Amacrox Calmer 560W Review
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Vorwort:
Lieferumfang:
Von Leichtgewicht kann beim Amacrox Calmer 560 nicht die Rede sein. Knapp 3 Kilogramm bringt der schwarze Brocken auf die Waage. Wenn ein hohes Gewicht im Motorsport eher hinderlich ist, lässt es bei lüfterlosen Netzteilen auf großzügig dimensionierte Kühlkörper schließen. Der neugierige Betrachter findet nach dem Öffnen des Netzteils (Achtung: Garantieverlust/Lebensgefahr) zwei massive Kühlkörper aus Aluminium, sowie ein säuberst aufgeräumtes Platinenlayout mit Premium-Komponenten vor. Der Boden des Netzteils besteht aus einer massiven Kühlprofil-Platte und stellt den größten der insgesamt drei Kühlkörper dar. Das Blechkleid des Prüflings ist rings herum perforiert, wodurch die Wärme gleichmäßig entweichen kann. Mit einer Bautiefe von 160 mm ist das Calmer 560 relativ kompakt bemessen und dürfte auch in kleineren Gehäusen Platz finden. Leistungsseitig stellt das lüfterlose Netzteil dauerhafte 400W zur Verfügung. Auch Stromspitzen (Peak) bis zu 560W werden kompensiert. Neben einer aktiven Leistungsfaktor-Korrektur (PFC) verfügt der Prüfling über zwei voneinander unabhängige +12V Kreisläufe und einer Reihe an Schutzfunktionen (OVP, OCP, SCP). Der "Umweltschutz" kommt ebenfalls nicht zu kurz. Neben einer hohen Effizienz (>85%) ist das Netzteil auch RoHS und WEEE konform. Die Verarbeitung ist innen wie außen von sehr guter Qualität. Der beleuchtete Drucktastschalter ist jedoch Geschmacksache. Ein Kippschalter ist definitiv funktionaler. Ausstattungsseitig wartet das Netzteil mit einem ausreichend lang bemessenen - auch für Big-Tower - Kabelstrangsatz auf. Die komplett mit Gewebe ummantelten Kabelstränge sind sauber mit schwarzen Anschluss-Steckern konfektioniert. Insgesamt stehen dem Anwender folgende Anschlussleitungen zur Verfügung: 1 x Kabelstrang 42 cm (20+4-Pin ATX Stecker), 1 x Kabelstrang 40 cm (4-Pin 12 Volt Mainboard Stecker), 1 x Kabelstrang 45 cm (6-Pin PCI-Express Stecker), 2 x Kabelstrang 55 cm (je 2 x S-ATA Stecker) und 2 x Kabelstrang 84 cm (je 3 x 5 ¼“ Stecker, 1 x 3 ½“ Stecker).
Leistungsaufnahme:
Die unten ersichtlichen Differenzen der Leistungsaufnahme verschiedener Netzteile sind teils enorm und unterstreichen die Notwendigkeit dieser Kategorie. Nehmen wir einmal an, wir betreiben ein ganzes Jahr lang (8760h) ein Netzteil mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 150W (Volllast). Dieses wird dann durch ein effizienteres Modell mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 100W (Volllast) ersetzt. Bei einem Strompreis von 0,17 EUR/KWh entspräche dies einer Ersparnis von EUR 74,46/Jahr. In der Praxis dürften so große Differenzen (50W) bei Netzteilen aber kaum auftreten. Realistischer hingegen sind Unterschiede von ca. 25W, wodurch die Ersparnis immer noch EUR 37,23/Jahr beträgt. Es macht also durchaus Sinn, etwas mehr Geld für ein sparsameres Modell auszugeben. Ein Mehrpreis von EUR 10,00 wäre bei 25W geringerem Verbrauch bereits nach gut 3 Monaten amortisiert. Wer mehrere Rechner betreibt sollte sich genau überlegen inwiefern Geiz geil ist. Das Amacrox Calmer 560 schneidet mit herausragenden Ergebnissen ab und reiht sich knapp hinter dem identischen Fortron Zen 400 ein. Unter Volllast (kombinierte CPU- und VGA-Last) meldet der Energy Monitor einen sehr niedrigen Verbrauchswert von 112W. Im Leerlauf (hochgefahrenes System/keine Aktivitäten) begnügt sich das Testsystem mit gerade einmal 68,3W. Wird das System heruntergefahren, zieht es noch 1,7W aus der Steckdose. Auch wenn das Amacrox Calmer 560 neben dem Fortron Zen 400 als Klassenreferenz bezeichnet werden darf, fragt man sich woher der doch messbare Unterschied kommt. Bei der Verwendung gleicher Elektronik ist der "Schuldige" wohl in der Serienstreuung zu finden.
Spannungsstabilität:
Wie ein Felsen in der Brandung stellt sich das Amacrox Calmer 560 bei der Ermittlung der Spannungsstabilität dar. Das Auswerten der Logfiles lies keine Auffälligkeiten erkennen. Ob 24h Dauerlasttest oder frequentierter Lastwechsel, das Netzteil verhielt sich sehr stabil. Die Spannungswerte lagen zudem sehr nah am Sollwert. Die typischen bzw. durchschnittlichen Werte der relevanten Spannungsleitungen im Idle- und Load-Betrieb finden sich in der unten stehenden Tabelle aufgeführt. Die Extremwerte (Minimum/Maximum) verhielten sich mit 3.28 - 3.31V, 5.08 - 5.13V und 12.11 - 12.24V deutlich in der zulässigen Toleranz. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die hier gemessenen Werte je nach verwendeter Plattform und Leistungsforderungen der jeweilig verbauten Komponenten hiervon abweichen können. Messtoleranzen sind wie allgemein gegeben obligatorisch.
Kühlleistung:
Um die Kühlleistung des Netzteils zu ermitteln, wird dieses in einem geschlossenen Silent-System betrieben. Entgegen der ATX Norm und zwar ohne jegliche Gehäuselüfter. Die hinteren Lüftungsöffnungen wurden außerdem verschlossen, damit das Netzteil nur die Luft aus dem Frontbereich ansaugen kann. Verschärfte Bedingungen werden dem Netzteil auch durch die zu kühlenden Passivkühler des Prozessors und der Grafikkarte gestellt. Bei exakt 20°C Zimmertemperatur läuft der Testrechner jeweils mehrere Stunde lang im Windows Leerlauf - keine Auslastung - und im simulierten Volllastbetrieb durch die Programme Prime95 und 3DMark2003. Die zum Test verwendete Plattform liest über die interne Prozessordiode eine sehr realistische Kerntemperatur aus und offeriert somit erst jenseits von 75°C ernsthafte Instabilitäten. Neben der Prozessortemperatur und der weniger aussagekräftigen Systemtemperatur wird zusätzlich die Temperatur der aus dem Netzteil austretenden Abluft gemessen. Hierzu kommt ein Beckmann & Egle Labormessfühler und ein Lutron Digital Thermometer zum Einsatz. Dieser Wert soll aufzeigen wie es um die Eigentemperaturentwicklung und Effizienz des Netzteils bestellt ist. Zudem lässt er spekulativ eine Tendenz in Punkto Lebensdauer erkennen. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer langen Lebensdauer bei niedrigeren Ablufttemperaturen theoretisch höher sein müsste, kann sich diese These unter Umständen bei manchen Modellen anders darstellen. Denn eine hohe Ablufttemperatur kann auch ein Indiz dafür sein, dass die Wärme der Bauteile besonders effektiv abgeführt wird und sich nicht durch undichte Stellen wieder ins Gehäuseinnere bewegt. Daher wird dieser Temperaturwert neben der Systemtemperatur in der Tabelle weniger hoch gewichtet als die Prozessortemperatur. Lüfterlose Netzteile wie das Amacrox Calmer 560 tragen viel mehr zur Erwärmung als zur Kühlung des Systems bei und können in Normgehäusen gerade mal einen Teil der selbst erzeugten Wärme abführen. Dies wird durch die hohen Prozessor- und Gehäusetemperaturen deutlich. Letztere stellen sich in Wirklichkeit sogar als deutlich höher heraus, als über das Mainboard selbst messbar ist. Dadurch, dass die erwärmte Luft nach oben steigt und nicht entweichen kann, sind die Temperaturen im oberen Gehäusebereich deutlich höher als dort, wo der Messfühler des Mainboards sitzt. Aber auch wenn der Prüfling auf den hinteren Plätzen der Charts zu finden ist, hat er doch einen absolut stabilen 24-Stunden-Betrieb ermöglicht. Die ermittelten Temperaturwerte stellen sich folgendermaßen dar: Die aus dem Netzteil entweichende Luft wird je nach Auslastung 48 bis 52°C warm. Während am großen außen liegenden Kühlkörper bis zu 55°C gemessen werden, liegen die Temperaturen im Inneren des Netzteils noch einmal knapp 5°C höher. Für einen dauerhaften Betrieb einer ähnlichen Hardwarekonstellation empfehlen wir jedoch zusätzliche Lüftungsschlitze über dem Netzteil, welche zu einer besseren Gehäuseentlüftung beitragen. Die subjektive Bewertung der Kühlleistung bezieht sich auf ein ohne Gehäuselüfter betriebenes Komplettsystem.
Geräuschmessung:
Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquelle lediglich eine entkoppelte und gedämmte Silent Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Netzteils nicht beeinflusst. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen, Arbeitsplatz konformen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden. Als zusätzlicher Punkt wurde die Elektronik des Netzteils auf etwaige Störgeräusche überprüft. Das Netzteil wird hierzu im ausgebauten Zustand, sowohl im Leerlauf als auch unter Last betrieben. Die Aufnahme der Störgeräusche erfolgt mit geöffneten Deckel und abgeklemmten Lüfter/n. Die aus einem Abstand von ca. 10 cm erfassten Geräusche werden rein subjektiv beurteilt dargestellt. Das Amacrox Calmer 560 kann auch in Punkto Betriebsgeräusch überzeugen. In eingebautem Zustand und nach Arbeitsplatzkonformen Abstand ist es definitiv nicht wahrzunehmen. Um es auf etwaige Störgeräusche der Elektronik zu analysieren wurde es außerhalb des Testsystems betrieben. Bei geringer Auslastung (bis ca. 40W) konnte ein dezentes Brumm- bzw. Brutzelgeräusch vernommen werden, welches ab einem Abstand von ca. 30cm verstummte. Ab einer Last von etwa 60W reduziert sich das Geräusch, sodass es bereits ab einem Abstand von ca. 20cm verstummt. Im direkten Vergleich zum Fortron Zen 400 wartet das Amacrox Calmer 560 trotz identischem Aufbau mit minimal intensiveren elektronischen Störgeräuschen auf. Je nach Systemzusammenstellung - insbesondere in schlecht ventilierten Gehäusen - kann der Schallpegel bei temperaturgeregelten Netzteilen hiervon abweichen. Der jeweilig beschriebene Subjektiveindruck bezüglich der Geräuschcharakteristik versteht sich nach arbeitsplatzkonformen Abstand zum im Test verwendeten Komplettsystem.
Testrechner:
Fazit:
Danksagung:
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