aktiver Leistungsfaktor-Korrektur (PFC), umfangreichen Schutzschaltungen, Kabelmanagement, 80 Plus und SLI Zertifikat up to date. Mit einem Betriebsgeräusch von 25,3 dB(A) bzw. 25,6 dB(A) waren die beiden Freestyle Netzteile sehr unauffällig. Auch mit zunehmender Last erhöhte sich der Schallpegel kaum nennenswert. Den verwendeten 120 mm Lüfter aus dem Hause ADDA zeichnet vor allem ein angenehm-neutrales Betriebsgeräusch aus. Die Elektronik fügt sich sehr gut in das unauffällige Geräuschgeschehen eine und offeriert je nach Auslastung lediglich ein sehr filigranes Surren oder Zirpen. Mit zunehmendem Abstand ab ca. 10 cm verschwinden diese Störgeräusche jedoch in den Hintergrundgeräuschen des Raums. Kühlleistungsseitig erzielen die Prüflinge ein vergleichbar gutes Ergebnis und platzieren sich im oberen Mittelfeld. Die Relation von Betriebsgeräusch und Kühlleistung erscheint sehr ausgewogen. In Punkto Leistungsaufnahme überraschte vor allem das 450W starke Freestyle Modell, welches den beiden derzeitigen Kategorie-Referenzen Zen 400 und Calmer 560 gefährlich dicht zu Leibe rückte. Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von ca. EUR 76,90 bzw. EUR 91,90 sind die beiden Modelle teils günstiger als vergleichbare Konkurrenzprodukte. Unterm Strich konnten die beiden Freestyle Modelle aus dem Hause Amacrox in allen Bereichen überzeugen. Kritikpunkte Fehlanzeige. Insbesondere das 450W Modell schien wie für das verwendete Testsystem geschaffen zu sein. Empfehlenswert!

Dirkvader Kauftipp Award

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herr Kai Förster von Amacrox GmbH Deutschland.

Links zum Thema:
Amacrox [ Hersteller ]
Frozen-Silicon [ Vertrieb ]

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23.02.2008 [dl]