Amacrox Calmer 560W Review

Amacrox Calmer 560W

Netzteil Großansicht

Vorwort:
Ein Netzteil soll in erster Linie alle Komponenten des Computers zuverlässig mit Strom versorgen und die warme Luft aus dem Gehäuse fördern. Dabei soll es nicht nur besonders sparsam, sondern auch besonders leise sein. Leider hat kaum jemand die Möglichkeit ein Netzteil vor dem Kauf unter praxisnahen Bedingungen zu testen. Einen Netzteiltester mitzuführen ist zwar keine schlechte Idee, führt aber leider nur zu einem wenig aussagekräftigen Ergebnis. Dazu ist die anliegende Last - in der Regel sind es zwischen 10 und 25W - einfach zu gering. Damit kommt das Netzteil nicht auf Temperatur und der Lüfter läuft deutlich langsamer als in der Praxis. So muss man sich entweder auf die Aussagen der Hersteller verlassen oder besser auf die Erfahrungen Gleichgesinnter im Forum zurückgreifen. Denn ist erst einmal ein Netzteil mit zu hohem Betriebsgeräusch gekauft, hilft nur das nachträgliche Eingreifen in die Elektronik oder der Tausch des Lüfters. Unabhängig davon, dass dieser Eingriff entsprechende Sachkenntnis voraussetzt, erlischt dabei die Garantie des Herstellers. Somit wäre der Spagat zu den lüfterlosen Vertretern dieser Gattung geschafft. Von etwaigen Störgeräuschen der Elektronik einmal abgesehen, sind passive Netzteile von Haus aus leise und auf höhere Temperaturen ausgelegt. Das Abführen der warmen Luft übernimmt einfach der Gehäuselüfter, welcher mit zwei Handgriffen auch gleich wirkungsvoll entkoppelt ist. Auch ist der Wechsel auf ein besseres Lüftermodell deutlich einfacher zu vollziehen. Für den Leisetreter mit entsprechendem Kleingeld ist ein lüfterloses Modell also scheinbar die bessere Wahl. Auch das Amacrox Calmer 560 kann sich sicherlich nicht jeder unter den Weihnachtsbaum legen, denn sein empfohlener Verkaufspreis liegt bei ca. EUR 179,00. Der in etwa dreimal so hohe Anschaffungspreis gegenüber einem aktiven gekühlten Modell ist nicht von der Hand zu weisen. Berücksichtigt man jedoch die oben dargestellte Thematik und das höhere Materialaufkommen, so relativiert sich der Preis wieder entsprechend. Inwiefern sich das Amacrox Calmer 560 gegenüber den bereits getesteten Kandidaten behaupten kann, zeigt der folgende Praxistest.

Lieferumfang:
Für eine Überraschung sorgt Amacrox bei der Verpackung des Calmer 560. Die Kartonage ist nicht nur sehr ansprechend gestaltet, sondern enthält auch einen ordentlich verarbeiteten Metallkoffer. Ob sich die bessere Hälfte dadurch früher zu einer Einwilligung bei der Kaufentscheidung hinreißen lässt? Schließlich könnte man den schicken Koffer schnell als Beauty-Case zweckentfremden. Im Inneren des mit Schaumstoff ausgekleideten Koffers befinden sich neben dem Netzteil ein Kaltgeräte-Anschlusskabel, eine zweisprachiges User Manual, 5 Gehäuseschrauben und 2 Schlüssel zum Verschließen des Koffers. Das Netzteil ist wie üblich in Luftpolsterfolie eingepackt und mit einem Tütchen Kieselgel ausreichend gegen Feuchtigkeit geschützt. Ein nicht alltäglicher Lieferumfang. Eine Frage darf jedoch gestellt werden: Könnte man das Netzteil ohne Koffer nicht deutlich günstiger anbieten?

Technische Daten:

  • Hersteller: Amacrox
  • Modell: Calmer 560 (AX560-PEL01)
  • Layout: Fanless
  • Standards: ATX12V 2.2
  • Blindstromkompensation (PFC): aktiv
  • Wirkungsgrad: bis zu 85 %
  • Gesamtleistung: 400W (560W Peak)
  • Größe: (B) 150 x (H) 86 x (T) 160 mm
  • Gewicht: 2.955 Gramm
  • Verkaufspreis (EUR): ca. 179,00
  • Bezugsquelle: Amacrox
Produktlabel - Spezifikationen
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Details:
Von Leichtgewicht kann beim Amacrox Calmer 560 nicht die Rede sein. Knapp 3 Kilogramm bringt der schwarze Brocken auf die Waage. Wenn ein hohes Gewicht im Motorsport eher hinderlich ist, lässt es bei lüfterlosen Netzteilen auf großzügig dimensionierte Kühlkörper schließen. Der neugierige Betrachter findet nach dem Öffnen des Netzteils (Achtung: Garantieverlust/Lebensgefahr) zwei massive Kühlkörper aus Aluminium, sowie ein säuberst aufgeräumtes Platinenlayout mit Premium-Komponenten vor. Der Boden des Netzteils besteht aus einer massiven Kühlprofil-Platte und stellt den größten der insgesamt drei Kühlkörper dar. Das Blechkleid des Prüflings ist rings herum perforiert, wodurch die Wärme gleichmäßig entweichen kann. Mit einer Bautiefe von 160 mm ist das Calmer 560 relativ kompakt bemessen und dürfte auch in kleineren Gehäusen Platz finden. Leistungsseitig stellt das lüfterlose Netzteil dauerhafte 400W zur Verfügung. Auch Stromspitzen (Peak) bis zu 560W werden kompensiert. Neben einer aktiven Leistungsfaktor-Korrektur (PFC) verfügt der Prüfling über zwei voneinander unabhängige +12V Kreisläufe und einer Reihe an Schutzfunktionen (OVP, OCP, SCP). Der "Umweltschutz" kommt ebenfalls nicht zu kurz. Neben einer hohen Effizienz (>85%) ist das Netzteil auch RoHS und WEEE konform. Die Verarbeitung ist innen wie außen von sehr guter Qualität. Der beleuchtete Drucktastschalter ist jedoch Geschmacksache. Ein Kippschalter ist definitiv funktionaler. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem ausreichend lang bemessenen - auch für Big-Tower - Kabelstrangsatz auf. Die komplett mit Gewebe ummantelten Kabelstränge sind sauber mit schwarzen Anschluss-Steckern konfektioniert. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 42 cm (20+4-Pin ATX Stecker), 1 x Kabelstrang 40 cm (4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 1 x Kabelstrang 45 cm (6-Pin PCI-Express Stecker), 2 x Kabelstrang 55 cm (je 2 x S-ATA Stecker) und 2 x Kabelstrang 84 cm (je 3 x 5 ¼“ Stecker, 1 x 3 ½“ Stecker).

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Leistungsaufnahme:
Um zu ermitteln wie sich die Testkandidaten aus ökonomischer Sicht verhalten, wird deren Leistungsaufnahme in allen drei Betriebsarten ermittelt: Im Standby-Betrieb (herunter gefahrenes System), im Leerlauf (hochgefahrenes Betriebsystem, keine Aktivitäten) und unter Volllast (volle Systembelastung). Die maximale Auslastung des Systems wird durch den gleichzeitigen Betrieb der beiden Programme Prime95 und 3DMark2003 erreicht. Als Messmittel kommt der bekannte Energy Monitor 3000 von Voltcraft zum Einsatz (EUR 39,95). Für den Hausgebrauch kann auch der deutlich günstigere Energy Check 3000 (EUR 19,95) bei Conrad erworben werden. Es wird der Stromverbrauch des gesamten Systems, bestehend aus Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, Festplatte und DVD-Laufwerk ermittelt. Da den Prüflingen in der Regel unterschiedliche (Querschnitt, Qualität) Kaltgeräteanschlusskabel beigelegt werden, verwenden wir als Referenz das aus dem HiFi-Bereich bekannte Serie 3 Kabel (EUR 50,00) aus dem Hause Groneberg.

Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehrere Rechner betreibt sollte sich genau überlegen inwiefern Geiz geil ist.

Das Amacrox Calmer 560 schneidet mit herausragenden Ergebnissen ab und reiht sich knapp hinter dem identischen Fortron Zen 400 ein. Unter Volllast (kombinierte CPU- und VGA-Last) meldet der Energy Monitor einen sehr niedrigen Verbrauchswert von 112W. Im Leerlauf  (hochgefahrenes System/keine Aktivitäten) begnügt sich das Testsystem mit gerade einmal 68,3W. Wird das System heruntergefahren, zieht es noch 1,7W aus der Steckdose. Auch wenn das Amacrox Calmer 560 neben dem Fortron Zen 400 als Klassenreferenz bezeichnet werden darf, fragt man sich woher der doch messbare Unterschied kommt. Bei der Verwendung gleicher Elektronik ist der "Schuldige" wohl in der Serienstreuung zu finden.

Tabelle Leistungsaufnahme in Watt

Spannungsstabilität:
Wenn sich die Hersteller von Computer-Hardware nicht an eng tolerierte Normen halten müssten, wäre an ein stabiles System kaum zu denken. Dies leuchtet ein, wenn man bedenkt aus wie vielen Komponenten ein herkömmliches PC-System besteht. Deshalb wird geprüft, ob sich alle relevanten Spannungen innerhalb der Toleranzen nach ATX-Spezifikation bewegen. Dazu läuft der komplette Testrechner jeweils mehrere Stunden im Leerlauf und unter simulierter Volllast mittels Prime 95. Gleichzeitig werden alle Spannungswerte in Abständen von 5 Sekunden in einem Logfile gespeichert, welcher anschließend ausgewertet wird. Mit Hilfe des Logfiles lässt sich schnell feststellen, ob Schwankungen während des gesamten Betriebs aufgetreten sind. In der Tabelle wurde der jeweils dominanteste bzw. bei Spannungseinbrüchen kritischste Wert hinterlegt. Um die Richtigkeit der offerierten Messergebnisse zu überprüfen, wurden während des Betriebes sporadisch Messungen mit einem Multimeter direkt am ATX Stecker des Mainboards vorgenommen.

Wie ein Felsen in der Brandung stellt sich das Amacrox Calmer 560 bei der Ermittlung der Spannungsstabilität dar. Das Auswerten der Logfiles lies keine Auffälligkeiten erkennen. Ob 24h Dauerlasttest oder frequentierter Lastwechsel, das Netzteil verhielt sich sehr stabil. Die Spannungswerte lagen zudem sehr nah am Sollwert. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.28 - 3.31V, 5.08 - 5.13V und 12.11 - 12.24V deutlich in der zulässigen Toleranz.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.

Tabelle Spannungswerte in Volt

Kühlleistung:
Das allgemein bekannte Problem von Silent Netzteilen ist deren vermeintlich schwache Kühlleistung. In der Regel gilt, je leiser das Netzteil ist, desto weniger Luft wird gefördert. Die laut ATX-Spezifikation empfohlene Fördermenge von 25 bis 35 CFM, wird hierbei oftmals deutlich unterschritten. Man sollte sich daher vor dem Kauf eines Netzteils im Klaren sein, welche Ergebnisse man erzielen will. Das leiseste Ultra-Silent Netzteil kann sich als Fehlkauf heraus stellen, wenn zusätzliche Gehäuselüfter benötigt werden, um einen stabilen Betrieb des Komplettsystems zu gewährleisten.

Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten.

Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur.

Lüfterlose Netzteile wie das Amacrox Calmer 560 tragen viel mehr zur Erwärmung als zur Kühlung des Systems bei und können in Normgehäusen gerade mal einen Teil der selbst erzeugten Wärme abführen. Dies wird durch die hohen Prozessor- und Gehäusetemperaturen deutlich. Letztere stellen sich in Wirklichkeit sogar als deutlich höher heraus, als über das Mainboard selbst messbar ist. Dadurch, dass die erwärmte Luft nach oben steigt und nicht entweichen kann, sind die Temperaturen im oberen Gehäusebereich deutlich höher als dort, wo der Messfühler des Mainboards sitzt. Aber auch wenn der Prüfling auf den hinteren Plätzen der Charts zu finden ist, hat er doch einen absolut stabilen 24-Stunden-Betrieb ermöglicht. Die ermittelten Temperaturwerte stellen sich folgendermaßen dar: Die aus dem Netzteil entweichende Luft wird je nach Auslastung 48 bis 52°C warm. Während am großen außen liegenden Kühlkörper bis zu 55°C gemessen werden, liegen die Temperaturen im Inneren des Netzteils noch einmal knapp 5°C höher. Für einen dauerhaften Betrieb einer ähnlichen Hardwarekonstellation empfehlen wir jedoch zusätzliche Lüftungsschlitze über dem Netzteil, welche zu einer besseren Gehäuseentlüftung beitragen.

Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.

Tabelle Temperaturwerte in °C

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt.

Das Amacrox Calmer 560 kann auch in Punkto Betriebsgeräusch überzeugen. In eingebautem Zustand und nach Arbeitsplatzkonformen Abstand ist es definitiv nicht wahrzunehmen. Um es auf etwaige Störgeräusche der Elektronik zu analysieren wurde es außerhalb des Testsystems betrieben. Bei geringer Auslastung (bis ca. 40W) konnte ein dezentes Brumm- bzw. Brutzelgeräusch vernommen werden, welches ab einem Abstand von ca. 30cm verstummte. Ab einer Last von etwa 60W reduziert sich das Geräusch, sodass es bereits ab einem Abstand von ca. 20cm verstummt. Im direkten Vergleich zum Fortron Zen 400 wartet das Amacrox Calmer 560 trotz identischem Aufbau mit minimal intensiveren elektronischen Störgeräuschen auf.

Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.

Engelke Sweeper 1.3 Schallpegelmessgerät

Tabelle Schallpegel in dB(A)

Messanordnung

Testrechner:

  • Mainboard: Asus A8V Deluxe Rev. 2 (passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon 64 3000+ Winchester (Standardtakt)
  • Kühler: Scythe NCU-2005 (passiv)
  • Kontaktmittel: Silmore Wärmeleitpaste
  • Arbeitsspeicher: 2 x 512MB Geil DDR400 PC-3200 CL2.5
  • Grafikkarte: Hercules Prophet Radeon 9700 Pro (passiv @ Aerocool VM-101)
  • Festplatte: Samsung SV0802N (ichbinleise® HDD 20)
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Aluminium, geschlossen)
  • Gehäuseventilation: passiv (keine Gehäuselüfter)
  • Laufwerke: NEC ND-1300A DVD-Brenner
  • Datenträgerverbindung: Rounded Silver Cable
  • Betriebssystem: MS Windows XP Professional SP2
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95, Asus PC Probe, 3DMark2003
  • Zimmertemperatur: 20,0°C (Abweichung < 0,5°C)

Testsystem

Fazit:
Amacrox führt mit dem Calmer 560 eines der derzeit interessantesten Passivnetzteile im Sortiment. Besonders überzeugen kann der Prüfling in Punkto Wirkungsgrad. Der 2. Platz bestätigt die herausragenden Ergebnisse der Verbrauchsmessungen. Die Herstellerseitig angegebenen >85% Effizienz erscheinen also keineswegs zuviel versprochen. Warum man dem Netzteil kein Verkaufsförderndes 80 Plus Logo spendiert hat bleibt allerdings unklar. In Sachen Spannungsstabilität verhielt sich der knapp 3 Kilo schwere Bolide souverän. Die nach dem 24-Stunden-Dauerlasttest ausgewerteten Daten offerierten keinerlei Schwankungen oder gar Einbrüche der relevanten Spannungsleitungen. Die ermittelten Spannungswerte bewegten sich zudem vorbildlich nah am Sollwert. Was die Kühlleistung bzw. die Wärmeentwicklung betrifft, verhält sich das Amacrox Calmer 560 mit einer maximalen Temperaturentwicklung von knapp 60°C ähnlich wie andere Vertreter der lüfterlosen Gattung. Das Testsystem konnte zwar problemlos mehrere Tage stabil betrieben werden, für einen Dauerbetrieb unter ähnlichen Bedingungen ist allerdings ein Gehäuselüfter erforderlich. Ein wenig Sachkenntnis ist bei derartigen Produkten eben nötig um ein gutes Resultat zu erzielen. Der Blick ins Innere des Netzteils offenbart dem neugierigen Betrachter großzügig dimensionierte Kühlkörper und mittels Silikon gegen Vibrationen fixierte Bauteile. Zur besseren Wärmeabfuhr ist das schwarze Stahlblechchassis rings herum gelocht. Beim Ein/Aus-Schalter hätte man vielleicht lieber auf einen gewöhnlichen Kippschalter anstelle des Tasters zurückgreifen sollen. Die Verarbeitungsqualität war insgesamt betrachtet sehr gut und gab keinen Anlass zur Kritik. Die Kabelstränge sind sauberst konfektioniert und allesamt mit Gewebe umhüllt. Den lüfterlosen Testkandidaten als völlig lautlos zu bezeichnen wäre allerdings nicht korrekt. Nach Arbeitsplatzkonformen Abstand ist der Stromwandler zwar mucksmäuschenstill, in unmittelbarer Nähe zum Netzteil kann man jedoch ein ganz leises Brummen wahrnehmen. Über den deftigen Verkaufspreis von ca. EUR 179,00 kann leider auch der schicke Metallkoffer nicht hinweg trösten. Bleibt nur das Hoffen auf einen baldmöglichst sinkenden Straßenpreis. Unterm Strich hat Amacrox mit dem Calmer 560 ein stimmiges Paket geschnürt, welches Leisetreter und Stromsparfüchse gleichermaßen ansprechen dürfte.

Dirkvader Kauftipp Award

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt Herr Kai Förster von Amacrox GmbH Deutschland.

Links zum Thema:
Amacrox [ Hersteller ]

© www.dirkvader.de

21.11.2007 [dl]