Aerocool GT-1000 Review

Aerocool GT-1000

Vorwort:
Bereits mit den Modellen DP-101 und DP-102 konnte Aerocool mit innovativen, leistungsfähigen CPU-Kühlern auf sich aufmerksam machen. Mit dem HT-101 präsentierten die Taiwanesen wohl einen der absoluten Klassiker für den Sockel A, der seit langer Zeit an der Spitze der Kühlercharts zu finden ist. Auch wenn es seit der Markteinführung des High Tower Kühlers etwas ruhiger um die junge Marke wurde, heißt das nicht, dass sich die Ingenieure auf ihren Lorbeeren ausgeruht haben. Über ein Jahr hat sich Aerocool mit einem würdigen Nachfolger Zeit gelassen, und erst auf der diesjährigen Cebit wurde dieser der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Die Konzeption des HT-101 wurde anhand der gewonnenen Erfahrungen lediglich leicht modifiziert und stellt somit eher ein umfangreiches Facelift als eine komplette Neuentwicklung dar. So wurden u.a. die Lüfterabmessungen vergrößert und die Kühloberfläche durch eine Erhöhung der Lamellenanzahl vergrößert. Ob sich die lange Wartezeit gelohnt und ob der Hersteller bei der Überarbeitung den richtigen Weg eingeschlagen hat, soll der folgende Testbericht klären. Auch wenn der GT-1000 sowohl für den aktuellen Athlon 64 als auch für den Pentium 4 geeignet ist, wurde doch auch an die immer noch große Nutzerzahl des Sockel A gedacht. Somit findet die Laufbahn der Sockel A Plattform in einem Vergleichstest mit den Sockel A Klassikern vorerst ihr verdientes Ende.

Lieferumfang:
Sauber und sicher in einem gepolsterten Karton erreicht der Aerocool GT-1000 den Käufer. Nach dem Öffnen der Verpackung springt einem neben dem Kühlkörper sofort der mitgelieferte 92 mm Super Silent Fan ins Auge. Unter diesem verbirgt sich der restliche Lieferumfang, der aufgrund der Kompatibilität zu vier verschiedenen Sockeln entsprechend umfangreich ausfällt. So finden sich hier Halteklammern für Sockel A/462, 754, 478 und 775 nebst zugehörigem Montagematerial in Form von diversen Schrauben, Adapterplatten, Wärmeleitpaste und eines CPU-Shims (Kupferspacer). Natürlich legt Aerocool auch eine zweiseitige, farbig bebilderte Montageanleitung bei. Zwar ist diese nur in Englisch gehalten, was aber aufgrund der abgedruckten Fotostory kein Hindernis für den Anwender darstellen sollte.

Spezifikationen:

  • Hersteller: Aerocool
  • Modell: GT-1000
  • Lüftergröße: 92 x 92 x 25 mm
  • Nenndrehzahl: 1.800 U/min +/- 6%
  • Luftfördermenge: 63,8 m³/h (37 cfm)
  • Schallpegel: 20,6 dB(A)
  • Lagerung: Gleitlager
  • Anschluss: 3-Pin Molex mit Tachosignal
  • Kühlkörpermaterial: Kupfer (Gold platiniert), Aluminium
  • Aufbau: 36 Lamellen, 3 x 6 mm Heatpipes
  • Sockelbefestigung: 6 Punkt Halteklammer (Sockel A)
  • Gesamtgröße ( L / B / H ): ca. 136 x 106 x 83 mm
  • Gesamtgewicht: ca. 790 Gramm
  • Preis: ca. EUR 52,90
  • Bezugsquelle: PC-Cooling

Details:
Die Bodenplatte des GT-1000 besteht aus zwei Teilen, zwischen die drei 296 mm langen Heatpipes mit einem Durchmesser von 6 mm eingelassen sind. Die Kontaktfläche zum Prozessor ist sauber bearbeitet, auch wenn noch minimale Riefen zu erkennen sind. Diese stammen allerdings nicht von der mechanischen Bearbeitung sondern haben ihren Ursprung vermutlich in der auf den gesamten Kühler aufgetragenen Goldplatierung. Die Kühlfläche bilden 36 Kupferplatten mit einer Größe von 91,5 x 50 mm und einer Stärke von 0,3 mm. Der Abstand der Lamellen zueinander beträgt ca. 2 mm. Unterhalb der Lamellen sitzt ein kleiner Kühlkörper, der die Halteklammer führt und fixiert. Auf den Lamellen montiert befindet sich ein dreiteiliger Aluminiumaufbau. Die beiden Seitenteile stellen sowohl die Aufnahme für den Lüfter, als auch eine Luftführung dar. Das oben sitzende Blech ist als eine Art Tragegriff ausgeführt. Der verwendete Lüfter ist mit seinem schwarzen Korpus und transparenten Lüfterblättern ansehnlich gestaltet. Leider erweckt er bei genauer Betrachtung keinen besonders hochwertigen Eindruck. Mit den angegebenen 1800 U/min bei 12 V sollten auch große Prozessoren ordentlich kühl bleiben. Ein Untervolten auf 5 Volt für den Silentbetrieb ist ebenfalls problemlos möglich. Insgesamt liefert Aerocool einen sauber verarbeiten Kühler an seine Kunden.

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Montage:
Die Montage des GT-1000 gestaltet sich aufgrund des Towerlayouts und der Multisockelauslegung etwas aufwendiger als bei Standardkühlern. Da der Test auf einer Sockel A Plattform erfolgt, wird hier lediglich die Montage für diese erläutert. Diese beginnt mit dem Abschrauben des kleinen Kühlblocks auf der Bodenplatte, um die passende Haltklammer einzulegen. Nach dem erneuten Befestigen des Kühlprofils ist der Kühler einsatzbereit. Lediglich die Schutzfolie muss noch abgezogen werden. Um eine Beschädigung des empfindlichen Prozessorkerns aufgrund des hohen Gewichts des Kühlers zu vermeiden liefert Aerocool gleich einen Kupferspacer (auch Shim genannt) mit. Dieser wird vor dem Aufsetzen des Kühlers auf dem Prozessor platziert. Nach dem Einhaken der 6-Punkt Halteklammer muss noch der Lüfter an den Alukörper geschraubt werden. Dies kann bei engen Gehäusen durchaus mit etwas Aufwand verbunden sein. Des Weitern muss, wie ja schon beim Vorgängermodell, die Ausrichtung des Lüfters beachtet werden. So muss der Luftstrom immer in Richtung Gehäuserückwand oder in Richtung des Netzteils zeigen.

Kühlleistung:
Um die Leistungsfähigkeit des Kühlers zu ermitteln, wird dieser nicht einfach nur auf einer offenen Kühlerprüfstation getestet, sondern praxisnah in einem speziell für Silent-Kühler aufgebauten System. Ohne zusätzliche Gehäuselüfter und lediglich mit einem Ultra-Silent Netzteil bestückt, werden alle Kühler in diesem System unter exakt gleichen Bedingungen getestet. Der gut isolierte Messraum befindet sich im Erdgeschoss und bietet im Sommer sowie im Winter optimale Testbedingungen bei gleich bleibender Umgebungstemperatur. Damit die teils filigranen Temperaturunterschiede aufgezeigt werden können, wird stets die gleiche Wärmeleitpaste verwendet. Bei den angegebenen Temperaturwerten handelt es sich um tatsächliche Prozessorkerntemperaturen. Diese liegen in der Regel etwa 25% höher als bei Mainboards, welche die Prozessortemperatur über einen Temperaturfühler im Sockel auslesen. So beginnt der kritische Bereich bei der im Test verwendeten Mainboard/Prozessor Kombination erst bei 85°C. Bei der Verwendung von Gehäuselüftern nach ATX Spezifikation, stellt sich die Kühlleistung der getesteten Kühler theoretisch 7 bis 9°C besser dar.

Die hier ermittelten Testwerte sind aufgrund einiger Modifikationen der Testplattform nicht direkt mit denen früherer Reviews vergleichbar. So wurde das Netzteil gegen ein Modell mit 120 mm Lüfter ausgewechselt und die Grafikkarte gegen eine passiv gekühlte ATI Radeon 9500 pro ausgewechselt. Inwiefern sich dies auf die einzelnen Messungen auswirkt wird im laufe des Tests erläutert.

Die Leistungsfähigkeit des neuen Kühlers fällt Anbetrachts der ermittelten Testwerte ziemlich beeindruckend aus. Der GT-1000 lässt seinen Mitstreitern keine Chance und setzt sich an die Spitze der Kühlercharts für den Sockel A. Bereits im 12 V Betrieb setzt sich der GT-1000 6 °C vom HT-101 und 8 °C vom Zalman ab. Bei einer Reduzierung der Spannung auf 7 V fallen die Differenzen noch größer aus. 9 °C zum HT-101 und 13 °C zum CNPS 7000A. Bei einer Lüfterspannung von 5 V vergrößert sich der Abstand auf 10 °C zum Vorgängermodell und 12 °C zum AlCu. Das recht schlechte Abschneiden des Zalmans lässt sich durch die Verwendung der größeren Grafikkarte erklären. Aufgrund der Minimalentlüftung des Gehäuses wird die erwärmte Gehäuseluft angesaugt und verschlechtert so das Ergebnis. Die Aerocool-Modelle saugen hingegen Luft aus den kühleren vorderen Bereich des Gehäuses an. Bei einer um 90° gedrehten Sockelanordnung kann das Ergebnis aber auch anders ausfallen.

Geräuschmessung:
Die Messung des A-bewerteten Schalldruckpegels wird vorwiegend zur Geräuschmessung eingesetzt. Unter Geräuschen werden nach DIN 1320 nicht zweckbestimmte Schallereignisse im Frequenzbereich des menschlichen Hörens von etwa 16 Hz bis 16 kHz verstanden. Sie sind rein physikalisch erfassbar nach: Schalldruck, Frequenz, Dauer und Häufigkeit. Aus dieser Tatsache haben sich in der Praxis zwei Bewertungskriterien herausgebildet, die die frequenz- und zeitabhängige Funktion des Gehörs berücksichtigen: Frequenzabhängige Bewertung und zeitabhängige Bewertung. Für die frequenzabhängige Bewertung sind Bewertungskurven festgelegt. Die meistgebräuchliche zur Lärmmessung, die auch im Engelke Sweeper realisiert ist, ist die A-Bewertung.

Der Geräuschpegel wird nach praxisorientierten Maßstäben beurteilt. So wird der Schallpegel des gesamten Systems - bei geschlossenem Gehäuse und arbeitsplatzkonformen Abstand - bewertet. Dazu wird ein spezieller Ultra-Silent Testrechner auf Basis des Chieftec CS-601 Towers eingesetzt, dessen andere Schallquellen lediglich ein modifiziertes Ultra-Silent Netzteil und eine entkoppelt und gedämmte Silent-Harddisk sind, welche das Schallgeschehen des Kühlers nicht beeinflussen. Die bei der Geräuschmessung eingehaltenen Abstände können der unten stehenden Messanordnung entnommen werden.

Bei Betrachtung der ermittelten Messwerte fallen die geringen Abstände zwischen den einzelnen Konkurrenten auf. Die Differenzen liegen bei lediglich 0,4 dB(A) beim Betrieb mit 5 Volt bzw. bei 0,7 dB(A) bei einer Versorgungsspannung von 7 Volt. Bei der 12 Volt Messung fällt der Zalman hingegen deutlich zu seinen Mitbewerbern ab. Subjektiv fallen die Unterschiede allerdings deutlicher aus. Während die beiden Aerocool Lüfter über den gesamten Spannungsbereich recht angenehm klingen wirkt das Pendant von Zalman deutlich aufdringlicher. Allerdings ist dieser auch durch die höchsten Drehzahlen im Test gehandicapt.

Testrechner:

  • Motherboard: Epox 8K3A+ (Chipsatz passiv)
  • Prozessor: AMD Athlon XP 2000+ Thoroughbred A @ 1,8 Volt (76 Watt)
  • Kontaktmittel: Cooler Master Premium Compound (by Shin Etsu)
  • Speicher: 512 MB PC2700 333MHz DDR
  • Grafikkarte: ATI Radeon 9500 Pro 128MB (Aerocool VM-101)
  • Festplatte: Samsung SV0802N (A Conto NoVibes III)
  • Gehäuse: Chieftec CS-601 (Stahlblech/geschlossen)
  • Netzteil: FSP Group 350 Watt @ Papst 4412 F/2GL @ 700 U/min
  • Gehäuseventilation: keine Gehäuselüfter
  • Datenträgerverbindung: Rounded-Silver-Cable
  • Betriebssystem: Microsoft Windows XP Home Edition
  • Software: Motherboard Monitor, Prime 95
  • Zimmertemperatur: 20°C +/- 0,5°C

Fazit:
Aerocool hat sich mit dem neuen GT-1000 erneut selbst übertroffen. Trotz lediglich geringfügiger Veränderungen am High-Tower Design des Vorläufers, konnte dessen Performance nochmals in den Schatten gestellt werden. Nicht nur dass der Heatpipe-Kühler die Konkurrenz bereits im 5,0 Volt Betrieb hinter sich zurück lässt, nein er schafft dies auch noch bei gleichzeitig geringster Geräuschkulisse im Test. Sehr schön auch zu sehen, dass Aerocool die Wünsche der Silent Gemeinde erhört hat und den Lamellenabstand vergrößert und nicht wie andere Hersteller versucht hat, die Kühlleistung allein durch eine Erhöhung der Lamellenzahl zu steigern. Auch bei der Wahl des Lüfters wurde kein wirklicher Fehlgriff getätigt, da das gewählte Modell eher durch Unauffälligkeit auffiel. Lediglich eine Vorrichtung zur Drehzahlregelung á la Zalman Fanmate fehlt zum vollkommenen Glück. Des Weiteren muss das hohe Gewicht des Kühlers erwähnt werden. Es empfiehlt sich diesen vor dem Transport des PCs zu demontieren. Die Verarbeitung des gesamten Kühlers konnte überzeugen. Fairerweise muss noch erwähnt werden, dass der Lüfter unseres Testsamples mit 2.200 und nicht wie angegeben 1.800 U/min rotierte und damit deutlich außerhalb der angegebenen 6% Toleranz lag. Die ermittelten Ergebnisse des 7,0 Volt Betriebs spiegeln demnach am ehesten die eigentlichen Leistungen des Kühlers wieder. Trotz dieser kleinen Einschränkung ist uns der Aerocool GT-1000 als einer der besten Sockel A Kühler eine Empfehlung wert. Aufgrund der gebotenen Leistung relativiert sich der hohe Kaufpreis von EUR 52,90.

Danksagung:
Besonderer Dank für die Bereitstellung des Testsamples gilt dem Geschäftsführer von PC-Cooling - Herrn Hermann Schrepel.

Links zum Thema:
Aerocool [ Hersteller ]
PC-Cooling [ Vertrieb ]

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